Spirit of the North

Ein roter Fuchs ist auf dem Weg durch eine Landschaft, die an Island erinnert. Wer durch diese Kombination aufmerksam wird, kann sich in dem PlayStation 4-Spiel Spirit of the North in die wundervollen, geheimnisvollen Gebiete entführen lassen. Spieler, die ruhige Games ohne große Action- und Kampfelemente mögen, bekommen hier einiges geboten. Entwickelt und veröffentlicht von Infuse Studio, ist Spirit of the North seit  dem 1. November 2019 als Downloadversion im PlayStation-Store erwerbbar. Durchstreift gemeinsam mit einem quirligen Rotfuchs die verschiedensten Landschaften, findet Geheimnisse, löst Rätsel und versucht herauszufinden, was in der Vergangenheit mit einem in Trümmern liegenden Land geschehen ist.

   

Ein roter Fuchs durchstreift suchend die verlassene Winterlandschaft. Sein Blick wandert immer wieder nach oben zu einem roten Farbstreifen, der sich durch den Himmel zieht. Dieses Licht am Himmel ist sein Wegweiser zu einem großen Berg, der das Ziel seiner Reise markiert. Doch der Weg ist schwerer als anfangs gedacht. Das Schneegebiet erstreckt sich über eine Seelandschaft, in der die Schwimmkenntnisse des Fuchses stark gefordert werden, um das andere Ufer zu erreichen. Wälder, Wiesen, Flüsse, Schluchten, Gletscher und Sumpfgebiete stellen eine enorme Herausforderung für den kleinen dar und obwohl der Gipfel des roten Berges immer zu sehen ist und nah erscheint, liegt ein weiter Weg vor ihm.

Mit Vorsicht zu genießen

Originaltitel Spirit of the North
Jahr 2019
Plattform PlayStation 4
Genre Adventure
Entwickler Infuse Studio LLC
Publisher Infuse Studio LLC
Spieler 1
USK
Seit dem 1. November 2019 erhältlich

Basierend auf nordischen Volkserzählungen, ist Spirit of the North ein Spiel, das komplett ohne Erklärungen und Dialoge durchlebt wird. Die Steuerung ist einfach erlernbar, da sie sich zu Beginn einzig auf das Durchlaufen einer Schneelandschaft beschränkt. Im weiteren Spielverlauf erweitern sich die Steuerungsmöglichkeiten jedoch. Geschicklichkeit und vor allem das richtige Timing in Sprungpassagen sind des Öfteren gefragt. Sollte beim Erklimmen von Felsen ein Sprung daneben oder der Halt verloren gehen: keine Angst. Rein körperlich nimmt der Fuchs beim Absturz keinen Schaden. Der einzige Ärger: Der zum Teil sehr lange und schwierige Aufstieg der Felsen beginnt von vorn. Bei vielen Sprüngen ist Feingefühl nötig, hier kann die Kameraführung hinderlich sein, da der Spieler die Kamera und den Blickwinkel per Knopfdruck selbst führen muss.

Blumen und Steine

Zu den Hauptaufgaben beim Durchstreifen des Spiels gehört das Aufspüren von Runensteinen. Durch das Finden und Aktivieren dieser Steine werden bislang versperrte Wege freigegeben. Zum Aktivieren ist Magie nötig. Diese absorbiert der Fuchs von blauen Blumen, die in der Welt versteckt sind, indem er diese anbellt. Auf dem Weg stößt der Spieler immer wieder auf die sterblichen Überreste von Schamanen. Um ihren Seelen Frieden zu schenken, ist es die Aufgabe des Spielers, die magischen Stäbe der Schamanen zu finden und zu ihnen zu bringen. Der gefundene Stab leistet Hilfe, denn sobald er sich den Überresten seines Meisters nähert, beginnt er zu leuchten und es ist ein Knistern zu hören. Um ans Ziel des Spiels zu gelangen, ist es kein Muss, alle 28 Seelen zu befreien. Viele Stäbe und Schamanen sind gut versteckt und dadurch zum Teil schwer erreichbar. Jedoch können durch diese Aktionen neue Fähigkeiten für den Fuchs freigeschaltet werden

Durch Magie geheilt

Auch wenn weder Erklärungen noch Anweisungen vorliegen, ist schnell klar, dass der Berg, von dessen Gipfel ein roter Farbstreifen den Himmel durchzieht, das Ziel des Fuchses ist. Auf dem Weg erwarten den Spieler verschiedene Umgebungen. Beginnend mit einer Schneelandschaft durchqueren wir unter anderem Wiesen, Wälder, Flüsse, Schluchten und Seen. Dass die Landschaft Islands als Vorbild für Spirit of the North, diente, ist spürbar, insbesondere wenn die Nordlichter am Himmel erscheinen. Allerdings scheint sämtliches Leben aus dem Land verschwunden zu sein. Manche Areale sind von einer tiefen Dunkelheit befallen. Obwohl es kein Game Over gibt, wird hier deutlich, wie die Krankheit, die den Ort befallen hat, auch den Fuchs schwächt. Schnelles Laufen ist in kranken Gebieten nicht mehr möglich und der Fuchs hustet Blut. Hier ist die magische Energie der blauen Blumen wichtig, denn mit ihrer Kraft können die Gebiete geheilt werden. In diesen Situationen kann man spekulieren, ob und wie die Welt zerstört wurde und der Fuchs sie nun langsam wieder aufbaut.

