Ayres’ Jahresrückblick 2021

Am 1. Januar hat Thanos nochmal mit dem großen Handschuh geschnippt und zack – die Hälfte des Kinojahres war weg. 2021 war schon wieder ein sehr beeinträchtigtes Jahr. In meiner Rückschau im letzten Jahr wollte ich diese Plage namens … Corinna nicht weiter erwähnen und somit verhält es sich auch dieses Mal. Immerhin beschränkten sich die Konsequenzen dieses Mal nur auf Kino und ein paar Home Releases.

Filme

Welch ein Vorteil, dass ich mein Filmjahr mittels Letterboxd quasi tagesaktuell dokumentiere. Das macht vieles leichter und mit 830 gesehenen Filmen (wobei darunter auch die eine oder andere Miniserie steckt) war 2021 mein ergiebigstes Filmjahr bislang. Ein volles Jahr im Home Office mit wegfallenden Dienstwegen ist natürlich auf dem Sofa und vor dem heimischen 65 Zoll-Gerät am besten investiert. Zu allen Titeln werde ich mich nicht äußern, sondern beschränke mich auf besonders tolle oder besonders grauenvolle Ausnahmeerscheinungen. 

Franchise-Liebe:

Beginnen muss ich dann wohl einfach mit dem Marvel Cinematic Universe, meinem liebsten Kind. Ich war sehr gespannt darauf, wie es sich nach langer Abstinenz anfühlen würde, wieder in den filmischen Erzählkosmos einzusteigen. Black Widow war da leider kein gelungener Weg zurück, auch wenn ich dem Film nach erneutem Sehen größere Pluspunkte anrechnen kann als noch zu Beginn. Richtig verzaubern konnte mich hingegen Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings. Wirklich gar nichts  erwartet und doch eine Menge Spaß gehabt. Einfach eine total solide Origin Story. Die Lanze brechen will ich allerdings für Eternals. Das ist wohl der größte Aufreger des Jahres. Also nicht der Titel selbst selbst, sondern das negative Echo auf den Film, der sich so angenehm anders anfühlt und genau für die Vielfalt steht, die ich mir bei einem Franchise auch wünsche. Mit dem edlen Look & Feel wurde ganz mein Nerv getroffen und vermutlich wird das in ein paar Jahren auch einer meiner meistgeschauten Filme sein. Spider-Man: No Way Home finde ich da qualitativ schon einen ganzen Tick weniger gelungen und trotzdem war der Kinobesuch wie ein Knoten, der sich endlich löste. Eine Explosion im Kopf, Schmetterlinge im Bauch. Soviel Wohlfühlfilm auf einmal. Scheiß auf Unkenrufe von wegen zu viel Fanservice. Da wird endlich eine Lücke geschlossen, die mich lange störte.

Kino:

Das Jahr startete für mich mit einem echten Flop, nämlich Wonder Woman 1984. Eine Produktion, die kaum mehr Vorschusslorbeeren hätte haben können und sich dann am Ende doch mit Anlauf in den Sand setzt. Danach folgte eine lange Kinopause. Der nächste große Blockbuster war dann erst wieder The Suicide Squad. Ein Film, auf den ich nicht viel Bock hatte (so wie bei beinahe jedem DC-Titel), der sich aber als überraschend unterhaltsam entpuppte. Zack Synder’s Justice League dagegen ist so eine Mischung aus schon-irgendwie-beeindruckend und zuviel-von-allem. Weniger erwartet habe ich von Cruella, das aber am Ende doch eine echt positive und runde Erfahrung war.  Den ersten halbwegs vollen Kinosaal seit Langem gab es bei Keine Zeit zu sterben. Mit Sicherheit nicht mein liebster Bond, aber einer der besseren. Im letzten Quartal ging es kinotechnisch rund. Ich muss allerdings sagen, dass Ghostbusters: Legacy etwa deutlich vor Dune in meiner Gunst liegt. Ein großes Ausrufezeichen will ich an James Wans Malignant setzen. Das ist einer der besten Horrorfilme der letzten Jahre. Überraschenderweise sogar einer, bei dem sich sogar Horrorfans fast einig sind. Zuletzt gab es das wohl bei Wans The Conjuring.

