Manga-Comic-Con 2018

Lesezeit: 7 Minuten

Seit 2014 ist die Manga-Comic-Convention (MCC) ein fester Bestandteil der Leipziger Buchmesse. Hier treffen sich tausende Liebhaber von Comics, Manga, Anime, Games, Cosplay und besonders Japan: In Halle 1 auf dem Messegelände findet man alles zu diesen Themen in Hülle und Fülle. Neben vielen Ausstellern werden internationale Ehrengäste aus der Manga- und Comicszene präsentiert. Desweiteren sind Bühnenshows, Wettbewerbe und Liveauftritte ein Teil des Programms. Im Jahr 2018 fand die MCC vom 15. bis 18. März das fünfte Mal in Leipzig statt, was mit einer „Hall of Fame“ geehrt wurde.

Die Leipziger Buchmesse zählte im 2017 285.000 Besucher, davon besuchten 105.000 Menschen die Manga-Comic-Con. Über 50 Prozent der Gäste sind Stammkunden und kommen aus ganz Deutschland für wenige Tage, um das Angebot der Messe zu genießen. Zu den Ausstellern gehören Verlage, Hersteller, Händler und Künstler aus verschiedenen Ländern. Für die Fans gibt es ein großes Angebot an Mangas, Animes, Artbooks, Comics und Cartoons, zudem eine Vielfalt an Merchandise, Cosplay-Zubehör, Games und Spezialitäten aus Japan. Verschiedene Veranstaltungen bieten Workshops, Signierstunden, Vorträge, Interviews, Wettbewerbe und Filmvorführungen an. Viele Verlage bringen Leseproben sowie Goodies mit und veranstalten Gewinnspiele. Besonders beliebt sind Sonderausgaben von Mangas und Comics — sogenannte Messeexemplare. So wie in diesem Jahr zum Beispiel die limitierte Auflage von Aposimz – Land der Puppen und Green Worldz, welche weggingen wie warme Semmeln. Das Testen von Computer- und Konsolenspielen wird an den Ständen ebenfalls angeboten und lässt die Zockerherzen höher schlagen.

MCC Kreativ

Im Rahmen der MCC Kreativ haben Künstler die Möglichkeit, die Messe aus der Ausstellerperspektive kennen zu lernen. Hier stellen bekanntere, aber auch neue Künstler ihre Angebote in den unterschiedlichsten Sparten vor. Dazu gehören verschiedenen Fanartikel, eigene Zeichnungen, Poster, Sticker, Buttons und Karten, aber auch Selbstgemachtes, wie Plüschtiere, Schlüsselanhänger, Schmuck, Taschen und vieles mehr. Die 130 Teilnehmer der MCC Kreativ werden unter allen Bewerbern ausgelost.

Alle Jahre wieder

Zu den Highlights der Manga-Comic-Con Leipzig gehören die Besuche der Ehrengäste. In den vergangenen Jahren zählten große Namen im Bereich Manga dazu, so zum Beispiel Takeshi Obata (Death Note), Mayu Sakai (Sugar Soldier), Moe Yukimaru (Hiyokoi), Ken Akamatsu (Love Hina), Yusei Matsui (Assassination Classroom) und Kyoko Kumagai (Miyako – Auf den Schwingen der Zeit). Bei Fragerunden, Signierstunden und Livezeichnen konnte man einen Einblick in ihre Arbeit bekommen. Aber auch viele Comiczeichner haben ihren Weg nach Leipzig gefunden: César Ferioli (Die Insel der Mythen), Scott Koblish (The Many Deaths of Scott Koblish) und Mike Deodato (Wonder Woman). Auf der großen Bühne findet jährlich der Cosplay-Wettbewerb statt, der für große Begeisterung der Besucher sorgt. Das schwarze Sofa ist ebenfalls ein bekannter Treffpunkt für Interviews, aber auch Signierstunden und Wettbewerbe. Der japanische Teegarten lädt Jahr für Jahr zum Entspannen ein und im Maid-Cafe kann der Hunger gestillt werden. Für die beiden neuen Verlage Altraverse und Manga Cult war es das erste Jahr in Halle 1. Altraverse startet im Frühjahr 2018 mit seinem ersten Programm und hatte einen eigenen Stand, währende der im Oktober 2017 gegründete Manga Cult sich einen mit Stand den Comics von Cross Cult teilte.

