Sapamos Jahresrückblick 2025

War nicht eben noch 2024? Wo rennt nur die Zeit hin? Erst wenn man alles Erlebte zusammenfasst, wird einem bewusst, wie schnell ein Jahr vergeht. Ich blicke auf ein medial äußerst spannendes Jahr zurück, das mir viele neue Eindrücke beschert hat. Sportliche Herausforderungen mit Ball, Schläger und Handschuh, mysteriöse Ereignisse und Tarot-Karten, dramatische Wendungen und unzählige romantische Abenteuer haben mich über zwölf Monate hinweg begleitet – und werden es sicher noch länger tun. Natürlich gab es auch eine gewisse Erwartungshaltung und nicht alle Ansprüche konnten erfüllt werden. Manche Ausflüge in fremde Welten führten zu Kopfschütteln und gelegentlich hätte man den Figuren am liebsten zugerufen, was sie tun sollen. Doch die Verzweiflung hielt sich in Grenzen. Der Großteil meiner Erlebnisse bewegte sich zwischen netten Serien, Reihen und Filmen bis hin zu ganz großem Kino, das man mit aufgerissenen Augen verfolgt und das einen regelrecht in seinen Bann zieht. Ich möchte euch einladen, gemeinsam mit mir auf die Highlights im positiven wie im negativen Sinne meines medialen Jahres 2025 zurückzublicken.

 

Vom Sofa in die Wüste, dann auf eine Insel und von dort in den Dschungel – eine ungewöhnliche Reise im Januar

Einfach mal entspannen, bevor der geregelte Arbeitsalltag 2025 beginnt. Das dachte ich mir, als ich mit warmem Tee und Kuscheldecke auf meinem Sofa saß und in die Welt von Walt Disney eintauchte. Mit drei bislang ungesehenen Filmen startete meine filmische Reise ins neue Jahr: EncantoWish und Soul. Besonders letzterer berührte mich tief, die Mischung aus Gospel, Jazz und R&B traf genau meinen Nerv. Auf Empfehlung gönnte ich mir anschließend Finch, einen Science-Fiction-Film mit Tom Hanks, der mich bei einem erneuten Watch garantiert wieder zu Tränen rühren wird. Ein mitfühlender Titel, der gleichermaßen ein Lächeln ins Gesicht zaubert wie auch die Augen feucht werden lässt. Schon lange hatte ich mir vorgenommen, Bright Sun – Dark Shadows anzuschauen und einmal angefangen, konnte ich nicht mehr aufhören. Die Handlung ist durchweg spannend, und ich wusste nie, was als Nächstes passieren würde oder wohin die Reise führt. Passend zum Jahresstart konnte ich außerdem die erste große Hürde im Spiel Fate/Grand Order meistern: Lostbelt 1 ist geschafft. Und als Musical-Begeisterte hätte das Jahr kaum schöner beginnen können, als mit einem Besuch im Apollo Theater Stuttgart. Die Neuinszenierung von Tarzan reicht zwar nicht ganz an die ursprüngliche Version von 2008 heran, beeindruckt aber dennoch mit einer gelungenen Mischung aus Akrobatik, Gesang und Schauspiel. Und Alexander Klaws, der erste Gewinner von Deutschland sucht den Superstar, setzt als kaum bekleideter Tarzan dem Ganzen das Sahnehäubchen auf.

 

Künstler, Musiker, Mörder und Hexen – was für eine Gang wohl im Februar durch die Straßen zieht?

