Halloween (2018)

Die Ankündigung, dass neun Jahre nach Rob Zombies letztem Halloween-Film wieder Leben in die Filmreihe kommen sollte, löste ein Beben im Horror-Genre aus. Gleich mehrere Faktoren sorgten hier für Furore. Zum einen, dass John Carpenter in das Projekt involviert werden würde. Zwar nur musikalisch und in beratender Funktion, doch dann stand da der Name Jamie Lee Curtis auf der Castliste. Ein Name, den man unweigerlich mit der Reihe in Verbindung bringt. Als schließlich auch noch bekannt wurde, dass es sich bei Halloween (2018) nicht etwa um einen Neustart der Reihe handeln sollte, war die Sensation perfekt. Jamie Lee Curtis durfte 40 Jahre später also ihre Rolle der Laurie Strode in einer alternativen Fortsetzung weiterspielen. Binnen weniger Tage eroberte der Film zu Halloween 2018 alle Kinocharts und konnte sich souverän als erfolgreichster Teil der Reihe etablieren. Zurecht?

  

Halloween 1978 entkam Laurie Strode (Jamie Lee Curtis, Scream Queens) nur knapp dem Serienmörder Michael Myers (wie im ersten Teil der Reihe Nick Castle in relevanten Szenen). Fortan wird sie von Paranoia und Misstrauen gegenüber allem gequält. Seit jener Nacht hat sie sich darauf vorbereitet, Michael gegenüber treten zu können, falls dieser Moment jemals kommen sollte. Als Michael Myers, nun schon 40 Jahre in der Psychiatrie sitzend, von zwei Reportern heimgesucht wird, ahnt noch keiner, welche Konsequenzen dieser Besuch mit sich zieht. Michael entkommt und sucht seine Schwester Laurie. Diese versucht derweil diejenigen zu schützen, die ihr wichtig sind. Denn ihre Tochter Karen (Judy Greer, Ant-Man) und Enkelin Allyson (Andi Matichak, Orange Is The New Black) sind ebenfalls ins Visier des Halloween-Killers geraten.

Halloween für immer?

Originaltitel Halloween (2018)
Jahr 2018
Land USA
Genre Horror, Slasher
Regisseur David Gordon Green
Cast Laurie Strode: Jamy Lee Curtis
Karen Strode: Judy Greer
Allyson Strode: Andi Matichak
Hawkins: Will Patton
Vicky: Virginia Gardner
Michael Myers: Nick Castle / James Jude Courtney
Ray: Toby Huss
Laufzeit 106 Minuten
FSK

Es ist kein Leichtes für Regisseur David Gordon Green (Ananas Express) und seinen Co-Autoren Danny McBride, an eine 40 Jahre alte Handlung anzuknüpfen. Halloween (2018) ignoriert völlig zurecht die restlichen Filme der Reihe, um dort fortzufahren, wo vielleicht ein falscher Weg eingeschlagen wurde. Denn im Laufe der Reihe verzettelte sich die Handlung immer stärker. Mal sollte die Reihe eine Geschichtensammlung rund um das gruselige Fest werden, dann entwickelte sich Michael zu einem unsterblichen Killermonster mit telepathischen Kräften. Und 2007 wollte man die Figur schließlich im Rahmen eines Reboots erklären. Versuche, etwas aus der Reihe zu machen, gab es genug. Die beiden Neuauflagen um die Jahrtausendwende herum starben nach dem jeweils zweiten Teil wieder und so war es nun also 2018 an der Zeit, die Handlung 40 Jahre später in einer neuen Timeline weiterzuerzählen. Ein wichtiger Punkt: Die Strode-Familie erstreckt sich über drei Generationen. Neben Laurie lassen sich also zukünftig auch Karen und Allyson Geschichten auf den Leib schneidern. Die Weichen sind gestellt.

Wenn ‘oldschool’ zum Kompliment wird

Halloween (2018) geht kein Risiko ein und liefert Altbekanntes, nur eben in modernisierter Form. Altmodisch ist in diesem Fall noch nicht einmal ein Schimpfwort. Immerhin sind in den 40 zurückliegenden Jahren ganze Generationen mit Michael Myers aufgewachsen. Und wie das enden kann, wenn man einen Film auf Teufel komm raus an aktuelle Trends anpasst, hat Halloween Resurrection eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Schließlich ist es der Zeitgeist der 80er, der den Titel umhüllt und den möchten die Fans in irgendeiner Form auch wiederfinden. Für jenes zeitgenössische Flair sorgen zwei Journalisten, die die Handlung zum Laufen bringen. Aaron Korey (Jefferson Hall, Star Wars: Episode VII – Das Erwachen der Macht) und Dana Haines (Rhian Rees) wirken wie zwei Überbleibsel des investigativen Journalismus der 80er. Das tut der Reihe gut, ehe sie sich nur allzu schnell in bekanntes Fahrwasser stürzt. Denn erneut lauert Michael überwiegend Teenagern auf und auch in Sachen Morden sticht nichts aus der Reihe hervor, sodass Erwartungen erfüllt, aber nicht übertroffen werden.

