So endet es für die Figuren von Orange is the New Black

Lesezeit: 14 Minuten

Da nicht jeder Zeit hat, um eine ganze Staffel im Eiltempo zu schauen und bei einem Serienfinale die Frage aufkommt, was aus den Figuren wird, gibt es hier eine Schnellübersicht, was sich in Staffel 7 von Orange is the New Black zuträgt. Zum Mitreden, emotional vorbereiten oder schnellen Nachlesen, wenn die Erinnerung verblasst. Das hier wird aus den Frauen (und wenigen Herren) in Litchfield.

Im Laufe von sieben Staffeln hat sich das Orange is the new Black-Ensemble in die Herzen vieler Fans gespielt. Aber manch einer pausiert die Serie vielleicht oder findet keine Zeit die letzte Staffel möglichst schnell zu schauen, muss aber unbedingt wissen, wo die Lieblinge am Ende stehen. Darum hier ein detaillierter Überblick über die letzten Entwicklungen und Momente der beliebten Figuren. Sie haben uns gezeigt, dass jemand, der schlechte Entscheidungen trifft, kein schlechter Mensch sein muss.

Piper & Alex

Piper muss sich mit der neuen Realität als Ex-Häftling abfinden. Zunächst hat sie strenge Bewährungsauflagen zu erfüllen, was eine Ausgangssperre ab elf Uhr nachts bedeutet und dass sie ein Angebot als Kellnerin ausschlagen muss, weil das Restaurant Alkohol serviert. Sie jobbt in einem Thai-Imbiss, den sie früher nicht einmal betreten hätte. Ihr Bruder gibt ihr ein Zimmer, für das sie Miete zahlen muss und ohne Auto braucht sie ewig, um per Bus als Besucherin zum Gefängnis zu kommen. Immerhin hat Alex noch einige Zeit vor sich, aber die beiden wollen ihre Beziehung aufrecht erhalten. Alex hat versprochen, sich dafür besonders zusammenzureißen und aus Ärger rauszuhalten. Sie hat auch keinen wirklichen Kontakt zu anderen Gefangenen, was die Storylines von Piper und Alex vom Rest isoliert. Allerdings wird Alex genötigt zunächst Drogen für Wärter Hellman zu verkaufen. Glück im Unglück ist, dass McCullough sie dabei erwischt und weil sie Hellman nicht leiden kann, hilft sie Alex aus der Klemme. Will aber selbst nun auch ins Schmuggelgeschäft einsteigen. So endet Alex als Dealerin für Handyladegeräte. Handies gibt es im Gefängnis genug, aber sie aufzuladen ist schwierig. McCulloughs bringt also täglich einige geladene Powerbanks und Alex verteilt sie. Währenddessen versucht Piper die Beziehung zu ihrem Vater zu kitten, zumal sie einen neuen Job und mehr Unterstützung benötigt. Piper ist auf einem destruktiven Kurs, da sie überall Ablehnung erfährt und erst lernen muss, ihr neues Label anzunehmen. Wer hört, dass sie im Gefängnis war, nimmt Abstand, ehe sie erzählen kann, warum überhaupt. Bis sie auf Zelda trifft. Diese arbeitet für eine Wohltätigkeitsfirma, kümmert sich dort etwa um Kinder in Kriegsgebieten und scheint die perfekte Frau für Piper zu sein. Das sagt auch Larry, ihr Ex-Verlobter, mit dem Piper wieder Kontakt aufnimmt. Aber Piper liebt Alex. Ihre Bewährungshelferin – die Piper sogar einen nicht bestandenen Drogentest durchgehen lässt und sie nur zu AA-Meeting schickt statt direkt zurück in den Knast – stellt Piper Fragen über ihre Zukunft. Was will sie wirklich aus ihrem Leben machen? Nachdem Piper erkennt, dass ihr altes Leben ihr nicht mehr passt und sie nie spezielle Ambitionen gehegt hat, sieht sie ihre Zeit in Litchfield als Wegweiser. Tagsüber jobbt sie als Barrista, um die Abende mit Kursen in Zivilrecht zu füllen. Sie hat das System kennengelernt und will etwas ändern. Bei Alex eskaliert die Situation allerdings, als sie McCulloughs Avancen entschieden zurückweist. McCulloughs beschließt um einen Transfer von Alex zu bitten, denn es hat grade eben erst einen Skandal über eine Beziehung zwischen Wärter und Gefangener gegeben, weitere schlechte Presse verkraftet niemand. Alex findet sich in Ohio wieder, wo sie immerhin nicht mehr im Hochsicherheitstrakt verweilen muss. Und Piper besucht sie dort. Obwohl es Alex’ Lebensstil als Drogenkurierin war, der Piper erst in die Kriminalität geführt hat, sind die zwei sich einig, dass der Ärger es für ihre Liebe wert war und die Serie endet mit dem Eindruck, dass die beiden später eine gemeinsame Zukunft haben. Die Verlockung von Reichtum und Vorzeigefreundin hat Piper abgelehnt.

