10 Mangas, die wir uns in Deutschland wünschen (Teil 8)

Der deutsche Manga-Markt wächst unaufhaltsam und immer mehr Verlage treten mit einem breiten Sortiment an Titeln auf. Doch da sind sie, diese bestimmten Titel, auf die man (noch) vergeblich wartet und bei denen man es kaum erwarten kann, sie eines Tages selbst in deutscher Sprache in den Händen zu halten. Auch in der Redaktion haben wir Empfehlungen, die noch in der heimischen Sammlung fehlen. 

Weitere Artikel aus dieser Reihe:

Update

Folgende Titel unserer Wunsch-Reihe wurden inzwischen für Deutschland lizenziert:
Tokyo Revengers

Tokyo Revengers erscheint ab März 2022 bei Carlsen Manga

Yoru to Umi

Night and Sea erscheint ab April 2022 bei Kazé Manga

Akai Kiri no Naka kara

Titel: Akai Kiri no Naka kara – From The Red Fog
Bände:  4+
Genre: Drama, Horror, Psychological

Mangaka: Mosae Nohara
Jap. Verlag: Square Enix  

Die Geschichte spielt im England des 19. Jahrhunderts und dreht sich um den Jungen Rwanda, der in fragwürdigen Verhältnissen aufwächst. So ist Mutter Miranda eine kaltblütige Mörderin, die ihren Sohn im Keller einsperrt. Rwanda kümmert sich immer um die Leichen der Opfer, die er für seine Mutter entsorgen muss. Eines Tages, nach einem Vorfall, schafft es Rwanda das Haus zu verlassen und kommt in einem Waisenhaus unter. Doch Rwanda findet an dem langweiligen Alltag keinen Gefallen und tritt in die Fußstapfen seiner Mutter …

Das Erfrischende und Ungewöhnliche an der Manga-Serie Akai Kiri no Naka kara – From The Red Fog ist die Hauptfigur Rwanda, denn der unschuldig aussehende Junge ist wirklich mörderisch und sucht sich immer wieder neue Opfer. Zudem findet er gefallen an Menschen, die so sind wie er selbst. Damit besitzt die Serie keinen typischen Protagonisten und ist hinzu noch extrem unterhaltsam, denn kaum hat man ein Kapitel durch, will man schon das Nächste lesen. Im Horror-Genre stellt die Serie jetzt schon eine Bereicherung dar, denn sie entfaltet perfekt eine düstere Atmosphäre und überzeugt mit einer packenden Geschichte. Die Zeichnungen von Mosae Nohara hinterlassen einen positiven Eindruck und erinnern vom Stil her etwas an Titel wie Black Butler und Bungo Stray Dogs. In den USA wurde das Potenzial der Geschichte schon erkannt, denn Yen Press veröffentlicht sie unter dem Titel “From the Red Fog”.

Akuyaku Reijo nano de Last Boss wo Kattemimashita

Titel: Akuyaku Reijo nano de Last Boss wo Kattemimashita
Bände: 3
Genre: Komödie, Fantasy, Romanze  

Mangaka: Anko Yuso
Autorin: Sarasa Nagase
Jap. Verlag: Kadokawa Shoten 

Bad Ends sind schlecht, noch schlechter ist es allerdings, wenn man selbst geradewegs darauf zusteuert. Die Protagonistin wird als Aileen wiedergeboren, der Antagonistin des Otome Games, welches sie zuletzt gespielt hatte. Sie erlangt genau dann ihre Erinnerungen wieder als der Kronprinz die Verlobung annulliert und sie wegen Mobbing der Heldin öffentlich anprangert. Aileen will ihr Bad End auf jeden Fall verhindern, denn sie wird entweder dem Dämonenkönig geopfert, von ihm in Drachenform nieder gestampft oder geröstet. Alles nicht gerade erstrebenswert und so beschließt sie den Dämonenkönig Claude einfach zu heiraten. Er ist irritiert von diesem Mädchen, welches sogar wagt ihm ein Aphrodisiakum unterjubeln zu wollen. Aileen ist fest entschlossen ihn zu heiraten und als sie ein Dämonenkind rettet, ändert sich sein Verhalten ihr gegenüber. Dann wäre noch die sogenannte Heldin Lilia, die ist gar nicht so nett, wie sie sein sollte.