Wo liegt der Anspruch an einen Halloween-Film?

Da hört es dann auch schon wieder auf mit Innovationen. Während einem die Handlung zunächst vorgaukelt, man würde ihr dank Parallelhandlungen folgen, bleibt der Fokus bald auf Laurie hängen. Diese hat sich völlig von ihrer Tochter entfremdet und während Familiengeschichten geklärt werden, steht (natürlich) schon Michael auf der Matte. Jamie Lee Curtis trägt ihre ambivalente Figur souverän. Laurie ist irgendwo zwischen Rambo-Oma und dem Wahnsinn verfallen anzusiedeln, während die restlichen Familienmitglieder nicht weiter der Rede wert sind. So recht aufgehen will die Familiengeschichte nicht und ohnehin glaubt man als Zuschauer schnell zu wissen, wen Michael holen wird und wen eben nicht. Dank Lauries ausgedehnter Vorbereitungsphase ist die Familie schließlich weit davon entfernt, hilflos zu sein. Wenngleich Michael wieder einmal überall gleichzeitig sein kann. Geht es brutal zu? Ohne Frage. Spannend? Durchaus. Innovativ? Diese Frage lässt sich ebenso selbstbewusst mit einem Nein beantworten, wie die anderem mit einem Ja. Als erfahrener Horrorfilm-Zuschauer bekommt man das, was man erwartet und das obendrein noch ansehnlich in Szene gesetzt. Die Überraschungen stecken dann eher zwischen den Zeilen, wenn hier und dort Easter Eggs verstreut werden. Etwa Lauries Puppenhaus, die Herkunft von Michaels Overall oder die nebeneinander durch Haddonfield laufenden Teens, die ihre Halloween-Pläne diskutieren.

Fazit

Halloween (2018) zu bewerten, ist nicht leicht. Eine Fortsetzung zu erschaffen, die einen solchen Mythos wie Halloween (1978) um sich herum aufbaut, lässt sich nicht wiederholen. Andererseits hat die Reihe schon viele schlechtere Teile gesehen, sodass es begrüßenswert ist, dass sie zu ihren Wurzeln zurückfindet und hoffentlich dieses Mal einen eleganten Bogen spannen kann. Betrachtet man das 2018er Update nur für sich, handelt es sich um einen soliden Horrorfilm, der ohne einen Funken Mut daherkommt, aber eben genau das abliefert, was die Beschreibung auf der Karte verspricht. Nicht mehr und nicht weniger. Persönlich fehlen mir außer einer völlig durchgeknallten Laurie die Ecken und Kanten, für die der Film in Erinnerung bleiben sollte.

Ayres

Ayres ist ein richtiger Horror- & Mystery-Junkie, liebt gute Point’n’Click-Adventures und ist Fighting Games nie abgeneigt. Besonders spannend findet er Psychologie, deshalb werden in seinem Wohnzimmer regelmäßig "Die Werwölfe von Düsterwald"-Abende veranstaltet. Sein teuerstes Hobby ist das Sammeln von Steelbooks. In seinem Besitz befinden sich mehr als 100 Blu-Ray Steelbooks aus aller Welt.

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Cynthia
Cynthia
Redakteur
26. November 2018 0:45

Ich würde ihm vielleicht 6 bis 7 Punkte geben. Fand selbst die Verfilmung von Rob Zombie besser. Michael Myers war wie immer top, da gibt es nichts zu meckern. Auch der Anfang, wo er noch in dieser Anstalt war,mit dem Übergang zur Halloween Titelmusik, fand ich sehr gelungen. Die Tode waren teilweise sehr brutal. Was mir nicht wirklich gefallen hat, waren teilweise unnötige Handlungsstränge zb. von diesem Freund, der das Handy in die Pampe wirft oder dieser Lumis-Nachfolger. Der war ja völlig Banane. Und das Ende war schrecklich. Völlig abrupt. War ein bisschen erschrocken m Kino als der Abspann kam.