Streaming:

Luca ist ein toller Animationsfilm, den ich ins Herz geschlossen habe. In der Regel sehe mir ja jegliche Animationstitel an, die wenigsten davon bleiben allerdings wirklich hängen. Das ist aber so ein toller Wohlfühlfilm, den ich mehr als nur einmal angesehen habe. Raya und der letzte Drache lässt mich dagegen völlig unbeeindruckt. Sonst habe ich klassische Streaming-Filme eher gemieden, insbesondere um Netflix Originals mache ich einen großen Bogen.

Festivals:

Als im Juni endlich wieder die Kinos öffneten, war mein erster Pflichtbesuch die Fantasy Filmfest Nights. Allerdings kein Jahrgang, der mich großartig bewegen konnte. Mit Son und Kandisha waren zwei tolle Streifen für die Sammlung dabei, aber ein Film konnte mich so richtig wegpusten: Gaia – Grüne Hölle. Wäre da nicht der dicke Fanservice-Bonus auf Marvel, wäre das glatt mein Film des Jahres geworden. Die berauschenden Bilder und die intensive Atmosphäre haben mich einfach umgehauen! Mit dem Obscura Filmfest in Hannover stand ein weiteres Festival auf meinem Plan, bei dem mir ein Film gut genug gefielen, um ihren Weg in meine Sammlung zu finden: Two Heads Creek. Kurz darauf folgte auch schon das große Fantasy Filmfest über acht Tage und das war echt ein Kampf, weil ich soviel Kino nicht mehr gewöhnt war. Starke Produktionen: Mosquito State, The Boy Behind the Door, The Sadness und Bloody Oranges. Ich dachte erst, dass das so ein Jahrgang wird, der fast spurlos an mir vorbei gehen würde (und bei After Blue hatte ich meinen allerersten Walkout während einer Vorstellung, es war mir einfach zu blöd). Doch dann sind da noch drei echte Granaten im Programm: Der japanische Klassiker von morgen, Beyond the Infinite Two Minutes ist eine wahre Spaßrakete. Silent Night ist ein traurig-schöner Feelgood-Film, der mir sehr ans Herz ging. Und dann ist da noch The Innocents. Wow, wow, wow! Ich kann es kaum erwarten bis der Film regulär ins Kino kommt, um all meine Freunde in die Vorstellung zu jagen. Mindblowing!

(Un)Honorable Mentions:

Der größte (gewollte) Stumpfsinn des Jahres? Aquaslash. Und der größte Überraschungsfail? Free Guy. Ein Film, der in jeglicher Hinsicht einfach daneben greift und komplett an meinem Geschmack vorbeierzählt ist. Und ganz nah daran ist auch Triggered. Wenn ich jetzt aber noch auswählen sollte, welcher Film meine Erwartungen, die ohnehin schon im Keller waren, noch deutlich unterbot, dann muss da Resident Evil: Welcome to Raccoon City fallen. Mir fehlen echt die Worte, wie so etwas durchgewunken werden kann. Außerdem war 2021 auch so ein Jahr, in dem gefühlt wirklich jede Reihe einen neuen Ableger bekam. Leider aber keine guten: Saw: Spiral, Wrong Turn, Don’t Breathe 2, The Conjuring 3 und Halloween Kills sind die faden Erträge eines mauen Jahres. Dass da ausgerechnet Mortal Kombat eine der angenehmeren Überraschungen werden sollte, damit hätte ich auch nicht gerechnet. Ich hoffe, dass es Warner gelingt, daraus wirklich mal ein smartes Franchise zu machen. Und wo wir schon dabei sind: Noch mehr drücke ich Escape Room die Daumen, eine langlebige Reihe zu werden. Escape Room 2: No Way Out ist genauso stark wie sein Vorgänger. Als passionierter Exit Game-Spieler liebe ich die Reihe. Bislang noch ganz unerwähnt blieb das SSU (Sony’s Spider-Man Universe). Das brachte Venom: Let There Be Carnage hervor. Ein Film, der zahlentechnisch voll einschlug, aber wohl eher von der generellen Marvel-Begeisterung profitiert. Der Funke will einfach nicht überspringen. Auf dass Morbius es besser machen wird.

Nachgeholt oder wiederholt:

Für mich war 2021 vor allem ein Nachholjahr. Einige Filmografien geschlossen, einige Klassiker entdeckt und lieben gelernt. Nennen möchte ich das vor allem Possession (1981) und Meine Lieder – meine Träume (1965). Auch wenn im Kino dann mal ältere Filme liefen, habe ich die Chance wahrgenommen und beispielsweise die Lücke In the Mood for Love (2000) geschlossen, was ja vielerorts als schönster Liebesfilm aller Zeiten gilt.

