Star Wars: Andor (Folge 1×12)

Die zwölfte und damit finale Folge von Lucasfilms’ Andor führt alle wichtigen Charaktere der Serie nach Ferrix für den – in wahrsten Sinne des Wortes – großen Knall zusammen! Dieser schockt auch tatsächlich mit einigen heftigen Momenten. Zudem wird in der Post Credit-Szene ein Geheimnis gelüftet, das als dunkler Vorbote für nachfolgende Staffeln und schlussendlich für Rogue One gelten kann!

Inhaltsangabe

Dedra Meero und ihre Gefolgsleute bereiten ihre Falle für Cassian auf Ferrix vor, die während der Trauerfeier von Maarva zuschnappen soll. Dabei betont Dedra mehrmals deutlich, wie wichtig es ist, dass sie Cassian lebend schnappen. Ganz im Gegenteil zu Luthen, der ebenfalls nach Ferrix gekommen ist. Allerdings um Cassian zu töten, damit dieser unter Folter nichts über ihn verraten kann.

Cassian selbst lässt sich von dem Aufgebot an Sturmtrupplern und imperialen Offizieren jedoch nicht abschrecken und möchte Bix aus ihrer Zelle befreien. Hier trifft er sich unter anderem mit seinem Freund Basso.

Während Maarvas Trauerfeier spielt B2EMO eine Nachricht von ihr ab, um den Bewohnern Ferrix ihre letzten Worte mitzuteilen. Maarvas aufrührerische Worte, die zum Widerstand gegen das Imperium aufrufen, werden von den stationierten imperialen Einheiten zu unterbinden versucht. Die bereits angespannte Situation zwischen Einheimischen und Imperialen eskaliert und es kommt in den Straßen zu einem Aufstand, weswegen die Sturmtruppen mit Blastergewitter gegen die Zivilbevölkerung brutal vorgehen.

Auf Coruscant treibt Mon Monthma ihre politischen Spielchen weiter. Zum Einen inszeniert sie einen Streit mit ihrem Ehemann im Beisein ihres lauschenden Chauffeurs, in dem sie ihrem Ehemann Perrin Fertha vorwirft seiner Spielsucht wieder zu frönen, um eine Erklärung für das verschwundene Geld zu haben. Zum Anderen stellen sie und Perrin ihre Tochter Leida tatsächlich Davo Sculduns Sohn vor, um mit dessen Vater ins Geschäft zu kommen.

Zurück auf Ferrix schafft es Cassian selbst jedoch Bix zu befreien und verhilft ihr zur Flucht. Danach stellt er sich Luthen, um sich der Rebellion nun richtig anzuschließen.

Maarvas Worte treffen den Zahn der Zeit

Eine der herausragendsten Szenen dieser Folge, ist zweifelsohne Maarvas Rede zu den Bewohnern von Ferrix. Als großes Hologramm schwebt sie über ihrer aller Köpfe und redet jedem ins Gewissen. Sie spricht davon, dass tyrannische Systeme nur bestehen können, wenn die Leute wegsehen. Und hier findet man auch schon ihre Kritik an den Bewohnern: Sie haben zu lange weggesehen und das Imperium machen lassen. Jetzt ist das Imperium mächtig und nur sehr, sehr schwer wieder loszuwerden. Diese Worte ergänzen Auszüge aus Nemiks Manifest, welches Cassian nach Nemiks Tod von Vel überreicht bekommen hat. In diesem geht Nemik darauf ein, dass die vom Imperium ausgeführte Ordnung widernatürlich sei und nur durch große Anstrengung aufrecht erhalten werden kann. Diese Anstrengung mündet in einen Überwachungsapparat, Sturmtruppen-Präsenz und das Unterdrücken der freien Meinung. Gerade Letzteres wird verdeutlicht, als versucht wird Maarvas Hologramm auszuschalten. Maarvas Worte und Nemiks geschriebene Zeilen lassen sich nicht nur auf das Star Wars-Universum übertragen, sondern genießen Allgemeingültigkeit und rufen alle Zuschauenden auf, bei Unterdrückung eben nicht wegzusehen.