Taystee, Suzanne, Cindy

Für Taystee sind schlimme Zeit angebrochen. Als Mörderin verurteilt, verfällt sie in eine starke Depression und hegt Selbstmordgedanken. Suzanne kommentiert mehrmals, dass die alte Taystee bereits nicht mehr da ist und wünscht sich, sie könne die alten Freundschaften kitten. Zum ersten Mal wird sie damit konfrontiert in Einklang zu bringen, dass die Justiz Fehler begeht und muss hinterfragen, ob wirklich alle Frauen es verdienen, eingesperrt zu werden. In einem Gespräch mit ihrer Mutter fragt Suzanne, ob sie dieses Leben derart verdient hat. Ihre Wut über die Erkenntnis, dass sie zwar dauerhafte Hilfe bräuchte, aber keine Gitterstäbe, führt zu einem kurzen Wutausbruch, aber keinem psychotischen Schub. Suzanne wird ein wenig reifer. Dabei hilft ihr ein kurzweiliges Programm, bei dem sich Häftlinge um Hühner kümmern. (Ja, auch DAS Huhn hat einen erneuten Auftritt.) Da die psychiatrische Station aus Kostengründen geschlossen wird, trifft Suzanne dabei auf Lolly und die zwei freunden sich an. Es gelingt Suzanne nicht, Cindy und Taystee wieder zusammen zu bringen, schreibt aber alles auf, was sie nach dem Aufstand gesehen hat. Zum ersten Mal erfährt Taystee dadurch, dass der Tod von Piscatella auf das Konto anderer Polizisten geht und wie ihr das in die Schuhe geschoben wurde. Trotz eines kurzen Hoffnungsschimmers, wird Suzannes Aussage aber nicht reichen, um den Fall neu aufzurollen. Ein Problem dabei ist, dass Cindys (Falsch)Aussage zurückgenommen werden müsste. Doch die ist entlassen und verschwunden. Cindy liegt diese Lüge zwar schwer auf der Seele, aber ihre eigene Freiheit will sie nicht gefährden. Aber der Neustart verläuft anders als geplant. Offiziell hat Cindy eine jüngere Schwester, diese ist aber in Wahrheit ihre eigene Tochter. Aus Rache hat Taystee diese Lüge in einem Brief aufgedeckt und für Cindy bricht daheim eine Welt zusammen, weshalb es sie auf die Straße zieht. Obwohl sie einen Job in der Altenpflege ergattern konnte. Cindy blickt nicht nach Litchfield zurück und zunächst scheint es, dass sie mit ihrer Familie bricht, doch es gibt ein letztes Treffen, das zeigt, dass ihre Tochter ihr sicherlich bald verzeihen kann. Taystee dagegen hegt weiterhin Selbstmordgedanken. Sich zu erhängen kommt nicht in Frage, obwohl sie es versucht und sie besorgt sich eine garantierte Überdosis Drogen. Eine Erinnerung an Poussey, die ihr einst erzählte, dass alle schlechten Zeiten etwas positives haben und irgendwann vorbei gehen, scheint nicht genug, um sie gänzlich umzustimmen. (Die Szene stammt aus der Zeit, als Taystee kurzzeitig auf Bewährung entlassen war und Poussey betont, dass die zwei sich ohne Gefängnis nie kennengelernt hätten und was wäre das für eine Welt.) Aber zum Glück gibt es endlich vernünftige Programme im Gefängnis, die den Frauen bei der Resozialisierung wirklich helfen können. Eher widerwillig wird Taystee zum Tutor für einige, die ihren High School Abschluss nachholen wollen. Und zu ihrem Erstaunen bestehen sie alle. Vielleicht kann Taystee anderen helfen, die noch eine Chance haben, die Freiheit wieder zu erlangen. Ein Problem, das sie gut kennt, sind vor allem die Finanzen. Sie holt sich Hilfe von Promi-Köchin Judy King, die ein bisschen Zeit wegen Steuerhinterziehung in Litchfield abgesessen hat, um einen Hilfsfond zu gründen, der Ex-Häftlinge unterstützen soll. Diese Mini-Kredite werden in Pousseys Namen vergeben und Taystee bringt zukünftigen Begünstigten bei, wie sie dieses Budget verwalten sollen. Suzanne bleibt als Freundin an ihrer Seite.

