Dumbo

Lesezeit: 5 Minuten

1939 als Buch erschienen, wurde Dumbo bereits 1941 zum ersten Mal von Disney verfilmt. 2019 folgte schließlich das Remake. Kein Geringerer als Kultregisseur Tim Burton (Die Insel der besonderen Kinder) nahm sich dieser Produktion an. Wie nicht anders zu erwarten war, schuf er mit seinem typischen Stil einen Film, der den Zauber des Originals einfangen kann. Die Geschichte eines kleinen Elefanten mit großen Ohren. Zuerst gemieden und dann geliebt. Damals wie heute lässt die Geschichte kein Auge trocken. Als der Zeichentrickfilm 1941 erschien, bescherte er Disney den großen Durchbruch, nachdem Pinocchio und Fantasia an den Kinokassen scheiterten.

Dumbo, der kleine Elefant, kommt in einem Zirkus zur Welt, wo sich die zwei Kinder Milly (Nico Parker) und Joe Farrier (Finley Hobbins) um ihn kümmern. Mit seinen großen Ohren zieht er sofort alle Blicke auf sich. Dabei sind diese Ohren ganz nützlich, da er damit fliegen kann. Der Zirkusdirektor Max Medici (Danny DeVito, Casino Royale) kann sein Glück kaum fassen. Bis V.A. Vandevere (Michael Keaton, Spotlight) vor der Tür steht und den ganzen Zirkus aufkauft. Dumbo will aber nur seine Mutter wiedersehen, die man ihm zuvor entriss…

Aller Anfang ist schwer

Originaltitel Dumbo
Jahr 2019
Land USA
Genre Abenteuer, Familie
Regisseur Tim Burton
Cast Holt Farrier: Collin Farrell
Max Medici: Danny DeVito
Colette Marchant: Eva Green
V.A. Vandevere: Michael Keaton
Milly Farrier: Nico Parker
Joe Farrier: Finnley Hobbins
J. Griffin Remington: Alan Arkin
Laufzeit 113 Minuten
FSK

Dumbo hat es in seinem Leben nicht leicht. Verachtet und verschmäht durch seine Ohren, findet er nur bei seiner Mutter Mrs. Jumbo und den beiden Kindern Milly und Joe Trost. Mrs. Jumbo tut alles, um ihren kleinen Dumbo zu schützen. Doch dies ist nicht jedem willkommen. Ein Zirkusmitarbeiter provoziert Mrs. Jumbo, woraufhin sie das Zelt zerstört, was sogar einen Toten zur Konsequenz hat. Nach diesem Vorfall werden Dumbo und Mrs. Jumbo getrennt. Später wird Mrs. Jumbo sogar verkauft. Milly und Joe kümmern sich schließlich liebevoll um Dumbo. Durch eine Feder, die Dumbo einsaugt und wieder herausniest, erkennen die Kinder, dass er mit seinen Ohren fliegen kann. Mit diesem Talent wird Dumbo eine Hauptattraktion im Zirkus. Die Kinder hoffen, dass sie dadurch genug Geld einspielen, um Dumbos Mutter wieder zurückkaufen zu können.

Tim Burtons Liebe zum Detail

Regisseur Tim Burton ist bekannt für seine Liebe zum Detail und die stellt er auch in Dumbo erneut unter Beweis. Angefangen bei dem Zug mit Charakter, Casey Junior, bis hin zum Dreamland. Schön anzusehen sind auch die Szenen, in denen applaudiert wird, da sie wegen des flotten Tempos an alte Filmaufnahmen erinnern. Oder eine gezeichnete Aufnahme, die Colette auf dem fliegenden Dumbo zeigt, welche vermutlich darstellen soll, wie revolutionär Walt Disney war. Dreamland selbst könnte gar für einen Disneypark stehen. Für den Soundtrack setzte Tim Burton auf Altbewährtes und holte Danny Elfman (Charlie und die Schokoladenfabrik, The Nightmare Before Christmas) mit an Bord. Während sich zum Anfang des Filmes noch der typische Tim Burton-Style zurückhält, merkt man ihn spätestens dann, wenn die Artisten ins Dreamland einreisen. Der Soundtrack untermalt die Szenen sehr passend und sorgt für einige Gänsehautmomente. Der Titel “Baby Mine” von Sharon Rooney (Zapped!, Brief Encounters) ist sehr stark an das Lied von 1941 angelehnt. Nur dass Dumbo in dieser Szene nicht geschaukelt wird. Dabei ist diese Szene zwischen Dumbo und Mrs. Jumbo sehr gut inszeniert worden.

