Obi-Wan Kenobi (Folge 1×01)

Disney hat kräftig die Werbetrommel für das große Star Wars-Franchise gerührt und so kehrt endlich – und heiß  erwartet – der einstige Jedi-Meister Obi-Wan Kenobi (Ewan McGregor, Birds of Prey: The Emancipation of Harley Quinn) in seiner eigenen kleinen Miniserie Obi-Wan Kenobi auf die Bildschirme zurück. In der weit, weit entfernten Galaxis verbreitet das Erste Galaktische Imperium in den Sternensystemen Angst und Schrecken. Die Jedi, einst Hüter des Friedens und Gerechtigkeit halten sich im Verborgenen oder wurden von den Inquisitoren, im Namen des Imperiums zur Strecke gebracht. Auch Obi-Wan Kenobi, geplagt von den Schatten seiner Vergangenheit, hält sich versteckt, entschlossen den Sohn von Anakin Skywalker (Hadyen Christesen, Jumper) Luke (Grant Feely) vor Unheil zu bewahren.

Inhaltsangabe

Nach einem Flashback, in dem die Vernichtung der Jedi im Jedi-Tempel auf Coruscant durch die Order 66 und die Flucht einiger Jünglinge aus Episode III: Die Rache der Sith gezeigt werden, springt die Geschichte zehn Jahre weiter nach Tatooine. Das Imperium ist an der Macht und zeigt seine dunkle Präsenz auch gleich durch die Ankunft des Großinquisitors und seiner Begleiter: Dem Fünften Bruder (Sung Kang, Fast & Furious) und die Dritte Schwester Reva (Moses Ingram, Das Damengambit). Diese sind auf der Jagd nach einem flüchtigen Jedi. Nach einigen Drohungen gegenüber der Bevölkerung offenbart sich der Jedi Nari (Benny Safdie, Stars at Noon) und wird von der Inquisitorin Reva attackiert. Ihm gelingt jedoch vorerst die Flucht.

Unterdessen, weit abgelegen vom städtischen Geschehen in der Wüste, fristet Obi-Wan Kenobi ein einfaches Leben und denkt nicht daran sich erkennen zu geben. Versteckt, als Einsiedler lebend, haust er in einer Höhle und hat nicht viel Kontakt zu anderen Lebensformen – außer zu seinem Vorarbeiter in einer Wüsten-Fleischerei und einem Jawa. Den einstigen Jedi-Meister plagen sichtlich Trauer und Verzweiflung wegen Anakins Fall zur Dunklen Seite und so lehnt er auch ab, Nari zu helfen.

Unterdessen führt Lukes Zwillingsschwester Leia Organa (Vivien Lyra Blair) bei ihren Zieheltern Bail Organa (Jimmy Smits, Sons of Anarchy) und Breha (Simone Kessell, Of Kings and Prophets) ein sorgenfreies Leben auf dem Planeten Alderaan. Das ändert sich jedoch rasant, als Reva den Kopfgeldjäger Vect Nokru (Flea, besser bekannt als Bassist der Red Hot Chilli Peppers) und dessen Bande damit beauftragt Leia zu entführen, um die letzten Jedi zu ihrer Rettung zu alarmieren. Dabei hat es Reva auf einen ganz speziellen Jedi abgesehen: Kenobi! In seiner Verzweiflung wendet sich Bail ausgerechnet an Obi-Wan, der nach langem Zögern schlussendlich einwilligt die Prinzessin zu retten.

Der zurückkehrende und gebrochene „High Ground“

Mit Obi-Wan Kenobi kehrt einer der größten Fanlieblinge des Star-Wars-Universums auf die Bildschirme zurück. Doch anders als in Episode I bis III zeigt er sich nicht von seiner schlagfertigen Art. Der Verlust seines engsten Freundes und die Tragik, die den gesamten Jedi-Orden überrollt hat, haben ihn sichtlich gezeichnet. Kenobi wird geplagt von Alpträumen, Versagensängsten und Schuldgefühlen, weswegen er auch ablehnt Nari zu helfen, was diesen schlussendlich das Leben kostet. Obi-Wans einziger Anker scheint darin zu bestehen Luke Skywalker aus der Ferne zu beschützen, wodurch er insbesondere mit Owen Lars (Joel Edgerton) aneinandergerät. Einzig Bail Organa schafft es, an den ehemaligen Jedi-Meister zu appellieren.

