10 Mangas, die wir uns in Deutschland wünschen (Teil 7)

Der deutsche Manga-Markt wächst unaufhaltsam und immer mehr Verlage treten mit einem breiten Sortiment an Titeln auf. Doch da sind sie, diese bestimmten Titel, auf die man (noch) vergeblich wartet und bei denen man es kaum erwarten kann, sie eines Tages selbst in deutscher Sprache in den Händen zu halten. Auch in der Redaktion haben wir Empfehlungen, die noch in der heimischen Sammlung fehlen. 

Weitere Artikel aus dieser Reihe:

Update

Folgende Titel unserer Wunsch-Reihe wurden inzwischen für Deutschland lizenziert:
Blue Lock

Blue Lock erscheint ab November 2021 bei Kazé Manga.

Prinz Freya

Prinz Freya erscheint seit September 2021 bei altraverse.

Zettai BL ni Naru Sekai VS Zettai BL ni Naritakunai Otokoi

BL Forever vs. no more BL erscheint ab August 2022 bei Egmont Manga.

Kimi ni wa todokanai

Ich kann dich nicht erreichen erscheint ab August 2022 bei Manga Cult.

Raise wa Tanin ga Ii

Titel: Raise wa Tanin ga Ii
Mangaka: Asuka Konishi
Jap. Verlag: Kodansha
Bände: 4 +
Genre: Drama, Romanze, Psychologie

Yoshino Somei ist eigentlich eine normale Highschool-Schülerin, wenn sie nicht die Enkelin des größten Mafia-Bosses in Osaka wäre. Eines Tages erklärt ihr genau dieser, dass er eine Verlobung für sie mit dem gleichaltrigen Miyama Kirishima arrangiert hat. Der gehört natürlich zur Tokioter Yakuza und mit der Hochzeit soll ein Bündnis zwischen den beiden Clans entstehen. Für ein Jahr wird Yoshina daher nach Tokio geschickt. Dort muss sie jedoch feststellen, dass der Gentleman Kirishima ihr nur etwas vorspielt. In Wirklichkeit ist er brutal, unberechenbar und hat Null Interesse an der ordinären Yoshino. Doch anstatt nach Hause zu flüchten, plant die Yakuza-Tochter ihre Rache: Ihr Angedachter soll sich Hals über Kopf in sie verlieben, damit sie ihn nach einem Jahr knallhart abservieren kann, um mit erhobenen Haupt nach Haus zurückzukehren. 

Abseits der typischen Liebesgeschichte präsentiert sich hier eine Geschichte, die das Mafia-Thema nicht nur als unscheinbare Kulisse verwendet. Drogen, Organhandel und Entführungen stehen auf dem Tagesplan von Raise wa Tanin ga Ii, womit Yoshino in Tokio konfrontiert wird. Wer allerdings glaubt, dass die hübsche Schülerin normal ist, der wird nicht schlecht staunen. Yoshina ist nämlich mit allen Wassern gewaschen und überrascht mit einem starken Willen und unerwarteten Taten. Ihr Gegenstück Kirishima darf sich hingegen als waschechter Psychopath bezeichnen. Deswegen fesselt es von Beginn an, wie sich diese Beziehung weiterentwickelt, da sie eher einem Katz- und Mausspiel ähnelt ‒ mit zwei Katzen! Mit ebenso unerwarteten Charakterzügen gesellen sich weitere Figuren zu dem Ensemble. Der etwas kantigere Zeichenstil passt zur gerne düsteren Handlung, überrascht aber auch immer wieder mit sehr feinen Details, wie den ausgefallen Tattoos.