Mangaka Keiko Iwashita hat mich bereits mit ihrem ersten in Deutschland veröffentlichten Werk Living with Matsunaga begeistert. Die Reihe zählt bis heute zu meinen absoluten Favoriten im Bücherregal. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen an ihre neue Serie Choking on Love. Doch so schwer es mir fällt: Diese Reihe muss ich als meinen „Griff ins Badeutensil des Jahres“ verbuchen. Nach zwei Bänden war für mich Schluss. Vieles wirkt wie eine Kopie von Living with Matsunaga, was der Handlung schadet und keinerlei Spannung oder Lesefreude aufkommen lässt. Umso überraschter war ich von der Serie Achtsam Morden, basierend auf dem gleichnamigen Kriminalroman von Autor und Rechtsanwalt Karsten Dusse. Tom Schilling überzeugt als Björn Diemel auf ganzer Linie. Aus der Ich-Perspektive erzählt er ruhig, klar und mit einer feinen Prise Sarkasmus von seiner Reise: vom gestressten Rechtsanwalt über einen Work-Life-Balance-Kurs hin zum Mann, der einen Drogenboss zerstückelt. Und das ist tatsächlich wörtlich gemeint. Auch nach 18 Jahren bleibt Wicked – Die Hexen von Oz mein absolutes Lieblingsmusical. Dementsprechend hoch waren meine Erwartungen an den ersten Teil der Verfilmung. Stars wie Ariana Grande, Cynthia Erivo und Jonathan Bailey liefern starke Performances. In den deutsch synchronisierten Songs glänzen zudem zwei bekannte Musicaldarsteller: Sabrina Weckerlin (zuletzt als Elsa in Die Eiskönigin in Hamburg) als Elphaba und Philipp Büttner (zuletzt Hercules) als Fiyero. Doch wie so oft ist die Synchronisation eine Herausforderung – Sprache und Mundbewegungen passen nicht immer perfekt zusammen. Visuell ist der Film ein Genuss, doch inhaltlich wurde viel verändert und unnötig in die Länge gezogen. Eine schöne Hommage, die mich jedoch nicht zufriedenstellt.

 

Ein Haus voller Mörder und eine ganz besondere Hochzeit – das klingt doch wie ein Filmtitel für den März

Vielfach empfohlen und bis März noch auf meiner To Watch-Liste, ermöglichte mir schließlich ein Disney+-Gutschein den Einstieg in die Welt von Only Murders in the Building. Und ich kann die Begeisterung für diese chaotische Ermittler-Truppe nun vollkommen nachvollziehen. Die erste Staffel hat bei mir direkt eingeschlagen – mit Humor, Miträtselspaß und den herrlich peinlichen Momenten der Herren und Dame. Nach der ersten Staffel von Meine ganz besondere Hochzeit war meine Neugier so groß, wie es mit Miyo und Kiyoka weitergeht, dass ich zur gleichnamigen Light Novel griff. Band 1 und 2 decken die Handlung der Staffel ab – und ich konnte nicht anders, als beide in einem Rutsch durchzusuchten. Was 2024 im Anime Watch Club begann, wurde 2025 fortgeführt: Unser Großprojekt Ace of Diamond ging weiter und gemeinsam auf dem Sofa zu schauen, ist einfach unschlagbar. Beim Finale konnte ich nicht nur mitfiebern, sondern habe von meinen Mädels sogar noch einiges über Baseball gelernt. Gefühlt erst gestern angefangen, endete nach 19 Bänden Lieb mich noch, bevor du stirbst. Ich bin dankbar für diese Reihe von sora, die so viele Emotionen auf Papier bringt. Besonders gerne denke ich an das Autogramm der Mangaka zurück, das ich auf der Leipziger Buchmesse 2024 bekommen habe. CLAMP darf bei mir natürlich nie fehlen. Nach 16 Bänden reiht sich Card Captor Sakura: Clear Card Arc nun in mein „CLAMP-Regal“ ein, wo auch Tsubasa Reservoir Chronicle und xxxHOLIC stehen. Die Vorfreude auf die Fortsetzung von Card Captor Sakura war vermutlich zu groß, denn der Clear Card Arc konnte mich leider nicht überzeugen. Die ersehnten romantischen Momente bleiben aus und die Handlung wirkt zu sehr gestreckt. Viel mehr lässt sich dazu kaum sagen.

 

Wo kann man im April besser Urlaub machen als in Griechenland und Afrika?