Akuyaku Reijo nano de Last Boss wo Kattemimashita ist eine witzige, kurze Serie, die auf einer Light Novel basiert. Aileen geht darin sehr dreist vor, aber bei ihr ist der Kopf zumindest nicht nur zur Zierde da. Sie ist gerissen und gebildet, zudem will sie gerade den ärmeren Leuten helfen. Claude hat eine eher tragische Geschichte, daher lebt er von Menschen zurückgezogen. Optisch sieht die Serie im Inneren deutlich besser aus als man vom Cover erwarten mag. Der US-Verlag Yen Press veröffentlicht die Reihe, sowohl Manga als auch Light Novel, unter dem Titel “I’m the Villainess, So I’m Taming the Final Boss”.

Dragon Goes House-Hunting

Titel: Ein Drache auf Wohnungsjagd
Bände: 8+
Genre: Abenteuer, Fantasy, Komödie
Autor: Kawo Tanuki
Mangaka: Choco Aya
Jap. Verlag: Mag Garden 

Letty ist ein junger Drache, der allerdings für seinen Vater die reinste Enttäuschung ist. Er ist schwach, ängstlich und kann noch nicht einmal ein Ei vor Jägern bewachen geschweige es wieder zu beschaffen. Aus diesem Grund wird Letty aus seinem Zuhause hinausgeworfen und muss nun sein Leben alleine bewältigen. Doch das geht schon einmal gehörig schief, als er von Zwergen in einen Käfig gesteckt wird und diese ihn in Einzelteile zerlegen wollen. Glücklicherweise kann er diesem Schicksal entfliehen, doch sein Wunsch nach einem sicheren Heim für sich wird dadurch umso größer. Auf seiner Suche trifft er auf den Elfen Dearia, der von Beruf Architekt sowie Dämonenkönig ist. Beide begeben sich auf die Suche nach einem Haus für Letty und diese Reise wird den jungen Drachen vielleicht reifen lassen oder die manchmal gefährlichen Hausbesuche werden ihn ins Grab bringen.

Ein Drache auf Wohnungsjagd (jap. “Dragon, Ie wo Kau.”) ist eine sehr witzige Geschichte mit sympathischen Charakteren, die schnell liebgewonnen werden können, besonders beim Anblick von Piep sollte das eine oder andere Herz schmelzen. Es ist keine typische Fantasy-Geschichte, auch wenn sie alle Elemente und Klischees verwendet, die zum Teil auch als Parodie verwendet oder eben in ein etwas anderes Licht gesetzt werden. Dadurch macht die Manga-Reihe sehr viel Spaß, denn es gibt viel zu entdecken in der Welt von Letty und Dearia. Seven Seas Entertainment veröffentlicht bereits die Serie unter dem Titel Dragon Goes House-Hunting. Die Anime-Serie hierzu lief bei Wakanim im Simulcast auch auf deutsch.

Isekai ni Kyuuseishu to shite Yobaremashita ga

Titel: Isekai ni Kyuuseishu to shite Yobaremashita ga, Around 30 ni wa Muri na no de, hissori Book Café Hajimemashita.
Bände: 4+
Genre: Fantasy, Romanze

