10 Mangas, die wir uns in Deutschland wünschen (Teil 16)

Der deutsche Manga-Markt wächst unaufhaltsam und immer mehr Verlage treten mit einem breiten Sortiment an Titeln auf. Doch da sind sie, diese bestimmten Titel, auf die man (noch) vergeblich wartet und bei denen man es kaum erwarten kann, sie eines Tages selbst in deutscher Sprache in den Händen zu halten. Auch in der Redaktion haben wir Empfehlungen, die noch in der heimischen Sammlung fehlen.

Weitere Ausgaben dieser Reihe:

Teil 1 (2018) – Teil 2 (2019) –  Teil 3 (2019) – Teil 4 (2020) – Teil 5 (2020) – Teil 6 (2021) – Teil 7 (2021) – Teil 8 (2022) – Teil 9 (2022) – Teil 10 (2023) – Teil 11 (2023) – Teil 12 (2024) – Teil 13 (2024) – Teil 14 (2025) – Teil 15 (2025)

Folgende Titel unserer Wunsch-Reihe wurden inzwischen für Deutschland lizenziert:

  • Ruri Dragon erscheint ab Juni 2026 bei Egmont Manga (aus Teil 13)
  • Sex Worker in Another World erscheint ab März 2027 bei Manga Cult (aus Teil 15)

Titel: 10 Dance
Bände: 8+
Genre: Boys Love, Drama
Mangaka: Satou Inoue
Jap. Verlag: Kodansha Takeshobo

Shinya Sugiki und seine Partnerin Fusako Yagami sind Meister im Standardtanz und nur knapp an einem internationalen Titel gescheitert. Shinya Suzuki hingegen ist vollkommen zufrieden, mit seiner Tanzpartnerin Aki Tajama ausschließlich an nationalen Turnieren der lateinamerikanischen Tänze teilzunehmen. Obwohl Tajama gerne international antreten würde, fehlt Suzuki der Mut – weshalb er auch Sugikis Angebot ablehnt, gemeinsam beim „10 Dance“ zu starten, einem Wettbewerb, bei dem die Teilnehmenden jeweils fünf Tänze beider Stilrichtungen beherrschen müssen. Sugiki lässt jedoch nicht locker und fordert Suzuki heraus. So stehen die beiden eines Tages vor Sugikis Tanzschule. Obwohl sie sich eigentlich nicht ausstehen können, beginnen sie sich zusammenzuraufen und trainieren einander in ihren jeweiligen Spezialgebieten. Dabei prallen nicht nur ihre Persönlichkeiten, sondern auch ihre Sichtweisen auf den Tanz aufeinander. Auch ihre Tanzpartnerinnen lassen sich von diesem Ehrgeiz anstecken. Um die richtige Tanzhaltung nachvollziehen zu können, tanzen Sugiki und Suzuki miteinander. Doch Suzuki fällt es schwer, sich zu konzentrieren – denn Sugikis enge Tanzhaltung bringt die beiden im Latein in ungewohnt intimen Körperkontakt.

10 Dance stellt in erster Linie das Tanzen selbst in den Mittelpunkt und bietet einen spannenden Einblick in die Welt des professionellen Tanzsports. Der Manga zeigt verschiedene Techniken und legt dabei besonderen Wert auf die Gefühle der Tänzer, die für Ausdruck und Harmonie entscheidend sind. Da es für Männer schwieriger ist, zwischen den Tanzstilen zu wechseln, trainieren die beiden Shinyas häufig ohne ihre Partnerinnen. Besonders im Latein, wo oft mit freiem Oberkörper getanzt wird, entsteht dabei eine spürbar intime Atmosphäre. Die Anziehungskraft zwischen den beiden Männern wird vor allem über Mimik und Körpersprache vermittelt – oft ohne ein einziges Wort. Bekannt wurde die Geschichte zusätzlich durch eine gleichnamige Realfilm-Adaption, die auf Netflix verfügbar ist. In Deutschland erschienen zwei Bände bei Carlsen Manga, die Veröffentlichung wurde jedoch 2017 eingestellt, nachdem der Manga in Japan den Verlag wechselte.


