Carmen Sandiego (Staffel 4)

Auch die schönsten Geschichten nehmen irgendwann ein Ende, so auch Carmen Sandiego auf Netflix: Am 15. Januar flimmerten Folge 25 bis 32 über den Streamingdienst, welche die vierte und letzte Staffel abschließen. Das Ende kam für Fans der Serie überraschend, denn der Abschluss ging ohne viel Promotion über die Bühne. Was auch immer der Anlass war, die Serie an dieser Stelle abzuschließen: Diese vierte Staffel stellt keine Enttäuschung dar, denn sie führt innerhalb kürzester Zeit alle losen Enden zusammen, um die Versprechung, Carmens persönliche Origin-Story zu erzählen, einzulösen. Zwar beginnt die Staffel mit einigen Fillern, bekommt schließlich aber doch noch den Spin, um für die letzte Runde alle Figuren einzubinden.

Nach mehreren fehlgeschlagenen Versuchen ist V.I.L.E. an das Gold, inklusive Schätze vergangener Generationen der Organisation, heranzukommen, am Limit angelangt und versucht sich im Einsatz von Robotern. Dies versucht Carmen zu verhindern …

Wer bist du, Carmen?

Originaltitel Carmen Sandiego
Jahr 2021
Land USA
Episoden 8 in Staffel 4
Genre Thriller
Cast Carmen Sandiego: Gina Rodriguez
Player: Finn Wolfhard
Professor Maelstrom: Liam O’Brien
Ivy: Abby Trott
Zack: Michael Hawley
Veröffentlichung: 15. Januar 2021

Die Ankündigung, dass Staffel 4 bereits das Ende von Carmen Sandiego sein sollte, kam plötzlich. Denn es gab, so schien es, noch sehr viel zu erzählen und vor allem zu erkunden. Man denke nur an all die Orte, die in den vorherigen drei Staffeln nicht bereist wurden. Und all die Missverständnisse zwischen Carmen und den “Guten” wie “Bösen”. Plus die Frage, auf welche Seite Carmen eigentlich genau gehört. Stiehlt sie nun Artefakte ehe Diebe sie sich holen können oder stiehlt sie diese etwa für sie? Wie auch immer: Es war eine der besten Entscheidungen, Carmen einem Martial Arts-Training zu unterziehen, da sie ihre Kampfkünste in Staffel 4 nun voll ausleben darf. Es ist auch zu begrüßen, dass sich die Actionszenen wieder ein wenig ernster nehmen und auf humoristische Anflüge ebenso verzichten wie auf merkwürdige Slow-Motion-Einlagen. Neben Carmen dürfen auch sämtliche Nebencharaktere noch einmal strahlen: Darunter natürlich die Zwillinge Zack und Ivy, Tigress, El Topo, La Chevre und die Special Agents Chase Devineaux und Julia Argent. Jeder von ihnen besitzt eine eigene Storyline mit heldenhaften oder witzigen Charaktermomenten. Und es ist auch das letzte Mal, dass Carmen technikaffiner Verbündeter Player zu erleben ist. Zu den besten Momenten der gesamten Serie gehört allerdings eine Allianz, die erst in der vierten Staffel geschmiedet wird: Carmen, Julia Argent und Chase Devineaux in einem Team.

Erwartungsgemäßer Abschluss ohne Überraschungen

Staffel 4 führt wieder einmal an abwechslungsreiche Orte wie etwa China (inklusive zahlreicher Kung-Fu Reminiszenzen) oder Ägypten. Für deutsche Zuschauer besonders interessant: Auf der Suche nach einem fiesen Schurken und gestohlenem Geld reisen Carmen und Ivy nach Bayern. Genauer gesagt: Schloss Neuschwanstein, das den Sprung unter die „sieben neuen Weltwunder“ verpasste. Die Missionen all dieser Orte sind natürlich wieder einmal mit den Charakteren verknüpft, wie Graham Calloway. Wohl der interessanteste Charakter der Staffel, muss er sich wohl oder übel zwischen Carmen und dem Verbrechen entscheiden. Auch wird die Frage aufgeworfen, ob er sein Gedächtnis zurückerlangt. Ein anderer wichtiger Part der Staffel ist die Frage nach Carmens Vergangenheit. Eine Spur, die ursprünglich in Staffel 3 verfolgt, dann aber schnell wieder fallen gelassen wurde. Dies war schon die gesamte Serie über ein Rätsel, immerhin bezeichnet Carmen Shadowsan als ihre Familie. Aber es ist auch bekannt, dass ihre Eltern eine komplizierte Hintergrundgeschichte haben, die Carmen mit V.I.L.E. verbindet. Diese Fährte wird in Staffel 4 zufriedenstellend verfolgt. Wer nun aber darauf gehofft hat, dass die Geschichte noch einmal einen Anflug einer Romanze erhalten würde, wird enttäuscht sein. Zeit für solche Dinge hat Carmen nicht.

Fazit

Carmen Sandiego endet nicht mit dem großen Bang, den sich viele Fans versprochen oder erhofft haben, dafür aber stimmungsvoll und versöhnlich. Auch wenn die Serie durch ihre coole Aufmachung ihren Reiz auf Erwachsene ausüben kann, bleibt sie am Ende eben doch im Kinder-Programm von Netflix verankert und gestaltet für diese Zielgruppe auch bis zum Ende hin tauglich. Das mag selbstverständlich klingen, ist aber für die persönliche Erwartungshaltung wichtig und entschuldigt eben auch, wie viele Konflikte gelöst werden: Hier werden eben die Erinnerungen von Feinden verwischt, anstatt sie zu eliminieren. Im Herzen ist Carmen Sandiego eine Serie der 90er, die entweder zu spät erschien oder genau zur richtigen Zeit, um den Nostalgie-Bonus mitzunehmen. Das ist alles Ansichtssache.

© Netflix

Ayres

Ayres ist seit 2002 im Community Management tätig, seit einer Weile sogar beruflich. Er ist ein richtiger Horror- & Mystery-Junkie, liebt gute Point’n’Click-Adventures und ist Fighting Games nie abgeneigt. Besonders spannend findet er Psychologie, deshalb werden in seinem Wohnzimmer regelmäßig "Die Werwölfe von Düsterwald"-Abende veranstaltet. Sein teuerstes Hobby ist das Sammeln von Steelbooks. In seinem Besitz befinden sich mehr als 100 Blu-Ray Steelbooks aus aller Welt.

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