Red, Nicky, Lorna, Frieda

Red sitzt zu Beginn der Staffel noch in Einzelhaft und es wird deutlich, dass ihr jeglicher Kampfeswille ausgetrieben ist. Schlimmer noch ist, dass sie geistig stark abbaut. Eine Demenz lauerte bereits auf sie in der Ferne, doch der Prozess ist durch die Isolation beschleunigt worden. Obwohl sie die Chance hat noch einmal in einer Küche zu arbeiten und dabei Unterstützung von Nicky und der ehemaligen Lieblingsfeindin Gloria bekommt, hat Red immer schlimmere Aussetzer. Von versalzenem Essen bis zu einem verwirrten Aufenthalt in der Gefrierkammer. Schweren Herzens meldet Nicky einem Arzt, was alles passiert ist, als Red wegen einer Schnittverletzung behandelt werden muss. Es dauert eine Weile, aber Red kann Nicky verzeihen und nimmt den Ortswechsel im Gefängnis an. Sie wird nach Florida verlegt, dem Zellenblock für Ältere und spezielle Fälle. Ihre Demenz ist dabei zunächst so stark, dass sie nicht einmal mehr Frieda erkennt, die sie verraten hatte. Als Red sich kurz erinnert, schwört sie, sich an Frieda zu rächen. Frieda sagt, sie wartet einfach ab, bis Red alles wieder vergessen hat. Derweil sitzt sie in ihrer Zelle, umgeben von gehortetem Müll, der unliebsame Augen fernhält und sie amüsiert sich damit, dass sie ein Loch in die Mauer schlägt. Nicky führt einige Gespräche mit Red, ihrer Ersatzmutter und erkennt, dass sie für sie an der Zeit ist, diesen Platz einzunehmen. Mit Reds Hilfe ist sie selbst clean geworden und kann sich selbst ohne Drogen auch besser leiden. Fortan wird es ihre Aufgabe sein, dieses Gefühl einer Wahlfamilie aufrecht zu erhalten. Zuvor gibt es aber noch eine sehr schwere Entscheidung zu treffen. Lorna erzählt unentwegt von ihrem Baby, das sie vor einiger Zeit bekommen hat. Anfangs hat sie ein Foto von dem kleinen Sterling, der auf der Intensivstation liegt. Als ihr Mann Vinnie ihr dann aber die schreckliche Nachricht überbringt, dass der Junge an einer Lungenentzündung gestorben ist, will sie es nicht wahrhaben. Früher hat Lorna immer von einem Mann fantasiert, mit dem sie angeblich eine Hochzeit plante. Es stellte sich heraus, dass sie ihn gestalkt hat und in ihrer eigenen Welt lebt. Nun verdrängt sie den Verlust ihres Kindes ebenso und ihre geistige Verfassung nimmt rapide ab. Nicky hatte schon immer eine Schwäche für Lorna, doch alles, was sie noch tun kann ist, auch sie nach Florida verlegen zu lassen und den Wärtern die ganze Wahrheit zu erzählen. So bleiben Red und Lorna zumindest zusammen, obwohl beide den Sinn für Realität verloren haben. Nicky hingegen übernimmt die Führung der Küche im neu eröffneten ICE-Auffanglager und findet eine neue Stärke in sich.