Titel: A Royal Princess with Black Hair
Kapitel: 107
Genre: Komödie, Abenteuer, Abenteuer
Autor: Ellian Yang
Mangaka: Pang-e
Kor. Verlag: Kakao/Naver

Als Euricienne und Caruel, jeweils Prinzessin und Prinz ihrer Reiche Murien und Carna, politisch miteinander verlobt werden, hat keine von beiden darauf Lust. Schon direkt bei ihrer ersten Begegnung versuchen beide, einander zur Scheidung zu bringen. Über diverse dunkle Machenschaften, die beide ihrer Reiche betreffen, inklusive einer Prise dunkler Magie, merken die beiden bald, dass sie sich zwar ständig zanken, aber doch erstaunlich gut miteinander zurechtkommen und sich aufeinander verlassen können.

A Royal Princess with Black Hair erfindet zwar kein Rad neu, aber besticht durch sein Hauptfigurenduo. Gerade Euricienne ist angenehm wandelfähig: Ob sie nun den Leuten mit ihrer eleganten Schönheit die Augen stiehlt, auf der Tanzfläche aufräumt oder ganz buchstäblich Schmackes austeilt – mit ihr wird es nicht langweilig. Zusammen mit Caruel, einem der wenigen, wenn nicht sogar dem einzigen, der mit ihr mithalten kann, entwickelt sie eine sehr unterhaltsame Chemie, die auf angenehme Weise zunächst weniger romantisch als kameradschaftlicher Natur ist. Inhaltlich bietet die Serie neben dem gekonnten Humor auch eine gute Mischung aus Action, Magiespektakeln und einer Prise Politik. Optisch ist die Serie solider Webtoon-Standard und kann neben einer Auswahl lebhafter Kolorierungen auch mit einer abwechslungsreichen Garderobe aufwarten.


Titel: Another Typical Fantasy Romance
Kapitel: 160+
Genres: Fantasy, Romanze
Autor: WOLHET
Mangaka: Anggom/ Shin Chae Won
Kor. Verlag: Comico

Litera wurde bereits zweimal in einer Fantasy-Welt wiedergeboren. In ihrem ersten Leben endete alles tragisch; im zweiten erreichte sie zwar das „Happy End“ mit dem gutaussehenden Prinzen, stellte jedoch fest, dass das Leben am Hofe voller Intrigen und psychisch zermürbend war. Für ihr drittes Leben beschließt sie, alles anders zu machen. Statt dem klassischen, „perfekten“ Helden hinterherzujagen, nimmt sie Kontakt zu Großherzog Pellus Termaine auf. Pellus gilt in der Gesellschaft als monströser, narbiger Krieger des Nordens, vor dem sich alle fürchten. Doch Litera weiß aus ihren beiden vorherigen Leben, dass er in Wahrheit die sanftmütigste und loyalste Seele der Welt ist. So reist sie nach Norden und macht ihm einen Heiratsantrag, was Pellus komplett aus der Bahn wirft, da er in sich nicht die passenden Qualitäten für eine so hübsche Frau sieht.

Another Typical Fantasy Romance besticht vor allem durch die Dynamik zwischen den beiden Hauptfiguren. Es gibt kein unnötiges Drama, da das Paar sehr offen kommuniziert. Missverständnisse werden sofort aufgeklärt und ziehen sich nicht über mehrere Kapitel. Pellus bricht auch mit den üblichen Schönheitsidealen, denn er ist voller Narben, groß und bärtig. Es ist eine Wohlfühl-Story für alle, die genug von toxischen männlichen Leads haben und stattdessen eine Geschichte über gegenseitigen Respekt und echte Zuneigung lesen wollen. Der Titel selbst ist hier absolute Ironie, denn diese Webtoon-Serie ist alles andere als „typisch“. Nach zwei eher missglückten Anläufen in ihrem Isekai-Leben entscheidet sich die Protagonistin Litera für den vermeintlich „monströsen“ Großherzog Pellus – und was man bekommt, ist eine der gesündesten und ehrlichsten Beziehungen im ganzen Genre.


