Obi-Wan Kenobi (Folge 1×05)

Nach der obligatorischen „eindringen und wieder abhauen-Folge“ in Episode 4, erhalten wir nun mit Folge 5 von Obi-Wan Kenobi nostalgische Rückblenden sowie die Entdeckung von Revas wahren Absichten. Ob diese jedoch so überraschend sind, bleibt fraglich.

Inhaltsangabe

Die Rebellen vom Pfad um Tala bereiten sich in ihrer Basis auf dem Planeten Jabiim auf die Ankunft Revas und Vaders vor. Dabei bemerkt weder Obi-Wan oder noch die kleine Besitzerin des Spielzeug-Droiden Lola, wie dieser umprogrammiert durch den angebrachten Peilsender, die Rebellen in ihrem Versteck einschließt. In blanker Panik vor dem Zorn Vaders laufen die Evakuierungen daher auf Hochtouren, während sich die frisch ernannte Großquisitorin Reva zusammen mit Darth Vader dem Planeten nähert, mit dem Ziel Obi-Wan endlich zu fassen. 

Nachdem Reva auf Jabiim landet, beginnt der Sturm auf die Rebellen-Basis mit einigen Sturmtrupplern. Obi-Wan Kenobi selbst ringt sich in dieser ausweglosen Situation dazu durch zu verhandeln, um Zeit zu schinden. Der Plan funktioniert: Die Inquisitorin offenbart, dass sie eigentlich die ganze Zeit hinter Darth Vader her war. Diesen Fakt versucht Kenobi zu seinen Gunsten zu nutzen. Jedoch stößt er mit seinem Ersuch auf taube Ohren. Reva lockt den Sith-Lord unter dem Vorwand, den Jedi in dem Höhlensystem der Basis festgesetzt zu haben, auf den Planeten.

Während Vader voller Hass auf seinen ehemaligen Meister das Versteck der Rebellen durchkämmt und dabei seine Macht unter Beweis stellt, gelingt dem letzten Schiff der Rebellen durch ein gewieftes Täuschungsmanöver die Flucht. Diesen Zeitpunkt nutzt Reva aus, um den dunklen Lord im Hangar zu attackieren und es kommt zu einem Kampf, in dem der Sith-Lort ihr zeigt, was wahre Macht bedeutet. Reva unterliegt und im Auge ihrer Niederlage muss sie zu ihrem Entsetzen feststellen, dass der Großinquisitor gar nicht tot ist und Vader von Anfang an ihren Verrat gespürt hatte. Zum Sterben wird sie daraufhin zurückgelassen, erfährt aber durch eine gefundene Aufnahme von Bail Organa an Obi-Wan ausgerechnet von Luke Skywalkers Existenz.

Revas Motiv – vorhersehbar, aber gut eingeflochten

Eines muss über diese Folge ganz klar gesagt werden: Der Fokus liegt weder auf Obi-Wan Kenobi noch auf der kleinen Leia, sondern auf Reva. Endlich, endlich erfahren wir ihre wahren Beweggründe. Ihr anfangs genanntes Ziel, nur Großinquisitorin zu werden, war schon flach und zeigte deutlich, dass da mehr dahinter stecken muss. Die spannende Frage war, wann wir mehr erfahren. Und genau das passiert in Folge 5. Reva offenbart Obi-Wan Kenobi, dass sie eine der überlebenden Jünglinge der Order 66 aus dem Jedi-Tempel ist. Sie war die kleine Jüngling, die in dem Flashback der Jedi-Säuberung aus Folge 1 mit ihren Jünglings-Kameraden zu entkommen schien. Dem war aber nicht so. Als Anakin Skywalker mit einem Trupp Klonkrieger den Tempel betrat, hoffte sie, er sei gekommen um zu helfen. Diese Hoffnung verwandelte sich aber rasch in Zorn und Furcht, als die kleine Reva mit ansehen musste, wie ausgerechnet die große Hoffnung Anakin ihre Jedi-Familie abschlachtete. Sie selbst überlebte nur, weil sie sich neben den anderen Jedi-Leichen tot stellte. Untermauert werden ihre Worte mit Rückblenden zu eben diesem Zeitpunkt.