Zwei Animes haben mich in diesem Jahr vollkommen beeindruckt – einer davon ist How Dare You!?. So viele Geheimnisse, Intrigen, Mysterien und Sehnsüchte, eingebettet in eine überwältigende Kulisse, habe ich selten erlebt. Eine klare Empfehlung, sich auf dieses Abenteuer einzulassen. Die Geschichte ist so gefühlvoll, dass man nie sicher sein kann, was als nächstes passiert. Ich wünsche mir sofort eine Fortsetzung. Nach langer Abstinenz durften Chise und Elias endlich wieder in gedruckter Form bei mir einziehen. Die Braut des Magiers erreicht einen neuen Abschnitt und bewegt sich nun handlungstechnisch über die zweite Staffel des Animes hinaus. Auch My Love Story With Yamada-kun at Lvl 999 begeistert mich weiterhin. Den Manga nun im Regal stehen zu haben, lässt mein Fanherz noch höher schlagen und die Figuren sind auf Papier genauso herzlich wie animiert. Wenn ein Erscheinungstermin näher rückt, fiebert man dem Datum regelrecht entgegen. Kennt ihr dieses Gefühl? Genau so ging es mir bei der dritten Light Novel von Meine ganz besondere Hochzeit. Und das Warten hat sich gelohnt, denn endlich wird ein lang ersehnter Moment erzählt. Weiter ging es ins Theater Stuttgart: This is the Greatest Show! – Die größten Musical Hits aller Zeiten. Eine farbenfrohe Show, inszeniert von Musicaldarstellerinnen und -darstellern, die kaum bunter hätte sein können. Die Songauswahl traf meinen Geschmack zwar nur teilweise, aber immerhin weiß ich nun, dass das Musical Death Note im Londoner West End gespielt wird. Zum Monatsende führte mich der Weg in die Musical-Hauptstadt Deutschlands: Hamburg. Ein Besuch dort ohne Musical? Unvorstellbar – in meinem Fall sogar gleich doppelt. Zuerst ging es in die Neue Flora zu Hercules. Die beeindruckende Kulisse, die Spezialeffekte – allen voran der kokelnde Hades – und die volle Gospelpower sind definitiv Highlights. Die zu bunten Kostüme und einige unpassende Songs gehören dagegen eher zu den Schwächen der Inszenierung. Zum Abschluss des Urlaubs ging es mit dem Schiff nach Afrika – zumindest musikalisch – zu Der König der Löwen. Zum zweiten Mal gesehen, zum zweiten Mal geflasht und mit einem Lächeln zurück ins Hotel. So lässt sich mein Monatsausklang wohl am besten beschreiben.

 

Mit Komik, Drama und Gänsehaut durch den Mai

Netflix-Empfehlungen sind ja immer so eine Sache – sie können großartig sein oder völlig daneben gehen. Für mich war The Residence, eine Krimi-Comedy-Drama-Serie rund um einen Mordfall im Weißen Haus jedoch ein Volltreffer. Die kurzweilige Serie ist nicht nur etwas für Rätselfreunde, sondern auch für Ornithologen, denn Detektivin Cordelia Cupp hat ein ausgeprägtes Faible für Vogelbeobachtung. Lustigerweise erweist sich das Identifizieren verschiedener Vogelarten als deutlich komplizierter als die Entlarvung des Täters. Auch im Gaming-Bereich gab es Grund zum Jubeln: Fate/Grand Order – Lostbelt 2 ist geschafft! Ein weiterer Meilenstein, der den Monat versüßt hat. Mein persönliches Highlight im Mai war jedoch der Anime-Film The Tunnel to Summer, The Exit of Goodbyes. Im Urashima-Tunnel gelten die Gesetze von Raum und Zeit nicht – wer ihn betritt, findet auf der anderen Seite alles, was das Herz begehrt, bezahlt jedoch mit Jahren seines Lebens. Ein Film, der zum Nachdenken anregt und eindrucksvoll zeigt, wie kurz das Leben ist und wie wertvoll die Zeit mit unseren Liebsten bleibt. Die Light Novel erscheint im Januar 2026 in Deutschland und steht bereits fest auf meiner Wunschliste. Zwar ging es im Mai in kein Musical, dafür aber zu einer Show voller Musical-Darsteller: Disney in Concert – Follow your Dreams. Auf der Bühne versammelten sich die Künstlerinnen und Künstler aus Tarzan, Hercules, Der König der Löwen, Die Eiskönigin und vielen weiteren Produktionen, begleitet vom Hollywood Sound Orchestra. Die Auswahl reichte von Aschenputtel bis Vaiana 2. Ein so großes Orchester live zu erleben, sorgt einfach für pure Gänsehautmomente.