Titel: Hereditary Triangle
Bände: 2
Genre: Drama, Slice of Life
Mangaka: Fumiya Hayashi
Jap. Verlag: Enterbrain

Als Koutarou eines Tages einen Jungen auf der Straße sieht, scheint ihn gerade der Blitz zu treffen: Er sieht seinem alten verstorbenen Freund Tooru wie aus dem Gesicht geschnitten aus. Der Junge entpuppt sich as Tooru Sohn und ruft in ihm und seiner Frau Touko einige Erinnerungen hervor. Beide waren in ihrer Kindheit mit Tooru befreundet und die Jungen waren beidermaßen in Touko verliebt, doch verband alle drei auch abseits davon gleichermaßen ein tiefes Band. Eines Tages jedoch verschwand Tooru aus dem Leben des zukünftigen Ehepaars und verstarb bei einem Unfall bevor die beiden je fragen konnten, warum er sich aus ihrem Leben zurückzog. Mit Kaoru vor Augen kommen sie nun nicht umhin sich einiger Dinge zu stellen, die sie im Leben noch immer bereuen.

Es ist schwer, diese Serie so richtig zu beschreiben. Es geht, wie der Titel nahelegt, um eine Dreiecksbeziehung, aber auch noch um so viel mehr und alles findet gerade einmal zwei Bänden kompakt seinen Platz. Die Kurzserie brilliert darin mit unglaublich einfühlsamen Zeichnungen und Ausdrücken bestimmte Gefühle und speziellere Beziehungsgebilde einzufangen, die sich mit Worten schwer bis gar nicht beschreiben lassen. Auf deutsch dürfte dem ein oder anderem das Folgewerk Jenseits der Worte bereits bekannt sein, dass das inhaltlich unabhängig im gleichen Universum angesiedelt ist und genauso wie diese Reihe auf ein Themenspektrum eingeht, dass man auf diese Weise in medialen Werken ausgesprochen selten antrifft. In Amerika brachte es Hereditary Triangle 2025 sogar zu einer Eisner Award-Nominierung.


Titel: K-9: Public Security Bureau, Division 9 – Special Abilities Countermeasure
Bände: 3+
Genre: Action, Supernatural
Mangaka: Tetsuya Okuyama
Jap. Verlag: Kodansha

Wer eine Straftat begeht, kann „Sin“ – eine übernatürliche Fähigkeit – erwecken. Kommissarin Ren Hizuki hat es mit immer mehr solcher verstärkten Verbrechen zu tun, kann sich aber durch ihre guten Nahkampffähigkeiten und ihrem Scharfsinn gut durchsetzen. Sie schließt sich deswegen der neu gegründeten Abteilung 9 des Amtes für Öffentliche Sicherheit an, wo sie ein Team mit Yushiro Oboro bilden soll. Dieser stellt sich jedoch schon beim ersten Einsatz als Sin-Träger heraus. Hizuki lässt sich davon aber nicht beirren, was ihrem Partner so gut gefällt, dass er sich in sie verliebt. Das ungleiche Duo, sowie der Rest der Einheit, stellen sich den immer größeren Problem und gehen dabei der Ursache für diese Fähigkeiten auf die Spur. Hizuki knöpft sich natürlich auch die Vergangenheit ihres Partners vor.

Der Spaß setzt sofort ein, als Oboro und Hizuki ein Team bilden müssen, denn die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein und gerade das macht viel Laune. Vor allem die taffe, wortkarge Kommissarin lässt sich einfach nicht unterkriegen, obwohl sie eben keine Superpower besitzt. Die Daumen sind aus diesem Grund von Anfang an für sie gedrückt. Was Oboros „Liebe“ angeht, so bleibt es spannend, was er selbst darunter genau versteht und was sich noch zwischen den beiden entwickeln wird. Das Konzept der Sünde ist hier faszinierend eingebaut, denn ab wann erwacht die neue Kraft? K-9 geht infolgedessen dem Konzept von Verbrechen auf die Spur und taucht dabei auch auf psychologischen Tiefgang. Klassisch für eine solche Geschichte tummeln sich bald noch andere faszinierende Charaktere neben dem Duo, wobei es auch auf Seiten der Bösewichte nicht lange dauert, bis eine größere Gruppierung auftaucht. Die Zeichnungen sind klar gehalten, das Charakterdesign ansprechend – Fans von Action-Titeln sollten einen Blick wagen.