In Ruhe lauert das Böse

Auch wenn die gesamte Pilotfolge von Obi-Wan Kenobi sehr ruhig verläuft, nicht viel gesprochen wird und auch nicht wirklich viel passiert, so ist die Aussagekraft der Bilder, insbesondere die Mimik der Charaktere sehr aussagekräftig. Ob nun Revas schwelenden Zorn und ihr Verlangen Kenobi zu fangen, die Angst der Bewohner Tatooines vor den Schergen des Imperiums, Owens Sorge um seine Familie oder Obi-Wans Trauer und innere Zerrissenheit – all das vermittelt einen guten Eindruck von der bedrückenden Tyrannei des Imperiums. Keiner wagt es, sich den Inquisitoren entgegenzustellen und sogar Obi-Wan sieht nur angespannt zu, als Reva Lukes eigenen Onkel mit dem Tod dessen gesamter Familie droht. Natürlich ist verständlich, weshalb Kenobi schweigt. Die Brutalität, mit der die Inquisitoren jedoch vorgehen, ist trotzdem kaum zu ertragen. Natürlich dient diese Grausamkeit nur einem Ziel: Die Jedi aus ihren Verstecken zu locken. Wie sagte bereits der Großinquisitor ganz zu Anfang „Die Jedi jagen sich selbst“ und spielt damit genau auf diese Schwäche zu helfen an.

Neue Serie mit altem Flair

Obwohl die Serie aus dem Hause Disney viele neue Elemente wie den Spielzeug-Droiden Lola der kleinen Leia zeigt, wird dennoch versucht, alte Kernstücke aus der Prequel-Trilogie miteinzubauen. Dazu gehören die dezenten politischen Gespräche an Bail Organas Hof, die an die Diskussionen der Senatoren auf Courscant aus Episode II: Angriff der Klonkrieger und Episode III: Die Rache der Sith zurückdenken lassen. Der Planet Alderaan hat in der ersten Folge seine Premiere und entführt auf einen bergigen Planeten, mit Tälern und grünen Wäldern, in denen man am liebsten, genauso wie die kleine Leia, herumtollen würde. Doch auch mit seinem Spruch, Obi-Wan sei ihre einzige Hoffnung, knüpfte Bail Organa an das legendäre Zitat seiner eigenen Ziehtochter aus Episode IV: Eine neue Hoffnung an: „Obi-Wan, Ihr seid unsere letzte Hoffnung“. Ein besonderes Augenmerk liegt auf den Helden der Original-Trilogie Luke und Leia. Während Luke ein abgeschiedenes Leben bei seinem Onkel und seiner Tante auf Tatooine führt, beweist Leia bereits als Kind Wortgewandtheit und lässt dadurch Eigenschaften erkennen, die sie als spätere Senatorin aufzeigt.

Fazit

Mit der Pilotfolge zu Obi-Wan Kenobi werden wir zurück in das Star Wars-Universum entführt und fühlen die drückende Präsenz des Imperiums. Durch die kurze Zusammenfassung der Prequel-Trilogie und der kurzen Kampfszene im Jedi-Tempel zur Order 66 holt die Serie ihre Zuschauer sehr gut ab. Die langsame Entwicklung innerhalb der ersten Folge tut ihr überhaupt gar keinen Abbruch, sondern verdeutlicht noch mehr das Gefühl von Machtlosigkeit und Leere nach einem großen Verlust. Dadurch hat man Zeit, die einzelnen Charaktere, ob bekannt oder noch unbekannt, kennenzulernen. Es bricht mir das Herz, Obi-Wan so trauernd zu sehen. Allerdings entlockt die kleine Leia das eine oder andere Schmunzeln und ich bin schon gespannt, was für Sprüche ihr in den nächsten Folgen über die Lippen kommen.

© Disney

Lady Narmora

Als Sinologin liebt Lady Narmora die asiatische und allen voran die chinesische Kultur sowie Literatur. Sie liebt Fantasy, Sci-Fi und spannende Historienromane, in denen fremde Orte und Philosophie hochgeschrieben werden. Daher ist Literatur mit einem interessanten und spannenden Worldbuilding für sie sehr wichtig; gerade, dann wenn es um Speisen, Feste, Geschichte und Politik geht.

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2 Comments
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Totman Gehend
Redakteur
30. Mai 2022 20:11

Clone-Counter: mindestens 12. Wuhu!

Ayla
Redakteur
31. Mai 2022 18:21

Die Zusammenfassung zu Beginn hat mir auch sehr gefallen. Die war einfach toll mit den wichtigsten Momenten aus den Prequels geschnitten, da hatte ich schon ein wenig Gänsehaut.

Auch sonst ein echt cooler Start (gefällt mir offen gestanden schon jetzt besser als Book of Boba Fett :p). Ich mag es, dass wir mehr von den Skywalker-Zwillingen als Kinder sehen, speziell aber von Leia. Die ist auch wirklich knuffig. Obi-Wan mochte ich als Charakter ja schon immer und das jetzt gezeichnete Bild verspricht mehr Tiefe. Bei allem was passiert ist, sind seine Albträume und die wenige Motivation viel zu tun wirklich verständlich.