Pennsatucky

Im Lauf der letzten Staffeln hat Pennsatucky, alias Tiffany Doggett, eine beachtliche Wendung hingelegt. Sie ist offener gegenüber anderen Menschen geworden und distanziert sich von ihren Bibelversen. Als neue Zimmergenossin von Suzanne ist sie auch eine gute Ansprechpartnerin. Nur Kritikfähigkeit liegt ihr gar nicht. So schaut sie in nahezu allen angebotenen Kursen vorbei, geht aber beim kleinsten Anflug von Gegenwind. Im Klassenzimmer für den GED, dem Äquivalent eines High School Abschlusses, bleibt sie aber länger. Und es stellt sich heraus, dass sie Dyslexie hat. Eine gute Diagnose, denn so kann ihr beim Lernen besser geholfen werden. Doch der Lehrer kann den Kurs nicht beenden, Luschek ist die absolut falsche Wahl, um jemanden was beizubringen. Dank Taystee muss Pennsatucky aber nicht aufgeben und kriegt auch aufmunternde Worte von Suzanne am Tag des Tests. Doch natürlich hat Luschek es verschlafen, sie korrekt anzumelden, damit sie mehr Zeit zur Beantwortung der Fragen bekommt. Erneut fühlt sie sich als Versagerin und landet bei Daya und ihrer Crew, die sich grade ein Tütchen feinster Drogen teilen. In einem Anflug von Hoffnungslosigkeit greift sie wieder zu Drogen. Kurz zuvor wurde noch darüber gesprochen, dass Ex-Junkies manchmal an einer Überdosis sterben, weil sie wieder so viel nehmen wie einst und ihr Körper die Menge nicht verträgt. Und so stirbt Tiffany Doggett an einer Überdosis. Taystee findet sie tot im Waschraum, jede Hilfe kommt zu spät. Sie verlässt Litchfield in einem Plastiksack. Ausgerechnet dies ist Taystees angestrebte Selbstmordmethode. Um die verheerende Lage emotional zu verschlimmern, stellt sich heraus, dass Pennsatucky trotz der Umstände bestanden hat.

Gloria

Für Gloria sind die letzten Wochen im Gefängnis angebrochen und ihre Freiheit rückt in greifbare Nähe. Sie versucht Red zu unterstützen so gut sie kann und nichts liegt ihr ferner als irgendeine Form von Ärger zu verursachen. Als sie für die Küchencrew eingeteilt wird, die im ehemaligen Teil von Litchfield die von ICE zusammengetriebenen Flüchtlinge/Immigranten/Asylsuchenden bekochen soll, kann sie aber nicht vollkommen tatenlos zusehen. Zunächst will sie nur Blanca helfen, sucht aber auch für andere Frauen nach deren Angehörigen, die in anderen Einrichtungen sitzen. Sie kann nicht viel machen, gibt dabei aber ihr bestes. Sie schmuggelt auch ein Telefon rüber, damit eine Frau sich von ihren Kindern verabschieden kann, die allein in den USA zurückbleiben werden. Als dieses Telefon gefunden wird, scheint alles aus, doch zum einzigen Mal in der Serie übernimmt Wärter Luschek Verantwortung und sorgt dafür, dass Gloria keine extra Zeit aufgebrummt bekommt. Gloria kann endlich zu ihrer Familie zurückkehren und wird herzlich empfangen. Mit so viel Rückhalt und ihrer gezeigten Disziplin, scheint es am wahrscheinlichsten, dass Gloria den Sprung schafft.