Komplettiert habe ich die gesamte 007-Reihe auch noch. War schon ein langes Vorhaben und nach 25 Filmen im direkten Vergleich weiß ich auch, dass ich Im Geheimdienst ihrer Majestät am liebsten und Diamantenfieber am wenigsten mag (gesamtes Ranking). Ganz schlecht gealtert ist die Resident Evil-Reihe. Hilfe, sie ist noch weit trashiger als ich sie in Erinnerung hatte. Weitere wieder einmal durchgeschaute Reihen: Die Bourne-Reihe, Die Tribute von Panem und die Spider-Man Legacy.

Serien

Mein Serienjahr wird mittels TV Time getracked, sodass ich nicht nur im Bilde bin, wann meine Serien weitergehen, sondern auch noch einen guten Überblick darüber habe, was ich so alles konsumiere. Vielleicht ist mein Serienjahr ja dezent explodiert … 2022 muss das auf jeden Fall wieder weniger werden.

Disney+:

Die Erweiterung von Disney+ um Star war das Beste, was dem Dienst passieren konnte. Dadurch sind ein paar spannende Serien ins Programm gewandert wie etwa die Mini-Serie A Teacher, die einen tollen Job macht über ihre kurze Laufzeit. Big Sky konnte ich mich zumindest in der ersten Hälfte wirklich fesseln, danach verliert sich die Handlung leider zu sehr im Nirgendwo. Werde ich trotzdem weiterschauen. American Horror Stories hätte man sich aber gelinde gesagt komplett schenken können. Wirkt wie alte Storys aus der Schublade, die keiner für die Hauptserie wollte. Love, Victor ist weiterhin überragend toll erzählt. Eine Serie, die man umarmen möchte, weil sie so beispiellos mit ihren Figuren umgeht und einen der besten Soundtracks hat, der immer mit viel Feingefühl platziert wird.
Auf Englisch gesehen habe ich Spider-Man und seine außergewöhnlichen Freunde. Einfach weil ich von Marvel nicht genug bekomme und diese Serien aus den 80ern und 90ern soviel Nähe zum Comic-Stoff liefern. Auch nachgeholt habe ich The Mandalorian. Star Wars wird nie das große Ding sein bei mir, aber Staffel 2 konnte mich erzählerisch überzeugen und ich hoffe, dass die Serie darauf aufbauen wird. Meine Highlights des Jahres stammen allesamt von Marvel. Wenig überraschend, aber das hätte mit den Serien schließlich auch richtig in die Hose gehen können. Stattdessen sind sie das Beste, was dem Franchise hätte passieren können. So geflasht einer Serie Woche für Woche entgegengefiebert wie bei WandaVision habe ich noch nie zuvor. Erzählerisch wie künstlerisch ist das ganz großes Kino! The Falcon and the Winter Soldier ist da schon deutlich klassischer unterwegs, rückblickend eiert die Handlung aber auch lange herum, ohne dass wirklich viel Nachhaltiges entsteht. Loki ist wohl die größte Überraschung, weil die Serie ungemein großen Charakterfokus mitbringt und die Interaktionen der Figuren ein Highlight sind. An sich aber die schwerste MCU-Serie. What If…? ist eben eine Achterbahn, zumindest das Finale aber funktioniert und ich hoffe, dass die Serie auch echte Konsequenzen mit sich bringt und nicht einfach nur ein Lückenfüller ohne inhaltliche Relevanz bleibt. Hawkeye zum Jahresende brauchte etwas Zeit, hat das Herz aber am rechten Fleck und funktioniert auf vielen Ebenen richtig gut. Sehr freue ich mich auch über das Doku-Format Marvel Studios: Gemeinsam unbesiegbar und Marvel Studios: Legends ist ein angenehmes Snippet-Format für zwischendurch.
Allgemein bin ich sehr zufrieden mit Disney+, kann aber verstehen, dass gerade Disney-Fans ganz schön in die Röhre gucken, wenn sie am Ende an Formaten wie Olaf präsentiert kleben bleiben müssen. Hier und da darf es dann aber auch mal eine Doku sein, wie etwa Pride.