Mangaka: Reiko Sakurada
Autorin: Kyouka Izumi und Oumiya
Jap. Verlag: Shogakukan 

Tsukina ist eine Auserwählte und soll als Retterin in eine andere Welt geschickt werden. Doch sie hat absolut kein Interesse, denn sie ist schon über 30 Jahre und will lieber ein stabiles Umfeld und nicht gegen irgendwelche Monster kämpfen. Doch der Gott jener Welt lässt nicht locker und macht einen Deal mit ihr. Sie bekommt alles, was sie will und dafür ist sie der Ersatz, wenn einer der anderen Auserwählten ausfällt. Sie willigt ein und eröffnet ein Bücher-Café, welches schon bald männlichen Besuch mit sich bringt. Il ist genauso ein Bücherwurm und zudem noch Anführer der Ritter. Tsukina und er verbringen immer mehr Stunden zusammen mit lesen. Il kann sich endlich entspannen, denn im Palast geht alles drunter und drüber wegen einem Mädchen, das ebenso eine Retterin ist. Sie ist eine regelrechte Tyrannin, manipuliert den Prinzen und kann nichts anderes als hübsch zu sein.

Der erste Band von Isekai ni Kyuuseishu to shite Yobaremashita ga, Around 30 ni wa Muri na no de, hissori Book Café Hajimemashita. ist zumindest recht ruhig und erinnert an The Saint’s Magic Power is Omnipotent, da Tsukina gefühlt zwar alles kann, aber auf den Boden der Tatsachen bleibt. Sie ist sehr sympathisch und dasselbe gilt für Il, man sieht den beiden gerne zu. Der US-Verlag Seven Seas veröffentlicht den Manga unter dem Titel “The Savior’s Book Café Story in Another World”. Wie man vielleicht erahnen kann, basiert der Manga auf einer Light Novel, die von Kyoka Izumi stammt.

Kieta Hatsukoi

Titel: Kieta Hatsukoi
Bände: 7+
Genre: Romanze, Komödie, Slice of Life
Autorin: Wataru Hinekure
Mangaka: Ayuko
Jap. Verlag: Shueisha 

Aoki ist heimlich in seine Klassenkameradin Hashimoto verliebt. Als er einen Radierer vergisst, leiht sie ihm ihren, doch muss er feststellen, dass sie den Namen ihres Schwarms drauf eingeritzt hat. Zu allem Überfluss sitzt der Besitzer ebendiesen Namens, Ida, auch noch direkt vor ihm und sammelt den Radierer auf, als er versehentlich vom Tisch fällt. Um Hashimotos Gefühle etwaig nicht zu verletzten, behält er für sich, dass das nicht sein eigener Radierer ist. Was Ida, der schon keinen blassen Schimmer vom konventionellen Liebesthema an sich hat, erstmal aus der Fassung bringt. Aber er macht sich dann ganz ernsthaft Gedanken darüber, was Aoki mitten in seinem Liebeskummer nicht so ganz kalt lässt. Und hinter dem Radierer steckt überraschend auch noch mehr als erst angenommen.

 

Kieta Hatsukoi ist ein funkelndes Goldstück einer Shoujo-Romanze, die laufend unterhaltsamen Humor und fluffige Niedlichkeit mitbringt. Gleichzeitig betreibt es mainstreamfähige queer-Normalisierung wie kaum zuvor gesehen. Ida ist ein in Medien verdammt selten ernsthaft repräsentiertes Exemplar von (demi-)Aro/Ace, während Aoki offenkundig bi ist. Ihre Beziehung ist einigen Wirrungen (als auch ignoranten Ablehnungen) ausgesetzt, aber beide definieren sind auch weit mehr als nur darüber. Noch dazu ist es nicht das einzige Beziehung der Serie, da sie sich erzählerisch gleichberechtigt auch Hashimoto und ihrer mehr konventionellen Romanze widmet. Kieta Hatsukoi liefert auf so vielen Ebenen, aber vor allem hat erstaunt die Serie dadurch, dass sie greifbare Verhaltensbeispiele bringt, die jeder nachmachen kann. Es sind oft geradezu banale Kleinigkeiten, aber für Betroffene mitten in einer Phase voller Unsicherheiten können sie sehr viel Beistand bedeuten. Und das alles eingebettet in einer Serie, die mit allen möglichen Shojo-Tropes jongliert, genauso viele demontiert und vor allem den Unterhaltungswert auch nie vergisst. 