 

Es sind Geschichten und Menschen, die man nie vergessen wird – auch nicht im Juni

Nach der ersten Staffel ist vor der zweiten – die Rede ist natürlich vom zweiten Teil von Only Murders in the Building. Es ist einfach ein Genuss, nach der Arbeit aufs Sofa zu sinken und den drei Hobby-Ermittlern zuzusehen: mitzugrinsen, mitzurätseln und gelegentlich fassungslos den Kopf zu schütteln. Lesetechnisch blickte ich mit einem neugierigen, aber auch wehmütigen Auge auf die vierte Light Novel von Meine ganz besondere Hochzeit. Einerseits wollte ich unbedingt wissen, wie es weitergeht, andererseits war mir bewusst, dass es wieder Monate dauern wird, bis der nächste Band in Deutschland erscheint. Weiter ging es mit meinem ersten Manga aus dem Loewe Verlag: Mein Buchcafé in einer anderen Welt. Eine wirklich nette Geschichte, die mit fünf Bänden genau die richtige Länge hat. Auch wenn keine großen Action-Elemente enthalten sind, vermittelt die Handlung ein wohliges Gefühl – fast so, als würde man selbst mit einem Kaffee in der Hand entspannt im Sessel sitzen und lesen. SHOSHIMIN: How to Become Ordinary hat mich von Anfang an begeistert. Im Juni endete die zweite Staffel und das mit einer ganzen Reihe an Überraschungen. Klar, manches lässt sich mit Logik vorhersehen, aber eben nicht alles. Eine Fortsetzung muss unbedingt her, denn die Protagonisten haben noch so viel Potenzial und es ist einfach herzerwärmend, was zwischen ihnen passiert. Ein besonders emotionaler Moment des Monats war die Nachricht, dass Tischtennis-Star Timo Boll nach den Olympischen Spielen in Paris seinen Rücktritt aus dem Profisport angekündigt hat. Ich selbst bin mit Tischtennis aufgewachsen, und seit ich mit sechs Jahren angefangen habe, begleitet mich sein Name. Im Juni 2025 bestritt er sein letztes Spiel für Borussia Düsseldorf und zu seinen Ehren wurde eine Dokumentation veröffentlicht – eine Geschichte, die mich tief berührt hat.

 

Spazieren im Juli – mit Büchern oder einem Hund?

Nach der zweiten Staffel ist vor der dritten – und wieder geht es um Only Murders in the Building. Ich bin gespannt, wie lange mich diese charmante Chaos-Truppe noch begleiten wird. Und wenn wir schon bei Serien sind: Mit dem näher rückenden Veröffentlichungstermin der zweiten Staffel von Sandman wuchs in mir das Bedürfnis, die erste Staffel noch einmal zu schauen, um mein Wissen aufzufrischen. Der Rewatch hat sich definitiv gelohnt, denn die Folgen rieselten förmlich wie Sand durch die Finger. Der Buchspazierer ist ebenfalls absolut sehenswert. Den gleichnamigen Roman von Carsten Henn habe ich bereits vor ein paar Jahren gelesen und mich sofort in die Geschichte verliebt. In den wortkargen Carl Kollhoff, der Tag für Tag Bücher in Papier einschlägt und sie seinen Kunden persönlich bringt, und in die neunjährige Schascha, die sich ihm anschließt und ihm den Spitznamen „Buchspazierer“ verpasst. Christoph Maria Herbst setzt meine Vorstellung dieses zurückgezogenen Mannes in der Hauptrolle wunderbar um. Filme, die auf wahren Begebenheiten beruhen, haben oft eine gewisse emotionale Wucht und Rettungshund Ruby bildet da keine Ausnahme. Der Griff zum weißen Tränenfänger war naheliegend. Die Geschichte erzählt von Freundschaft und Durchhaltevermögen, zeigt aber auch die traurige Realität, dass es Länder gibt, in denen schwer vermittelbare Tiere eingeschläfert werden. Ruby entgeht diesem Schicksal, wird adoptiert und wird zur Partnerin eines Mannes, der davon träumt, einer K9-Eliteeinheit beizutreten. Gemeinsam machen sie sich daran, diesen Traum wahr werden zu lassen.