Titel: For My Derelict Favorite
Kapitel: 113 + 9
Genre: Fantasy, Romanze
Autor: Kim Seonyu (Original), Ryuho (Adaption)
Mangaka: Kimyong
Kor. Verlag: Naver Webtoon

Wiedergeboren als Hestia, ein Nebencharakter in ihrer Lieblingsnovel, ist die Protagonistin voller Freude und liebt es, die Hauptfiguren von der Seite aus zu beobachten. Sie ist sich sicher, dass sie, sobald die Geschichte endet, wieder in ihre eigene Welt zurückkehrt. Doch nach dem Ende geht es für sie in dieser Welt weiter. Viel schlimmer noch: Ihr geliebter Charakter Caelus nimmt sich das Leben, und damit ergibt für sie alles keinen Sinn mehr. Sie verflucht die beiden anderen Protagonisten, Diana und Helios, da sie deren Verhalten für Caelus’ Tod verantwortlich macht, weil sie ihn nach ihrer Hochzeit links liegen lassen. Wie durch ein Wunder kehrt sie jedoch zum Tag des Endes zurück und will nun Caelus’ Schicksal ändern. Sie verhindert vorerst seinen Selbstmord, doch plötzlich soll sie ihn heiraten. Können der Fan und der geliebte Charakter sich gegenseitig heilen?

Es ist der Traum eines jeden Fans, seine Lieblingscharaktere zu treffen. Für Hestia wird dieser Wunsch wahr. Als Nebenfigur kann sie aus der Distanz beobachten, wie sich die Geschichte entfaltet. Was zuerst nach einer schönen Erfahrung klingt, wird für sie jedoch zu einem Albtraum. Nach dem vermeintlichen Ende kehrt sie nicht in die reale Welt zurück, ihr geliebter Charakter begeht Selbstmord und sie selbst ist todkrank. Doch anscheinend erhören die Götter ihr Flehen und sie kehrt in die Zeit des Endes zurück. Von da an tut sie alles, um Caelus zu helfen und heiratet ihn sogar. Während Hestias Fangirl-Momente durchaus witzig sind, ist gerade der Beginn sehr düster. Umso schöner ist es zu sehen, wie sich die Beziehung der beiden nach und nach entwickelt. Hestia nutzt ihr Wissen aus der Zukunft nicht nur, um Caelus zu helfen, sondern auch, um diejenigen zur Rechenschaft zu ziehen, die an seinem Leid Schuld tragen. Ein bisschen Fantasy, ein bisschen Romance und dazu eine Prise Rache machen My Derelict Favorite zu einer Serie, die nicht allzu lang ist, aber gerade wegen Hestia sehr viel Spaß macht.


Titel: Hikikomori Hakoiri Reijou no Kekkon
Bände: 9
Genre: Fantasy, Romanze
Autor: Yuhi Kitano
Mangaka: Masanari Haraguchi, Mamyoda (Charakterdesign)
Jap. Verlag: Kodansha

Ein herrlicher Ball mit prachtvollen Kleidern, gutem Essen und edlen Getränken – die Elite des Königreichs ist versammelt. Doch in einer Ecke des Saals steht eine schlichte Holzkiste, die so gar nicht in das vornehme Bild passen will. Prinz Cyphons Neugier ist geweckt und er tritt näher. Plötzlich wird er von einer niedlichen Stimme begrüßt. Überrascht, aber fasziniert entdeckt er, dass es sich bei der Kiste um die Tochter von Kanzler Dripss handelt: Mocha – oder genauer gesagt um ihre besondere Magie. Diese erlaubt es ihr, Boxen zu erschaffen und sogar in ihnen zu leben. Cyphon trifft sie tatsächlich im Inneren einer solchen Kiste, doch selbst dort verbirgt sich Mocha unter einer Pferdemaske. Trotz – oder vielleicht gerade wegen – dieser Eigenheiten entsteht zwischen den beiden eine gegenseitige Faszination. Doch wenn Mocha eine echte Beziehung mit dem Prinzen aufbauen will, muss sie im wahrsten Sinne des Wortes aus ihrer Box ausbrechen.