Amazon Prime Video:

Cruel Summer ist endlich mal eine etwas anspruchsvollere Teen-Serie, auf die man sich wirklich einlassen muss. Eine der besseren Produktionen des Jahres. Ich weiß was du letzten Sommer getan hast ist wohl an dieselbe Zielgruppe adressiert, macht aber eine ganze Ecke weniger Spaß. Da Amazon inzwischen den Stecker schon wieder gezogen hat, kann man die Existenz dieser Serie auch gut wegignorieren. Invincible dürfte die Show sein, die mit dem lautesten Gepolter gestartet ist. Fühlte mich bestens unterhalten auch wenn die erste Staffel noch stark unter ihren Klischees leidet. Die zweite Staffel von Modern Love hat weitaus weniger Höhepunkte im Programm als noch die erste. Wenn ich im gesamten Serienjahr einen Flop ausmachen muss, dann will ich meine verlorene Lebenszeit von Nine Perfect Strangers bitte zurück. Danke. Direkt dahinter kommt auch Solos, ein prominent besetztes Sci-Fi-Projekt, das mitten in der Pandemie entstand und aus wenigen Mitteln viel herausholen soll, doch am Ende pure Zeitverschwendung bleibt. Klingt nun, als sei Amazon Prime Video die totale Seriengurke. Aber hey, es gibt The Flight Attendant, ein sehr spaßiges Format, das mich durchgehend prima unterhalten konnte. Außerdem gehöre ich auch zu den Fans von Wir Kinder vom Bahnhof Zoo, eine Serie, mit der ich mich intensiv befasst habe und viele Kritiken ungerechtfertigt finde. Wenn ich neben den MCU-Serien noch ein Highlight im Serienjahr 2021 finden muss, dann ist das ohne Frage The Wilds. Staffel 1 hat mich sofort gecatched. Tolle Charaktermomente, viele Geheimnisse. Wie Lost, nur in gut.

Netflix:

Ich bin kein Freund von Netflix und stehe dem Unternehmen und seiner Politik sehr kritisch gegenüber. Wenn dann aber mal angefangene Serien weitergehen, bin ich am Start.  So auch bei der Abschlussstaffel von Carmen Sandiego, eine Serie, die man Kindern bedenkenlos nahelegen kann und die auch Spaß macht, solange man sich eben bewusst macht, dass  sie auch wirklich für Kinder ist. The Chilling Adventures of Sabrina wurde nach nur zwei Staffeln (die Netflix dann auch noch “großzügig” als vier Teile verkaufte) schnell zum Ende begleitet. Fühlte sich sehr überstürzt an und hinterlässt einen faden Beigeschmack.
Bonding begonnen, Staffel 2 war dafür ein guter Anreiz. Gibt ja nicht täglich Serien über sexuelle Fetische und wenn sie auch noch so leichtfüßig unterwegs sind, macht das im Grunde genommen Spaß. Die zweite Staffel ist im Vergleich zur ersten aber schon nicht mehr ganz so witzig unterwegs. Mein wohl größtes Serienprojekt war The Crown. Vier Staffeln, die mal unterhaltsam, mal langweilig waren und dazu führten, dass die Serie oft auch nur nebenbei lief. Doch jetzt kommt die Handlung inhaltlich dort an, ab wo ich die Geschichte auch selbst miterlebt habe und das ist umso spannender.
Brand New Cherry Flavor ist wahrscheinlich die mutigste Serie, die Netflix 2021 so veröffentlichte. Tolle Atmosphäre, tolle Hauptdarstellerin und trotzdem hat mich die Miniserie irgendwann verloren. Ähnlich ging es mir mit der Miniserie Clickbait, nur dass ich da schon nach zwei Folgen nicht mehr hoch involviert war. Von Sky Rojo habe ich mir mehr versprochen. Die erste Hälfte mit den abgehalfterten Charakteren auf der Flucht ist noch ganz cool, die zweite schwächelt erzählerisch schon.
Élité war lange Zeit einer meiner Favoriten, mit Staffel 4 bekam diese Begeisterung aber eine erste Delle, weil eben zum dritten Mal die erste Staffel recycelt wird und die Luft langsam raus ist. Hat da jemand Riverdale gesagt? Ich nutze meinen Twitter-Account am liebsten, um meinem Ärger über diese Serie freien Lauf zu lassen. Ja, inzwischen will ich die Serie einfach als … annoying bezeichnen. Und es wird von Staffel zu Staffel absurder. Leider fällt in diese Liste der wenig gelungenen Fortsetzungen auch You – Du wirst mich lieben, dessen dritte Staffel auch nur noch ein Schattendasein fristet. Auch die Begeisterung für Ragnarök ist verpufft. Kein gutes Jahr für Fortsetzungen.
Bleiben wir lieber bei den angenehmeren Dingen: Love, Death & Robots ist eine tolle Anthologie, die nicht umsonst so viele Fans hat. Die zweite Staffel ist nicht ganz so rund wie die erste, bleibt aber weiterhin eines der seriellen Aushängeschilder von Netflix. Zu Masters of the Universe: Revelation sollte ich fairerweise nichts sagen ehe ich es nicht beendet habe. Nach Teil 1 würde das Urteil nicht … gut ausfallen. Ansonsten gebe ich Adult Animation immer gerne eine Chance, aber Q*Force fehlt es wirklich an allem: Charaktere, Humor, Biss. Verarscht fühle ich mich hingegen von Resident Evil: Infinite Darkness. Ähnlich wie in meinem Filmblock: ein echtes Lowlight. Vielleicht sollte man dieses Franchise einfach in Ruhe lassen, aber Netflix hat da ja schon wieder das nächste Projekt in der Pipeline. Ich ahne Schlimmes. Squid Game hängt mir schon zum Hals raus, wenn ich den Namen nur lese, was aber nur am Hype und keineswegs an der Serie liegt. Die performt nämlich echt solide. Die beste Netflix-Serie 2021 ist aber Midnight Mass. Ein langsam und stilvoll inszenierter Sekten-Horrorthriller von dem großartigen Mike Flanagan. Instant Classic! Fast vergessen hätte ich Die Schlange, eine weitere grandiose Miniserie. Ansonsten versuche ich den Streamingdienst hier und dort mal für eine Doku zu nutzen, etwa für Night Stalker: The Hunt for a Serial Killer oder Unsolved Mysteries. Als Cineast kann ich jedem auch die Reihe Filme: Das waren unsere Kinojahre ans Herz legen.