Ehrengäste 2018

Ein vielfältiges Programm bot die MCC im Jahr 2018 ihren Gästen an. Viele kennen die Geschichte rund um Son Goku. Mit Dragon Ball Super führt Toyotarou diese Geschichte fort und auf dem schwarzen Sofa fanden Signierstunden statt. Die junge Zeichnerin Mika Yamamori reiste für die Leipziger Buchmesse das erste Mal ins Ausland, um ihre beiden Reihen Daytime Shooting Star und This Lonely Planet vorzustellen, die bei KAZÉ veröffentlicht werden. Die dritte Mangaka auf der Messe, Osora, stellte ihre Serie The Ones Within vor, die seit Dezember 2017 bei Tokyopop erscheint. Zu ihrem Jubiläum erinnerte die Manga-Comic-Con mit Autogrammen an ihre Ehrengäste, die in den vergangenen Jahren von Japan nach Deutschland gekommen waren.

Romantisches Highlight: Mika Yamamori im Schnelldurchlauf

Im Messehaus (welches Halle 1 vorgelagert ist und auch das Pressezentrum beinhaltet) fanden neben Signierstunden auch Livezeichnen und eine Question & Answer-Runde mit der Mangaka statt. Es wurden dabei Fragen gestellt, die von Fans im Vorfeld online eingereicht werden konnten. Die Signierstunden waren durchgeplant, was einerseits nur wenig Zeit für die Interaktion zwischen Fan und Mangaka erlaubte, andererseits möglichst vielen überhaupt die Chance bot, ein Autogramm zu bekommen. Vorrangig wurden diejenigen behandelt, welche das Glück hatten, eines der begehrten Tickets für die Signierstunde bei einem Gewinnspiel zu gewinnen. Bewaffnet mit der Bestätigungsmail und dem Personalausweis bekam man beim Erfüllen der Kriterien zwei Postkarten und eine A4 große Signierkarte überreicht, deren eine Seite ein Motiv aus This Lonely Planet, auf der anderen eines von Daytime Shooting Star ziert. Nach und nach wurde man dann nach vorne geholt, nannte einem Übersetzer seinen Namen, damit dieser Mika Yamamori den Namen auf Japanisch vorschreiben konnte. Die Mangaka begrüßte jeden Gast mit “Hello”, verabschiedete sich mit “Arigato” und lächelte dabei immer liebenswert. Ein kurzes, aber schönes Erlebnis.

Die Comic-Szene

Auch im Comicbereich gab es auf der diesjährigen Messe einige Highlights. Der aus Kroatien stammende Zeichner Goran Sudzuka (Deadpool) und die italienische Zeichnerin Mirka Andolfo (ControNatura) waren Gäste. Fans konnten sich im Signierbereich ihre Werke unterschreiben und sogar Zeichnungen anfertigen lassen. Wir haben uns bei Mirka Andolfo angestellt und eine schöne Zeichnung und plus Autogramme erhaschen können. Zusätzlich gab es Sonderausgaben ihrer Comics zu erwerben. Joe Benitez (Titans) signierte den zweiten Band seiner Steampunk-Serie Lady Mechanika und Miguel Diaz Vizosa besuchte ebenfalls Leipzig. Seit dem Jahr 2000 führt er das Werk der Schlümpfe fort und präsentierte zum 60. Jubiläum dieser liebenswerten Geschöpfe den Band Die Schlümpfe und die lila Bohnen, der beim Splitter-Verlag veröffentlicht wird. Ebenfalls im Signierbereich war der Spanier Guillem March anzutreffen, der neben seiner neuen Reihe Der Traum auch Sonderausgaben von Superman, Harley Quinn und Batman dabei hatte. Zeichnerinnen aus Deutschland wie Daniela Schreiter (Schattenspringer) und Frauke Berger (Grün) waren ebenfalls zu Gast und auch ihnen konnten wir bei der Arbeit zuschauen.

