Locke & Key (Staffel 3)

Mit der dritten Staffel von Locke & Key fällt seit dem 10. August 2022 die letzte Tür ins Schloss. Damit hat die Netflix-Serie ihr von Anfang an geplantes Ziel erreicht, aber natürlich bleibt für Fans die Frage, ob am Ende alles zufriedenstellend beendet wird. Schließlich wich die Serie immer weiter von ihrer Comic-Vorlage aus der Feder von Joe Hill (The Black Phone) und Gabriel Rodriguez (Little Nemo: Return to Slumberland) ab. Mit einem anderen großen Bösewicht und neuen magischen Schlüssel warten die letzten acht Folgen auf uns, sowie natürlich mit zwischenmenschlichen Problemen, welche die Familie bewältigen muss. Wir mieteten uns ebenfalls ein Zimmer im Locke Domizile, schauen ganz genau hin und berichten im nachfolgenden Review, ob sich ein weiterer Aufenthalt lohnt.

Familie Locke hat gerade alle Hände voll damit zu tun, die Hochzeit von Onkel Duncan (Aaron Ashmore, Killjoys) vorzubereiten. Dabei muss sie sich endlich keine Gedanken mehr über böse Dämonen machen, denn mit der Vernichtung von Gabe/Dodge ist kein Feind mehr übrig. Da Nina (Darby Stanchfield, Willie and Me) sich dank des Erinnerungsschlüssels an die Magie erinnert, kommt sie selbst nun in den Genuss der Schlüssel. Natürlich mit bösen Folgen! Den auf seinem Selbstfindungstrip befindlichen Tyler (Connor Jessup, American Crime) versucht Kinsey (Emilia Jones, Brimstone: Erlöse uns von dem Bösen) ständig zu erreichen, bleibt aber ohne Erfolg. Kein guter Zustand, denn hinter dem Rücken der Schlüsselwächter plant der Dämon im Körper von Frederick Gideon (Kevin Durand, Dangerous), sich alle Schlüssel zu schnappen. Mit allen zusammen kann er nämlich seine Welt mit der Menschenwelt verschmelzen.

Der große neue, aber lasche Bösewicht

Originaltitel Locke & Key
Jahr 2022
Land USA
Episoden 8 (in Staffel 3)
Genre Horror, Drama
Cast Bode Locke: Jackson Robert Scott
Tyler Locke: Connor Jessup
Kinsey Locke: Emilia Jones
Duncan Locke: Aaron Ashmore
Nina Locke: Darby Stanchfield
Frederick Gideon: Kevin Durand
Josh Bennett: Brendan Hines
Ellie Whedon: Sherri Saum
Rufus Whedon: Coby Bird
Veröffentlichung: 10. August 2022 auf Netflix

Am Ende der zweiten Staffel von Locke & Key öffnete sich eine neue Tür für einen anderen Gegenspieler: Captain Frederick Gideon, dem Soldat, der im Unabhängigkeitskrieg das Portal als erstes fand. Nun steckt ein Dämon in ihm, er wurde als Echo in die Welt gerufen und damit wieder einmal zum Feind der Familie Locke. Eine interessante Grundsituation, denn Gideon war Krieger und sein Dämon ist noch dazu ein Lord auf der anderen Seite. Merken wir jedoch davon etwas? Von letzterem leider nein, weil sich unser Dämonenlord nicht als mächtiger oder gar gruseliger als Dodge entpuppt, wodurch die Scriptschreiber wirklich Potenzial verschwendeten. Allgemein tut man sich zu Beginn schwer, den in der Soldatenuniform mit wallendem Haar herumlaufenden Kerl nicht als komischen Cosplayer zu sehen. Die zwei dümmlichen Hampelmänner, die er ebenfalls heraufbeschwört, machen die Sache auch um keinen Punkt besser.

Wiedersehen macht Freude!

Ganz ungeschickt stellt sich Gideon im Laufe der Folgen zum Glück nicht an, wodurch Spannung entsteht. Doch vor allem das Wiedersehen mit unserer Brunnenlady sorgt für richtigen Nervenkitzel. Laysla De Oliveira (Im hohen Gras) verkörpert ein böses Wesen einfach mit viel mehr Charme, Schläue und Unberechenbarkeit, dass es einfach kaum einen Ersatz für sie gibt. Fans der Vorlage dürfen sich daher darauf freuen, dass Bode (Jackson Robert Scott, ES (2017)) erneut in großen Schwierigkeiten steckt und ein Ereignis aus den späteren Bänden so doch noch stattfindet. Scott darf dafür vom lieben Engelchen zum frechen Problemkind mutieren, was er wirklich hervorragend verkörpert.

Was haben eine Schneekugel, eine Sanduhr und eine Truhe gemeinsam?

