Drottning Katts Jahresrückblick 2019

Lesezeit: 7 Minuten

Auch das Jahr 2019 ist voller kleiner und großer Geschichten, guter und schlechter Titel. Sie entführten mich in die endlosen Weiten des Weltraums und in die fernen Welten von Askir oder Sharakai. Ob nun Dämonen wie Inuyasha oder die Nerds rund um Sheldon Cooper, auch die Gesellschaft auf all diesen Reisen ist abwechslungsreich. Eine Auswahl davon will ich hier präsentieren.

 

Bücher

Die Überraschung des Jahres war für mich vermutlich der Winterkaiser von Katherine Addison. Das Buch liegt schon mehrere Jahre in den Untiefen meiner Bücherstapel (die Regale reichen schon lange nicht mehr, also stapelt sich alles so ziemlich überall), doch dieses Jahr habe ich es wieder in die Hände bekommen. Von der ersten Seite an fesselten mich Maias Erlebnisse am elfischen Kaiserhof und sie haben mich auch dazu veranlasst, den Hof, an dem meine eigene Story hauptsächlich spielt, noch mal genauer unter die Lupe zu nehmen.
In der zweiten Jahreshälfte beschäftigte mich die recht umfangreiche Geschichte rund um Askir von Richard Schwartz, bestehend aus den zwei Reihen Das Geheimnis von Askir und Die Götterkriege. Im Moment stecke ich in der zweiten Reihe, doch eigentlich fühlt es sich eher wie eine einzige fortlaufende Geschichte an. Die Romane überzeugen vor allem mit dem Worldbuilding. Es ist eine lebendige und vielseitige Welt, die hier präsentiert wird. Dagegen ist die Handlung, der Kampf gegen den Nekromantenkaiser von Thalak, eher so lala.
In eine neue Welt entführte mich auch Die Legenden der Bernsteinstadt (und ich merke gerade wie der deutsche Titel mal wieder meilenweit vom Original “The Song of the Shattered Sands” entfernt ist). Die Wüstenstadt Sharakai sowie die vier sie umgebenden Ländern jenseits der Wüste sind voller Leben. Es gibt hier so viele Fraktionen, die in Konflikt miteinander stehen und alle haben mehr oder weniger Dreck am Stecken. Eine sehr vielschichtige Geschichte, die noch nicht abgeschlossen ist. Ich bin sehr gespannt auf die kommenden Bände und wie Çedas Kampf gegen die nahezu unsterblichen Könige von Sharakai ausgehen wird.
Außerdem konnte ich 2019 in Jim Butchers Reihe rund um Harry Dresden auf den aktuellen Stand aufholen. Im Moment fehlen mir da nur noch die Kurzgeschichtenbände und ich warte nun voller Spannung auf Band 16. Zwar nimmt die Qualität der Reihe meiner Meinung nach in den späteren Bänden etwas ab, doch spannend bleibt es trotzdem. Mittlerweile ist von Harrys altem Leben ja gar nichts mehr übrig.
Michael Peinkofers Die Legenden von Astray eröffnete mir eine neue, vielschichtige und interessante Welt mit einer eher ungewöhnlichen Ausgangssituation. Es sind ungefähr 40 Jahre vergangen, seit die auserwählten Helden die Welt gerettet haben. Doch es zeigt sich rasch, dass diese Helden keineswegs immerwährenden Frieden nach Astray gebracht haben, im Gegenteil, die Welt ist gespalten und kaum jemand spricht noch von ihnen (und schon gar nicht im positiven Sinne). Besonders gefällt mir hier auch, dass es nicht wirklich eine gute und eine böse Seite gibt, sondern jeder seine eigenen Ziele verfolgt. Dachte ich zumindest. Doch in den hinteren Bänden ändert sich das, als sich das neue ultimative Böse erhebt und der vierte Band, Verlorener Thron besteht eigentlich nur noch aus einem einzigen Gemetzel. Zu allem Überfluss sind die Gegner auch noch Zombies. Ich mag keine Zombies. Wie kann eine Reihe so toll starten und dann so enttäuschend enden?
Mit Die Bibliothek der Finsteren Schatten von Akram El-Bahay stieß ich auf eine weitere schöne Welt. Hier gefallen mir vor allem die Fabelwesen, die hier auch eine zentrale Rolle spielen. Ob nun die stolzen, gefiederten Asfura, die ungestümen Nushishans mit ihren Pferdehufen oder die brutalen Iblise, sie sind abwechslungsreich und boten zumindest mir etwas vollkommen Neues. Auch die Stadt Mythia wird lebendig beschrieben und zeigt viele unterschiedliche Gesichter. Mit dem späteren Bücherkrieg, wie er innerhalb der Reihe genannt wird, wurde ich nicht so recht warm, aber im Großen und Ganzen ist es eine unterhaltsame Geschichte, die vor allem Abwechslung zum bereits Bekannten bietet.