 

Ein Fuchs, Meerjungfrauen und der Sandman – von was träumt ihr im August?

Einige Zeit ist seit Spirit of the North vergangen. Damals spielte ich den ersten Teil noch auf PlayStation 4, nun konnte ich den zweiten auf PS5 erleben. Visuell haben die Entwickler im Vergleich zum Vorgänger noch einmal ordentlich zugelegt. Doch manchmal ist weniger eben mehr: Die weitläufige Landschaft, die man als Fuchs erkundet, wirkt so groß, dass man sich leicht verläuft. Gestalterisch ein Wow-Effekt, spielerisch hatte ich mir jedoch mehr erhofft. Nach langer Pause erschien endlich Band 44 von Yona – Prinzessin der Morgendämmerung. Der Wiedereinstieg war etwas holprig, aber definitiv lohnenswert. Es wird immer deutlicher, dass wir uns auf der Zielgeraden befinden. Der zehnte Band der Die Flüsse von London-Reihe, Die Meerjungfrauen von Aberdeen von Ben Aaronovitch, konnte mich dagegen nicht überzeugen. Ich hatte mich darauf gefreut, Peter Grant wieder in der Hauptrolle zu erleben, doch die Handlung ist überraschend vorhersehbar – etwas, womit ich nicht gerechnet hatte. Das komplette Gegenteil war die dritte Light Novel von Unnamed Memory. An diesen Titel hatte ich keine guten Erinnerungen, schließlich habe ich mich durch die erste Anime-Staffel eher gequält. Die eBook-Version hingegen ist angenehm geschrieben, logisch aufgebaut und durchgehend spannend. So darf es gerne weitergehen. Die zweite Staffel von Sandman kann das Niveau der ersten leider nicht halten. Es gelang mir nicht, die Neugier aufrechtzuerhalten; der Spannungsfaden war einfach zu locker. Dennoch bin ich froh, die Serie abgeschlossen zu haben – auch wenn mir der zerzauste Look von Lord Morpheus aus Staffel 1 deutlich besser gefällt als der in Staffel 2.

 

Es gibt sie – die wahren Helden. Und ihnen bin ich im September begegnet.

Kein Musical auf der Bühne, dafür umso mehr Musik auf dem Fernseher. KPop Demon Hunters wurde mir von vielen empfohlen, also rauf aufs Pferd. Und was soll ich sagen: Es hat unglaublich viel Spaß gemacht und bei diesem Film müssen die Füße einfach mitwippen. The Thursday Murder Club vereint Filmgrößen wie Helen Mirren, Pierce Brosnan und Ben Kingsley in einer Seniorenwohnanlage. Wer braucht schon Strick- , Zeichen- oder Puzzleabende, wenn man stattdessen alte Kriminalfälle neu aufrollen kann? Der Spaßfaktor ist definitiv da, auch wenn die Entlarvung des Täters keine allzu große Herausforderung darstellt. Tief berührt hat mich Alpha. Ein Film, der mit wenigen Worten auskommt und eindrucksvoll zeigt, wie wichtig Vertrauen ist – nicht nur zwischen Menschen, sondern auch zwischen Mensch und Tier. Zu den stärksten Animes des Jahres gehört ohne Zweifel To Be Hero X. Was für ein Feuerwerk! Optisch, erzählerisch, in der deutschen Synchro, in den Effekten, einfach alles sitzt. Aufhören zu schwärmen fällt schwer. Ergänzen muss ich unbedingt noch Lord of Mysteries: ebenfalls eine visuelle Explosion, die man mehrfach sehen muss, um alle Handlungselemente vollständig zu verknüpfen. Mein filmisches Highlight 2025 ist jedoch Arthur der Große. Die wahre Geschichte des schwedischen Adventure-Racing-Athleten Mikael Lindnord basiert auf seinem Buch Arthur – der Hund, der den Dschungel durchquerte, um ein Zuhause zu finden. Lindnord nahm mit seinem vierköpfigen Team an der Adventure-Racing-Weltmeisterschaft in Ecuador teil – einem Wettkampf aus Trekking, Mountainbiking, Klettern und Paddeln. Während des Rennens begegnet er einem streunenden Hund, dem er Fleischklößchen gibt. Von diesem Moment an weicht der Vierbeiner dem Team nicht mehr von der Seite und rettet ihnen mehr als einmal das Leben. Mark Wahlberg verkörpert Lindnord beeindruckend authentisch. Wie viele Tempopackungen ich während dieses Films verbraucht habe, möchte ich lieber nicht zählen.