RTL+:

Hier streame ich überwiegend all den Reality-Kram, nach dem ich süchtig bin. Zumindest ist hier da auch mal eine brauchbare Serie dabei, in dem Fall war das Adult Material mit interessanten Einblicken in die Porno-Branche. Dass die Apple-Serie Dr. Death ausgerechnet hier landete, machte mich neugierig. Am Ende blieb aber alles ein fader Gerichtsthriller mit stark aufspielendem Joshua Jackson.

ARD Mediathek:

Hin und wieder lohnt sich dann doch der Blick in die Mediatheken. All You Need ist der deutsche Versuch, eine Serie wie Looking zu kopieren. Wie üblich sehr behäbig, aber technisch einwandfrei. Überzeugt mich nicht, aber ich bin gespannt, wohin die Reise führt.

Andere Dienste & Blu-ray:

Wann immer in Europa eine Horror-Produktion an den Start geht, bin ich dabei. Cryptid will man am Ende dann doch mehr mögen als dass es eigentlich gut ist. Dead Mountain: The Dyatlov Pass Incident wollte ich erst nicht schauen, da ich gegenüber russischen Produktionen durchaus Vorbehalte habe, aber das gleichnamige Mysterium, das sich einst ereignete, beschäftigt mich seit langem. Leider konnte die Serie meine Neugier nicht so recht bedienen und ich blieb ehr teilnahmslos. Doctor Brain aus Südkorea kann man ohne Bedenken weiterempfehlen, wenn es ein Psycho-Drama sein soll. Auf Joyn+ habe ich mir die deutsche Produktion Katakomben reingezogen. Ich könnte einen langen Monolog darüber halten, wie gewollt jugendlich diese Produktion doch ist und warum genau das keinen Spaß macht.
American Horror Story: Double Feature ist so eine Staffel, die dem ursprünglichen Gedanken der Serie  wieder mal näher kommt, aber am Ende doch nicht überzeugt. Schade. It’s a Sin ist eine der besten Miniserien des Jahres und es wird glaubhaft und emotional erzählt, wie AIDS in den 80ern ganze Cliquen dahinraffte. Dafür hat sich das Starzplay-Abo doch gelohnt. Eher so berieseln ließ ich mich von The Outsider, das mich zumindest im ersten Drittel packen konnte und The Stand. Stephen King-Serien haben weiterhin enen schweren Stand bei mir. Den Knaller habe ich mir zum Schluss aufgehoben: The White Lotus. Eine Serie, die so perfekt ist mit ihrem wunderbar pointierten Humor, spritzigen Dialogen und viel Biss.
Nicht fehlen dufte ein Rewatch von Years and Years. Leute, schaut euch diese Miniserie an! Sie ist ein Meisterwerk.

