
Titel: K-9: Public Security Bureau, Division 9 – Special Abilities Countermeasure
Bände: 3+
Genre: Action, Supernatural
Mangaka: Tetsuya Okuyama
Jap. Verlag: Kodansha
Wer eine Straftat begeht, kann „Sin“ – eine übernatürliche Fähigkeit – erwecken. Kommissarin Ren Hizuki hat es mit immer mehr solcher verstärkten Verbrechen zu tun, kann sich aber durch ihre guten Nahkampffähigkeiten und ihrem Scharfsinn gut durchsetzen. Sie schließt sich deswegen der neu gegründeten Abteilung 9 des Amtes für Öffentliche Sicherheit an, wo sie ein Team mit Yushiro Oboro bilden soll. Dieser stellt sich jedoch schon beim ersten Einsatz als Sin-Träger heraus. Hizuki lässt sich davon aber nicht beirren, was ihrem Partner so gut gefällt, dass er sich in sie verliebt. Das ungleiche Duo, sowie der Rest der Einheit, stellen sich den immer größeren Problem und gehen dabei der Ursache für diese Fähigkeiten auf die Spur. Hizuki knöpft sich natürlich auch die Vergangenheit ihres Partners vor.
Der Spaß setzt sofort ein, als Oboro und Hizuki ein Team bilden müssen, denn die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein und gerade das macht viel Laune. Vor allem die taffe, wortkarge Kommissarin lässt sich einfach nicht unterkriegen, obwohl sie eben keine Superpower besitzt. Die Daumen sind aus diesem Grund von Anfang an für sie gedrückt. Was Oboros „Liebe“ angeht, so bleibt es spannend, was er selbst darunter genau versteht und was sich noch zwischen den beiden entwickeln wird. Das Konzept der Sünde ist hier faszinierend eingebaut, denn ab wann erwacht die neue Kraft? K-9 geht infolgedessen dem Konzept von Verbrechen auf die Spur und taucht dabei auch auf psychologischen Tiefgang. Klassisch für eine solche Geschichte tummeln sich bald noch andere faszinierende Charaktere neben dem Duo, wobei es auch auf Seiten der Bösewichte nicht lange dauert, bis eine größere Gruppierung auftaucht. Die Zeichnungen sind klar gehalten, das Charakterdesign ansprechend – Fans von Action-Titeln sollten einen Blick wagen.

Titel: For My Derelict Favorite
Kapitel: 113 + 9
Genre: Fantasy, Romanze
Autor: Kim Seonyu (Original), Ryuho (Adaption)
Mangaka: Kimyong
Kor. Verlag: Naver Webtoon
Wiedergeboren als Hestia, ein Nebencharakter in ihrer Lieblingsnovel, ist die Protagonistin voller Freude und liebt es, die Hauptfiguren von der Seite aus zu beobachten. Sie ist sich sicher, dass sie, sobald die Geschichte endet, wieder in ihre eigene Welt zurückkehrt. Doch nach dem Ende geht es für sie in dieser Welt weiter. Viel schlimmer noch: Ihr geliebter Charakter Caelus nimmt sich das Leben, und damit ergibt für sie alles keinen Sinn mehr. Sie verflucht die beiden anderen Protagonisten, Diana und Helios, da sie deren Verhalten für Caelus’ Tod verantwortlich macht, weil sie ihn nach ihrer Hochzeit links liegen lassen. Wie durch ein Wunder kehrt sie jedoch zum Tag des Endes zurück und will nun Caelus’ Schicksal ändern. Sie verhindert vorerst seinen Selbstmord, doch plötzlich soll sie ihn heiraten. Können der Fan und der geliebte Charakter sich gegenseitig heilen?
Es ist der Traum eines jeden Fans, seine Lieblingscharaktere zu treffen. Für Hestia wird dieser Wunsch wahr. Als Nebenfigur kann sie aus der Distanz beobachten, wie sich die Geschichte entfaltet. Was zuerst nach einer schönen Erfahrung klingt, wird für sie jedoch zu einem Albtraum. Nach dem vermeintlichen Ende kehrt sie nicht in die reale Welt zurück, ihr geliebter Charakter begeht Selbstmord und sie selbst ist todkrank. Doch anscheinend erhören die Götter ihr Flehen und sie kehrt in die Zeit des Endes zurück. Von da an tut sie alles, um Caelus zu helfen und heiratet ihn sogar. Während Hestias Fangirl-Momente durchaus witzig sind, ist gerade der Beginn sehr düster. Umso schöner ist es zu sehen, wie sich die Beziehung der beiden nach und nach entwickelt. Hestia nutzt ihr Wissen aus der Zukunft nicht nur, um Caelus zu helfen, sondern auch, um diejenigen zur Rechenschaft zu ziehen, die an seinem Leid Schuld tragen. Ein bisschen Fantasy, ein bisschen Romance und dazu eine Prise Rache machen My Derelict Favorite zu einer Serie, die nicht allzu lang ist, aber gerade wegen Hestia sehr viel Spaß macht.