Große Spannung – und Sturmtruppen machen einem endlich Angst

Folge 12 baut sich, wie die letzten Folgen, von ihrer Spannung her immer weiter auf und mündet schlussendlich in einem großen Knall. Alles in dieser Folge unterstützt die sich langsam aufbauende Hibbeligkeit. Etwa die deutliche Sturmtruppen-Präsenz, aber auch der aufköchelnde Widerstand innerhalb der Bewohner von Ferrix. Der Bau einer selbstgebastelten Bombe, die während der Trauerfeier auch geworfen wird, kanalisiert sinnbildlich die Wut der Bevölkerung gegen das Unterdrücker-Regime. In Andor ist Widerstand zu leisten, aber auch wirklich gefährlich. Daran haben insbesondere die Sturmtruppen ihren Anteil. Immerhin schießen sie ohne Skrupel auf Zivilpersonen und zeigen dabei etwas, was in der Original-Trilogie oder auch in Obi-Wan Kenobi selten vorkam: Treffsicherheit und fehlende Dummheit. In Andor fallen die Sturmtruppen nicht mehr auf jeden kleinen Trick herein wie noch in Obi-Wan Kenobi (Anspielung auf die Mantel-Szene zur Rettung von Leia) oder schießen daneben. In Andor ist der Tod, insbesondere der Tod von einfachen Leuten, Realität.

Dunkles Foreshadowing in der Post-Credit-Szene

Andor ist die erste Star Wars-Produktion, in der es nach dem Abspann etwas zu sehen gibt. Und was es zu sehen gibt: Der Bau des Todessterns, den Luke Sykwalker (Mark Hamill) in Star Wars: Eine neue Hoffnung zerstören wird, ist in vollem Gange. Auch Cassian hat einen besonderen, wenn auch traurigen, Bezug zum Todesstern. Immerhin wird er in Rogue One sein Leben lassen, damit die Rebellen überhaupt dessen Pläne in die Hände bekommen. Durch Cassians Gefängnisaufenthalt auf Narkina 5 wird sein Bezug zu eben dieser Superwaffe nur noch verstärkt. Immerhin schraubte er zusammen mit Melshi und Kino an Teilen für eben diese Waffe. Was für eine traurige Ironie des Schicksals: Wirkte Cassian ohne es zu wissen an dem Bau des Todessterns mit und wird auch gleichzeitig durch ihn getötet, auf der Suche nach einer schwachen Hoffnung, diesen zu vernichten.

Fazit

Folge 12 überzeugt mit einem spannungsgeladenen Finale, in dem alle Handlungsstränge zusammengeführt werden. Staffel 1 der Star Wars-Serie ist mit dem Auftauchen des Todessterns nun beendet und Cassian der Rebellion beigetreten. Sein Weg zu eben diesen ist damit abgeschlossen. Besonders gut gefällt mir der Trauermarsch. Die umdesigneten Querflöten daran besonders, genauso wie die dazugehörende Musik, die viele verschiedene Varianten des Hauptthemas enthält. Nicolas Britell hat es also wirklich geschafft, einen bombastischen Soundtrack auch für diese Folge zu kreiren. Dennoch sind ein paar Fragen nach wie vor offen, was den Wunsch nach Staffel 2 auf jeden Fall verstärkt.

© Disney

Lady Narmora

Als Sinologin liebt Lady Narmora die asiatische und allen voran die chinesische Kultur sowie Literatur. Sie liebt Fantasy, Sci-Fi und spannende Historienromane, in denen fremde Orte und Philosophie hochgeschrieben werden. Daher ist Literatur mit einem interessanten und spannenden Worldbuilding für sie sehr wichtig; gerade, dann wenn es um Speisen, Feste, Geschichte und Politik geht.

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