Only Murders in the Building (Staffel 2)

2021 verzauberte die erste Staffel der Krimi-Komödie Only Murders in the Building sowohl die Kritik als auch das Publikum mit charmantem Humor und einer ungewöhnlichen Figuren-Konstellation. Fans mussten sich nach einem fiesen Cliffhanger in Geduld üben, aber am 28. Juni 2022 ging die zweite Staffel direkt mit einer Doppelfolge an den Start. Seit dem 23. August desselben Jahres liegen alle zehn Episoden im Star-Bereich auf Disney+ vor, während eine dritte Staffel bereits angekündigt wurde. Zeit also, dass wir auch die zweite Runde auf Herz und Nieren prüfen.

Kaum wurde der Mord an Tim Kono aufgelöst, hat das Arconia schon den nächsten Todesfall zu beklagen: Arconia-Vorstandsmitglied Bunny (Jayne Houdyshell, The Humans) wird erstochen aufgefunden! Doch bei der Leiche ist keine andere als Mabel (Selena Gomez) selbst, noch dazu von Blut überströmt. Somit ist diese die Hauptverdächtige und erlangt in den Sozialen Medien glatt als “blutige Mabel” zweifelhafte Berühmtheit. Als sich weiter die Hinweise häufen, dass nicht nur Mabel, sondern auch ihre beiden Freunde Oliver (Martin Short) und Charles (Steve Martin) an dem Mord an der älteren Dame beteiligt sind, wird klar, dass ihnen jemand etwas unterschieben will. Das lässt das Trio aber nicht auf sich sitzen und macht sich an die Ermittlungen …

Only Murderers in the Building?

Originaltitel Only Murders in the Building
Jahr 2022
Land USA
Episoden 10 in Staffel 2
Genre Krimi, Komödie
Cast Charles-Haden Savage: Steve Martin
Oliver Putnam: Martin Short
Mabel Mora: Selena Gomez
Alice: Cara Delevingne
Seit 23. August 2022 vollständig auf Disney+

Anders als in Staffel 1 sind die Hauptverdächtigen diesmal das Trio um Mabel, Oliver und Charles selbst, denn nach und nach tauchen immer mehr belastende Beweise bei ihnen auf. Doch natürlich ist klar, dass ihnen hier jemanden etwas unterschieben will. Infrage kommen hierbei wieder einmal einige Personen. Durch diese Verdächtigung muss sich das Trio, inbesondere Mabel, allerdings mit der Polizei herumschlagen und gerade der in den Sozialen Medien aufgekommene Hashtag “Blutige Mabel” belastet sie. Schließlich steht sie somit einem großen Medienrummel entgegen. Das wird besonders durch die Podcast-Konkurrentin Cinda Canning (Tina Fey, 30 Rock) befeuert, die den Mord an Bunny in ihr Programm aufnimmt und das Trio wie selbstverständlich als Täter präsentiert. Jedenfalls dürfen sich Fans auch bei Staffel 2 auf einen spannenden Murder Mystery-Plot freuen, der aktiv zum Miträtseln einlädt. Die Hinweise sind über die Staffel klug gesät (und bieten Motivation, die Staffel nach dem Finale noch einmal aufmerksam zu schauen), dennoch bietet gerade das Finale nochmal einige Überraschungen.

Das Highlight bleiben die Protagonisten

Staffel 2 vertieft die Hauptfiguren gekonnt: So erfahren mehr über die Kindheit von Mabel, speziell ihre familiären Umstände und lernen auch mehr über ihren Charakter. Damit wird sie zu einer immer komplexeren Figur, die in dieser Staffel vor allem mit diversen Traumata kämpft, schließlich zogen all die Tode in ihrem Lieben nicht spurlos an ihr vorbei. Ebenso wird Charles Kindheit beleuchtet, aber größtenteils geht es um seinen Wiedereinstieg in die Filmbranche, denn ein Reboot seiner Hit-Serie wird gedreht (allerdings spielt er dabei nur die Nebenrolle, ein kleiner Seitenhieb auf die zahlreichen modernisierten Reboots alter Klassiker). Oliver wird hingegen vor allem über die Bindung zu seinem Sohn Will (Ryan Broussard) weiter ausgebaut. Besonders cool präsentiert sich hierbei, dass auch Charles’ (ehemalige) Stieftochter Lucy (Zoe Colletti, Scary Stories to Tell in the Dark) einen Auftritt bekommt, schließlich schrieb er ihr am Ende von Staffel 1 nach vielen Jahren wieder eine Nachricht. Das Verhältnis zwischen den beiden ist dabei interessant anzusehen, auch wenn bezüglich Lucy noch einige Fragen ungeklärt bleiben, die hoffentlich in der dritten Staffel beantwortet werden. Klares Highlight bleibt aber die Beziehung zwischen dem Trio untereinander, das mittlerweile wahrlich ein eingespieltes Team ist, das sich stets gegenseitig unterstützt.

