American Gods (Staffel 2)

Lesezeit: 5 Minuten

Eine Religion entsteht nicht von heute auf morgen und so gab es leider auch bei der zweiten Staffel von American Gods einige Probleme. Bryan Fuller (Star Trek: Discovery) und Michael Green (Heroes) verließen die Produktion, da es wegen des Budgets zu Streitigkeiten kam. Deshalb wurde der Starttermin immer weiter nach hinten verschoben. Doch Gebete wurden erhört und so läuft seit dem 11. März 2019 die Fortsetzung des göttlichen Roadtrips auf Amazon Prime. Basierend auf dem Roman von Neil Gaiman (Sternwanderer) wird Ex-Knacki Shadow Moon in einen Konflikt zwischen den alten und neuen Göttern gezogen. Wir haben einen ausführlichen Blick in die erste Folge der neuen Season geworfen und können sagen: Wenn Götter sich zum Treffen versammeln, staunt jeder!

Mr. Wednesday (Ian McShane, John Wick: Kapitel 2), besser bekannt unter seinem alten Namen Odin, hat zum Krieg gegen die neuen Götter aufgerufen. Zusammen mit seinem Mann für alles, Shadow Moon (Ricky Whittle, The 100), dessen toter Ehefrau Laura Moon (Emily Browning, Sucker Punch) und dem Kobold Mad Sweeney (Pablo Schreiber, Orange Is the New Black) ist er auf dem Weg zum “House on the Rock” im Bundesstaat Wisconsin. Dort hat er alle alten Götter eingeladen, um mit ihnen über den bevorstehenden Konflikt zu sprechen. Unerwartet angereist ist die Göttin Bilquis (Yetide Badaki, This Is Us – Das ist Leben), die Odin dennoch erlaubt, an dem Treffen teilzunehmen. Anders als Laura und Mad Sweeney, die beide nicht darüber begeistert sind. Shadow kann es hingegen immer noch nicht so recht glauben, was er alles erlebt. Doch als Odin seine Hilfe braucht, ist er für ihn da, denn er hat ihm mittlerweile vieles zu verdanken. Während die alten Götter tagen, plant mit Mr. World (Crispin Glover, Alice im Wunderland) seinen nächsten verheerenden Zug. Dieser hat auch schreckliche Folgen für die alte Göttergemeinde.

Willkommen im Reich von Mr. World

Originaltitel American Gods (Staffel 2)
Jahr 2019
Episoden 1 / 8
Genre Fantasy, Drama
Cast Shadow Moon : Ricky Whittle
Laura Moon / Essie McGowan : Emily Browning
Mr. Wednesday: Ian McShane
Mad Sweeney: Pablo Schreiber
Bilquis: Yetide Badaki
Mr. Nancy: Orlando Jones
Der Technische Junge : Bruce Langley
Salim: Omid Abtahi
Mr. Ibis: Demore Barnes
Mr. World : Crispin Glover

Die erste Folge der zweiten Staffel von American Gods startet inhaltlich nur wenige Stunden nach dem Treffen mit Osteria und Odins Kriegserklärung an die neuen Götter. Doch bevor wir mit im vollen Auto von Shadow Platz nehmen, dürfen wir erst einmal erfahren, wie es Mr. World geht. Dieser ist alles andere als glücklich über die letzten Ereignisse, was uns natürlich ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Doch dieser geht sofort zu seinen nächsten Schachzügen über. Das ermöglicht uns erstmalig einen tieferen Einblick in die Machtverhältnisse dieses Anzugträgers, welche wirklich weitreichend sind, ist er doch der Mann hinter allen Männern und Organisationen. Seine Ankunft bei Black Briar, einer geheimen Einrichtung für den Präsidenten, steht wunderbar symbolisch für alle die existierenden Verschwörungstheorien. So tippt er einfach seine Befehle in einen Computer, unbeobachtet und ohne Rechenschaft. Diese werden ausgeführt, ohne dass er sich die Hände schmutzig macht. Ein interessanter Schachzug der Serie, uns dies zu präsentieren, findet sich diese Einrichtung nämlich gar nicht in Neil Gaimans Roman wieder.