Hikikomori Hakoiri Reijou no Kekkon (engl.: The Cloistered Princess and the Royal Groom) bietet eine ungewöhnliche Prämisse für einen Romance-Manga. Protagonistin Mocha leidet unter starken sozialen Ängsten, die sich in ihrer Magie widerspiegeln. Prinz Cyphon bildet dazu den klaren Gegenpol. Anders als viele andere Adlige reagiert er nicht irritiert auf Mochas Verhalten. Selbst als sie ihm nur mit Pferdemaske gegenübersteht, empfindet er sie nicht als seltsam, sondern als interessant. Anfangs ist sie für ihn vor allem eine faszinierende Erscheinung, doch im Laufe der Geschichte wird er zu ihrer wichtigsten Stütze und Motivation, sich Schritt für Schritt zu öffnen. Dennoch muss Mocha immer wieder beweisen, dass sie an seiner Seite bestehen kann. Ihre Magie ist dabei eine Hilfe, doch auch ihr scharfer Verstand spielt eine große Rolle. Wie Mocha und Cyphon gemeinsam Hindernisse überwinden, ergibt eine warmherzige Geschichte mit angenehmer Länge von neun Bänden.


Titel: Koi ni Mudaguchi
Bände: 12
Genre: Comedy, Romanze
Mangaka: Ryoco Fukuyama
Jap. Verlag: Hana to Yume

Oberschüler Nishina ist überzeugt, dass Liebe nur Schmerz bringt und letztlich sinnlos ist. Diese Überzeugung stammt aus bitteren Erfahrungen, die er in der Vergangenheit machen musste. Deshalb hält er sich bewusst von romantischen Beziehungen fern und verbringt seine Schulzeit lieber damit, Shoujo-Mangas zu lesen, herumzualbern und Unsinn zu reden, statt sich auf die Suche nach einer Freundin zu machen. Gemeinsam mit seinen drei Freunden – Aoi, Shiro und Maya – gründet er den sogenannten „Pointless Club“. Dort diskutieren die vier über scheinbar belanglose Themen, führen absurde Experimente durch und teilen ihre Erlebnisse regelmäßig in den sozialen Medien. Doch als sie auf vier selbstbewusste Schülerinnen treffen, geraten ihre Überzeugungen ins Wanken. Den jungen Männern wird klar, dass ihre Schulzeit wertvoll ist, dass sie Erfahrungen sammeln können, die sie ein Leben lang prägen werden – und dass es vielleicht doch keine gute Idee ist, ihre Jugend zu vergeuden.

Koi ni Mudaguchi kombiniert Romantik, Komödie und Slice-of-Life-Elemente. Im Mittelpunkt stehen weniger dramatische Liebesgeschichten, sondern vielmehr die tollpatschigen, humorvollen und manchmal verwirrenden Seiten von Jugend und Freundschaft. Die Protagonisten sind liebenswerte Chaoten – weit entfernt von klassischen Romantikhelden – und genau daraus entsteht der Charme des Mangas: aus spritzigen Wortgefechten, Missverständnissen und langsam heranwachsenden Gefühlen. Wer eine tiefgründige, ernste Liebesgeschichte erwartet, wird hier weniger fündig. Für alle, die eine leichte, romantische Schulkomödie mit sympathischen Charakteren suchen, bietet die Reihe jedoch solide und unterhaltsame Kost. Mangaka Ryoko Fukuyama ist in Deutschland vor allem durch Anonymous Noise und Monochrome Kids bekannt, die bei Carlsen Manga und Egmont Manga erschienen sind. Koi ni Mudaguchi erhielt zudem eine zehnteilige Live-Action-Adaption, die im japanischen Fernsehen ausgestrahlt wurde. Zusammengefasst erzählt die Geschichte auf humorvolle Weise, wie vier junge Männer ihre Schulzeit verbringen, zunächst mit der Liebe hadern, Unsinn anstellen und durch vier Schülerinnen erkennen, dass ihre Jugend doch zu wertvoll ist, um sie zu vergeuden.


