WandaVision (Folge 1×03)

WandaVision wirft sein Sitcom-Gewand allmählich ab: Das erste Drittel der Serie ist erreicht und in Folge 3 (“Jetzt in Farbe”) präsentiert sich die Serie nun auch erstmals in Farbe. Das ist aber längst nicht das Highlight der Folge, denn im Leben von Wanda und Vision gibt es ein einschneidendes Erlebnis, das alles auf den Kopf stellt und Konsequenzen für das MCU haben wird.

Inhaltsangabe

Wir befinden uns in den wilden 1970ern. Im Leben der werdenden Eltern Wanda und Vision dreht sich alles um die Vorbereitung auf ein Leben zu dritt. Babykleidung wird geshoppt, Vision bildet sich über ein Buch weiter, im Garten steht bereits eine Schaukel und das Üben mit einer Puppe hilft Vision beim Wechseln der Windeln. Während Vision auf einen Jungen hofft, glaubt Wanda an ein Mädchen. Als Vision seine Bedenken äußert, die Nachbarschaft könnte die ungewöhnliche Schwangerschaft mitbekommen, und aufgrund vorgefallener Ereignisse erkennt, dass in Westview etwas nicht stimmt, dreht Wanda die Zeit etwas zurück und ändert die Realität in eine sorgenfreiere. Dr. Nielson versucht das Paar mit einem Obstsortenvergleich auf die Fötusgröße des jeweiligen Monats vorzubereiten, doch dann geht schließlich alles schneller als geplant. Wandas Wehen setzen ein, entpuppen sich aber als falsche Wehen. Das führt zu einem Beben und der Strom fällt aus. Vision beginnt plötzlich wieder die Dinge zu hinterfragen und macht Wanda darauf aufmerksam, dass etwas nicht stimmt. Deswegen dreht sie die Zeit um wenige Sekunden zurück. Daraufhin scheint ihre Fruchtblase zu platzen und Regen macht sich im Haus breit. Vision will Dr. Nielson anrufen, doch da der Strom immer noch nicht funktioniert, stürmt er in Hochgeschwindigkeit los, um den Arzt von Zuhause abzuholen. Gerade als Wanda ein Geräusch im Kinderzimmer hört und dem nachgehen will, klingelt es an der Tür. Ausgerechnet jetzt! Denn die Schwangerschaft sollte ein wohlbehütetes Geheimnis bleiben.

Bei Geraldine ist eine Leitung geplatzt und sie bittet Wanda um einen Eimer. Mit verschiedenen Mänteln und einer Obstschale vor dem Bauch versucht Wanda sich nichts anmerken zu lassen, doch Geraldine lässt sich einfach nicht abwimmeln. Je heftiger Wandas Schmerzen sind, desto mehr gerät sie außer Kontrolle und schließlich stolziert auch noch ein Storch durch das Wohnzimmer, den Wanda unauffällig zu verscheuchen versucht. Schließlich findet Geraldine das Kinderzimmer und auch Wanda kann ihren Bauch nicht länger verbergen. Da setzen nun endgültig die Wehen ein, Geraldine fungiert als Hebamme und als Vision schließlich mit Dr. Nielson auf dem Rücken ankommt, sind gleich zwei Jungen zur Welt gekommen: Tommy und Billy. 

Als Vision den Arzt verabschiedet und ihm einen schönen Urlaub wünscht, murmelt dieser merkwürdiges Zeug vor sich hin, man könne einer Kleinstadt kaum entkommen. Auf dem Weg nach drinnen wird Vision auf Agnes und Herbert aufmerksam, die am Gartenzaun tuscheln. Sie äußern Bedenken über Geraldine, immerhin habe sie weder Familie noch Mann und besitze auch kein Haus in Westview. Währenddessen führen Wanda und Geraldine im Haus ein Gespräch über die Familie, in dem Wanda auch ihren verstorbenen Bruder Pietro erwähnt. Daraufhin platzt aus Geraldine heraus, dass Ultron diesen getötet habe. Als Geraldine daraufhin nicht beantworten kann, wer sie ist und was das S.W.O.R.D.-Anhänger ihrer Kette bedeutet, wird sie kurzer Hand von Wanda aus deren Realität geworfen und landet in einem Militärgebiet auf der Erde.

 

Jetzt in Farbe … und bunt!

Folge 3 verlässt das Schwarz-Weiß-Fernsehen und präsentiert sich nun in voller Farbenpracht. Wie wir mittlerweile wissen, wird die Handlung aus der Perspektive eines Zuschauers des jeweiligen Jahrzehnts wahrgenommen. Auch dieses Mal präsentieren sich die Figuren mitsamt Frisuren und Kleidungsstil der Dekade angepasst und das Innendesign des Hauses ist moderner geworden, bringt aber auch so manch fragwürdiges Einrichtungsstück mit sich. Damit wird unweigerlich klar: Wir sind mitten in den 70ern und das Farbfernsehen ist allgegenwärtig. In den USA wurden erst 1972 erstmals mehr Farbfernsehgeräte als Schwarz-Weiß-Geräte verkauft, was die Einordnung bestätigt. Die Farbenpracht kommt dem Look der Serie jedenfalls zugute und der Sprung zwischen Folge 1 und Folge 3 ist visuell ein großer. Ästhetisch zollt die Serie einmal mehr zeitgenössischen Sitcoms wie Happy Days, Drei Mädchen und drei Jungen oder Mork & Mindy Tribut. Wie auch in den beiden Episoden zuvor, wird in der Mitte der Folge wieder ein Werbespot für “Hydra-Schaum” eingespielt. “Wecke die Göttin in dir!” appelliert dieser.