Titel: Kuroko’s Basketball
Mangaka: Tadatoshi Fujimaki
Jap. Verlag: Shueisha
Bände: 30
Genre: Sport, Drama, Komödie

An der Serien-Highschool schreibt sich der frisch aus Amerika zurückgezogene Kagami für das Basketball-Team ein. Dort lernt er dann auch den unscheinbaren Kuroko kennen, der auf den ersten Blick für diesen Sport kein Talent besitzt. Jedoch überrascht in einem Trainingsmatch der blauhaarige Junge damit, dass er gefühlt auf dem Spielfeld verschwindet und dabei den Ball wie durch Zauberhand weiterspielt. Keine Wunder also, dass er in der Mittelschule als “Phantom Sixth Member” der hochgelobten Wundergeneration betitelt wurde. Und genau gegen diese herausragenden Spieler möchte Kuroko nun antreten und bittet daher Kagami ihm dabei zu helfen. Da dieser nach starken Gegnern sucht, schlägt er ein und zusammen mit der erst letztes Jahr gegründeten Mannschaft ziehen sie los in die Wettkämpfe.

In Kuroko’s Basketball begleiten wir das sympathische Team der Serien-Highschool, das versucht, sich durch die Turniere zu spielen. Dabei treffen die Mitglieder recht schnell auf die interessanten und hochbegabten Spieler der Wundergeneration, die allesamt ein zu großes Ego besitzen. Mit viel Nervenkitzel verlaufen die einzelnen Matches und der Mangaka nimmt sich Zeit, auch die gegnerische Seite mit Leben zu füllen. Teamgeist und Freundschaft stellen dabei zentrale Themen dar. Der Sport Basketball wird ebenso ausführlich erklärt, so dass auch Anfänger hier mitkommen und regelrecht eine Leidenschaft für diesen Sport entwickeln. Dabei schafft es der Autor ebenso einen gelungenen Spagat zwischen Ernst und Humor zu finden. Es kollidieren nämlich einige angestaute Emotionen auf dem Spielfeld, die nach und nach ans Tageslicht kommen. Mit viel Liebe zum Sport erweckt Fujimaki seinen Manga, in den vor allem auch Fans von Haikyu!! reinschnuppern sollten.

Titel: Sensei wa Koi wo Oshierarenai
Mangaka: Motomi Minamoto
Jap. Verlag: Shogakukan
Bände: 4+
Genre: Romanze, Komödie, Slice of Life

Für ihre Kolleginnen ist Rinko Yoshitaka Dauer-Single. Doch was diese nicht wissen ist, dass die schwarzhaarige junge Frau sehr wohl in einer Beziehung ist. Jedoch ist der Mann ihrer Träume ein Schüler von ihr und heißt Ryo Arase. Der auf den ersten Blick faule Blondschopf arbeitet jeden Abend, um seinen Lebensunterhalt zu finanzieren. Seit einer Weile sind sich beide ihrer Gefühle bewusst und treffen sich heimlich. Allerdings meckert Rinkos Gewissen immer wieder, weswegen sie Arase erklärt, dass sie erst in drei Jahren, wenn er erwachsen ist, ein richtiges Paar werden können. Halten die beiden mit ihren immer stärker werdenden Gefühlen bis dahin durch? 

Sensei wa Koi wo Oshierarenai ist eine herzliche Liebesgeschichte mit zwei sehr sympathischen Hauptfiguren. Während Rinko arg mit ihrer Position als Lehrerin und ihren starken Gefühlen für Arase kämpft, nimmt es ihr Gegenstück sehr gelassen. Was vor allem daran liegt, dass der Gute ständig müde ist und deswegen auch schlechte Noten hat. Prima Gelegenheiten für seine Lehrerin ihm unter die Arme zu greifen, was für Lesende in perfekt getimten humoristischen Einlagen endet. Dabei kommen aber auch die romantischen Seiten nie zu kurz. Wobei eine gute Portion Geduld gefragt ist, da natürlich alles heimlich stattfinden muss und wehe Arase versucht Rinko zu küssen! Die Chemie stimmt zwischen den beiden. Vor allem ist es angenehm, dass beide die Gefühle des anderen vom ersten Kapitel an kennen und akzeptieren. Ein wenig Spannung schwebt in der Luft, denn trotz allem ist Rinko eine Lehrerin, die versucht sich an ihre selbst auferlegte Regel mit den Jahren zu halten. Mit eher einfachen, aber klaren Zeichnungen porträtiert die Mangaka die Wohlfühlgeschichte.