Titel: Nami Uraraka ni, Meoto Biyori
Bände: 10+
Genre: Historie, Romanze
Mangaka: Hachi Nishiga
Jap. Verlag: Kodansha

Es ist das Jahr 1936, der Showa-Zeit, als Natsumi Sekiya von ihrem Vater erfährt, dass für sie eine Ehe arrangiert wurde. Ihr Bräutigam soll Takimasa Ebata, Leutnant der kaiserlichen Marine, werden. Kaum, dass sie plötzlich von ihrer arrangierten Ehe erfahren hat, soll sie Takimasa schon nächste Woche heiraten. Obwohl sie zunächst geschockt davon ist, hält sie an der Verlobung fest. Auch trotz der unangenehmen Tatsache, dass ihr Verlobter aufgrund von beruflichen Verpflichtungen nicht anwesend sein kann. Und das nicht mal bei ihrer Hochzeit, wo nur ein Foto von ihm neben ihr sitzt. Als Takimasa zwei Wochen nach der Hochzeit eintrifft und sie sich das erste Mal richtig begegnen, muss Natsumi feststellen, dass ihr Ehemann distanziert und gleichgültig ist. In den ersten Wochen ihres Zusammenlebens kommt es immer wieder zu humorvollen Missverständnissen. Trotz der schwierigen Anfänge kommen sich die beiden gegensätzlichen Persönlichkeiten jedoch allmählich näher …

Nami Uraraka ni, Meoto Biyori (engl.: A Calm Sea and Beautiful Days with You) ist eine historische romantische Komödie, die ganz klar von der Weiterentwicklung der Beziehung von Natsumi und Takimasa lebt. So macht es Spaß, die aufkeimende Liebe des Paares im Alltagsleben zu verfolgen. Am besten lässt sich die Serie mit dem hierzulande populären Werk Meine ganz besondere Hochzeit vergleichen, denn auch hierin sind arrangierte Ehe und die Darstellung unschuldiger Liebe wichtige Bestandteile der Geschichte. Daher mag es wenig überraschen, dass sich die Serie in Japan wachsender Beliebtheit erfreut. Erst 2025 wurde der Manga als Fernsehserie in Japan umgesetzt. Wer sich also mehr Titel in der Art von Meine ganz besondere Hochzeit wünscht, kann mit diesem Titel nicht allzu viel falsch machen. Ein wohliges Gefühl beim Lesen ist mit dem Pärchen vorprogrammiert.


Titel: Taisho Gakusei Aisaika
Bände: 4+
Genre: Historie, Romanze, Drama
Mangaka: Suzu Kayukawa
Jap. Verlag: Kodansha

Im Jahr 1923 der Taisho-Zeit ändert sich das Leben des 24-jährigen Dienstmädchens Fuki. Dies hat einen Grund, denn Yugo, der 18-jährige Erbe der Tachibana-Familie, kehrt nach Tokio zurück, um die erste Kaiserliche Universität zu besuchen. Als Yugo den Auftrag bekommt, sich eine Braut zu suchen, fällt seine Wahl auf Fuki. Dies ist nicht überraschend, denn er kannte Fuki schon, bevor er Tokio verließ. In einer Zeit, wo die Zustimmung der Eltern für eine Heirat notwendig war, beginnt das Eheleben eines temperamentvollen Dienstmädchens und einem Eliteschüler. Kann die Ehe trotz der Unterschiede im Alter und Gesellschaftsstand bestehen?

Taisho Gakusei Aisaika (engl. The Noble Student and His Cinderella) dreht beim Age-Gap den Spieß etwas um, indem diesmal die Braut älter ist als der Bräutigam. Es ist durchaus eine erfrischende Konstellation, wenn man bedenkt, wie stark verbreitet die umgekehrte Variante mit dem älteren Mann ist. Zwar ist der Altersunterschied nicht so gravierend wie bei anderen Titeln, aber dennoch beachtenswert. Für die Taisho-Zeit kommt es vielleicht sogar schon revolutionär herüber, wenn ein Junge aus reichem Hause ein Dienstmädchen heiratet, welches zudem noch sechs Jahre älter ist. Damit bietet der Titel schon eine interessante und spannende Ausgangslage. Doch generell reiht er sich in die Riege der herzerwärmenden romantischen Mangas ein, die in Japan an Beliebtheit gewinnen und die einem beim Lesen schlichtweg gesagt ein gutes Gefühl geben. Wer schon Freude an Werken wie Meine ganz besondere Hochzeit und Nami Uraraka ni, Meoto Biyori hat, der kann auch problemlos zu Taisho Gakusei Aisaika greifen.

 

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