Flashbacks mit Obi-Wan Kenobi und seinem Padawan

Die immer wieder eingefügten Rückblenden, die Obi-Wan und seinen damaligen Padawan Anakin bei einem Trainingskampf im Tempel zeigen, ist schön in die Handlung eingebaut und sorgt für große Nostalgie. Er offenbart, dass nach all der Zeit Anakin aka Darth Vader nichts von seiner ungestümen, aggressiven Art verloren hat und nach wie vor mit dem Kopf durch die Wand prescht – nicht nur im Trainingskampf gegen Obi-Wan zu seiner Padawan-Zeit, sondern auch bei dem Angriff auf Jabiim als Sith. Um diesen Fakt weiß natürlich auch Obi-Wan, was er gekonnt ausnutzt. Interessant ist auch, welchen Zeitpunkt sich Disney für die Rückblende ausgesucht hat. Diese spielt vermutlich im Zeitraum vor Episode II: Angriff der Klonkrieger, da Anakin zu diesem Moment noch zwei gesunde Hände sowie den typischen Padawanzopf besitzt. Dieser Zeitpunkt ist daher gut gewählt, da sich hier bereits Risse in der Beziehung zwischen Schüler und Meister aufzeigen. Anakins Unbeherrschtheit wird durch seinen aggressiven Ataru-Kampfstil im Vergleich zu Obi-Wans defensiven Soresu-Stil ebenfalls unterstrichen. Letzten Endes unterliegt Anakin in der Rückblende und als Vader ebenfalls, da Kenobi die Flucht gelingt. Hätte er sich mal an die Worte seines ehemaligen Meisters gehalten.

Fazit

Obi-Wan Kenobi Folge 5 wartet mit einigen Offenbarungen und Einblicke in die Vergangenheit des alternden Jedi-Meisters auf. Die Rückblenden sind gut gewählt, da sie in die schnelle Handlung, gespickt mit Shaky Camera und Blastergewitter, ein bisschen Ruhe reinbringen. Dass die kleine Leia dieses Mal nicht im Fokus steht, ist auch eine nette Abwechslung, aber wo bleibt der richtige Fokus auf Obi-Wan? Und wie kann es sein, dass gefühlt alle Rebellen außer Tala, die den Heldentod stirbt, dem Imperium entkommen, obwohl Darth Vader in persona auf den Plan tritt? Allerdings finde ich seinen Einsatz von der Macht sehr episch. Gerade das Duell gegen Reva hat mir sehr gut gefallen. Herausstechend ist meiner Meinung nach seine Kampfposition mit zwei Lichtschwertern, die mich stark an die Haltung von Ahsoka Tano (Star Wars: The Clone Wars) erinnert. Der Meister lernt also auch von seiner Schülerin. Doch warum Vader so gnädig ist und Reva zum Sterben zurücklässt und nicht selbst richtet, erschließt sich mir nicht. Nun läuft alles auf das große Finale zu und eine ganz spannende Frage bleibt nach wie vor offen: Schafft es Obi-Wan mit Meister Qui-Gons Machtgeist in Kontakt zu treten?

© Disney

Lady Narmora

Als Sinologin liebt Lady Narmora die asiatische und allen voran die chinesische Kultur sowie Literatur. Sie liebt Fantasy, Sci-Fi und spannende Historienromane, in denen fremde Orte und Philosophie hochgeschrieben werden. Daher ist Literatur mit einem interessanten und spannenden Worldbuilding für sie sehr wichtig; gerade, dann wenn es um Speisen, Feste, Geschichte und Politik geht.

Abonnieren
Benachrichtige mich zu:
guest

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

1 Kommentar
älteste
neuste beste Bewertung
Inline Feedbacks
View all comments
Totman Gehend
Redakteur
18. Juni 2022 18:07

>> “außer Tala, die den Heldentod stirbt”

In diesem Zusammenhang muss ich kurz sagen: Ich liebe NED-B, den Lagerdroiden, aber die Inszenierung, wie er und Tala sich da miteinander opfern, war mir dann doch ein bissel over the top. Zumal mich Talas Tod tatsächlich null berührt hat. Nicht wie damals, als ich unwissentlich mit Folge 2 in “Arcane” gestartet bin, nix verstanden hab und am Ende trotzdem tief bewegt war. Obi-Wan Kenobi schafft nix dergleichen im Ansatz, und wir sind in Folge 5.

>>”Er offenbart, dass nach all der Zeit Anakin aka Darth Vader nichts von seiner ungestümen, aggressiven Art verloren hat und nach wie vor mit dem Kopf durch die Wand prescht”

Dadurch lösen sie auch dieses eine Kontinuitäts-Problem mit Vaders Satz aus Episode 4, der da sinngemäß lautet: “Das letzte Mal, als wir uns sahen, wart Ihr der Meister und ich der Schüler”. Faktisch gesehen stimmt das nicht, aber im übertragenen Sinne schon.

Na und sonst … ich weiß auch nicht. Duell Obi-Wan vs. Anakin? Hui! Senator Bail, der den geheimen Megaplan einfach auf den AB spricht? Pfui. Vader hält barhändig einen Transporter zurück? Hui! Ätschi, war nur ein Ködertransporter mit nem supergeheimen zweiten Transporter direkt dahinter … pfui.
Das Pendel schwingt echt hart bei der Serie.

Last edited 5 Monate her by Totman Gehend