Detektiv Conan – 13. Film: Der Nachtschwarze Jäger

Lesezeit: 6 Minuten

Conan Edogawa ist erledigt! Die Organisation der Männer in Schwarz hat seine wahre Identität als Oberschüler Shinichi Kudo herausgefunden. Was als Alptraum beginnt, sorgt bei dem jungen Detektiv für extreme Verunsicherung, die sich bald als gerechtfertigt offenbart. Mit einem spannenden und nervenaufreibenden Auftakt beginnt der 13. Film: Detektiv Conan – Der nachtschwarze Jäger. Was 2009 vom Studio TMS Entertainment (Orange) in Japan erschien, fand 2010 seinen Weg nach Deutschland. Die Ermittlungen zeigen, was Mahjong-Steine, Nashornkäfer und das Wort Open mit Serienmorden in ganz Japan zu tun haben.

Conan Edogawa steht in der Detektei Mori seinem Erzfeind Gin gegenüber. Nun ist es aus, sein Geheimnis wurde gelüftet, er und alle seine Freunde werden sterben. Der Schuss fällt und dann… aufatmen, es war nur ein Traum. Jedoch ist die Organisation näher als gedacht. Was zunächst wie ein Verkehrsunfall aussieht, erweist sich schnell als Verbrechen in einer Reihe von Serienmorden. Als Erkennungszeichen findet sich an jedem Tatort ein Mahjong-Stein mit unterschiedlichen Markierungen. Da die Morde über das ganze Land verteilt sind, werden diverse Ermittler aus verschiedenen Präfekturen zu einer Gruppe zusammengeschlossen, um eine Lösung zu finden. Mit von der Partie sind Meisterdetektiv Kogoro Mori und natürlich Conan, der sich diesen Fall nicht entgehen lässt. Für ihn entwickeln sich die Ermittlungen allerdings schnell zu einem bedrohlichen Fall, als er herausfindet, dass die Männer in Schwarz, die die Schuld daran tragen, dass er geschrumpft ist, sich unter die Polizisten geschmuggelt haben. Doch welchen bösen Plan verfolgen sie?

Schock und Spannung

Mit einem fulminanten Auftakt startet Detektiv Conan – Der nachtschwarze Jäger, der wortwörtlich den größten Alptraum unseres kleinen Ermittlers widerspiegelt. Für jeden Fan ein Schock der den Blutdruck in die Höhe schnellen lässt. Obwohl die Spannungskurve nach diesem extremen Anfang deutlich abfällt, sorgen zwei geschickt ineinander verwobene Handlungsstränge dafür, dass diese stetig wieder steigt. Auf der einen Seite gilt es, die Serienmorde aufzuklären, auf der anderen, den Männern in Schwarz auf den Fersen zu bleiben. Ungewohnt ist, dass Kogoro Mori und der kleine Naseweis nicht gemeinsam ermitteln. Während Rans Vater mit der Polizei die Mordfälle analysiert, ist Conan den Machenschaften der Organisation auf der Spur. Dadurch entsteht eine ganz andere Stimmung als in vorangegangenen Detektiv Conan-Filmen, was dem Titel eine besondere Note gibt.

Originaltitel Meitantei Conan: Shikkoku no Chaser
Jahr 2009
Laufzeit 110 Minuten
Genre Krimi, Action
Regisseur Yasuichiro Yamamoto
Studio TMS Entertainment

“Ich werde euch weiter jagen bis ich euch alle erledigt habe!”

Wie bei jedem anderen Film der Reihe ist Vorwissen Pflicht. Gerade hier muss der Zuschauer die Beziehungen der Figuren untereinander kennen, sonst kann es zu Missverständnissen kommen, die den Sehgenuss mindern. Während die Beziehung zum eiskalten Killer Gin klar wie die Adleraugen eines Sherlock Holmes ist, sorgt die ungewöhnliche Verbindung zu Wermut zu einiger Verwirrung. Der Umgang miteinander weckt den Verdacht, dass das Mitglied der Organisation weiß, wer sich hinter dem kleinen Ermittler verbirgt. Conans Reaktionen hingegen lassen darauf schließen, dass er darauf vertraut, dass Wermut seine Identität nicht verrät. Einige Erklärungen bleiben leider für Zuschauer, die vor dem Konsum von Detektiv Conan – Der nachtschwarze Jäger nicht auf dem aktuellen Stand des Animes sind auf der Strecke. Zumindest wird in einem kurzen Rückblick auf den Anime gezeigt, was es mit einer Handymelodie und dem Helm des Schwarzen Ritters aus einem Theaterstück auf sich hat. Des Weiteren finden sich im beigelegten Booklet Erklärungen zu diesen Themen.