Titel: Kowloon Generic Romance
Mangaka: Jun Mayuzuki
Jap. Verlag: Shueisha
Bände: 5+
Genre: Drama, Mystery, Romanze

Inmitten von dicht an dicht gelegenen Wohngebäuden der Kowloon Walled City, lebt die 32 Jahre alte Reiko Kujirai. Sie arbeitet in einer Maklerei und führt ein recht normales Leben. Neben ihrer Vorliebe für das Rauchen und das Essen von Wassermelonen empfindet sie auch besonderes Interesse an ihrem Kollegen Kudou. In einer Stadt voller Gegensätze, aber auch Mysterien, geht Reiko ihrem Alltag nach. Mit der Zeit werden nicht nur die Geheimnisse über die Welt, aber auch über Reiko selbst gelüftet. 

Die Geschichte spielt sich in einer fiktiven Version des früher real existierenden Stadtteils Kowloon Walled City in Hongkong ab. Zudem leidet die Protagonistin Reiko unter Gedächtnisverlust, was das Ganze spannend und mysteriös wirken lässt. Es handelt sich also hierbei nicht um eine übliche Romanze, da auch das Sci-Fi-Genre sich vorfinden lässt. So gibt es eine durch künstliche Technologien erschaffene Welt namens ”Generic Terra”, die über der Kowloon Walled City am Firmament schwebt. Letztendlich besitzt der Manga eine tolle mysteriöse Atmosphäre und es kommen immer wieder Hinweise, in welche Richtung es gehen soll. Zumal will man wissen, wer Reiko wirklich ist. Ein weiterer Pluspunkt sind die Zeichnungen von Mangaka Jun Mayuzuki (After the Rain), denn die sind einfach fantastisch.

Titel: Ilegenes ~ Kokuyou no Kiseki
Mangaka: Kachiru Ishizue 
Autorin: Mizuna Kuwabara
Jap. Verlag: MAG Garden
Bände: 5
Genre: Action, Drama, Science-Fiction

Ilegenes ist eine Insel, die für ihre Fähigkeiten in der genetischen Forschung weltweit bekannt ist. Aber dahinter verbirgt sich eine Brutstätte von illegalen Klonen, die für eine beachtliche Summe am Schwarzmarkt verkauft werden. Fon Fortinbras Littenber, der von Doktor Littenber adoptiert wurde, tritt der Ilegenes Militärakademie bei, um die Verbindungen zum Schwarzmarkt zu kappen. Zudem will er den besudelten Namen der Insel, die auch das genetische Sodom genannt wird, wieder reinwaschen. Dies ist ein besonderes Anliegen von ihm, da Fons Eltern vor seinen Augen getötet wurden als er noch ein Kind war. Bei seinem Vorhaben wird er von Jacques unterstützt, der zu einem sehr guten Freund von Fon wird. 

Eigentlich ist Ilegenes ~ Kokuyou no Kiseki  ein Shoujo-Manga, der in der Comic Avarus des japanischen Verlags Mag Garden erschienen ist. Zudem existiert noch eine dreibändige Fortsetzung, welche im dritten Schuljahr von Fon spielt. Die Manga-Serie basiert auf die zweibändige Light Novel Ilegenes: The Genetic Sodom Ilegenes. Die Geschichte ist, bis auf einige Bromance-Momente, relativ neutral gehalten, dadurch kann sie inhaltlich ein größeres Zielpublikum ansprechen. Es ist auch keine zuckrige Story, denn dieser Titel kann mitunter ziemlich düster sein und Fon tötet jemanden, in dem er diesen Mann den Bauch aufschlitzt und so die Gedärme zum Vorschein kommen. Also durchaus nicht ganz unblutig, wobei der Schwerpunkt mehr auf dem Drama, den Intrigen und den menschlichen Abgründen liegt.

