She-Hulk (Folge 1×02)

“Supermenschenrecht” lautet der Titel der zweiten Folge von She-Hulk und lässt bereits erahnen, welche Thematik die Serie einschlägt. Es geht nicht nur um Helden und Heldinnen, sondern auch andere Personen, die ihre Kräfte nicht für das Gute einsetzen.

Inhaltsangabe

Nach dem Vorfall mit Titania im Gerichtssaal kursiert Jennifers Identität als She-Hulk in allen Medien, was zur Folge hat, dass sie gefeuert wird, da fortan ihre Seriosität in Frage gestellt wird. In einer Bar trifft sie auf Holden Holliway (Steve Coulter, The Walking Dead), seines Zeichens Chef der Anwaltskanzelei GLKH. Die Kanzlei hatte zuletzt Jennifers Gegenseite vertreten. In der neu gegründeten Abteilung für Supermenschenrechte bietet er Jennifer einen Job an, den sie nicht ausschlägt.

Am ersten Tag wird Jen damit konfrontiert, dass sie zur Arbeit als She-Hulk erscheinen möge. Für das Image. Ihre Freundin Nikki (Ginger Gonzaga, Ted) nimmt die Rolle ihrer Sekretärin ein und auch der attraktive Kollege Augustus „Pug“ Pugliese (Josh Segarra, Arrow) sagt Hallo. 

Bei ihrem ersten Fall soll She-Hulk Emil Blonsky aka Abomination (Tim Roth, The Hateful 8) vertreten. Sie beteuert, dass sie in diesem Fall zu befangen sei aufgrund der Differenzen ihres Cousins mit Blonsky. Doch der Klient habe explizit sie gefordert. She-Hulk besucht Blonsky in seiner Zelle im Department der Damage Control. Dieser beteuert seine Reue und macht die Regierung für sein Schicksal verantwortlich. Zeitgleich zeigt er sich verwundert darüber, dass Hulk trotz all des Chaos, das er verursacht hat, zum Helden auferstehen konnte, während er als Schurke abgestempelt wurde. Bestärkt durch ein Gespräch mit Bruce willigt Jen schließlich ein, Blonsky zu vertreten. Doch in dem Moment wird sie durch die Medien darauf aufmerksam, dass Blonsky bereits entkommen sei und Abomination bei einem Ringkampf gesichtet wurde.

Eine Welt voller toxischer Männer

Folge 2 führt etwas fort, das bereits in der ersten Folge einen dezent ekelhaften Unterton mitbrachte: Besteht die Welt ausschließlich aus toxischen Männern? Jen ist augenscheinlich umgeben von Männern, die im Vorteil sind, da sie Männer sind. Eine Welt, in der Frauen vorgeschrieben bekommen, wie sie am Arbeitsplatz zu erscheinen haben. Wo anderen ein Minirock diktiert wird, muss Jen als She-Hulk erscheinen. Ihr (Ex-)Kollege? Wirft ihr Egoismus vor, ist aber selbst nur scharf auf ihre Position. Immerhin einen netten Kollegen mit Präsentkorb gibt es. Aber alles darüber hinaus: Da hat die Serie noch einen langen Weg vor sich. Nach zwei Folgen muss jedenfalls die Zwischenbilanz gezogen werden, dass Jennifer Walters She-Hulk sein muss, um Anerkennung zu finden.

Die Thunderbolts kündigen sich an

Ein Wiedersehen mit Emil Blonsky! Wer hätte wohl nach seinem allerersten Auftritt in Der Unglaubliche Hulk gedacht, dass Tim Roth 14 Jahre später noch immer mit an Bord ist? Vermutlich niemand, aber da wir ihn (oder genauer gesagt Abomination) bereits in Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings sehen durften, kommt das nicht mehr ganz so überraschend. Zunächst einmal kündigt er an, dass er sich verändert habe. Natürlich macht die Gefangenschaft etwas mit einem, aber um im Jahr 2022 noch als glaubhafter Schurke zu gelten, bedarf es ein paar schillernder Facetten, und es deutet sich an, als sei vor allem sein neidischer Blick auf Bruce eine treibende Kraft. Sehr spannend ist, dass Blonsky ankündigt, dass er sich am liebsten mit seinen sieben Seelenverwandten zurückziehen möge. Damit sind ganz offensichtlich die Thunderbolts gemeint, zu denen diverse andere Schurken des MCUs angehören. Wann und wo er jenen begegnet ist, wird wohl erst der Thunderbolts-Film auflösen. Und Titania? Die taucht erstmal nicht mehr weiter auf und wird gegen Mitte der Serie wieder in Erscheinung treten.

Wolverine-Easter Egg?

Bei der Nahaufnahme auf Jens Laptop-Bildschirms fällt der Blick natürlich zunächst auf den Hauptartikel, in dem es um außergewöhnliche Job-Möglichkeiten wie etwa als Maskottchen für ein Schweizer Dorf geht. Aufmerksame Augen erblicken auf der rechten Seite noch einige Links zu weiterführenden Artikeln. Einer davon trägt die Überschrift „Man fights with metal claws in bar brawl“, also „Mann kämpft mit Metallklauen in einer Kneipenschlägerei“. Die Zahl der Personen, auf die das zutreffen könnte, sollte sich in Grenzen halten … Daneben ist eine weitere Schlagzeile interessant: „Warum eine gigantische Statue eines Mannes aus dem Ozean herausragt“. Eine Anspielung auf Eternals und die Geburt Tiamats, die fast die gesamte Erde zerstört hätte. Wo wir schon bei Anspielungen sind: Bruce betont, dass er sich seit der ersten Begegnung mit Blonsky sehr verändert habe. In der Tat, denn da liegt ein ganzer Schauspielerwechsel zwischen! 

Fazit

So kurz die zweite Folge auch ausfällt, so fokussiert ist sie darauf, die Handlung voranzutreiben. An ihrem Weltbild sollte die Serie unbedingt noch schrauben (die einseitige Darstellung des weißen Mannes im Anzug wirkt noch sehr forciert), davon einmal abgesehen ist vor allem das Gespräch mit Blonsky erfreulich für die Kontinuität. Wen Jen wohl noch alles vertreten darf?

© Disney

Ayres

Ayres ist seit 2002 im Community Management tätig, seit einer Weile sogar beruflich. Er ist ein richtiger Horror- & Mystery-Junkie, liebt gute Point’n’Click-Adventures und ist Fighting Games nie abgeneigt. Besonders spannend findet er Psychologie, deshalb werden in seinem Wohnzimmer regelmäßig "Die Werwölfe von Düsterwald"-Abende veranstaltet. Sein teuerstes Hobby ist das Sammeln von Steelbooks. In seinem Besitz befinden sich mehr als 100 Blu-Ray Steelbooks aus aller Welt.

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