Viele bekannte Charaktere

Was Fanherzen höher schlagen lässt, sind die Auftritte vieler bekannter und geliebter Figuren. So dürfen Heiji Hattori und seine Freundin Kazuha nicht fehlen! Der Schülerdetektiv aus Osaka gibt Conan/Shinichi hilfreiche Tipps und schwänzt sogar die Schule, um zu helfen. Im Gegensatz zu den vorangegangen Filmen hat Ran Mori bis kurz vor Schluss eine eher kleine Rolle. Das mindert die Qualität des Titels jedoch nicht, denn der Fokus liegt sehr stark auf der Organisation. Gegen Ende darf Conans Freundin, zur Freude aller Zuschauer, in einem spektakulären Karatekampf austeilen aber auch einstecken. Wer natürlich nicht fehlen darf sind die Detective Boys, die hier sogar eine große Rolle bei der Auflösung des Falls spielen. Ihre Herangehensweise wirft ein sehr gutes Bild auf die Grundschüler, da sie alleine in ihrem eigenen Fall ermitteln und nicht permanent an Conans Rockzipfel hängen. Eine gelungene Abwechslung, die gerne häufiger vorkommen darf. Ohne Rätsel von Professor Agasa kommt kein Detektiv Conan-Fall aus! Sie sind ein fester Bestandteil, den die Zuschauer und die Detective Boys lösen dürfen. Den Betrachter erwarten humorvolle Antworten auf die Fragen, jedoch ist es ohne japanische Sprachkenntnisse leider nicht möglich, selbst mitzuraten, bzw. die Lösung zu verstehen. Hier erweist sich das beigelegte Booklet erneut als Hilfe, in dem man eine Erklärung zum Denkspiel erhält. Es lohnt sich also einen Blick hineinzuwerfen, allerdings wäre es noch schöner, das Ganze im Film zu verstehen.

Pure Action dank der Männer in Schwarz

Das Highlight des Filmes für jeden Detektiv Conan Fan ist das Aufeinandertreffen mit den Erzfeinden — den Männern in Schwarz. In größeren Abständen treten die Anhänger der finsteren Untergrundorganisation in der Handlung des Animes ans Tageslicht. Bei genauem Betrachten entpuppt sich das Vorgehen der Männer in Schwarz, insbesondere Gins Verhalten, als etwas unpassend. Ihr größtes Können ist es unauffällig zu bleiben und keine Spuren zu hinterlassen, wenn allerdings ein Helikopter um einen Aussichtsturm kreist und diesen mit Maschinenpistolen befeuert erscheint es seltsam, dass die Polizei im Nachhinein nicht versucht herauszufinden, wer dieses Schlachtfeld hinterlassen hat. Dieses Verhalten sorgt für Kopfschütteln auch wenn die Szenen actiontechnisch wunderbar in Szene gesetzt sind. Allgemein ist für Fans des Adrenalinrausches wieder einiges geboten, wie wir es ja nicht anders gewohnt sind.

Conan in Farbe und Ton

Im Jahr 2018 erschien der 13. Teil Detektiv Conan – Der nachtschwarze Jäger in Deutschland auf Blu-Ray. Im Vergleich zur DVD, die seit 2010 auf dem Markt ist, wurde die Bildauflösung verfeinert und dadurch detailreicher. Das kommt den Animationen von Studio TMS Entertainment zugute, denn die lassen sich auch heute noch sehen. Der Ton wurde ebenfalls aufgebessert, was dem Soundtrack von Katsuo Ono (Fake) eine gute Note verleiht. Das Ending von Mai Kuraki mit dem Namen “PUZZLE” zeigt Einblicke auf die reale Stadt Tokyo bei Nacht, insbesondere den Tokyotower aus verschiedenen Blickwinkeln. Gemischt sind diese Bilder mit einzelnen Szenen aus dem Film. Wie immer schlüpfen bekannte Synchronsprecher aus der Serie in ihre Rollen. So ist Tobias Müller (Subaru Sumeragi, X) als Conan zu hören, Giuliana Jakobeit (Tomoyo Daidouji, Card Captor Sakura) verleiht Ran ihre Stimme und Jörg Hengstler (Michele Manfredi, Code Geass) rennt als Meisterdetektiv Kogoro Mori durch die Gegend. Bösewicht Gin wiederum hat in den Filmen einen anderen Sprecher als in der Serie. So wird er bei Detektiv Conan – Der nachtschwarze Jäger von Jan-David Rönfeld (Kurogane, Tsubasa Chronicle) verkörpert.

Fazit

Als eingefleischter Detektiv Conan-Fan ist für mich jeder neue Film eine Art Pflichtkauf. Ich kann sagen, dass der 13. Teil, Detektiv Conan – Der nachtschwarze Jäger für mich zu den besseren Filmen gehört. Das liegt zum Großteil am Mitwirken der Männer in Schwarz, die im Prinzip ja der Auslöser dafür sind, dass alles was wir nun sehen dürfen angefangen hat. Ohne sie wäre unser Schülerdetektiv nicht geschrumpft und es gäbe keinen Conan Edogawa. Allgemein kann man sagen: Immer wenn Gin, Wodka und andere Mitglieder der Organisation ans Tageslicht treten wird es unheimlich spannend. Es ist einfach ein anderes Feeling als bei einem „normalen“ Rätselfall. Zu Beginn des Filmes ist mir auch das Herz in die Hose gerutscht: Gin steht vor Conan und kennt sein Geheimnis. Ein richtiger Schock, aber genau so kann es ja aussehen wenn sie wirklich herausfinden, dass er an dem Gift nicht gestorben ist. Die Detective Boys, die für mich leider in den meisten Fällen etwas anstrengend sind, gefallen mir in diesem Film richtig gut, gerade weil sie selbstständig ermitteln. Auch ihre Suche nach den Nashornkäfern und die damit verbundene Rettungsaktion lässt sich sehen. Ich habe es leider nicht geschafft den Fall wie ein echter Detektiv zu lösen, allerdings war mir derjenige von der Organisation der sich unter die Polizisten geschlichen hat von Anfang an etwas suspekt. Auf jeden Fall ein Film, der sich sehr gut anschauen lässt, mit Humor, Miträtseln, Action, Explosionen und allem was ein Detektiv Conan-Fan erwartet.

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