Titel: Hikikomori Hakoiri Reijou no Kekkon
Bände: 9
Genre: Fantasy, Romanze
Autor: Yuhi Kitano
Mangaka: Masanari Haraguchi, Mamyoda (Charakterdesign)
Jap. Verlag: Kodansha
Ein herrlicher Ball mit prachtvollen Kleidern, gutem Essen und edlen Getränken – die Elite des Königreichs ist versammelt. Doch in einer Ecke des Saals steht eine schlichte Holzkiste, die so gar nicht in das vornehme Bild passen will. Prinz Cyphons Neugier ist geweckt und er tritt näher. Plötzlich wird er von einer niedlichen Stimme begrüßt. Überrascht, aber fasziniert entdeckt er, dass es sich bei der Kiste um die Tochter von Kanzler Dripss handelt: Mocha – oder genauer gesagt um ihre besondere Magie. Diese erlaubt es ihr, Boxen zu erschaffen und sogar in ihnen zu leben. Cyphon trifft sie tatsächlich im Inneren einer solchen Kiste, doch selbst dort verbirgt sich Mocha unter einer Pferdemaske. Trotz – oder vielleicht gerade wegen – dieser Eigenheiten entsteht zwischen den beiden eine gegenseitige Faszination. Doch wenn Mocha eine echte Beziehung mit dem Prinzen aufbauen will, muss sie im wahrsten Sinne des Wortes aus ihrer Box ausbrechen.
Hikikomori Hakoiri Reijou no Kekkon (engl.: The Cloistered Princess and the Royal Groom) bietet eine ungewöhnliche Prämisse für einen Romance-Manga. Protagonistin Mocha leidet unter starken sozialen Ängsten, die sich in ihrer Magie widerspiegeln. Prinz Cyphon bildet dazu den klaren Gegenpol. Anders als viele andere Adlige reagiert er nicht irritiert auf Mochas Verhalten. Selbst als sie ihm nur mit Pferdemaske gegenübersteht, empfindet er sie nicht als seltsam, sondern als interessant. Anfangs ist sie für ihn vor allem eine faszinierende Erscheinung, doch im Laufe der Geschichte wird er zu ihrer wichtigsten Stütze und Motivation, sich Schritt für Schritt zu öffnen. Dennoch muss Mocha immer wieder beweisen, dass sie an seiner Seite bestehen kann. Ihre Magie ist dabei eine Hilfe, doch auch ihr scharfer Verstand spielt eine große Rolle. Wie Mocha und Cyphon gemeinsam Hindernisse überwinden, ergibt eine warmherzige Geschichte mit angenehmer Länge von neun Bänden.

Titel: Koi ni Mudaguchi
Bände: 12
Genre: Comedy, Romanze
Mangaka: Ryoco Fukuyama
Jap. Verlag: Hana to Yume
Oberschüler Nishina ist überzeugt, dass Liebe nur Schmerz bringt und letztlich sinnlos ist. Diese Überzeugung stammt aus bitteren Erfahrungen, die er in der Vergangenheit machen musste. Deshalb hält er sich bewusst von romantischen Beziehungen fern und verbringt seine Schulzeit lieber damit, Shoujo-Mangas zu lesen, herumzualbern und Unsinn zu reden, statt sich auf die Suche nach einer Freundin zu machen. Gemeinsam mit seinen drei Freunden – Aoi, Shiro und Maya – gründet er den sogenannten „Pointless Club“. Dort diskutieren die vier über scheinbar belanglose Themen, führen absurde Experimente durch und teilen ihre Erlebnisse regelmäßig in den sozialen Medien. Doch als sie auf vier selbstbewusste Schülerinnen treffen, geraten ihre Überzeugungen ins Wanken. Den jungen Männern wird klar, dass ihre Schulzeit wertvoll ist, dass sie Erfahrungen sammeln können, die sie ein Leben lang prägen werden – und dass es vielleicht doch keine gute Idee ist, ihre Jugend zu vergeuden.
Koi ni Mudaguchi kombiniert Romantik, Komödie und Slice-of-Life-Elemente. Im Mittelpunkt stehen weniger dramatische Liebesgeschichten, sondern vielmehr die tollpatschigen, humorvollen und manchmal verwirrenden Seiten von Jugend und Freundschaft. Die Protagonisten sind liebenswerte Chaoten – weit entfernt von klassischen Romantikhelden – und genau daraus entsteht der Charme des Mangas: aus spritzigen Wortgefechten, Missverständnissen und langsam heranwachsenden Gefühlen. Wer eine tiefgründige, ernste Liebesgeschichte erwartet, wird hier weniger fündig. Für alle, die eine leichte, romantische Schulkomödie mit sympathischen Charakteren suchen, bietet die Reihe jedoch solide und unterhaltsame Kost. Mangaka Ryoko Fukuyama ist in Deutschland vor allem durch Anonymous Noise und Monochrome Kids bekannt, die bei Carlsen Manga und Egmont Manga erschienen sind. Koi ni Mudaguchi erhielt zudem eine zehnteilige Live-Action-Adaption, die im japanischen Fernsehen ausgestrahlt wurde. Zusammengefasst erzählt die Geschichte auf humorvolle Weise, wie vier junge Männer ihre Schulzeit verbringen, zunächst mit der Liebe hadern, Unsinn anstellen und durch vier Schülerinnen erkennen, dass ihre Jugend doch zu wertvoll ist, um sie zu vergeuden.