Daya, Aleida

Aleida hingegen landet doch wieder im Gefängnis. Es ist allerdings nicht ihr eigener Drogenschmuggel, der auffliegt. Als sie erfährt, dass ihre 13-jährige Tochter Eva sich mit einem sehr viel älteren Dealer rumtreibt, flippt sie aus. Sie zerstört dabei das falsche Auto und ihre Bewährung scheitert (anscheinend verfolgt aber niemand den erwachsenen Mann, der Sex mit einer Minderjährigen hat). Sie hält sich ihre Beziehung zum Wärter Hopper warm, der zunächst weiterhin für ihre Familie sorgt und sich am Drogenschmuggel ins Gefängnis beteiligt, um das nötige extra Geld zu haben. Doch ergibt sich dadurch ein neues Problem. Bisher haben Aleida und Hopper mit Daya gearbeitet, die die Drogen verkauft. Aber Daya sieht nicht ein, warum ihre Mutter einfach so ihren Platz einnehmen sollte. Denn Daya hat sich daran gewöhnt, dass sie an der Spitze steht. Dafür hat sie viel getan. Eigentlich will sie Daddy anfangs nur einen Denkzettel verpassen, bringt sie aber mit einer Überdosis um. Und zeigt dafür keine Reue. In Adeola findet sie ihre stärkste Verbündete, die zur Einschüchterung durchaus Gewalt anwendet. Im Gegensatz zu Daya lässt sie den Finger vom eigenen Stoff. Als Aleida das Geschäft an sich reißen will, verhärten sich die Fronten. Zuerst nutzt Aleida ihre Beziehung zu Hopper, um eine spontane Durchsuchung anzuordnen. Eine von Dayas Helfern hat ihr dabei alle Verstecke für die Drogen genannt. Daya nimmt bald darauf Rache und sorgt dafür, dass Aleida und Hopper beim Sex von der Direktorin höchstselbst erwischt werden. Hopper könnte dafür gar eine Gefängnisstrafe erwarten, dann würde der Skandal aber publik werden und MCC will auf keinen Fall schlechte Presse. Hopper verliert also nur seinen Job und Aleida sitzt damit auf dem Trockenen. Daya braucht ebenfalls einen neuen Weg, um Drogen einzuschleusen und findet einen Partner in Luschek. Der sagt zu, noch ehe er weiß, worum genau es geht. Die Lage spitzt sich zu, als Aleida erfährt, wer draußen die Drogen überhaupt erst beschafft. Es ist Dayas Schwester Eva, die nun mittendrin steckt. Aleida weiß, dass sie ihr eigenes Leben verpfuscht hat, doch wollte sie für ihre Töchter immer etwas besseres. Außer sich vor Wut stürzt sie sich auf Daya, als diese damit prahlt die bessere Kriminelle zu sein, immerhin weiß sie sogar, wie es sich anfühlt jemanden umzubringen. Aleida schlägt ihr gegen die Gurgel und wir verlassen das Familiendrama im Streit.