Richtig! Es handelt sich um Objekte, die mit weiteren fantasievollen Türöffnern zu tun haben. Im Grunde also die Gegenstände, auf die wir uns seit der ersten Folge immer wie kleine Kinder auf Weihnachten freuen, da diese eine Situation von Grund auf ändern können. Und auch in der dritten Staffel warten tolle neue Schlüssel auf uns. Allen voran der Zeitschlüssel lässt Zurück in die Zukunft-Herzen höher schlagen, was bedeutet, dass es viele Probleme und großen Ärger gibt. Im Falle von Bode eben das Wiedersehen mit einer nicht so netten Lady. Doch die große, schicke Wanduhr hält natürlich noch andere emotionale Momente bereit, weswegen sich diese Uhr einen Sonderplatz in unseren imaginären Fan-Häusern verdient. Übrigens entwarf das Team für die Serie extra einen ganz neuen Schlüssel, der es wirklich kreativ in sich hat.

Eine Familie nimmt Abschied

Auch wenn es in Sachen böse Buben Abzüge in der Benotung gibt, so lockt (hihi) uns vor allem die Familie Locke wieder gerne in ihr Haus. Nicht nur verkörpern die Schauspielenden ihre Figuren erneut mit so viel Liebe, sondern ziehen sie uns mit nachvollziehbaren Problemen auch sofort wieder in ihren Bann. So stellt sich Nina ihrem früheren Alkoholproblem, Tyler muss seinen Verlust verarbeiten und Kinsey versucht, die Familie zusammenzuhalten. Mittendrin dann noch Bode, der nicht damit klarkommt, dass seine Mutter einen neuen Freund hat. Dabei vermischen sich genau diese Probleme geschickt mit denen um die magischen Schlüssel und Dämonen. Die Hochzeit stellt dabei ein wirklich schönes Event dar. Neben der Familie dürfen auch die vielen sympathischen Nebenfiguren nicht fehlen, allen voran das Savini Squad. Ellie (Sherri Saum, Limetown) nimmt ebenso eine Schlüsselrolle im finalen Kampf ein und sorgt für ein paar schöne Überraschungen.

Unterschiedliche Stile müssen in eine Serie passen

Zeichner Rodriguez tobte sich in der Comic-Version von Locke & Key ordentlich aus. Allen voran das plötzliche Kapitel im Calvin und Hobbes-Stil sorgte für Verwirrungen, aber auch für Lacher. Wenn dann der Tierschlüssel plötzlich in der Serie auftaucht, kann das Ganze natürlich nicht so einen visuellen Bruch für die Augen erzeugen. Doch das Produktionsteam hat sich auch diesmal wieder viel einfallen lassen, um für genug Abwechslung zu sorgen. Allen voran der Besuch eines erneut ganz anderen Kopfes lädt zum Staunen ein, doch auch das Keyhouse hat wieder neue kleine Ecken, beziehungsweise Objekte in petto und in der Stadt sind wir auch ein paar Mal unterwegs. Im musikalischen Bereich gibt es einen passenden Soundtrack, welcher mit bekannten Stücken berühmter Musikschaffender daherkommt. Wobei gerade Schauspielerin Emilia Jones (Kinsey) zweimal mit ihrer schönen Stimme überrascht, da sie selbst berührende Stücke singt.

Fazit

Mit der dritten Staffel geht Locke & Key fast perfekt und würdig zu Ende. Es ist nur der neue Bösewicht samt Helferlein, dem es an dämonischer Aura fehlt und aus man im Writer’s Room mehr noch hätte machen können. Doch emotional holen die acht Folgen trotzdem ab, denn wieder begeistern die herrlichen Gespräche und Momente zwischen den Figuren. Ob nun die schöne Hochzeit von Onkel Duncan, Ninas wunderbares Gespür für ihre Kinder oder die Wiedervereinigung der Locke-Kids – jede Folge hat ihr Highlight. Mit den neuen Schlüsseln kommt auch wieder viel Schwung in die Sache. Allen voran der Zeitschlüssel lässt Herzen höher schlagen und der letzte Schlüssel – ich verrate keinen Namen – ist eine kreative Wundertüte. Zum Abschluss wartet ein Ende, das einfach passt.

© Netflix

Aki

Aki verdient ihre Brötchen mit dem Buchverleihen und Wiedereintreiben und geht nie aus dem Haus ohne eine Kopfbedeckung. Wurde von ihren Eltern von klein auf zu einem Filmjunkie erzogen, liebt mittlerweile aber viele Formen des Geschichtenerzählens. Zu ihren anderen Hobbies gehören die Fotografie und das Zeichnen, egal ob auf Papier oder Leinwand. Sie besitzt eine ansehnliche Sammlung an Fuchsmerchandise und hat ihr Herz seit dem Lesen des Mangas "Kenshin" an Samurais verloren.

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