Games

Was soll ich sagen? Viel vorgenommen, wenig erreicht. Mein Gaming-Jahr war alles andere als glorreich. Habe ich es geschafft, an eine PlayStation 5 zu kommen? Nö. Ärgert mich das? Inzwischen nicht mehr, habe kapituliert. Insofern habe ich mich gar nicht großartig damit befasst, was sich auf Sonys Konsolen so abspielt. Mit einer Ausnahme: House of Ashes aus der Dark Pictures-Anthologie, das wie jedes Jahr ein echtes Multiplayer-Fest ist. Zumal das auch noch der beste Teil der Reihe ist.

Jegliche sonstigen Gaming-Aktivitäten spielten sich auf Nintendo Switch ab. Da ist an erster Stelle The Legend of Zelda: Breath of the Wild zu nennen. Um für den kommenden Teil gerüstet zu sein, habe ich mir das Spiel, das ich bislang nur für Wii U besaß, ein weiteres Mal zugelegt. Der zweite Durchgang war noch intensiver und ich konnte noch viel mehr entdecken als beim ersten Mal. Einfach purer Genuss und eines der wenigen Spiele, in die ich für Stunden abtauchen kann und die Zeit sehr gerne vergesse.

Los ging mein Jahr aber mit Super Mario 3D Allstars. Mein Gedanke: Cool, tauchen wir doch noch einmal in die totalen Retro-Gefilde ab. Pustekuchen. Super Mario 64 entpuppte sich als derart hakelige und frustrierende Sache, dass es keinen Spaß machte. Super Mario Sunshine ist überraschend schwierig und Super Mario Galaxy will bis heute nicht zünden. Leider ist die Collection ein einziger Fehlkauf für mich. Frustriert davon nicht auf meine Jump’n’Run-Kosten gekommen zu sein, sollte Yooka-Laylee schnelle Abhilfe leisten. Und wow, es ist noch viel schwerer und noch frustrierender. Habe einige Nerven in diesem Spiel gelassen, aus diesem Franchise rühre ich nichts mehr an. Befriedigt wurde ich dann aber erst durch Super Mario 3D World: Bowser’s Fury. Den ersten Teil des Spiels kannte ich bislang ja und deswegen hatte ich das Spiel ursprünglich auch gekauft. Tatsächlich aber ist es Bowser’s Fury, mit dem ich die größte Freude hatte. Einfach perfekt ausbalanciert und abwechslungsreich, so muss ein gutes Jump’n’Run sein. Mein insgeheimes Jahres-Highlight ist Road 96. Ein kleiner Meilenstein unter narrativen Spielen mit originellen Figuren, einer emotionalen Geschichte, viel Zwischenmenschlichem und einem perfekten Soundtrack. Das ist eine echte Perle, wenn man Adventures mag oder generell viel mit Spielen wie Life is Strange anfangen kann.

Im Multiplayer-Bereich verbrachte ich etliche Abende mit meinen Freunden. Die Highlights dabei waren Boomerang Fu, Unspottable und Raiders of the Lost Island. Alle drei sind einfach soviel spaßiger als das ständig als bestes Partyspiel zuerst genannte Super Mario Kart. Auch Gang Beasts ist ein kurzweiliger Spaß, auch wenn das nicht jedermanns Geschmack ist. Eine richtig große Enttäuschung und mein Flop des Jahres ist Nickelodeon All-Star Brawl. Ein Jammer, wie wenig aus dem Potenzial und den vielen Serienlizenzen herausgeholt wurde. Kurz vor Jahresende erschien dann noch Mario Party Superstars und ich darf endlich verkünden: Endlich ein Mario Party, mit dem ich rundum zufrieden bin. Tolle Minigames, schöne Auswahl der Bretter. Der Umfang dürfte wie immer größer sein, doch sonst habe ich schon lange nicht mehr soviel Aufwand und Zeit in ein Spiel gesteckt und ich mag es, das auch taktisch zu spielen. Meine Gewinn-Bilanz spricht für sich.

Anime

Bislang habe ich immer so zwei bis vier Serien pro Season geschaut, einfach um im Kontakt mit dem Medium zu bleiben. Damit ist nun Schluss: Nachdem 2021 so ein Katstrophenjahr war, entsage ich mich dieser Gattung zukünftig bis auf wenige Ausnahmen. Nun, was waren die Übeltäter? 

