Super Mario Party

Lesezeit: 6 Minuten

Aller guten Dinge sind zehn, dachte man sich wohl bei Nintendo und strich die Nummerierung des nunmehr elften Teils der Mario Party. So kommt also mit Super Mario Party ein Ableger für Nintendos Switch auf den Markt, der keine “11” tragen möchte. Als Platzhirsch unter den Party Games darf der Titel selbstverständlich auf Nintendos aktueller Konsolengeneration nicht fehlen. Das Prinzip bleibt beim Alten. Auf dem Spielfeld wird gewürfelt, der Reihe nach losgezogen um Sterne und Münzen zu ergattern und am Ende eines jeden Zugs folgt ein Minispiel, welches die Punktestände noch einmal gehörig auf den Kopf stellen kann. Zuletzt sorgten die jüngsten Teile der Reihe für enttäuschte Fans. Ob der neu betitelte 2018er Wurf das zu retten vermag?

  

Wieder einmal wird der Superstar des Mario Casts gesucht! Vergessen sind bisherige Gewinner, Amnesie schlägt um sich. Dieses Mal wird die Partie von Toad, Toadette und Kamek ausgerichtet, damit sowohl die gute als auch die böse Seite Vertreter unter den Schiedsrichtern hat. Mario, Luigi, Peach, Yoshi, Rosalina und Co. ziehen dafür in einen Freizeitpark, den Party-Plaza, ein, in dem der Titel des Superstars erlangt werden soll.

Partyzeit im Pilzkönigreich!

Zunächst einmal lassen wir die Zahlen für sich sprechen: 80 Minispiele, 20 Figuren, acht verschiedene Modi und vier Spielbretter. Vier Spielbretter? Das klingt zunächst erschreckend wenig und ist es in der Tat auch. Insbesondere, wenn man Vergleiche zu den vorhergehenden Teilen zieht. “Wummp-Domino-Ruine” besticht mit rollenden Riesensteinen und viel Dschungelgewächs. In “König Bob-ombs Pulverfass-Mine” erwartet euch der namensgebende König der bombigen Mario-Figuren. Bei “Riesenobst-Paradies” spielt ihr auf gigantischen Früchten. Ein viertes Spielbrett wartet darauf, freigespielt zu werden. Und natürlich bleibt offen, ob Nintendo nicht weiterhin Spielbretter per DLC nachliefern wird. Immerhin wurden Spieler bei Mario Kart Deluxe großzügig mit Zusatzinhalten versorgt, sodass es verwundern würde, wäre es hier anders.

Verbündete musst du haben

Im Mittelpunk steht wie gehabt der klassische Party-Modus. In wahlweise zehn, 15 oder 20 Runden darf der Spieler alleine oder mit Freunden über das Spielbrett ziehen. Dies geschieht ebenfalls wie gehabt per Würfel. Nicht ganz neu, aber immerhin back to the Roots: Anstatt wie in den beiden vorhergehenden Teilen zieht jeder Spieler im Alleingang los. Das von vielen Fans verpönte Vorrücken der gesamten Gruppe wurde für Super Mario Party abgeschafft. Das sorgt wieder für mehr Taktik auf dem Spielfeld. Vor allem, weil mit Items und Allianzen wieder häufiger über den nächsten Zug nachgedacht werden muss. Bei den Allianzen handelt es sich um CPU-Partner, die auf dem Spielfeld verteilt herumstehen und sich anschließen, sobald man diese besucht. Das bringt nicht nur den Vorteil eines weiteren (Special-)Würfels, sondern auch Unterstützung innerhalb ausgewählter Team-Spiele. Fünf Verbündete lassen sich mit einem Spieler vereinen, wodurch ein wahnsinniger Vorteil entstehen kann. Dank Partnerdiebstahl und anderen Spielereien sorgt das für frischen Wind. Jeder Charakter im Spiel verfügt über einen individuellen Würfel. So kann der Yoshi-Würfel beispielsweise die Zahlen 0, 1, 3, 5 und 7 zeigen. Wobei die Zahl 3 zweimal vorkommt und mit einer entsprechend höheren Wahrscheinlichkeit geworfen wird.

Buddy Action

Originaltitel Super Mario Party
Jahr 2018
Plattform Nintendo Switch
Genre Party Game
Entwickler Nintendo, Nd Cube
Publisher Nintendo
Spieler 1 – 4

Der Partner Party-Modus perfektioniert das taktische Vorgehen zusätzlich, indem der Spieler nun selbst bestimmen muss, wie er sich genau über das Spielfeld bewegt. Vorwärts, rückwärts, seitlich, im Kreis? Hier ist alles möglich. Fans der Reihe kennen dieses Prinzip bereits aus Mario Party: Star Rush. Man tritt zu zweit im Team an, bewegt sich allerdings völlig eigenständig über das Spielbrett. Team-Duelle werden im Anschluss an jede Runde gemeinsam bestritten und auch die Nutzung der Items setzt Teamplay voraus. Welche Spieler harmonieren, welche nicht? Platziert man beide Charaktere in der Nähe oder möglichst weit auseinander? Der neue Raum für Diskussionen und Absprachen macht großen Spaß und ist der heimliche Star des Spiels.