 

Oktober – der Beginn eines weiteren Jahrzehnts

Spätestens nach dem Ende der zweiten Staffel von Die Tagebücher der Apothekerin musste die gleichnamige Light Novel her. Und nicht nur Band 1, sondern gleich auch Band 2 wurde in Rekordzeit durchgesuchtet. Es macht einfach unglaublich viel Spaß, Maomao und Jinshi zu begleiten – wie sie sich gegenseitig necken, umeinander kreisen und doch nicht ohne den anderen können. Die Übersetzung trifft genau den richtigen Ton: Maomaos Kommentare und die Beschreibungen rund um „seine Exzellenz“ sind schlicht zum Schießen. Rasant weiter geht es mit Yona – Prinzessin der Morgendämmerung. Und was ist das bitte für ein genialer Band! Anders kann ich es nicht sagen. Teil 45 überzeugt nicht nur mit einem großartigen Cover, sondern auch mit einer Handlung, die so spannend ist, dass ich am liebsten sofort weiterlesen möchte. Offenbar gab es in diesem Jahr noch nicht genug Filme mit Hunden – aber sie ziehen mich einfach magisch an. So auch Caramelo, in dem ein karamellfarbener Straßenhund die tierische Hauptrolle spielt. Der Hund wird zum seelischen Begleiter eines Mannes, der ihm ein Zuhause schenkt, und unterstützt ihn in einer schweren Zeit, in der viele andere zerbrochen wären. Und ja, die nächste Tempopackung war definitiv nötig. Zehn Jahre! Was für eine unglaubliche Zeit. Genau dieses Jubiläum durfte der Anime Watch Club in diesem Jahr feiern. Bei unserem ersten Treffen am 31. Oktober 2015 haben wir zu dritt den Baseball-Anime Okiku Furikabutte geschaut – also beschlossen wir, zu Ehren dieses besonderen Tages wieder aufs Spielfeld zurückzukehren. Für mich war es ein Rewatch von Oblivion Battery, aber dieser Chaotentruppe könnte ich noch zehn weitere Male zusehen. Also, Mädels, falls ihr das lest: Vielen Dank für zehn Jahre voller Highlights, auf die ich unglaublich gerne zurückblicke. Mal sehen, welche Titel uns durch die nächsten zehn Jahren begleiten.

 

Im November erlischt eine grell lodernde Flamme

Mit der Anime-Umsetzung eines meiner Lieblingsmangas wurde ich dieses Jahr zu einer sehr glücklichen Person. Ich habe mich in die Geschichte von Kaoru und Rin verliebt und kann sagen, dass ich selten eine Story erlebt habe, in der Eltern und der große Freundeskreis so liebevoll eingebunden und vertieft werden. Der Anime, der mit deutscher Synchronisation auf Netflix zu sehen ist, setzt den Manga nahezu perfekt um und schafft mit seinen angenehmen Stimmen eine Atmosphäre, die selbst nach einem stressigen Arbeitstag zum Entspannen einlädt. Ohne Lesen geht es bei mir einfach nicht. Im beruflichen Alltag habe ich ständig Fachbücher in der Hand, umso mehr genieße ich meine eigenen. Die Tagebücher der Apothekerin haben mich fest in ihren Bann gezogen, und ich bin ehrlich froh, noch nicht beim aktuellen Stand angekommen zu sein. So sehr ich den dritten Band rund um Maomao genossen habe, so sehr habe ich beim Ende von Meine ganz besondere Hochzeit Band 5 geflucht. Ich hatte gehofft, endlich neue Entwicklungen zu erfahren und über die Handlung des Animes hinauszukommen, doch mein Flehen blieb unerfüllt. Zwar wurden viele Szenen ausführlicher dargestellt als im Anime, aber ich möchte trotzdem wissen, wie es mit Miyo und Kiyoka weitergeht. Seit Jahren bin ich Fan der Serie Chicago Fire. Nach 13 Staffeln habe ich nun beschlossen, einen Schlussstrich zu ziehen. Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist, heißt es doch so gerne. In den letzten Staffeln sind immer wieder Charaktere ausgestiegen, die ich sehr ins Herz geschlossen hatte. Und nachdem nun auch noch der Chef der Wache 51 gegangen ist, kann ich nicht mehr weiterschauen – er war für mich die Stütze der Serie. Mit dem Ende der Staffel kann ich gut leben, denn es ist kein extremer Cliffhanger wie in früheren Jahren.