Neustarts:

High-Rise Invasion kannte ich bereits als Manga und es war mir klar, dass zwölf Folgen niemals auch nur im Ansatz einem solchen Monster gerecht werden. Das Ergebnis ist aber schlimmer als erwartet und verprellt jeden Fan des Originals. Redo of Healer wollte eher mein innerer Katastrophentourist sehen als dass ich wirklich an der Handlung interessiert war. Jetzt verstehe ich immerhin die Kontroverse um die Serie. Jujutsu Kaisen war in seinen ersten Folgen ein Hoffnungsträger, empfand ich irgendwann leider auch nur noch als Standard-Shonen-Serie. Die lahmsten Gurken, die auch zu den größten Frustmomenten führen, sind To Your Eternity, das wirklich an meiner Geduld zehrte und das furchtbar belanglose und schläfrige Sonny Boy. Ich finde keine Worte dafür, was für Schlaftabletten das doch sind. Auch bei The Night Beyond the Tricornered Window ging es nach Folge 1 steil bergab. Alle drei Serien haben bei mir dazu geführt, dass ich keine Lust mehr auf dieses Medium habe. Nicht ganz so schlimm war es mit Remake our Life!, aber rückblickend würde ich es nicht noch einmal schauen.
Sailor Moon: Eternal ist für mich eher eine Komplettierung, als dass ich den beiden Filmen wirklich neue Aspekte abgewinnen könnte. Das Original bleibt einfach unerreicht. Ganz in Ordnung ist Beauty Water aus Südkorea, aber mein Favorit ist White Snake 2, das ich plötzlich einfach so auf Netflix entdeckte. Wirklich ganz großes Kino aus China.

Fortsetzungen:

The Promised Neverland ist in seiner zweiten Staffel leider eine Vollkatastrophe. Die Handlung lieblos zu Ende gewürgt, ein Schlag ins Gesicht eines jeden Fans. Leider auch stellvertretend für vieles, was mich an Anime-Produktionen grundliegend stört. Die dritte Staffel von Fruits Basket dagegen gefällt mir und auch im dritten Jahr kann ich sagen, dass das so ziemlich die beste Serie ist, die in diesem Jahr lief.
Unnötig ist der erste Begriff, der mir zu Higurashi: When They Cry: GOU einfällt. Dafür habe ich 24 Folgen über mich ergehen lassen? Für zwischendurch lockten dann Pokémon: Generationen und Pokémon: Entwicklungen auf YouTube.

Rewatches:

Ich habe mir in diesem Jahr eine Bibliothek aufgebaut an Serien, die ich aus den letzten 30 Jahren positiv in Erinnerung habe und die alle noch einmal sehen möchte. Damit ging es dann los. Der Startschuss fiel mit Astra Lost in Space, eine recht ordentliche Sci-Fi-Serie, die sich hier und da in Albernheiten verzettelt, aber inhaltlich überzeugt. Black Lagoon ist auch eine positive Erscheinung, die unbedingt hätte weitergeführt werden sollen. Wer die Serie mag, sollte sich auch Speed Grapher nicht entgehen lassen. Beide Serien bieten korrupte Gesellschaften und abgeranzte Figuren vor einem düsteren Hintergrund. Letztere mag ich sogar noch ein wenig mehr. Bei Destiny of the Shrine Maiden war ich nicht sicher, ob ich die Produktion heute noch mögen würde. Gut gealtert ist sie nicht, aber als Fantasy-Mecha-Girls Love-Trash erfüllt sie Dienst nach Vorschrift. Doomed Megalopolis ist noch ein Relikt meiner 90er-Videotheken-Zeit und ich wusste, dass ich mich eher auf Nostalgie als Qualität einlasse. Besonders gefreut habe ich mich auf Kanon und Die Ewigkeit, die du dir wünschst. Beide gehören seit 2003 zu meinen Lieblingen und auch 18 Jahre später kann man sie mit verklärter Fan-Brille noch gucken. Aquarian Age: Sign for Evolution habe ich hingegen definitiv das letzte Mal gesehen, puh. Fast beschämend war der Rewatch des 2003er Ecchi-Vehikels Popotan, das irgendwo sehr süß ist, aber das ich heute auch aus anderer Perspektive ansehe. Rokka: Braves of the Six Flowers war ein Rewatch mit Freunden, weil ich gespannt war, wie sie mit dem Whodunnit-Rätsel der Serie umgehen würden. Das wäre wirklich die allererste Serie, die ich fortsetzen würde, wenn ich mir eine wünschen dürfte. 

