Das große Steampanoptikum

Lesezeit: 3 Minuten

Sachbücher zum phantastischen Genre Steampunk gibt es einige, doch der deutsche Markt hat nur wenige Titel zu bieten. Umso erfreulicher, dass der Verleger von Edition Roter Drache bereits 2014 Alex Jahnke, der bereits mit Steampunk kurz & geek ein Novum in den heimischen Buchhandel brachte, und Clara Lina Wirz für Das große Steampanoptikum gewinnen konnte. Der Erfolg des Sachbuchs war so groß, dass es 2016 den Deutschen Phantastik Preis als “Bestes Sekundärwerk” gewann und 2017 in einer überarbeiteten Neuauflage erschien.

Auf dem Cover wird damit geworben, dass den Lesern eine fantastische Reise durch die Welt des deutschen Steampunks erwartet. Damit hebt es sich schon durch andere Sachbücher zum Thema Steampunk hervor, denn oft wird hauptsächlich auf die amerikanische Szene eingegangen und die deutschen Akteure bekommen ein paar Seiten als Anhang spendiert. In Das große Steampanoptikum dreht sich der Spieß um: Die Herkunft der Bewegung hat seine Wurzeln eindeutig außerhalb Deutschlands, doch verstecken muss sich die deutsche Szene deshalb noch lange nicht.

Aufbruch in (un)bekannte Gefilde

Originaltitel Das große Steampanoptikum
Ursprungsland Deutschland
Jahr 2017
Typ Sachbuch
Bände 1
Genre Steampunk, Non-Fiction
Autor Alex Jahnke, Clara Lina Wirz
Verlag Edition Roter Drache

Wer sich mit Steampunk beschäftigt, der beginnt eine Reise ins ungewisse Bekannte. Man weiß nie genau, was einen hinter dem Titelblatt eines Steampunkromans oder auf dem Konzert einer Steampunkband erwartet, trotzdem findet man immer wieder vertraute Punkte zum Festhalten. Auch bei Technik versteht sich der Steampunk darauf, Alltagsgegenständen eine neue Ästhetik zu verleihen und ihnen mithilfe von Dampfkraft und Zahnradmechanik neues Lebens einzuhauchen. Das große Steampanoptikum bietet einen Überblick darüber, was die deutschen Steampunker aus den Möglichkeiten, welche die Szene bietet, hervorbringt.

Take this darling, something for your coffee table

Fast 200 Seiten Fakten und Exkurse, Interviews und Kurzgeschichten. Mit seinem Format, das etwas größer als A4 ist, ist Das große Steampanoptikum zwar kein Buch für unterwegs, lädt aber dank der knackig aufbereiteten Informationseinheiten zum allabendlichen Verweilen und Stöbern ein. Kaum ein Artikel ist länger als zwei oder drei Seiten, viele Bilder brechen die Texte auf und sind meist passend zum Text platziert. Manchmal jedoch scheinen es die Herausgeber übertrieben zu haben, der Text ist an einigen Stellen schwer lesbar, da Bilder den Hintergrund zu ihm bilden. Es ist auch keine graphische Linie im Buch zu finden, denn die Seiten sind einfach zu unterschiedlich gestaltet, ein paar wiederkehrende Elemente hätten den Gesamteindruck des Sachbuchs einheitlicher und ruhiger wirken lassen.

Mir gefällt es sehr, wie in diesem Sachbuch mittels verschiedener Herangehensweisen das Thema Steampunk beleuchtet wird und vor allem eine Bühne für den deutschen Teil der Szene geboten wird. Es ist interessant, Hintergründe über eines meiner Lieblingsgenre zu lesen und auch Einsichten von Nicht-Steampunkern zu bekommen. Die Kurzgeschichten, die den Sachtexten und Vorstellungen zwischengeschoben sind, geben dem Sachbuch eine persönliche Note, aber vor allem der Teil über die Musik ist für mich interessant, da ich bisher nur eine Band kenne, die sich im Steampunk ansiedeln lässt. Ich werde Das große Steampanoptikum sicherlich noch einige Male zur Hand nehmen und darin blättern, da sich immer wieder neue Details entdecken lassen.

 

Vielen Dank an den Verlag Edition Roter Drache für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.
Die Rezension unterlag keinen inhaltlichen Vorgaben und spiegelt lediglich die Meinung der Autorin wider.
© Edition Roter Drache
Bild © http://kupferwerk.org/

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MadameMelli

MadameMelli ist im Berufsalltag als Informationsninja unterwegs und hilft Suchenden, die passende Literatur zu finden. In ihrem Freundeskreis ist sie als Waschbär bekannt und dementsprechend ist auch kaum ein Buch, Manga oder Comic (oder Tee) vor ihr sicher – alles wird in die Hand genommen, begutachtet und bei Gefallen mit nach Hause geschleppt. Nur nicht gewaschen, das wäre zu viel des Guten. Sinniert gerade darüber, ob es als Waschbär sehr gefährlich ist, Wölfe zu lieben, lässt sich davon aber nicht abhalten und schreibt in ihrer Freizeit selbst Geschichten. Manchmal auch über Wölfe. Oder Tee.

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