Anime-Kino

Neben dem jährlichen Cosplay Wettbewerb gab es 2018 einen Wettkampf dreier Showgruppen. Auf der großen Bühne traten die Sängerin Sayuri, die Gruppe Daremo Shujinkoo mit einem Drama/Romance-Stück und Ikimashô mit einer Bühnenaufführung zu einem Videospiel mit dem Titel “Helden sterben nicht” an. Zum Mitmachen luden verschiedene Workshops ein, wie zum Beispiel der Bento-Kurs von Autorin Angelina Paustian oder ein Unterricht „In zehn Schritten zum eigenen Manga“ sowie Origami-Anleitungen. Auf der Leinwand der großen Bühne und im Anime-Kino wurden viele Neuheiten gezeigt, wie zum Beispiel das Drama A Silent Voice, Attack on Titan: Feuerroter Pfeil und Bogen, Free – Timeless Medley 1 & 2 und Sword Art Online: Ordinal Scale. Mit der “OTAKU Night” gab es zum ersten Mal eine Party zur MCC im Westbad Leipzig.

Präsentationen

Neben Animes, Mangas und Spielen fanden auch Präsentationen verschiedener Vereine statt. Dazu gehörten Taro Nash – The Samurai Dancer, die auf der großen Bühne eine Vorführung des japanischen Schwerttanzes gaben, und der Verein SSV Turbine Dresden e.V. zeigte in der Halle eine Kyudo und Kendo Vorführung. Hier wurde dem Publikum die Kunst des Japanischen Bogenschießens und des Japanischen Schwertkampfes gezeigt und erklärt. Da wir bei einigen der Veranstaltungen dabei waren, möchten wir diese ein wenig näher präsentieren:

Kyudo Bogenschießen 

Fast schon ein fester Bestandteil der MCC sind die Kyudo-Vorführungen, die sich immer im hinteren Teil der Messe Halle 1 abspielen. Während man an allen Tagen den Mitgliedern bei ihren Schießübungen zuschauen kann, gibt es auch regelmäßig Vorführungen, bei denen erklärt wird, was genau sich hinter dem Japanischen Bogenschießen verbirgt und wie dieses ausgeführt wird. Für Leute, die also gar keine Ahnung haben, ist das eine gute Gelegenheit, einen Einblick in diese Welt zu bekommen. Auch wir haben uns die Zeit genommen und den Damen und Herren beim Schießen zugeschaut.

Kendo Vorführung

Auf dem Übungsplatz des Kyudo Bogenschießens bot sich am Samstag und Sonntag jeweils zwei Mal die Gelegenheit einer Kendo Vorführung beizuwohnen. Hinter Kendo verbirgt sich eine abgewandelte, moderne Art des ursprünglichen Japanischen Schwertkampfs. Leider mussten wir feststellen, dass nicht allzu viel bei dieser Vorführung erklärt wurde, vor allem, da sich der Sprecher weigerte, ein Mikrofon zu benutzen. So hatten nur Leute in der ersten Reihe mit guten Ohren die Chance, etwas zu verstehen. Trotzdem erhielten wir einen netten Einblick in die Trainingsübungen und die Rituale bei dieser Sportart.

Kenbu: Japanischer Schwerttanz

Während man 2017 einer japanischen Trommlergruppe auf der großen Bühne zuschauen konnte, hat sich die japanische Botschaft in Berlin nicht lumpen lassen und den Schwerttänzer Taro Nash für eine Vorführung organisiert. Zusammen mit zwei seiner Schülerinnen präsentierte der gebürtige Japaner drei Tänze, bei denen Schwerter und Fächer zum Einsatz gekommen sind. Kenbu verbindet Elemente des Schwertkampfes mit dem aus Kabuki entstandenen traditionellen Tanz. Da es heute in Japan nur noch wenige Schwerttänzer gibt, war dies eine seltene Gelegenheit, sich diese Kunst live auf einer deutschen Bühne anzuschauen. Wer sich gerne mehr informieren möchte: Taro Nash hat eine Homepage und bietet Kurse in Frankfurt am Main an. Wir jedenfalls waren sehr angetan und können nur Positives berichten.