Und sonst:

Yu Yu Hakusho: Ghost Files nach 25 Folgen fallen gelassen. Hat sich in seinen schlimmsten Momenten wie die zähsten Folgen von Fushigi Yuugi angefühlt. In meiner absoluten Marvel-Hochphase habe ich mir sogar die Marvel: Future Avengers auf Disney+ gegeben. Nicht, dass es das gebraucht hätte, aber es war ein Lückenfüller. New Cutie Honey ist ja mal richtig klasse. Diese OVA-Serie war ihrer Zeit auch weit voraus. Rascal does not Dream of Bunnygirl-Senpai ist eine reifere Serie als zunächst gedacht, aber am Ende auch nichts, was mich begeisterte. Warum habe ich mir S-CRY-ed gegeben? Ich weiß es nicht. Natsume’s Book of Friends ist nett, tut keinem weh, hätte ich den Eintrag aber nicht in meinen Notizen gefunden, wüsste ich gar nicht, dass ich die Serie geschaut habe. Magic Knight Rayearth wollte ich ursprünglich komplett schauen, habe aber schon nach Staffel 1 aufgehört. Gehört in die Kategorie “man muss damals wohl dabei gewesen sein”. Das wohl ambitionierteste Projekt ist mein Einstieg ins Lupin III-Franchise. Die erste Staffel von 1971 konnte mich allerdings nicht umhauen, hoffentlich wird das später besser. 

Ein wirklich heftiges Konsum-Jahr geht zu Ende und wie so oft wenn es zur Reflexion kommt, denke ich mir: Im nächsten Jahr mehr Verzicht und Zeit für anderes nehmen. Zumindest sind meine Film- und Serien-Watchlists komplett auf null angekommen, das fühlt sich sehr gut an, sodass ich mich nur noch auf Neues konzentrieren werde. Mehr Fokus will ich zukünftig aufs Gaming legen, das ging 2021 etwas unter. Außerdem nehme ich mir vor, mich noch stärker mit dem Graphic Novel-Markt zu befassen. Ansonsten empfange ich mit offenen Armen alles, was kommt. Vor allem, wenn es von Marvel stammt.

Weitere Jahresrückblicke von Ayres

2020
2019
2018
2017

Ayres

Ayres ist seit 2002 im Community Management tätig, seit einer Weile sogar beruflich. Er ist ein richtiger Horror- & Mystery-Junkie, liebt gute Point’n’Click-Adventures und ist Fighting Games nie abgeneigt. Besonders spannend findet er Psychologie, deshalb werden in seinem Wohnzimmer regelmäßig "Die Werwölfe von Düsterwald"-Abende veranstaltet. Sein teuerstes Hobby ist das Sammeln von Steelbooks. In seinem Besitz befinden sich mehr als 100 Blu-Ray Steelbooks aus aller Welt.

Abonnieren
Benachrichtige mich zu:
guest

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

1 Kommentar
älteste
neuste beste Bewertung
Inline Feedbacks
View all comments
Ayla
Redakteur
14. Januar 2022 21:11

Cruel Summer ist echt gut. Dabei wäre mir die Serie dank Prime Videos komischem Promo-Bildchen fast entgangen. Dieses damals in rosa/babyblau und Blümchen gehaltene Vorschaubild mit dem Typen in der Mitte und den beiden Mädchen daneben schrie auf den ersten Blick einfach absolut nach irgendeiner Liebesdreieck-Schnulze. Doch die Serie geht ja glücklicherweise in eine ganz andere Richtung und überzeugt als Thriller absolut.

Und Luca ist einfach wirklich berührend und unfassbar schön. Hab den auch schon drei Mal gesehen und empfehle ihn immer gerne weiter. Bin ja schon sehr gespannt, wie Disney-Pixars nächster Streich Turning Red wird, der ja nach Absage des Kino-Starts im März wieder direkt auf Disney+ veröffentlicht wird.

Zu Riverdale muss man eigentlich echt nichts mehr sagen. An diese Vollkatastrophe reicht echt nichts heran und ich weiß manchmal nicht, ob es nicht schon fast beeindruckend ist, wie jede Staffel noch abgedroschener wird. Nur wirklich frustrierend, wenn man bedenkt, wie viele gute Serien früh abgesägt werden und man dann ein Riverdale sieht, das schon in sechster Staffel läuft … Aber gut, ich schalte ja trotzdem zu jeder neuen Episode wieder ein und hab meinen Spaß mit diesem verrückten Unsinn.