Wenn Götter sich zum Plausch treffen

Schon der Titel der ersten Episode „House on the Rock“ ließ bei Buchlesern die Vorfreude wachsen. Denn nachdem wir in den vorangegangen Abenteuern einzelne Götter treffen durften, wird es endlich Zeit für eine Versammlung. Und die darf natürlich nicht an irgendeinem x-beliebigen Ort stattfinden! Für das Treffen muss ein visuelles Highlight erschaffen werden, zählt dies doch seit der ersten Folge zu den Markenzeichen von American Gods. Genau dieses wurde in Wisconsin beim original existierenden „House on the Rock“ gefunden, welches eigens für den Dreh gesperrt wurde. Der Aufwand lohnte sich, denn gerade die Karussellszene ist atemberaubend schön und sorgt für die richtige Stimmung, um in Odins Welt zu landen. Richtig, wir bereisen der Welt der Götter, besser gesagt, die des Allvaters der nordischen Götterwelt. Passend mit Drachenboot am Strand, Holzhalle und Wikingereinrichtung, könnte es nicht glaubhafter sein. Fans nordischer Mythologie wird das Herz aufgehen. Doch auch für andere Anhänger bestimmter Religionen gibt es viel zu sehen. Schließlich dürfen wir hier einen Blick auf viele neue und bekannte Götter werfen, aber nicht in menschlicher Hülle, sondern in ihrer leuchtenden Form. Da fühlt sich nicht nur der gute Shadow erst einmal erschlagen, bei so viel optischer Wucht. Dazu wirken die letzten Einstellungen beim Festmahl in einem amerikanischen Dinner ungewöhnlich, aber familiärer, bodenständiger. Ein Moment, den wir genießen sollten, denn leider müssen wir uns von einem Göttermitglied verabschieden. Ein emotionaler Moment bietet sich hier, als Zorya Vechernyaya in den Armen Odins stirbt. Es stellt sich die Frage, ob wir noch viele solcher Momente erleben werden.

Einige Änderungen

Trotz des Chaos vor dem Dreh fühlt sich die erste Folge stimmungsvoll an. Da Neil Gaiman selbst an den Drehbüchern mitarbeitete, können sich Leser freuen, dass die Geschichte nah am Buch bleiben wird. Das bedeutet aber auch, dass der große Götterkonflikt wohl erst in einer dritten Staffel aufkommen wird. Erst einmal bleibt aber abzuwarten, was die zweite Staffel von American Gods noch zu bietet hat. Immerhin werden einige weitere neue Götter in Erscheinung treten, wie New Media, die von Kahyun Kim (Timeless) verkörpert wird. Sie ersetzt damit die alte Media, da Gillian Anderson (Akte X) nicht mehr mitspielen wird. Auch die von Kristin Chenoweth (Pushing Daisies) gespielte Osteria wird nicht mehr zu sehen sein, da auch sie die Serie verlassen hat. Ein Grund, warum die zweite Staffel nicht mit dem Verlassen dieser Göttin anfängt, sondern schon auf dem Weg zum nächsten Ziel. Es bleibt zu hoffen, dass die neuen Figuren die entstandenen Lücken schließen können. Immerhin hat die neue Media einen netten Werbegruß an uns Zuschauer gesendet: Video-Botschaft auf Youtube. Fans der deutschen Sprachfassung müssen sich leider auch mit einer Änderung anfreunden. Florian Halm (Stammstimme von Jude Law) spricht leider nicht mehr den Spinnengott Mr. Nancy.

Erster Eindruck

Endlich geht es mit American Gods weiter und ich bin froh, dass sich die erste neue Folge wie eine der alten anfühlt. Viele kleine visuelle Highlights, wie die Fahrt auf der Landkarte mit dem kleinen Miniauto, dem alten Orakel und natürlich dem großen Highlight, dem Karussell, lassen mich einfach schmachten. Von der Halle mit den Göttern ganz zu schweigen! Auch inhaltlich setzt sich die Handlung passend fort. Schließlich rief Odin zum Krieg auf, also muss er seine Krieger zusammentrommeln. Mittendrin Shadow, der trotz allem immer noch am Staunen und Nachfragen ist, so wie es wohl jeder von uns tun würde. Was ich nur ein wenig vermisse, ist ein Gespräch zwischen ihm und seiner toten Ehefrau. So hocken nun alle in einem Auto und die Stimmung könnte nicht seltsamer sein. Es bleibt daher spannend, ob die beiden die Zeit sich auszusprechen finden werden. Und natürlich, ob mein Lieblingscharakter Mad Sweeney doch noch an seine Münze kommt. Wobei, so ganz glücklos ist er doch nicht. Schließlich rutscht er im Lokal aus, sodass sich die tödliche Kugel in Lauras Brust bohrt. Es bleibt auf jeden Fall interessant, wie es nach dieser Tat von Mr. World weitergehen wird.

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Aki

Aki verdient ihre Brötchen mit dem Buchverleihen und Wiedereintreiben und geht nie aus dem Haus ohne eine Kopfbedeckung. Wurde von ihren Eltern von klein auf zu einem Filmjunkie erzogen, liebt mittlerweile aber viele Formen des Geschichtenerzählens. Zu ihren anderen Hobbies gehören die Fotografie und das Zeichnen, egal ob auf Papier oder Leinwand. Sie besitzt eine ansehnliche Sammlung an Fuchsmerchandise und hat ihr Herz seit dem Lesen des Mangas "Kenshin" an Samurais verloren.

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