Wie jedes Jahr habe ich mich sehr auf die beiden Messen gefreut. Da ich ein großer Manga- und Anime-Fan bin, liegt mit die Manga-Comic-Con 2018 immer ein weniger mehr als die LBM. Meine persönlichen Highlights sind schnell genannt: Da ich den Comic ControNatura toll finde, habe ich mich wie ein kleines Kind darauf gefreut, dass Mirka Andolfo Signierstunden gab. Auch wenn ich eineinhalb Stunden in einer Warteschlage stand, hat es sich gelohnt. Es war toll, ihr beim Zeichnen zuzuschauen, und meine beiden signierten Bände gebe ich nie wieder her. Am Stand von Manga Cult/Cross Cult konnte ich die beiden professionellen Cosplayer Amicata fotografieren, auch die Mitarbeiter des Verlages waren sehr nett. Meine große Fanliebe für Blame! wurde mit einem Button belohnt! Und zuguterletzt fand ich die “Kenbu: Japanischer Schwerttanz”-Vorführung sehr schön. Ich habe keine Ahnung, wie viele Fotos ich gemacht habe, aber es hat sich gelohnt, sich von Halle 5 bis nach Halle 1 durchzukämpfen, um rechtzeitig für die Show an der großen Bühne zu sein. Viel gekauft habe ich diesmal nicht, da ich nur begrenzt Platz hatte im Koffer. Mein Fanherz konnte trotzdem an einigen Dingen nicht so einfach vorbeigehen. Mehr dazu dann im Geek Loot vom März.

Die Leipziger Buchmesse und die Manga-Comic-Con sind jedes Jahr ein Highlight. Eine gute Mischung, auf die ich mich bei meinem dritten Besuch dieser Messen sehr gefreut habe. Halle 1 war der Anfang für uns bei der diesjährigen Messe. Ich hatte mir ein paar Dinge vorgenommen, die ich gerne mitgenommen haben wollte und war erfolgreich. Sowohl Mangas als auch Animes habe ich gekauft. Auch eine wunderschöne Origami-Postkarte ist jetzt in meinem Besitz. An den Ständen war wieder ein hoher Andrang, so musste man sich teilweise durchkämpfen, um das Angebot zu sehen. Für mich ein Highlight der Messe sind die kleinen Stände im Bereich MCC Kreativ, dort kann man viele kreative Menschen beim Zeichnen beobachten. Die Kyudo- und Kendo-Vorführung hat mir auch gut gefallen. Die Aufführung von Taro Nash war für mich allerdings das Beste, was ich auf der Messe gesehen habe. Vor allem der Meister selbst mit seinem Schwert und seinem Fächer haben mir unheimlich gut gefallen.

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Iruka
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Iruka

Ich hatte mich schon sehr lange auf den Ausflug nach Leipzig gefreut und mit den passenden Outfits konnte es losgehen… Direkt in den Schnee. Der war weder geplant noch erwünscht. Nun gut, ließ sich nicht ändern. Also wurde fleißig auf der Messe gestöbert, was die Welt des Merchendaise so Neues für uns Fans hat. Es waren zwar ein paar nette Sachen dabei, daber gekauft habe ich nichts. Ich habe meinen leeren Rucksack lieber als Zwischenlager für die Mädels angeboten. 😉
Zu meiner großen Freude konnte ich zwei Autogramme von Angelina Paustian abstauben. Da hatte es ich gelohnt, beide Bücher über die Messe zu tragen.

Aki
Redakteur

Mit Schnee hat glaube ich absolut keiner von uns gerechnet. Vor allem nicht in den Massen!!! So viel hatte ich glaube ich, den ganzen Winter über nicht in meinem Wohnort. Hoffentlich bleiben wir nächstes Jahr davon verschont.
Danke noch mal fürs Rucksacktragefläche anbieten 🙂 Wenn ich mit meiner Kamera unterwegs bin habe ich immer wenig Platz und da kam mir deine Hilfe gerade recht. Immerhin so gab es ein paar schöne Fotos als Bezahlung. Und den einen oder anderen Manga, den du dann auch schon lesen konntest. 😉