American Horror Stories (Folge 1×07)

Mit “Game Over” endet die erste Staffel von American Horror Stories und bringt das Publikum erneut an jenen Ort zurück, an dem alles begann: Das Mörderhaus. Dabei überschneiden sich die ersten beiden Folgen der Staffel nun mit American Horror Story selbst und eine Meta-Ebene wird eröffnet.

Das Mutter-Sohn-Verhältnis zwischen Michelle (Mercdes Mason) und Rory (Nicolas Bechtel) ist angespannt. Rory ist großer Fan von American Horror Story und seine Mutter, ihres Zeichens Spieleentwicklerin, programmiert ein Videospiel zur Serie (“Escape From Murder House”), doch dieses wird dem Flair der Serie nicht gerecht. Sie kommt auf kreativer Ebene nicht weiter und zieht in Erwägung, das echte Haus zu kaufen. Deshalb gaukelt sie Rory und dessen Vater Stephen (John Brotherton) vor, sie würde eine Convention besuchen.

Im Mörderhaus begegnet sie Dr. Ben Harmon (Dylan McDermott), der dort für seine Sünden büßt. Er geht sehr rational mit seiner Situation um und ist davon überzeugt, dass sein Aufenthalt in dem Haus einem Zweck folgt. Er rät ihr, vor den anderen Geistern des Hauses zu fliehen, doch Ruby (Kaia Gerber) hat sie bereits aufgespürt. Schließlich killt Leatherwoman sie. Damit wird auch Michelle ein Geist des Hauses.

Ein Jahr später, Halloween. Michelle sucht Rory heim und erzählt ihm von ihrem Schicksal. Sie bittet ihn, das Haus zu verbrennen. Auch die Liebesgeschichte zwischen Ruby und Scarlett (Sierra McCornick) gewinnt an Dramatik, denn Ruby bittet Scarlett darum, zu sterben, damit sie immer bei ihr sein könne. Rory brennt das Haus schließlich nieder, damit alle Geister, die an das Haus gefesselt sind, entkommen können.

Drei Jahre später ist auf dem Gelände des einstigen Mörderhauses ein Appartment-Komplex entstanden. Scarlett kauft es für eine Million Dollar. Inzwischen ist sie als Auftragsmörderin sehr erfolgreich. Doch alle Geister sind inzwischen entflohen. Nur Ruby ist noch da und hat die ganze Zeit auf sie gewartet.

Am Ende stellt sich dies als die Handlung von “Escape From Murder House” heraus. Rory ist begeistert.

 

Meta-Mörderhaus

Es war absehbar, dass die American Horror Stories nicht einfach so mit einer belanglosen und willkürlichen Folge enden würden, sondern dass es nochmal einen runden Abschluss geben würde. Der ist mit “Game Over” und dem Mörderhaus geschlossen. Im Grunde bilden Folge 1, 2 und 7 also die Klammer um die Staffel. Mit dem Element Serie-in-einer-Serie beschreitet American Horror Stories ein Serien-Metaverse, vergleichbar mit Scream 3, in dem der fiktive Film “Stab 3” gedreht wurde. Eine gute Idee, denn schließlich gibt es unheimlich viel zu referenzieren, und dafür werden Connie (Noah Cyrus) und Dylan (Adam Hagenbuch) als Spielfiguren einmal durch das Haus gejagt. Diese Sequenz macht besonders viel, wenn nicht sogar den meisten Spaß. Von Addy (Jamie Brewer) bis Clown Twisty gibt es kleine Cameo-Auftritte. Wobei der beste ohne Frage Bens darstellt, der immerhin Hauptcharakter der ersten Staffel ist und ein bisschen seine Familiengeschichte weiter ausführen darf.

Ruby und Scarlett

Was der Folge ebenfalls zu Gute kommt, sind Ruby und Scarlett. Zwei Figuren, die nur über zwei Folgen hinweg zu sehen waren, aber sich in Folge 7 schon so etabliert anfühlen, als wären sie Teil einer ganzen Staffel gewesen. Zugegeben: Wirklich neue Töne fügt diese Folge der Beziehung nicht hinzu. Alles bleibt sehr ernst, sehr verbindlich, sehr dramatisch. Aber damit ist eben nun ein Paar für die Ewigkeit manifestiert und wer weiß, ob man die beiden noch einmal wiedersehen wird. Die Rahmenhandlung um Rory und Michelle dagegen ist ziemlich unglaubwürdig und besser schnell wieder vergessen. Man hinterfragt lieber nicht, ob Michelle wirklich einen Erfolg mit diesem Spiel anstrebt und dann erst einmal ein Haus kauft. Tolles Minusgeschäft.

Fazit

Die Staffel findet ein stimmungsvolles Ende, das auch gut überlegt und wohlplatziert wurde. Die dramaturgische Klammer funktioniert sehr gut und die vielen Cameo-Auftritte sind eine tolle Würdigung an American Horror Story sowie ein Bonbon für alle Hardcore-Fans, die sonst eher keine Chance bekommen, ihre Figuren noch einmal zu erleben. Mit einer Jessica Lange durfte man so oder so nicht rechnen, zumindest aber wird Schwester Jude einmal namentlich erwähnt. Es bleibt eben keine Figur dieses Serienkosmos unvergessen.

© Disney

Ayres

Ayres ist seit 2002 im Community Management tätig, seit einer Weile sogar beruflich. Er ist ein richtiger Horror- & Mystery-Junkie, liebt gute Point’n’Click-Adventures und ist Fighting Games nie abgeneigt. Besonders spannend findet er Psychologie, deshalb werden in seinem Wohnzimmer regelmäßig "Die Werwölfe von Düsterwald"-Abende veranstaltet. Sein teuerstes Hobby ist das Sammeln von Steelbooks. In seinem Besitz befinden sich mehr als 100 Blu-Ray Steelbooks aus aller Welt.

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