Lightning and Romance

Titel: Lightning and Romance
Bände: 3+
Genre: Romanze, Slice of Life

Mangaka: Rin Mikimoto
Jap. Verlag: Kodansha  

Sumire Yishizawa ist im zweiten Jahr der Oberschule. Ihr ruhiger Tagesablauf ändert sich, als der rätselhafte Schüler Reo Ninomiya in dieselbe Klasse kommt und auch noch neben ihr sitzt. Er wird von seinen Mitschülern gefürchtet, was mit dem Alter zusammenhängt, denn er ist bereits 20. Auch eine breite Narbe im Gesicht wirkt furchteinflößend auf die Klassenkameraden. Das alles sorgt in der Schule für Gesprächsstoff. Sumires Neugier ist geweckt, denn weshalb geht ein 20-Jähriger mit dem Spitznamen Lightning noch in die Oberschule? Zusätzlich bemerkt sie, dass Reo neben der Schule als Barkeeper arbeitet. Nach einigen Begegnungen erfährt Sumire, dass er nicht das ist, was die Gerüchte über ihn aussagen. Ganz plötzlich und ohne Scheu fragt sie Reo, ob es in Ordnung sei, wenn sie sich in ihn verliebt.

Nach Close to Heaven und Kuss um Mitternacht schafft Rin Mikimoto mit Lightning and Romance eine neue Geschichte voller Gefühl. Jeder Charakter hat seine eigene Persönlichkeit, die deutlich heraussticht. So ist Sumire sehr neugierig, muss allerdings versuchen, ihre Interessen vor ihrem überfürsorglichen Vater geheim zu halten. Reo wirkt durch sein Auftreten und die Narbe nach außen hin wie der raue und robuste Typ, kann aber auch eine weiche Seite zeigen, indem er mal rot wird. Er versucht zu Beginn Sumire von sich fernzuhalten. Ob das allerdings nur dem Altersunterschied geschuldet ist oder ob noch mehr dahinter steckt, wird zu Beginn des Mangas noch nicht geklärt. Anzeichen deuten dennoch auf eine frühere Verbindung der beiden Hauptcharaktere hin. Eine visuell gelungene Geschichte voller Gefühl und Geheimnisse.

March Comes in Like a Lion

Titel: March Comes in Like a Lion
Bände: 17+
Genre: Drama, Sport, Slice of Life

Mangaka: Chika Umino 
Jap. Verlag: Hakusensha 

Nachdem Rei Kiriyama seine ganze Familie durch einem Autounfall verliert, nimmt ihn der Freund seines Vaters bei sich auf. Von diesem lernt er das Shogispielen und schon in der Mittelschule wird Rei aufgrund seines Könnens zum Profi. In Fachkreisen gilt er als Genie, doch hinter seiner ruhigen Art, versteckt sich ein melancholischer Geist. Mit der Zeit wächst der Druck von allen Seiten und er beschließt die Highschool nicht zu besuchen, sowie alleine in einem Apartment zu leben. Doch die Probleme werden dadurch nicht weniger. Eines Tages lernt er die drei Kawamoto-Schwestern kennen und damit tut sich in seinem dunklen Alltag ein erster Lichtblick auf. Mit der Zeit beschließt Rei sein Leben zu ändern.