 

Serien

Auch 2019 habe ich weiter an meinem großen Vorhaben, alle Star-Trek-Serien zu schauen, weitergearbeitet. Mittlerweile kenne ich The Original Series und The Next Generation komplett. Gerade stecke ich mitten in Deep Space Nine und die gefällt mir bisher überraschenderweise am besten. Die Begegnungen zwischen den unterschiedlichen Kulturen funktionieren hier im Setting der Raumstation irgendwie am besten. Dieses Jahr habe ich es auch endlich geschafft, die siebte und letzte Staffel von Once Upon A Time abzuschließen. Anfangs hatte ich Schwierigkeiten, mit den neuen Charakteren oder der neuen Stadt warm zu werden, doch im weiteren Verlauf war die Staffel ganz solide. Nur die letzten beiden Folgen sind irgendwie überflüssig, von mir aus hätte es besser mit Episode 20 enden können. Wie sie in den letzten beiden Folgen auf Teufel komm raus doch noch Storybrooke und die alten Charaktere eingebunden hat, ist mir dann doch zu konstruiert. Auch The Big Bang Theory hat nun ein Ende gefunden. Das Ende ist rund und schön, doch ich muss auch sagen, dass die letzte Staffel, vor allem die zweite Hälfte, nicht so recht mit den vorigen mithalten kann. Es geht mir nach hinten raus zu viel um die Beziehungsgeschichten und das Gezank um die Nobelpreisnominierung. Mit The Big Bang Theory endet gleichzeitig auch die letzte Serie, die ich noch im Fernsehen verfolgte. Jetzt schaue ich da eigentlich nur noch die Heute Show mit Oliver Welke (und die macht jeden Freitag aufs Neue Spaß). Wenn ich neue Serien entdecken will, werde ich mich früher oder später vermutlich doch noch mit Netflix und Co. beschäftigen müssen. Im Moment schaue ich auch wieder viele asiatische Serien. Vor allem Nirvana in Fire hat es mir angetan. Ich habe schon mehrfach gelesen, die Serie wäre das chinesische Game of Thrones. Das sehe ich nicht so. Nirvana in Fire ist um Welten besser als Game of Thrones. Es gibt Intrigen, skrupellose Charaktere, kein wirkliches Gut und Böse, also alles, was man für eine komplexe, vielschichtige Story braucht. Drachen gibt es allerdings keine, aber die sind mir eh nicht wichtig.

 

Games

Außer den üblichen Verdächtigen The Elder Scrolls IV – Oblivion, The Elder Scrolls V – Skyrim und The Battle for Wesnoth spiele ich eigentlich kaum noch (mal abgesehen von Visual Novels und kleineren Spielen wie Hidden Paws Mystery). Vor allem mit Oblivion habe ich wieder viel Zeit verbracht. Über 50 Stunden hat mich mein jetziger Charakter, zur Abwechslung mal ein Magier, beschäftigt. Aber auch King’s Bounty – Crossworlds habe ich wieder ausgepackt. Ich hatte das Spiel vor Jahren mal angefangen und dann zeitweise vergessen. Das ist eigentlich schade, denn eigentlich machen die vielen kleinen und großen rundenbasierten Kämpfe auf den sechseckigen Feldern nicht nur Spaß, sie machen regelrecht süchtig. Die Spielwelt ist auch sehr schön gestaltet. Jede Insel unterscheidet sich von der anderen und jede hat auch eine größere Geschichte parat. Die Darstellung von Elfen, Zwergen und Co. ist natürlich eher klassisch, aber das stört mich persönlich nicht. Anfang des Jahres stolperte ich vollkommen unerwartet über Kitty Play und habe mich sofort in dieses kleine Spiel verliebt. Die Steuerung ist zwar etwas fummelig, aber es macht Spaß, als kleines Kätzchen durch die Wohnung zu streifen, auf Fellpflege und ausreichend Futter zu achten oder auf die Regale und Schränke zu klettern.
Wie immer gab es auch diverse Visual Novels. Besonders in Erinnerung bleibt hier das neu erschienene zweite Kapitel von Because we’re here ~Mohnblume und Blauerose~. Das erste Kapitel ist noch nett, doch in dieser Fortsetzung wird die Geschichte nicht einfach nur weitergesponnen. Es gibt zahlreiche unerwartete Wendungen, die mich geradezu entsetzt vor dem Bildschirm hinterließen. Elfriede hat es wirklich nicht leicht, denn sie verliert einen Freund nach dem anderen. Aber das spiegelt wohl auch die harte Realität der Schützengräben wider. Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt auf das dritte Kapitel.
Sehr gelungen ist auch The Rose of Segunda. Schon kleine Entscheidungen zu Beginn der Visual Novel gestalten den Charakter von Iolante spürbar. So wirken sich scheinbar banale Entscheidungen wie die Auswahl, was noch in den Koffer passt, auf die Art und Weise aus, wie sich Iolante später verhält. Hier kann also bereits festgelegt werden, was für eine Figur man spielen möchte. Je nach dem welche Entscheidungen getroffen werden, kommentiert Iolante manche Ereignisse anders und es eröffnen sich sogar neue Optionen in den Entscheidungen. So kann Iolante sich so verhalten, wie es von ihr erwartet wird (also dümmlich und zurückhaltend), ihre Konkurrentinnen mit Intrigen und Gerüchten ausstechen oder sie kann die Adligen am Hof vor den Kopf stoßen, in dem sie sich eben nicht standesgemäß verhält.
Im Moment lese ich Steam Prison. Diese Visual Novel nimmt sich sehr viel Zeit, ihre Hauptfigur Cyrus den Love Interest ihrer Wahl besser kennenzulernen und Gefühle für ihn zu entwickeln. Das ist eigentlich sogar recht realistisch, weil solche Dinge eben Zeit brauchen. Mir dauert es teilweise aber zu lange, bis dann tatsächlich mal wirklich was passiert. Der Alltag von Cyrus macht mir einfach keinen Spaß. Aber ihre Naivität und Ahnungslosigkeit, vor allem in Bezug auf die Themen Liebe und Beziehung, lesen sich bisweilen doch recht amüsant. Alles in allem trifft Steam Prison aber leider nicht meinen Geschmack. Schrecklich ist es aber auch nicht.