Gelungener Ausbau der Nebencharaktere mit Schwächen

Aber auch die Nebencharaktere, seien es Bekannte aus Staffel 1 oder doch Neuzugänge, erhalten ein sehr vielschichtiges Profil. Selbst die ermordete Bunny bekommt eine ganz eigene Episode gewidmet, die uns ihre Figur näher bringt und dafür sorgt, dass ihr Tod sogar eine gewisse Trauer auslöst, obwohl sie in Staffel 1 noch wie eine vorrangig nervige Randfigur wirkt. Auch Teddy Dimas (Nathan Lane) und dessen Sohn Theo (James Caverly) erhalten einen weiteren Auftritt, wobei speziell Theo einige sehr interessante Szenen mit Mabel bekommt. Schließlich war er es, der damals ihre Freundin Zoe versehentlich getötet hatte, womit er immer noch zu kämpfen hat. Als etwas enttäuschend muss hingegen die neue Figur Alice (Cara Delevingne, Valerian – Die Stadt der tausend Planeten) genannt werden, die als exzentrische Künstlerin eingeführt wird. Ihre Figur mag zwar mysteriös wirken und lädt zu wilden Theorien ein, letzten Endes bleibt sie aber erschreckend irrelevant. Das wäre nicht weiter tragisch, wenn wenigstens die Romanze zwischen ihr und Mabel so wirklich zünden würde, was bis zum Ende der Staffel aber noch nicht der Fall ist. Ebenfalls ein möglicher Wermutstropfen: Mabels Jugendfreund Oscar glänzt in der Staffel mit Abwesenheit, was zwar (sinnig) adressiert wird, aber doch ein wenig schade ist. Der vermutlich dafür aber skurrilste Auftritt geht auf die Kappe von Serienmörderin Jan, die die Meinung vertritt, ihr Beinahe-Mord an Charles wäre kein Grund, die Beziehung zu beenden.

Humor, Cast und Soundtrack auf Top-Niveau

Zu den vielfach gelobten Aspekten der ersten Staffel gehören vor allem der einzigartige Humor und die Leistung der Besetzung, was auch in der zweiten Runde zu den absoluten Stärken zählt. Gerade der zu Beginn der Serie noch holprige Humor hat sich nun eingespielt, sodass sich Zuschauer:innen auf viele witzige Gags und Seitenhiebe gefasst machen dürfen. Die lockere Atmosphäre gepaart mit den schrägen, aber sehr gelungenen humorvollen Einlagen verleiht auch der zweiten Staffel einen ganz eigenen Charme (der Humor ist dabei sicherlich nichts für jeden, aber Skeptiker werden wohl bereits in Staffel 1 die Flinte ins Korn geworfen haben). Zum prominenten Cast gesellen sich in Staffel 2 neben Martin Short, Steve Martin und Selena Gomez weitere bekannte Gesichter. Bemerkenswert ist aber gerade die Leistung von Shirley MacLaine (Zeit der Zärtlichkeit), die mit ihren fast 90 Jahren in einer Nebenrolle zu sehen ist. Abgerundet wird das Gesamtbild wieder mit einem fantastischen Soundtrack, der den richtigen Old-School-Vibe erzeugt, während das fantastische animierte Opening mit angepassten Details aufwartet.

Fazit

Only Murders in the Building knüpft mit der zweiten Staffel an genau die Stärken des Auftakts an, was insbesondere die tolle Chemie zwischen den drei Hauptcharakteren, der Murder Mystery-Plot und die lockere Old-School-Atmosphäre sind. Gerade das Miträtseln macht wieder Spaß, während insbesondere der genaue Blick auf die Vergangenheit und das Umfeld interessant gestaltet sind. Aber auch die Nebencharaktere entwickeln sich konstant weiter, selbst wenn bei der ein oder anderen Figur noch Potenzial nach oben ist. Zudem bleibt an einigen Stellen ein interessanter Subplot (noch) offen, was aber in der dritten Staffel noch aufgelöst werden könnte. Wer also Staffel 1 mochte, wird auch Staffel 2 viel abgewinnen können, schon allein weil der schräge Humor jetzt pointierter sitzt.

© Disney

Ayla

Ayla ist Schülerin und beschäftigt sich hobbymäßig mit allen möglichen Medien, ohne dabei Beschränkungen zu kennen. Dennoch ist sie vor allem ein Serien- & Game-Junkie und liebt besonders actionreiche und dramatische Inhalte, wobei sie gleichzeitig für viele kindliche Themen zu haben ist, weshalb sie weiterhin großer Disney-Fan ist. Abseits ihrer Leidenschaft des Sammelns ihrer Lieblingsmedien schreibt Ayla gerne selbst Geschichten oder zeichnet Bilder, um sich so zu entspannen.

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