Titel: Ari no Ou
Mangaka: Ryuu Itou
Autor: Nagahisa Tsukawaki
Jap. Verlag: Akita Shoten
Bände: 13+
Genre: Action

Aguri Shiro ist gesellschaftlich gesehen eigentlich ein Niemand und nimmt quasi jeden Job an, um über die Runden zu kommen. Allerdings wird ihm genauso oft wieder gekündigt, weil er immer in Schlägereien gerät. Er ist allerdings der Bastardsohn von Kisaburo Rikudo. Sein Vater ist kürzlich verstorben und hat ein Vermögen sowie seine Firma hinterlassen. Der Berater des Konzernchefs Neko Choukichi sucht Aguri auf, um ihn davon zu überzeugen sein Erbe aufzugeben. Denn Kisaburo hat noch drei weitere Kinder, die absolut nicht darüber erfreut sind, dass noch jemand ihnen das Erbe streitig machen könnte. Besonders jemand, der wirklich das Kind von Kisaburo ist. Aber Aguri denkt gar nicht daran, das zu tun, was andere von ihm wollen, egal in welchen Schwierigkeiten ihn das bringen wird.   

Keine tiefsinnige Geschichte, sondern vor allem eines: blutige Action und viel Gewalt. Als Shounen wird es aber nicht allzu grafisch, obwohl so eine Enthauptung auch nicht gerade schön anzusehen ist. Aber da existieren andere Werke, die da noch mehr ins Detail gehen. Der Hauptcharakter Aguri geht mit seinen Mitmenschen auch nicht gerade zimperlich um und ist ein Bad Boy wie er im Buche steht. Er ist so berüchtigt, dass er ständig Drohungen von Bandenmitgliedern bekommt und andere vor ihm kuschen. Er scheut ebenso nicht davor zurück, normale Leute zu verprügeln. Aguri ist also nicht der klassische Held, den man sonst hat und genau das macht den Titel so spannend und spaßig. Besonders Fans von Werken wie Sun-Ken Rock dürften Ari no Ou ansprechen.

Titel: We Don’t Know Love Yet
Mangaka: Minami Mizuno
Jap. Verlag: Shueisha
Bände: 11
Genre: Romanze, Slice of Life

Die Oberschule ist für viele eine Zeit der Selbstfindung und Entscheidungen. Auch das Thema erste große Liebe tritt häufig zum ersten Mal auf. Eiji Aihara, Naohiko Bessho und Izumi Shiosaki sind bereits seit der Mittelschule befreundet. Naohiko und Izumi leben aktuell in einer Fernbeziehung. Während der Mittelschulzeit verliebte sich Eiji häufig in ältere Schülerinnen, an eine feste Beziehung dachte er dabei allerdings nie. In der Oberschule bemerkt er, dass etwas in seinem Leben fehlt. Seine Mitschülerin Mizuho Ikezawa kommt ihm näher, doch Eiji hält sie auf Abstand, da er bemerkt, wie Taichi Senami Gefühle für sie hat. Währenddessen versucht Koharu Fujimura herauszufinden, was Gefühle bedeuten. Für sie alle ist die Liebe eine Herausforderung.    