 

Gibt es im Dezember Piraten auf hoher See?

Neben meinen Büchern ist Fate/Grand Order ein treuer täglicher Begleiter auf meinem Smartphone. Jeden Tag logge ich mich ein, um meine Ziele zu erreichen. Die letzte große Aktion des Jahres 2025 war das „GUDAGUDA Super Goryoukaku Event“. Ich habe getan, was ich konnte, und so viel wie möglich mitgenommen und blicke nun zufrieden auf ein Event mit einer großartigen Story und vielen niedlichen Bonusgeschichten zurück. Kurz vor dem Jahreswechsel hat sich der Anime Watch Club noch einmal getroffen. Auf dem Bildschirm lief Fena: Pirate Princess. Wer beim Titel jedoch an wilde Seefahrt und eine coole Piratenbraut denkt, liegt falsch – der Anime führt einen ganz schön an der Nase herum. Trotz einiger Ungereimtheiten in der Handlung und einer Hauptfigur mit wenig Tiefgang gab es zu Beginn einige Lacher, gutaussehende Männer und schöne Animationen. Bereits vor langer, langer Zeit habe ich den Manga Hallo, ich bin eine Hexe und mein Schwarm wünscht sich einen Liebestrank von mir (was für ein Titel!) angefangen. Da jedoch so viele Monde vergangen sind und die Handlung durch all die anderen medialen Eindrücke etwas im Nebel verschwunden ist, musste ein Reread her. Im Dezember startete ich mit den ersten beiden Bänden, und im neuen Jahr geht es weiter. Ich lasse mich überraschen, wie es mit den liebenswerten Figuren weitergeht.


Mit einem Wirrwarr an Gefühlen blicke ich auf ein sehr ereignisreiches Jahr zurück, an das ich mich gerne erinnere. Doch mein Blick richtet sich nun auch nach vorne, und ich bin gespannt, welche Überraschungen mich 2026 in jeglicher Hinsicht erwarten. Die Vorfreude ist definitiv da, denn einige Animes starten in den kommenden zwölf Monaten. Nach einer gefühlt endlosen Wartezeit freue ich mich besonders auf Fate/strange Fake. Sehr hibbelig entgegenfiebere ich außerdem Witch Hat Atelier und In the Clear Moonlit Dusk und hoffe, dass meine Erwartungen nicht enttäuscht werden. Lesetechnisch freue mich im nächsten Jahr besonders auf Lord of Mysteries und The Tunnel to Summer. Gametechnisch ist mein Hauptziel in Fate/Grand Order auf einen aktuellen Stand zu kommen, um möglichst viele kommenden Events verstehen und mitnehmen zu können. Vieles steht bereits auf meiner Agenda, doch ich gehe offen ins Jahr 2026 und lasse mich überraschen, welche Geheimtipps mir über den Weg laufen – und ob sich darunter echte Perlen befinden. Der Anime Watch Club startet ins elfte Jahr, und wer weiß, was neben Ace of Diamond noch alles auf unserer Liste landen wird. Damit komme ich zum Ende und sage: Vielen Dank fürs Lesen.

Weiteres Jahresrückblicke von Sapamo:

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Sapamo

Sapamo liebt Geschichten aller Art. Für die nah am Wasser gebaute Romantikerin steht das Thema Liebe in Erzählungen ganz weit oben. Seien es Romane, Manga oder Anime. Nachdem sie tagsüber jede Menge Bücher der unterschiedlichsten Art in Regale oder auf Bücherwagen gelegt hat, entspannt sie sich abends gerne mit einer guten Lektüre. Gerne lässt sie auch einen kleinen weißen Ball über die Platte hüpfen und genießt den Besuch eines Musicals.

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