Wie schon bei Honey and Clover findet die Mangaka eine wunderbare Balance aus humorvollen, traurigen, aber auch ruhigen Szenen. Nach und nach lernen wir Rei besser kennen und dürfen live dabei sein, wie sich sein Leben nach und nach ändert. Dabei verläuft alles sehr realistisch, weswegen auch Fehlschläge dabei sind. Mit den drei unterschiedlich alten Kawamoto-Ladies warten liebeswerte Figuren auf uns. Die Älteste Akira übernimmt dabei eine Art Mutterrolle, die kleine Momo die niedliche Schwester, nur bei Hinata liegt einiges mehr in der Luft. Das Shogispielen nimmt in der Handlung auch eine wichtige Rolle ein, denn wir begleiten Rei zu seinen Spielen. Allerdings driftet die Geschichte nie in einen reinen Sport-Manga ab. Zeichnerisch überzeugen das sympathische Charakter-Design und die weichen Strichführungen. March Comes in Like a Lion erzählt eine gefühlvolle Comic-of-Age Geschichte mit einem interessanten Sporteinschlag.

Monster #8

Titel: Monster #8
Bände: 5+
Genre: Action, Fantasy, Horror

Mangaka: Naoya Matsumoto
Jap. Verlag: Shueisha 

Seit Jahren erscheinen unentwegt Kaiju (Monster) in Japan. Aus dem Grund wurde die Defense Corps ins Leben gerufen, die diese Wesen tötet. Nachdem ein solches Ungeheuer vernichtet ist, rückt die Putzkolone aus, zu der auch 32-jährige Kafka Hibino gehört. Der ist mit seinem Leben unzufrieden, denn seiner Kindheitsfreundin versprach er, Mitglied der DC zu werden und nicht den Putzlappen zu schwingen. Mit dem Eintritt des Neuling Leno Ichikawa in sein Team ändert sich plötzlich einiges. Während einer Säuberungsaktion wird dieser nämlich angegriffen und Kafka rettet ihn gerade so. Kaum erwachen beide im Krankenhaus, drängt sich ein Parasiten-Monster in Kafka und verwandelt ihn in eine Art humanoides Monster. Nun noch weiter weg von seinem Ziel stellt er jedoch fest, genug Kraft zu haben, die Kaiju besiegen zu können.

Naoya Matsumoto (Pochi & Kuro) erfindet in Monster #8 das Shonen-Rad nicht neu, aber überrascht mit einer guten Mischung aus Comedy, Action und leichten Horror-Elementen. Dabei ist es ganz angenehm, dass Kafka kein junger Spund mehr ist, sondern schon einiges im Leben durchmachte und nun seinem Traum hinterherrennt. Dabei ist die größte Ironie, dass nach seiner Verwandlung, die zum Glück nicht dauerhaft ist, seine Kindheitsfreundin am wenigsten davon erfahren darf. Schließlich ist sie eine der Besten in der Defense Corp. Es bleibt jedoch spannend, wie lange er seine geheime Identität verstecken kann und ob Kafka sein Ziel erreicht. Ein bunter Haufen an Figuren erwartet einen hier, gefolgt von dynamischen Kämpfen und klaren detaillierten Zeichnungen. Fans von Bleach, Jujutsu Kaisen oder Twin Star Exorcist sollten einmal hineinlesen.

Sonna Kazoku nara Sutechaeba

Titel: Sonna Kazoku nara Sutechaeba?
Bände: 2+
Genre: Drama 

Mangaka: Wataru Murayama
Jap. Verlag: Houbunsha 

In Reitarous Zuhause gibt es eine Regel: Die Linie, die den Gang halbiert und direkt zu seinem kleinem tristen Zimmer führt, darf nicht übertreten werden und seine Frau Ai verbietet es, dass er und ihre gemeinsame Tochter Ichika miteinander sprechen. Ignoriert verbringt Reitarou sein Leben mit Arbeit und dem Erfinden von Quizzen auf seinem Social-Media Account. Mit seiner Frau geht es zunehmend bergab, da trifft Reitarou auf Sayako, während Ichika sich mit ihrem Sohn und neuen Klassenkameraden Hikari anfreundet. Als Sayoko etwas von der Familiensituation erfährt, findet sie klare Worte: Ist das nicht häusliche Gewalt? Sollte er nicht diese Familie von sich stoßen?