Astralkörper und Geisterfüchse

Magie ist eine der wichtigsten Elemente, die der Fuchs benötigt. Neben der Aktivierung der Runensteine werden auch magische Portale geöffnet, um beispielsweise Sprünge zu meistern, die ohne magische Kräfte nie möglich gewesen wären. Vorsicht ist geboten, denn wurde einmal Magie angewendet, erlischt die Kraft und muss an einer weiteren Blume aufgeladen werden. Ein kleiner Helfer kann immer wieder gerufen werden: Ein Fuchs in Form eines Astralkörpers, der Wege durchlaufen kann, die der rote Fuchs nicht erreichen kann. Die Gestalt des Astralfuchses hält allerdings nur für ein kurzes Zeitfenster. Immer wieder klinkt sich ein Geist in Form eines Fuchses ins Geschehen ein. Besonders in dunklen Höhlenpassagen zeigt er durch sein Leuchten den Weg. Der Fuchsgeist und unsere Spielfigur besitzen eine enge Verbindung zueinander, die sich im Lauf des Spiels immer mehr zeigt.

Kleine Fragezeichen

Da es keine Erklärungen, Dialoge und Hintergrundinformationen gibt, die eine Geschichte erzählen, ist es die Aufgabe des Spielers, zu interpretieren und sich die Handlung selbst zu beschreiben. Durch Zeichnungen auf großen Steinplatten, die ebenfalls mittels Magie aktiviert werden, soll die Geschichte der Welt erzählt werden. Allerdings sind die Zeichnungen etwas ungenau, hier ist Interpretationsgeschick gefragt. Offene Fragen bleiben bestehen. Allen voran, was mit den Bewohnern und Lebewesen des Landes passiert ist. Der Spielverlauf ohne Textpassagen ist angenehm, aber hier und da speziell zu Beginn wären kurze Erklärungen durchaus hilfreich gewesen.

Nicht nur die Landschaft ist realistisch

Optisch hat Spirit of the North einiges zu bieten. Nicht nur hinsichtlich der wundervollen Landschaften. Auch der Fuchs wirkt sehr realistisch. Mit der Steuerung ist es möglich, den kleinen Helden rennen zu lassen. Nach einer gewissen Strecke wird er langsamer und durch das einsetzende Hecheln ist deutlich, dass er außer Puste ist. Die Reise findet nicht nur an Land statt. Hinzu kommt das Überqueren von Flüssen und Seen sowie das Durchwaten einer Art Sumpfgebiet. Nach einem Bad im Wasser erfolgt erst einmal ein automatisches Schütteln, um das Fell trocken zu bekommen und nach dem Lauf durch den Sumpf ist das Fell des Fuchses dreckig. Hier lohnt sich dann wiederum ein Sprung ins Wasser, ansonsten bleibt der Schlamm am Fuchs kleben.

Klein aber ganz groß

Zu was für einer Arbeit ein kleines Team im Stande ist, zeigt Spirit of the North. Zwei Entwickler von Infuse Studio LLC aus Kalifornien und ein Mitarbeiter für die Musik nehmen uns in Fuchsform mit auf eine Reise. Mit diesem Abenteuer veröffentlichte Infuse Studio LLC am 1. November 2019 sein erstes Spiel für die Playstation 4. Eine Version für PC und Xbox One sind in Planung. Für die musikalische Begleitung sorgen Klavierklänge, die beim Durchstreifen der Regionen einen entspannenden, ruhigen Hintergrund bilden, dann aber auch situationsbedingt schneller und spannender werden. Dadurch, dass es keine Kämpfe und Actionszenen gibt, lässt sich das Spiel in Begleitung mit der ruhigen Musik und den beeindruckenden Bildern ganz entspannt genießen.

Fazit

Besonders in die Bilder habe ich mich bei Spirit of the North verliebt. Schon zu Beginn die Schneelandschaft, aber auch die Wiesen mit Blick auf den hohen Berg in weiter Ferne und natürlich die Nordlichter. Es macht Spaß, mit einem Fuchs als Spielfigur zu agieren. Hin und wieder gibt es Passagen, mit denen ich gekämpft habe. Die Felsen sehen alle ähnlich aus und stürzt man einmal ab, beginnen der Aufstieg und die Suche nach dem richtigen Weg wieder von vorne. Leider bin ich des Öfteren von einer Klippe gefallen, da ich lange gebraucht habe, mich mit der Kameraführung anzufreunden. Schade, dass es keine Möglichkeit gibt, den Spielstand selbst zu speichern. Das System speichert immer wieder automatisch, leider fällt es oft nicht auf, wenn gespeichert wird, da die Anzeige sehr klein in einer Ecke des Bildschirms erscheint. Ich habe auch nicht alle Stäbe und Schamanen gefunden. Beziehungsweise kann ich sagen, ich habe mehr Stäbe gefunden. Aber nicht die dazugehörigen Schamanen. Wenn ich das Spiel noch einmal starte, nehme ich mir vor, alle zu entdecken. Ein paar Erklärungen hätte ich mir gewünscht, einfach auch um die Geschichte (und was dahinter steckt) zu verstehen. So kann man sich einiges denken, aber ob es der Wahrheit entspricht, bleibt offen. Auf alle Fälle lohnt es sich für Spieler, die ruhige Abenteuer mögen, bei welchen man sich auch durch die Musik entspannen kann. Schon allein fürs Anschauen der Landschaft lohnt sich ein Start.

© Infuse Studio

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Aki
Redakteur

Als ich den ersten Trailer gesehen habe, war ich von den Bildern so eingenommen. Doch solche Art von Spielen liegen mir einfach nicht. Daher freut es mich, dass es deinen Geschmack getroffen hat.
Hast du noch mal vor, das Spiel noch mal zu spielen, um die restlichen Stöcke zu finden und zu verteilen?