Maria

Über Marias Vergangenheit kommen wichtige Details ans Licht. Zum einen hatte sie dem Gang-Leben zusammen mit ihrem Freund Yadriel abgeschworen. Er war bereits in Staffel 1 zu sehen und wurde immer als liebender Vater der gemeinsamen Tochter gezeigt. Doch die Wahrheit ist, dass Maria eine Affäre hatte und Pepa eventuell nicht mal sein biologisches Kind ist. Als Yadriel Maria erneut besucht und erzählt, dass er nun in einer neuen Beziehung ist, ist Maria drauf und dran ihn komplett wegzustoßen. Aber in einem der angebotenen Kurse geht es um Verantwortung für die eigenen Taten, Entschuldigungen und Vergebung. Zunächst sieht Maria nur sich selbst als eigenes Opfer, wird dann aber damit konfrontiert, wie schlimm sie die Wärter während des Aufstandes behandelt hat. Sie kann Frieden mit ihrem früheren Ich schließen und sagt selbst, dass Yadriel der beste Vater ist, den sie hätte aussuchen können. Schlimmerweise ist der Grund für ihre Haftstrafe nicht mal ein Drogendelikt, sondern der Verkauf von gefälschten Markenklamotten. Das ruhige Leben mit Yadriel war ihr für einen Moment zu langweilig und finanziell restriktiv. Dass ihr zehn zusätzliche Jahre aufgebrummt wurden, hat sie verbittert, aber jetzt redet sie offen mit Yadriel darüber, dass ihr Kind frühzeitig lernen soll, wer sie ist. Aus den freien vier Wänden ihres zu Hauses, kann auch Gloria Maria vergeben und schickt ihr ein spanisches Kinderbuch, damit sie es Pepa zu Besuchszeiten vorlesen kann.

Blanca

Für Blanca gibt es tatsächlich ein Happy End, obwohl sie innerhalb der Staffel nochmal durch die Hölle geht. Wie sich herausstellt, ist ihre Green Card erloschen. Nicht wegen der Haftstrafe an sich, sondern weil sie ausgesagt hat, bei dem Aufstand eine Rädelsführerin gewesen zu sein. Das wiederum hatte sie nur unterschrieben, weil das Geständnis ihr die Entlassung zusicherte. Durch diese perfiden Umstände landete sie direkt in den Händen von ICE und wurde zunächst ein bisschen im Land herum gereicht, ehe sie wieder nach Litchfield kam, wo sie auf eine Anhörung für ihre endgültige Abschiebung wartet. Jeder Kampfeswille ist erloschen, was damit zusammenhängt, dass ihr Freund Diablo bei einem seiner Besuche ebenfalls festgesetzt wurde. Seine Aufenthaltsgenehmigung musste verlängert werden, doch die Bürokratie ist langsam, und somit war er de facto illegal im Land. Blanca weiß nicht, wohin er gebracht wurde. Als die Gefangenen aus dem Hochsicherheitstrakt die Küche übernehmen, sieht sie ihre Chance gekommen mit Gloria zu reden und so Hilfe zu bekommen. Die noch wichtigere Hilfestellung erhält sie aber von Karla Córdova, einer Frau aus El Salvador. Diese hat in den USA bei einem Anwalt gearbeitet und zeigt Blanca, wie sie Präzedenzfälle finden kann, die ihr vielleicht weiterhelfen. Einen Anwalt kann Blanca in der kurzen Zeit nicht auftreiben, doch als es zu ihrer letzten Anhörung kommt, kann sie anführen, dass sie falsch beraten wurde, als ihr der Deal für die Entlassung unterbreitet wurde. Ihre Green Card behält Gültigkeit, ihr Fall wird geschlossen und sie darf Litchfield verlassen. Doch Blanca entscheidet sich nun aus freien Stücken, Diablo hinterher zu reisen, denn dieser ist bereits abgeschoben.