Titel: Nami Uraraka ni, Meoto Biyori
Bände: 10+
Genre: Historie, Romanze
Mangaka: Hachi Nishiga
Jap. Verlag: Kodansha
Es ist das Jahr 1936, der Showa-Zeit, als Natsumi Sekiya von ihrem Vater erfährt, dass für sie eine Ehe arrangiert wurde. Ihr Bräutigam soll Takimasa Ebata, Leutnant der kaiserlichen Marine, werden. Kaum, dass sie plötzlich von ihrer arrangierten Ehe erfahren hat, soll sie Takimasa schon nächste Woche heiraten. Obwohl sie zunächst geschockt davon ist, hält sie an der Verlobung fest. Auch trotz der unangenehmen Tatsache, dass ihr Verlobter aufgrund von beruflichen Verpflichtungen nicht anwesend sein kann. Und das nicht mal bei ihrer Hochzeit, wo nur ein Foto von ihm neben ihr sitzt. Als Takimasa zwei Wochen nach der Hochzeit eintrifft und sie sich das erste Mal richtig begegnen, muss Natsumi feststellen, dass ihr Ehemann distanziert und gleichgültig ist. In den ersten Wochen ihres Zusammenlebens kommt es immer wieder zu humorvollen Missverständnissen. Trotz der schwierigen Anfänge kommen sich die beiden gegensätzlichen Persönlichkeiten jedoch allmählich näher …
Nami Uraraka ni, Meoto Biyori (engl.: A Calm Sea and Beautiful Days with You) ist eine historische romantische Komödie, die ganz klar von der Weiterentwicklung der Beziehung von Natsumi und Takimasa lebt. So macht es Spaß, die aufkeimende Liebe des Paares im Alltagsleben zu verfolgen. Am besten lässt sich die Serie mit dem hierzulande populären Werk Meine ganz besondere Hochzeit vergleichen, denn auch hierin sind arrangierte Ehe und die Darstellung unschuldiger Liebe wichtige Bestandteile der Geschichte. Daher mag es wenig überraschen, dass sich die Serie in Japan wachsender Beliebtheit erfreut. Erst 2025 wurde der Manga als Fernsehserie in Japan umgesetzt. Wer sich also mehr Titel in der Art von Meine ganz besondere Hochzeit wünscht, kann mit diesem Titel nicht allzu viel falsch machen. Ein wohliges Gefühl beim Lesen ist mit dem Pärchen vorprogrammiert.

Titel: Taisho Gakusei Aisaika
Bände: 4+
Genre: Historie, Romanze, Drama
Mangaka: Suzu Kayukawa
Jap. Verlag: Kodansha
Im Jahr 1923 der Taisho-Zeit ändert sich das Leben des 24-jährigen Dienstmädchens Fuki. Dies hat einen Grund, denn Yugo, der 18-jährige Erbe der Tachibana-Familie, kehrt nach Tokio zurück, um die erste Kaiserliche Universität zu besuchen. Als Yugo den Auftrag bekommt, sich eine Braut zu suchen, fällt seine Wahl auf Fuki. Dies ist nicht überraschend, denn er kannte Fuki schon, bevor er Tokio verließ. In einer Zeit, wo die Zustimmung der Eltern für eine Heirat notwendig war, beginnt das Eheleben eines temperamentvollen Dienstmädchens und einem Eliteschüler. Kann die Ehe trotz der Unterschiede im Alter und Gesellschaftsstand bestehen?
Taisho Gakusei Aisaika (engl. The Noble Student and His Cinderella) dreht beim Age-Gap den Spieß etwas um, indem diesmal die Braut älter ist als der Bräutigam. Es ist durchaus eine erfrischende Konstellation, wenn man bedenkt, wie stark verbreitet die umgekehrte Variante mit dem älteren Mann ist. Zwar ist der Altersunterschied nicht so gravierend wie bei anderen Titeln, aber dennoch beachtenswert. Für die Taisho-Zeit kommt es vielleicht sogar schon revolutionär herüber, wenn ein Junge aus reichem Hause ein Dienstmädchen heiratet, welches zudem noch sechs Jahre älter ist. Damit bietet der Titel schon eine interessante und spannende Ausgangslage. Doch generell reiht er sich in die Riege der herzerwärmenden romantischen Mangas ein, die in Japan an Beliebtheit gewinnen und die einem beim Lesen schlichtweg gesagt ein gutes Gefühl geben. Wer schon Freude an Werken wie Meine ganz besondere Hochzeit und Nami Uraraka ni, Meoto Biyori hat, der kann auch problemlos zu Taisho Gakusei Aisaika greifen.