Außer Kontrolle

Folge 3 konzentriert sich noch viel stärker auf die Fähigkeiten der beiden Protagonisten. Während Vision seine Geschwindigkeit nutzt, um den Arzt von seinem Zuhause abzuholen, bringt Wanda ihre Telekinese mehrfach zum Einsatz. Sei es zum Zusammenbau einer Wiege oder aber, um sich selbst aus brenzligen Situationen zu retten. Einmal mehr funktionieren die komödiantischen Szenen dadurch wunderbar, wobei schon das eine oder andere Mal hinzunehmen ist, dass die Kräfte der beiden selten hinterfragt werden, wenn sie für Gags eingesetzt werden. Dass Geraldine den Storch übersehen hat, grenzt jedenfalls an ein kleines Wunder. Erneut müssen wir miterleben, wie Wanda die Kontrolle über ihre Kräfte immer wieder zu verlieren scheint. Der Stromausfall in Folge ihrer Wehen, die Schmetterlinge im Kinderzimmer und als Vision bemerkt, dass etwas nicht stimmt: Wanda setzt ihre Kräfte willkürlich ein, dreht die Zeit zurück, wie es ihr passt und scheint sich alle Dinge so zurechtzulegen, wie sie ihr am besten gefallen.

Undercover-Agentin, sinistre Nachbarn und bedeutsamer Nachwuchs

Der große Schlüsselmoment der Folge findet statt, wenn Geraldine Wanda mit dem Tod ihres Bruders konfrontiert. Ab diesem Moment gibt es kein freundschaftliches Zurück mehr zwischen den beiden Frauen, denn Wanda wirft Geraldine aus ihrer Welt. Auf eine geradezu aggressive Weise, als sie Geraldines Kette sieht, denn bislang war Wanda, abgesehen von der Szene mit dem Imker, stets ausgeglichen. Geraldine für ihren Teil landet jedenfalls auf der Erde, umringt von Soldaten und Helikoptern (und um bewährten 16:9-Format). Eine Erklärung seitens Geraldine, was ihre Identität und ihr Wissen anbelangt, bleibt die Serie zwar schuldig, aber mittlerweile lässt sich vieles zusammenreimen. In dem Zusammenhang auch die Gesinnung von Herbert und Agnes, die gegen Geraldine (und damit S.W.O.R.D.) zu spielen scheinen. Etwas, das Agnes weiterhin zu einer spannenden Figur macht, ist der Verbleib ihres Mannes. Während es ein häufig genutztes Stilmittel von Sitcoms ist, bestimmte Personen einfach nicht zu zeigen, macht eine Aussage stutzig. Angesprochen auf den Stromausfall sagt Agnes, dass ihr Ehemann „im Dunkeln ohnehin besser aussieht.“ Dahinter könnte, sofern sich die Vermutung bestätigen sollte, dass Agnes eine sinistre Figur ist, ein mächtiger Bösewicht stecken. Das größte Ereignis der Folge ist aber die Geburt der Zwillinge Tommy und Billy! Kenner der Marvel Comics wissen, dass es sich bei diesen beiden Jungen nicht einfach nur um zwei Babies handelt, sondern dass diese später eine größere Rolle einnehmen werden. Inwiefern sich die Macher an die Vorlage aus den Comics halten werden, wird wohl die Zeit zeigen.

Fazit

Wandas Verhalten muss allmählich kritisch beäugt werden, denn sie verleugnet immer stärker die scheinbare Realität und drängt auch Vision immer wieder in die Rolle, in die sie ihn sehen möchte: Einfach keine (kritischen) Fragen stellen. Weiterhin steht die Frage im Raum, ob sie einer Gehirnwäsche unterzogen wurde oder ob Wanda bewusst in dieser Welt lebt. Da sie die Fähigkeit besitzt, unliebsame Personen einfach zu verbannen, bestätigt sich erneut, dass sie die Macht über diese ganz persönliche Schneekugel besitzt. Über Dottie erfahren wir in dieser Folge nichts Neues, dafür sollten nun Herbert und Agnes als Bösewichte bestätigt sein. Wenn die Serie in der nächsten Episode einen Sprung ins nächste Jahrzehnt machen sollte, dürfen wir auch davon ausgehen, dass Tommy und Billy inzwischen gereift sind und mehr über die beiden in Erfahrung gebracht werden darf. Unterm Strich ist auch diese Folge wieder eine gelungene Mischung aus Sitcom und Paranoia-Thriller.

© Disney

Ayres

Ayres ist seit 2002 im Community Management tätig, seit einer Weile sogar beruflich. Er ist ein richtiger Horror- & Mystery-Junkie, liebt gute Point’n’Click-Adventures und ist Fighting Games nie abgeneigt. Besonders spannend findet er Psychologie, deshalb werden in seinem Wohnzimmer regelmäßig "Die Werwölfe von Düsterwald"-Abende veranstaltet. Sein teuerstes Hobby ist das Sammeln von Steelbooks. In seinem Besitz befinden sich mehr als 100 Blu-Ray Steelbooks aus aller Welt.

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