Die Redaktion spielt: Unser allererstes Videospiel

Aki: Pokémon Rot (1999)

Ich bin ein Kind der 90er. Dementsprechend bin auch ich einer bestimmten extremen Sucht verfallen. Angefangen hat es noch harmlos mit der Fernsehserie, die, wie sich herausstellte, auf einem Spiel basiert. Ab diesem Moment hing ich meinen armen Eltern in den Ohren. Aus heutiger Sicht tun sie mir echt leid, denn ich war hartnäckig, nervig und kaum zu bremsen. Ich wollte es spielen!!! Wobei ich dafür erst einmal einen Game Boy brauchte. Irgendwann gaben meine erschöpften Eltern nach und ich bekam einen schicken roten Game Boy Pocket und Pokemon Rot. Damit begann mein Zockerleben! Ich verwandelte mich regelrecht in einen Zombie, denn der kleine, graue Bildschirm (Farbe wurde auf dem Gerät nicht angezeigt) zog mich in die Welt, in der Minderjährige kleine Lebewesen in Bälle einsperren. Stundenlang stampfte mein Alter Ego durch Höhlen, seltsam gebaute Städte und noch länger durch Gras. Ja Gras, das so hoch ist, dass es zwei Meter große Tiere verstecken kann, aber der Kopf meiner Spielfigur immer noch herausschaut.

Das Spiel brachte mir bei, geduldig zu sein und vor allem sich über die kleinen Dinge im Leben zu freuen. Ich denke, mich können alle verstehen, die damals auch ihr Herz an die erste Generation verloren haben. Damals, als man vor Freude in die Luft sprang, als wir endlich das Fahrrad in Händen hielten, das seltsamerweise zusätzlich in unseren Rucksack passte. Endlich konnte man schneller vorankommen und stylisch durch Gras radeln. Ach, wie sehr habe ich mein Rad geliebt. Doch auch Frust war eine Emotion, die mit diesem Spiel einherging. Stunden lang dreht man sich in der Botanik, um ein bestimmtes Pokemon zu fangen und was ist: Man besiegt es mit einer Attacke. Denn durch das stundenlange Suchen levelten natürlich die eigenen Tierchen zu sehr auf. Da brauchte es schon sehr viel innere Stärke, damit der Game Boy nicht an der nächsten Wand klebte. Rettung nahte im späteren Verlauf durch das geheime Pokemon Missingno. Doch diesen Trick lernte ich erst nachdem ich im Schweiße meines noch jungen Lebens versucht habe, Lavados ohne fremde Hilfe zu fangen. Pokemon Rot ist kein perfektes Spiel. Viele Fragen warf es mir auf, denn warum zur Hölle kann Glurak nicht fliegen, obwohl es Flügel hat? Und wer in drei Gottes Namen hat sich Digda ausgedacht? Doch bevor ich weiter darüber nachdenke, schwelge ich lieber in den positiven Erinnerungen. Schließlich gab es damals noch keine seltsamen Sahnetorten-Pokemon!

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Iruka
Iruka
3. Mai 2020 21:56

Schnapp sie dir alle! Dieser Satz galt ab Mitte der 90er auch bei mir. Irgendwann wurde ich irgendwie Besitzerin eines blauen Gameboys und den beiden Editionen. Dann gab es kein Halten mehr. Es wurde gespielt, geflucht, gelacht und geweint. Ich erinnere mich auch noch daran, wie toll das Fahrrad war. Nicht mehr dieses langsame Gehen von A nach B, sondern zackig und schnell. Die unlogischen Dinge lasse ich mal beiseite, sonst sitze ich morgen noch hier 😉
Das Spiel war Sucht pur (durch den Anime und das ganze Merchendaise wurde es nicht besser) und half mir auch recht gut dabei, hartnäckig zu bleiben und nicht zu schnell aufzugeben. Wenn auf gefühlt hundert Raupy endlich das eine Pikachu auftaucht, dann wird es unter allen Umständen gefangen. Als ich von Missingno. erfuhr und von seiner besonderen Fähigkeit wurde das natürlich auch genutzt. Endlich Items in Hülle und Fülle! Ich war begeistert. Das nutzte ich so lange, bis meine Rote Edition den Geist aufgab (RIP). Immerhin konnte ich noch die Blaue benutzen. Dank dieser Spiele habe ich so viele schöne Stunden verbracht, dass ich mich immer wieder mit großer Freude daran erinnere.