Abwechslungsreiche Modi

In dem völlig neuen Modus “Raft-­Abenteuer” arbeitet ihr alle in einem Team. Zusammen mit menschlichen Mitspielern und (je nach Bedarf) CPU-Unterstützung fahrt ihr in einem durch Bewegungssteuerung angetriebenen Schlauchboot einen verzweigten Fluss entlang. Dieser birgt unterschiedliche Hindernisse, aber auch große Luftballons. Unter diesen verbergen sich Minispiele, für deren Bestehen es zur Belohnung Bonus-Zeit gibt. Denn das Spielziel ist es, das Ende des Flusses innerhalb einer vorgegebenen Zeit zu erreichen. Als Belohnung mehrfachen Spielens winkt Donkey Kong als Spielfigur. Die “Beat-Bühne” ist, wie es sich unschwer erahnen lässt, eine Sammlung aus Rhythmusspielen. Hier tritt jeder gegen jeden in zehn beatlastigen Minispielen an. Hierbei kommen die Vorzüge der Joy-Cons zur Geltung, denn bei diesen Spielen geht es um mehr als nur Tasten drücken. Der “Pfad der Prüfungen” will erst freigeschaltet werden und beinhaltet alle 80 Minispiele an einem Stück. Jedes Spiel hat ein individuelles Ziel und stellt die vermutlich größte Herausforderung von Super Mario Party dar. Auf dem Weg zum Ziel lassen sich mit Pom Pom und Diddy Kong auch zwei weitere Figuren freispielen. In Toads Freizeitraum könnt ihr eine Handvoll verschiedener Minispiele absolvieren, die wahlweise auch auf mehreren miteinander verbundenen Switch-Konsolen stattfinden. Neu in der Geschichte der Mario Party-Reihe ist der Online-Modus. Eine logische Konsequenz, die früher oder später fällig werden musste. Eine richtige Online-Party bleibt aber der Wunschtraum der Fans. Gespielt werden können nur bestimmte Minispiele.

Das Herzstück: Die Minispiele

Ein Mario Party-Titel steigt und fällt mit der Qualität seiner Minispiele. Die gute Nachricht: Dieser Teil bietet die bislang größte Minispielsammlung. Obendrein haben es auch besonders kreative, witzige und gelungene Minispiele in die Auswahl geschafft. Geschmack ist wie immer äußerst unterschiedlich ausgeprägt, doch die Abwechslung ist so groß, dass hier jeder ein paar Herausforderungen finden sollte, die ihm Spaß machen. Manche Spiele erfordern Können, andere eher Glück. Beides Gott sei Dank ausbalanciert, sodass auch weniger geübte Spieler eine Chance auf den Sieg haben. Ob Rhythmusspiele, Zählspiele, Geschicklichkeits- oder sogar Zuhörspiele. Sie stellen die verschiedenen Sinne des Spielers auf den Prüfstand.

Liebevoll aufgemacht und schnell erklärt

Die optische Aufmachung ist gewohnt knuffig und kunterbunt. Die Bretter sind sorgfältig gestaltet und weisen eine Vielzahl liebevoller Ideen auf. Wenngleich Super Mario Party im Vergleich zu seinen Vorgängern kleinere und eher minimalistische Spielbretter anbietet, bei denen man sich allerdings umso häufiger über den Weg läuft. Gespielt wird ausschließlich mit den Joy-Cons, die häufig Teil des Spiels werden. Etwa, wenn die Stärke von Vibrationen gemessen wird. Ärgerlich bleibt nur für Unterwegs-Spieler, dass dieser Titel keine Handheld-Unterstützung bietet. Erfreulicherweise können Minispiele nun schon während ihrer Regelerklärung getestet und ebenso schnell wieder abgebrochen werden. Das erleichtert insbesondere weniger erfahrenen Spielern den Zugang.

Super Mario Party gehört zu den besten Spielen der Reihe und sollte bei Spielern, die sich zuletzt am Voranschreiten auf den Spielbrettern störten, Anklang finden. Wie immer besteht der größte Spaß natürlich darin, gegen menschliche Spieler zu spielen. Der Einspieler-Modus bietet keine dauerhafte Motivation. Ist einmal alles freigeschaltet und erspielt, zählt nur noch der Multiplayer-Spaß. Glücklicherweise hat Nintendo auf die heftige Kritik der Fans reagiert und lässt jede Figur nun wieder in ein Einzelschicksal ziehen. Ärgerlich sind nur wenige Faktoren, die je nach Spielertyp mal mehr, mal weniger ins Gewicht fallen. Dazu zählt neben dem Onlinemodus der geringe Umfang in Sachen Spielbretter. Hier bleibt aber die Hoffnung auf kommende Zusatzinhalte. So sehr wie Super Mario Party hat mich schon seit Ewigkeiten kein Mario Party mehr in seinen Bann gezogen.

© Nintendo

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Ayres

Ayres ist seit 2002 im Community Management tätig, seit einer Weile sogar beruflich. Er ist ein richtiger Horror- & Mystery-Junkie, liebt gute Point’n’Click-Adventures und ist Fighting Games nie abgeneigt. Besonders spannend findet er Psychologie, deshalb werden in seinem Wohnzimmer regelmäßig "Die Werwölfe von Düsterwald"-Abende veranstaltet. Sein teuerstes Hobby ist das Sammeln von Steelbooks. In seinem Besitz befinden sich mehr als 100 Blu-Ray Steelbooks aus aller Welt.

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