In Sonna Kazoku nara Sutechaeba? wird niemand grün und blau geschlagen. Aber was Ai betreibt, ist definitiv eine Form von Misshandlung. Die Serie schreibt es sich aber auch auf die Fahne, niemanden schwarz oder weiß zu malen. Sayako erscheint erst wie eine große Hilfe (die sie auch ist), doch so ganz ohne Hintergedanken ist sie auch nicht. Reitarou ist introvertiert und spricht seine Sorgen schwer aus, aber er versucht es meist auch gar nicht. Ichika hat ähnliche Schwierigkeiten, sodass der jähzornige Hikari oft fast ausrastet. Ai erscheint als erster Übeltäter, doch ist sie emotional gebrandmarkt durch Reitarous Verhalten, die erst zu ihrer derart labilen Psyche geführt hat. Im Kern ist es eine sehr bodenständige Geschichte über eine Familie voller Kommunikationsdisaster, die eskaliert sind in einer Gesellschaft, die bei solchen Problem nicht viel Hilfe bietet. Und die sie nun versuchen aufzulösen, um wieder zusammenzufinden. Unter anderem mit Reitarous wiederkehrenden Quizzen, bei denen der Leser auch selbst mitknobeln kann.

Vampire Juujikai

Titel: Vampire Juujikai – The Record of Fallen Vampire
Bände: 9
Genre: Action, Fantasy, Supernatural
Autor: Kyo Shirodaira
Mangaka: Yuri Kimura
Jap. Verlag: Square Enix 

Vor tausenden von Jahren verlor Vampirkönig Akabara Strauss alles, was ihm lieb und teuer war. So wurde ihm nicht nur sein Königreich, sondern auch seine geliebte Königin genommen. Allerdings ist es den Menschen nicht möglich, die Königin zu töten, wodurch sie für immer versiegelt wurde. Dies geschah mit tausenden falschen Siegeln, damit der Vampirkönig niemals ihren wahren Aufenthaltsort aufspüren könnte. Akabara gibt die Suche nach seiner Königin jedoch nicht auf und da lässt er sich auch nicht von Dhampiren aufhalten, die ihn verfolgen. Mit der Zeit nimmt Akabaras Suche eine finstere Wendung, denn ein Wesen namens ”Black Swan” taucht auf. Dabei bewohnt der ”Black Swan” alle 50 Jahre den Körper eines menschlichen Mädchens. Dieses Wesen wird mit jeder Inkarnation stärker und besitzt dann die Macht, den Vampirkönig und seine Königin zu eliminieren. Die 49. Inkarnation könnte somit die Auslöschung des Königspaares bedeuten …

Die Serie Vampire Juujikai – The Record of Fallen Vampire gilt schon lange als ein echter Geheimtipp unter den Vampir-Mangas und besitzt zudem mit neun Bänden eine angenehme Länge. Die Geschichte rund um Akabara und seine Königin Adelheid stellt sich dabei als tragisch, berührend und mysteriös heraus. Zudem hat man es hierin mit verschiedenen Spezies zutun, denn sogar Aliens sind in dem Werk vorzufinden. Durch die ausgefallene Mischung erinnert es durchaus an den Titel Seraph of the End. Wie für einen Shonen üblich, sind einige Kämpfe vorprogrammiert, denn es wird mit magischen und spirituellen Kräften gekämpft. Viele haben es auf das Leben des Vampirkönigs abgesehen und die Suche nach Adelheid gestaltet sich als schwierig, denn es gibt viele Orte an denen sie sein könnte. Ansonsten besitzt die Serie mit Akabara einen coolen, aber auch mitfühlenden Hauptcharakter, der nicht einfach grundlos tötet. Optisch kann der Manga ebenfalls überzeugen, denn die Zeichnungen können sich sehen lassen. Wer schon Titel wie Vampire Knight und Seraph of the End mag, kann auch gefallen an diesem Werk finden.

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