Die romantische Geschichte über sechs Jungen und Mädchen, die die Liebe noch nicht kennen, zeigt Minami Mizuno in We Don’t Know Love Yet. Ähnlich wie in ihrer vorherigen Reihe Rainbow Days, die in 16 Bänden von Egmont Manga in Deutschland veröffentlicht wurde, legt sie auch hier großen Wert auf die unterschiedlichen Charaktere. Realistisch, mit viel Humor, großen Bildern und Emotionen zeigt die Mangaka den Alltag der Schülerinnen und Schüler mit dem Fokus auf die Gefühle. Wer sehen möchte, wie sich die verschiedensten Menschen mit Nervosität, Empfindungen und der Unerfahrenheit auseinandersetzten, kann die romantische Geschichte der Schüler*innen, die die Bedeutung der Liebe entdecken, ohne Bedenken lesen.

Titel: Nagiko no Hanashi
Mangaka: Gotou
Jap. Verlag: Taiyo Tosho
Bände: 1
Genre: Drama, Romanze, Boys Love

Kazuya und Kouhei sind schon seit 23 Jahren Kindheitsfreunde und ebenso lange hüten sie jeweils ein Geheimnis, ohne die Absicht es je auszusprechen. Doch als der zweite Todestag von Nagiko naht, kommen Erinnerungen wieder auf. Auch Nagiko, eine gemeinsame Kindheitsfreundin der beiden aus ihrer Jugend, und Kazuyas Ehefrau haben noch ihre eigene Geschichte zu erzählen. Wie sie sich in den sanftmütigen Kazuya verliebt hat, sich mit dessen eher flattrigen besten Freund Kouhei anfreundete. Und auch darüber, was sie über die beiden herausfand, aber angesichts ihrer Krankheit zunächst verschwieg … 

Ein Boys Love Titel, der ordentlich aus Reihe des Genre-Standards tanzt. Der Hauptfokus liegt zwar auf den dramatisch Aspekten, doch gibt es zahlreiche kleine Charakter-Momente, die die Figuren mit eigenen schrulligen Ecken und Kanten herausarbeiten. Überspannt wird dabei ein Zeitfenster von zweieinhalb Dekaden von früher Kindheit über das Schulleben zum Erwachsenenalter im Arbeitsleben. Trotz der Tragik hat es letztlich eine sehr optimistische, zukunftsorientierte Stimmung. Die Gefühle der drei zueinander und das absolute Wohlwollen füreinander kann man aus dem bodenständig gehaltenem Artwork geradezu spüren. Persönlich vor allem erstaunt mich vor allem das schier greifbare Bild, das hier über eine Art von “Liebe” gezeichnet wird, für das es als solches gar kein eigenes Wort gibt. Nagiko ist für Kazuya keine Familie und auch keine Geliebte, aber offenkundig auch mehr als einfach nur eine Freundin. Seine Gefühle ihr gegenüber sind anders als gegenüber Kouhei und dennoch ist sie ihm so teuer, dass sie neben Kouhei keinesfalls den Kürzeren zieht. Trotz der Kürze weiß das Werk Emotionen zu beschwören. 

Titel: Makki Gan demo Genki desu
Mangaka: Hilnama
Jap. Verlag: Breaks Comics
Bände: 1
Genre: Autobiografie, Drama 

Autorin Hilnama ist 38 Jahre alt, verheiratet und eigentlich Boys Love-Erotik-Zeichnerin, die man mehr auf Doujin-Events sieht. Nach einiger Zeit eines komischen, nicht enden wollendem Hungergefühls, klappt sie um. Eigentlich erstmal aufgrund eines besonders heftigen Falls ihrer notorischen Menstruationsbeschwerden, doch dank Insistierens ihres Manns lässt sie sich trotz der Sorglosigkeit eines (Quacksalber-)Hospitalarzts doch noch einmal untersuchen. Der bemerkt durch reines Fingergefühl etwas seltsames, sodass Hilnamas Serie von Untersuchungen beginnt. Diagnose: Darmkrebs Stufe 4. Durchschnittliche Restlebenszeit 2 Jahre. Doch auch mit Krebs kann man noch Reis essen und auch Alkohol schmeckt gut! 