Flaca, Maritza

Maritza ist auf Bewährung draußen, verstößt allerdings gegen ihre Auflagen und besucht nachts einen Club. Ausgerechnet dann findet dort eine ICE-Razzia statt und Maritza wird einkassiert. Sie ist fest im Glauben, us-amerikanische Staatsbürgerin zu sein, denn ihre Mutter hat ihr immer erzählt, dass sie dort geboren wurde. Es ist dennoch schwierig einen gültigen Ausweis als Ex-Häftling zu bekommen und sie glaubt, dass sie dieses Missverständnis nur klären muss. Die Umstände vereinen sie nun wieder mit ihrer BFF Flaca und sie schöpft Hoffnung. Flaca setzt alles daran, Maritzas Mutter zu finden, wird dann aber mit der schockieren Nachricht konfrontiert, dass Maritza in Kolumbien geboren wurde und als Baby ins Land kam. Maritza bekommt die Nummer eines Anwalts, der sich auf ihre Fälle spezialisiert hat, doch sie teilt dieses Wissen, was als aufrührerisch angesehen wird und so schafft einer der ICE-Beamten sie ganz schnell ins nächste Flugzeug nach Kolumbien. In einer bedrückenden Szene verblassen nach und nach alle aus dem Flugzeug, bis auch Maritza verschwindet. Sie muss sich in einem Land zurecht finden, in dem sie zuvor noch nie war. Die genauen Umstände bleiben ungeklärt. Flaca ist am Boden zerstört und nimmt generell Anteil am Schicksal all der Frauen, die sich in der Obhut von ICE befinden. Sie ist zwar eine Kriminelle, aber sie ist Staatsbürgerin und hat keine Abschiebung zu befürchten. Sie arbeitet also weiterhin in der Küche und übernimmt nach Glorias Entlassung deren freiwillige Aufgabe, mit einem Handy nach Verwandten in anderen Einrichtungen zu suchen und den Frauen ein Stück Hoffnung zu geben. Ihr sonniges Gemüt behält sie sich bei und kann sich auch mit einer Umarmung von Blanca verabschieden.

Caputo & Figueroa

Joe Caputo hat in den letzten Staffeln begriffen, wie wenig für die Frauen getan wird und eine respektvolle Beziehung zu Taystee aufgebaut. Deshalb setzt er sich nun mehr denn je dafür ein, dass wenigstens auf freiwilliger Basis einige Resozialisierungsprogramme in Litchfield angeboten werden. Dummerweise holt ihn seine Vergangenheit ein, denn im Zuge der #metoo-Bewegung erzählt Ex-Wärterin Fisher von der Arbeitsatmosphäre in Litchfield. Caputo hat ihre Zurückweisungen nie richtig verstanden und sie schreibt ihre Entlassung den nicht erwiderten Avancen zu. Caputo schlägt guten Rat in den Wind und konfrontiert Fisher, was die Lage nicht klärt, sondern schlimmer macht. Jetzt macht sie seinen Namen publik. Und damit ist sein sozialer Status zunächst verbrannt, was sich negativ auf seine Arbeit im Gefängnis auswirkt. Ein Anruf von ihm an höherer Stelle ist nichts mehr wert. Auch er hat Fehler begangen und ist kein perfekter Mensch, aber zumindest ist er dafür nicht eingesperrt. Was vielleicht alles ist, was ihn von manchen Insassinnen unterscheidet. Zumindest steht Figueroa zu ihm, da sie seinen ganzen Werdegang kennt. Die beiden wünschen sich gar ein gemeinsames Kind. Dabei läuft es am Ende aber wohl auf Adoption hinaus. Wo beide zunächst sagen, dass sie lieber einen Jungen hätten, doch ein Mädchen singt sich schnell in die Herzen der beiden. Fig selbst ist noch in Litchfield angestellt. Ihr wurde der undankbare Posten als offizielle Leiterin der ICE-Abteilung zugewiesen. Dabei hat ICE das Sagen und sie sieht zu. Einst war Fig das größte Miststück der Serie, doch beim Anblick der Frauen, die ihre Rechte nicht durchsetzen können, bleibt auch ihr die Luft weg. Vor allem als sie erfährt, dass eine der Frauen auf Grund einer Vergewaltigung schwanger ist, aber ICE selbstverständlich Hilfe zur Abtreibung ablehnt. So nimmt Fig es selbst in die Hand, wenigstens dieser Frau mit einem entsprechenden Medikament zu helfen. Die beiden erkennen den Wert von Menschlichkeit und es besteht Hoffnung, dass sie wenigstens ein paar Verbesserungen schaffen können.