Jeder für sich einfühlsam

Dank hochkarätigen Casts gelingt es so gut wie jedem Schauspieler, sich in seine Figur hinein zu versetzen. Ob etwa Colin Farrell (Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind), der einen verwitweten Vater zweier Kinder spielt oder Michael Keaton, der einen hinterlistigen und bösen Geschäftsmann mimt. So sind auch kleinere Rollen prominent besetzt. Hier findet man etwa den deutschen Schauspieler Lars Eidinger (Babylon Berlin) und den berühmten Stadionsprecher Michael Buffer (Rocky V). Ebenfalls wirken die Drehkulissen trotz Greenscreens sehr überzeugend. Vermutlich hat sich Tim Burton auch etwas von The Greatest Showman abgeschaut, denn hier gibt es ebenfalls Charaktere, die nicht dem gängigen Schönheitsideal entsprechen. Während Holt einen Arm im Krieg verlor, gibt es eine nicht so schlanke, jedoch wunderschöne Meerjungfrau. Am Anfang des Films ist sogar die Rede davon, dass eine Person mit einer bärtigen Frau geflohen ist.

Gemeinsamkeiten zu Dumbo von 1941

Im Grunde genommen gibt es bis auf ein Lied und die Story von einem fliegenden Elefanten in einen Zirkus gar keine Gemeinsamkeiten. Natürlich durfte die Szene mit den rosafarbenen Blasen-Elefanten nicht fehlen. Mit dem Unterschied, dass dort nicht nur Elefanten, sondern auch Kamele und andere Tiere auftauchten. Darauf müssen eingefleischte Fans gefasst sein. Denn Dumbo von 2019 ist eine vollkommen eigene Geschichte, welche nichts mehr mit dem Original von 1941 zu tun hat. Würde denn ein Film zur heutigen Zeit mit wenig bis kaum Dialog funktionieren? Eher unvorstellbar. So bieten die vielen neu eingefügten Charaktere mehr Interaktion in einem zweistündigen Kinoerlebnis. Aber auch durch diese Änderung greift Tim Burton ein nicht so ganz unwichtiges Thema auf. Er zeigt, dass solche Tiere nicht in einen Zirkus gehören und somit besitzt Dumbo auch eine wichtige Message. Gegen Ende des Films werden Dumbo und Mrs. Jumbo frei gelassen und treffen auf ganz viele weitere Elefanten. Währenddessen treten alle Zirkusmitarbeiter ohne Tiere (bis auf Mäuse und einen Affen) auf.

Fazit

Mit Dumbo ist Tim Burton ein wunderschöner Film gelungen. Ich würde sogar so weit gehen, dass dies bisher sein bester Film ist. Auch Schauspieler Michael Keaton, welcher bereits mit Tim Burton arbeitete, sagte es sei Tim Burtons schönster Film. Das kann jeder aber für sich selber sehen. Einen Tag bevor Dumbo (2019) startete, schaute ich mir extra nochmals Dumbo von 1941 an, um in die Stimmung zu finden und eventuelle Vergleiche ziehen zu können. Was gar nicht nötig war, denn jeder der beiden Filme ist so unterschiedlich. Es ist besser so, dass Tim Burton eine eigene Geschichte daraus zauberte. So kann jeder Dumbo für sich neu kennenlernen. Zudem hatte ich fast den ganzen Film über eine Gänsehaut und ging mit einem wunderbaren Gefühl aus dem Kino.

© Disney

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Historia Christa

Bedingt durch ihre Arbeit hat Historia Christa kaum Zeit für Privates. Dennoch liebt sie ihre Arbeit und dortigen Menschen sehr. Bei der Musik-Richtung ist sie völlig offen, da können es Klassik, Schlager, Pop, Rap und Rock sein. Gerne geht sie ins Kino, mindestens 1x im Monat. Und Nervennahrung darf in ihren Leben nicht fehlen.

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Ayres
Redakteur

Ich hatte den Film gar nicht auf dem Schirm, vor allem weil ich keine sonderlich tollen Kindheitserinnerungen an den Zeichentricktitel habe. Aber nach der Rezension werde ich ihn mir dann zum Blu-ray Release wohl doch mal zu Gemüte führen.