Makki Gan demo Genki desu (“Krebs im Endstadium, aber es geht mir gut”) hat ohne Zweifel ein sehr bedrückendes Thema. Da es zudem auch noch um ein autobiografisches Werk handelt, geht es um so mehr unter die Haut, denn es besitzt die Zeichnung einer persönlichen Realität. Dennoch ist das Werk durchgehend mit einem erstaunlichen Sinn von Humor gefüllt, der einen mitunter sogar die Schwere vergessen lässt. Hilfreich ist dabei sicherlich das Artwork – Hilnama präsentiert sich selbst und ihren Mann als Hasen – das einen Spagat zwischen humoristischer Überzeichnung als auch realistische Detailtreue schafft. Nicht zuletzt auch über gewitzte Metaphern von so manch einem Bild, dass sich nicht so direkt grafisch zeigen lässt. Seien das Referenzen auf ihre Arbeit als BL-Erotik-Autorin oder ihre medizinischen Untersuchungen. Doch vor allem ist das Werk eines: Leicht verständlich und dennoch ungemein informativ. Medizinisches Vokabular ist naturgemäß einiges vorhanden, aber vor allem geht es um den generellen Ablauf und die Wirren des Prozederes und auch das Einsinken der tatsächlichen Bedeutung einer solchen Diagnose. Hilnamas Selbstzeichnung ist dabei zwar das eines niedlichen Hasens voller Slapstick, hält dennoch ein sehr breites Spektrum an emotionalen Ausdrücken parat, sodass man einen Einblick bekommt, wie beschwerlich das Ganze tatsächlich ist. Definitiv ein Werk, das für ein breiteres Publikum zugänglich sein sollte.

Titel: Tokyo Revengers
Mangaka: Ken Wakui
Jap. Verlag: Kodansha
Bände: 23+
Genre: Action, Drama, Supernatural

Der 26-jährige Takemichi Hanagaki kann nicht gerade behaupten, dass sich sein Leben gut entwickelt hätte. Ohne jegliche Hoffnung, dass sich sein bedauernswerter Alltag ändern könnte, muss er auch noch eine tragische Nachricht verkraften. Seine Ex-Freundin Hinata Tachibana und ihr Bruder Naoto sind Opfer der Tokyo Manji-Gang geworden und verloren ihr Leben. Als Takemichi eines Tages von einem Unbekannten auf die Bahngleise gestoßen wird, landet er plötzlich 12 Jahre in der Vergangenheit, nämlich im Jahr 2005. Erstaunt muss er feststellen, dass er nun wieder Mittelschüler ist. Damit bietet sich ihm die Gelegenheit die Zukunft zu ändern, um Hinata vor ihrem Tod zu bewahren. Zu Beginn gelingt Takemichi ein Zeitparadoxon, in dem Naoto überlebt und Detektiv wird. Zudem will er die gefährliche Tokyo Manji Gang infiltrieren. Doch dies ist erst der Anfang von Takemichis langer Mission … 

Spätestens durch die diesjährige Anime-Serie dürfte Tokyo Revengers in aller Munde sein. Denn die Verkäufe des Mangas haben sich seit der Adaption in Japan deutlich vervielfacht. So wird früher oder später jeder Manga-Leser mal zufällig über die Serie stolpern, denn was erfolgreich ist, kann schnell Aufmerksamkeit erregen. In erster Linie wird einem eine Serie mit Zeitreise-Thematik geboten, die natürlich eine Menge Plottwists auf Lager hat. Es ist extrem spannend zu verfolgen, wie Takemichi seine Mission nach und nach bewältigt. Dabei lernt man einige coole Charaktere kennen, während Takemichi sich unter die Tokyo Manji-Gang mischt. Der Mangaka Ken Wakui ließ sich von Titeln wie Erased – Die Stadt, in der es mich nicht gibt und Re:Zero – Starting Life in Another World inspirieren, wodurch auch Fans der genannten Serien hieran gefallen finden können.

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