 

Anime

2019 hatte für mich überraschend viel an aktuellen Anime zu bieten. Vor allem die Sommer-Season sticht hierbei mit Titeln wie Cop Craft oder Fire Force hervor. Mit Vinland Saga wurde auch einer meiner Lieblingsmanga animiert und das ist sehr gut gelungen. Es macht Spaß, die rasanten Ereignisse und vor allem die liebgewonnenen Charaktere in Farbe zu sehen. Das Wikinger-Setting ist auch mal was anderes. Das gibt es in der Anime-Welt nicht so häufig. Die Serie könnte sogar die von mir sehr selten vergebene Bestwertung einheimsen. Nah dran ist daran auch Astra Lost in Space. Die Reise dieser neun Jugendlichen zurück zur Erde ist abwechlungsreich und sogar informativ (man lernt viel über Ökosysteme der verschiedenen Planeten und das ist spannender als es jetzt klingt). Dass gefühlt alle neun Charaktere auf der Astra Probleme mit ihren Eltern und ihr eigenes Päckchen zu tragen haben, ließ mich am Anfang noch mit den Augen rollen, doch der Anime präsentiert dafür sogar eine richtige Erklärung. Allerdings gefällt mir der Manga da noch einen Tick besser, da er in einigen Punkten detaillierter ist.
Ganz anders als die üblichen Verdächtigen ist My Roommate is a Cat. Slice of Life ist bei mir immer so eine Sache, aber die Geschichte vom schüchternen Subaru und seiner Katze ist einfach herzerwärmend. Die Ereignisse jeder Folge werden auch aus Sicht beider erzählt und besonders Harus Gedanken sind einfach zu köstlich.
2019 ging es auch endlich mit Legend of the Galactic Heroes weiter. In der Fortsetzung geht es ordentlich zur Sache und die Ereignisse überschlagen sich. Auch wenn ich einige Ereignisse hab kommen sehen, verfehlten sie nicht ihre Wirkung. Ich muss sogar sagen, dass die neue Adaption manches besser hinkriegt als die alte aus den 80ern.
Doch auch abseits der aktuellen Titel wurden viele Animes geguckt. Den Großteil des Jahres war ich mit Inuyasha beschäftigt. Manchmal zieht die Geschichte sich etwas und manche Abenteuer der Gruppe rund um den Hundedämon sind eher ermüdend, doch ich habe die Truppe trotzdem ins Herz geschlossen. Im Moment beschäftigt mich A Certain Magical Index. Noch stecke ich mitten in der Hauptserie, aber die diversen Spin-offs sind auf jeden Fall noch geplant. Zwar wiederholen sich einige Elemente, doch der Gegensatz zwischen den Magienutzern der verschiedenen Kirchen und den Espern der Bildungsstadt ist sehr spannend. Aber auch Naruto Shippuden habe ich nicht vergessen. Ich schaue den Anime immer noch. Das dürfte auch noch eine Weile dauern, bis ich damit durch bin. Durch den Manga kenne ich aber schon die ganze Geschichte, sodass sich der Anime für mich schon manchmal zieht.

 

Es ist also eigentlich eine ganz gute Ausbeute. Natürlich handelt es sich hier auch nur um eine Auswahl. Alles aufzuzählen, was ich gesehen, gelesen oder gespielt habe, würde vermutlich den Rahmen sprengen. Für das nächste Jahr nehme ich mir aber auf jeden Fall vor, wieder öfter ins Kino zu gehen. Denn dieses Jahr war ich nicht einmal dort (obwohl es durchaus interessante Filme gegeben hätte). Das muss wieder besser werden. Ansonsten möchte ich 2020 weiterhin Star-Trek-Serien schauen und wieder mehr andere Games als die üblichen Verdächtigen spielen. Zumindest möchte ich den Stapel meiner ungespielten Steam-Spiele ein wenig abarbeiten.

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