Ward und die restlichen Wärter

Tamika Ward hat den Posten als Direktorin nur kurz inne. In dieser Zeit bewirkt sie einiges, was von den Häftlingen positiv aufgenommen wird, auf lange Sicht aber niemanden beim Gefängnisbetreiber MCC interessiert. Denen ist sie für eine Weile nur Recht, weil sie sich als schwarze Frau vor der Kamera besonders gut macht. Die Drogentoten und andere Skandale sind aber zu viel. Ward nimmt die Entlassung gefasst auf und hofft, bald etwas besseres zu finden. Sie spricht noch ein letztes Mal mit Taystee und macht ihr Mut, am Ball zu bleiben. Die einzig gute Direktorin, die das Gefängnis im Laufe der Serie gesehen hat. Bei den Wärtern verbleibt das meiste beim alten. Luschek, der sich seit Beginn durch seine Faulheit und Teilnahmslosigkeit hervor getan hat, übernimmt zumindest die Verantwortung für geschmuggelte Telefone und wird gefeuert. Auch erwischt es, nachdem seine bestehende Beziehung zu Aleida auffliegt. Doch der Rest, die größtenteils von den illegalen Geschäften der Frauen profitieren, bleibt. Schlimmerweise wird Hellman zum Direktor befördert. Er hat Daya einst beinahe totgeprügelt, ist jetzt mit ihr im Drogengeschäft und schreckte auch nicht dafür zurück, Alex zu zwingen, ein Kondom voller Heroin zu schlucken. Damit dürfte es in Litchfield keine positiven Veränderungen in naher Zukunft geben.

Viele Cameos zum Abschied

Die gute Sache an Alex’ Verlegung nach Ohio ist, dass sie in dem Gefängnis landet, das am Ende von Staffel 5 sowieso den Großteil der Litchfield-Häftlinge aufgenommen hat. So sehen wir sie am Ende vereint mit Big Boo, Yoga Jones, Norma, Anita und Gina. Das Grüppchen ist zusammen geblieben und hat noch gut lachen. Watson trainiert draußen und Alison stoppt ihre Zeit, die beiden unterstützen sich augenscheinlich. Soso wandert dagegen allein umher, wird aber von Sankey angesprochen, einer der ehemaligen Nazis. Sie arbeitet aktiv an sich, um ihren Rassismus abzulegen und hat ein Haiku verfasst, in dem sie Zuneigung für Soso gesteht. Leann und Angie sind ebenfalls anwesend, wie immer geistig auf ihrem eigenen Trip. Für die größte Überraschung sorgt Mei Chang, die nach dem Aufstand den Ausbruch geschafft hatte (in Staffel 6 wurde erwähnt, dass sie aber wieder gefunden wurde). Sie gehört zu dem neuen Schwung an Immigranten, die ICE in Abschiebehaft genommen hat. Ihr einziger Kommentar ist, dass ihr der Umbau nicht zusagt. Schon eher in der Staffel trifft Piper bei ihrer Bewährungshelferin auf Sophia und staubt prompt einen dringend benötigten Termin ab, um ihre Frisur zu richten. Sophia bekommt das Leben in Freiheit sehr gut. Judy King spendiert Litchfield einen riesigen Stapel ihres neuen Buches und die Zuschauer sehen sie in ihrer Büroumgebung. Mendez, besser bekannt als Pornstache, ist auch zu sehen und kümmert sich um Dayas Baby, das von seiner Mutter adoptiert wurde. Healy hat eine Anstellung in einer Saftbar gefunden, mixt Smoothies und gibt noch immer fragwürdige Ratschläge. Das Leben geht für alle weiter.

©Netflix

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Misato

Misato hortet in ihrer Behausung fiktive Welten wie ein Drache seinen Goldschatz. Bücher, Filme, Serien, Videospiele, Comics - die Statik des Hauses erlaubt noch ein bisschen, der Platz in den Regalen weniger. Am liebsten taucht sie in bunte Superheldenwelten ein, in denen der Tod nicht immer endgültig ist und es noch gute Menschen gibt. Íhr eigenes Helfersyndrom lebt sie als Overwatch Support Main aus und adoptiert fleißig Funko Pops.

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