Catlateral Damage: Remeowstered

Simulationen gibt es in allen Formen und Farben. Die Palette reicht von den Klassikern wie dem Landwirtschaftssimulator oder dem Flugsimulatior bis hin zu ungewöhnlicheren Vertretern wie Fireworks Simulator und PC Building Simulator. 2014 nahm Coffee Stain Studios diesen Trend mit Goat Simulator aufs Korn. Wie der Name schon sagt, dürfen die Spieler hier als Ziege für Chaos und Zerstörung sorgen. In eine ähnliche Kerbe schlägt 2015 Catlateral Damage des Ein-Mann-Studios Manekoware. Statt Ziegen geht es hier um Katzen, die Wohnungen verwüsten. Im September 2021 präsentiert Chris Chung, der Kopf hinter Manekoware, mit Catlateral Damage Remeowstered eine umfangreiche Neuauflage der Katzensimulation.

 

Wenn eine Katze ihre fünf Minuten hat, ist das Chaos garantiert. Dann rennt sie kreuz und quer durchs Haus, reißt alles um, was nicht niet- und nagelfest ist oder zerkratzt die Vorhänge. In Catlateral Damage Remeowstered wird der Spieler zur Katze und kann genau das tun: Kätzisches Chaos verbreiten.

Aus dem Leben einer Katze

Originaltitel Catlateral Damage Remeowstered
Jahr 2021
Plattform PC, Nintendo Switch, PS5, PS4, Xbox Series X/S, XboxOne
Genre Simulation
Entwickler Manekoware, Fire Hose Games
Publisher Manekoware
Spieler 1
USK
Veröffentlichung: 15. September 2021

Für die Katze gibt es viel zu tun. Ihre Aufgaben beschränken sich dabei nicht darauf, pures Chaos zu verbreiten. Stattdessen gilt es, bestimmte Gegenstände zu Boden zu werfen, das Spielzeug zu finden oder auch mal auf dem Klavier Katzenmusik zum Besten zu geben. Ebenso müssen Mäuse und Motten gefangen, das Klopapier komplett abgerollt und Fahrten auf dem Saugroboter unternommen werden. Doch dabei muss die Katze mit ihrer Energie gut haushalten. Jede Aktion (laufen, springen, schlagen) verbraucht Energie. Ist keine Kraft mehr übrig, endet das Level. Aufgeladen werden kann sie durch Schläfchen an bestimmten Positionen (auf Sesseln, in Kisten oder auch ganz oben auf dem Schrank) oder durch Snacks (der Inhalt des Futternapfs, die erbeuteten Motten, aber auch so manches unbeobachtetes Sandwich kann verputzt werden). Mittels eingesammelter Leckerlis können Skills (oder wie sie hier heißen Schnurrks) ausgebaut werden. Neben Geschwindigkeit, Sprungkraft und Schlagkraft zählt dazu auch die Energie der Katze. Sind alle Schnurrks auf Maximallevel sammeln sich die Leckerlis aber weiterhin an, ohne dass sie noch einen besonderen Nutzen haben. Zwar können auch Fotos mit ihnen freigeschalten werden, aber es macht doch viel mehr Spaß, diese in den Leveln zu finden.

Das Jagdrevier

Die Level bieten dabei unterschiedliche Looks. Ob die Holzhütte, eine moderne Wohnung oder auch eine feine Villa, Abwechslung wird hier geboten. Die Katze beginnt in einer kleinen Zweiraumwohnung und kann am Ende eine sehr weitläufige Villa freispielen. Damit ändert sich auch der Schwierigkeitsgrad. Schließlich werden die Level nicht nur größer, es gibt auch mehr zu tun. Zudem können mit dem Miauseum oder dem Supermarkatz besondere Bonuslevel freigeschalten werden. Allerdings sollte man dabei nicht so viel nachdenken, sondern einfach akzeptieren, dass die Katze im Museum oder Supermarkt ihr Unwesen treibt. Zu Beginn jedes Levels läuft der Katze ein Gedanke durch den Kopf, der mehr oder weniger sinnvoll begründet, warum sie jetzt pures Chaos verbreiten will. Ob die fehlende Qualität des Futters, Einsamkeit, zu viel Schlaf oder auch simple Langeweile, die Menschen sind Schuld daran und müssen büßen.

Spielspaß in drei Formen

Es existieren drei Modi in Catlateral Damage Remeowstered. Im Zielemodus existieren feste Level mit ebenso festen Aufgaben. Sobald alle Aufgaben erledigt sind, gibt es hier nichts mehr zu tun. Allerdings sind sie nötig, um die Bonuslevel freizuschalten. Der eigentliche Spaß beginnt im Prozeduralmodus. Hier werden Level und Aufgaben zufällig generiert, was für Abwechslung und damit theoretisch endlosen Spielspaß sorgt. Im Katzenklo-Modus (das Wortspiel mit der Sandbox funktioniert im Englischen wesentlich besser, denn das kätzische Stille Örtchen heißt hier „Litterbox“) gibt es keine vorgegebenen Aufgaben und auch keine Energie. Die Katze kann also tun und lassen, was sie will. Das ist nett, aber so fehlt auch ein Ziel und somit jegliche Motivation. Der Katzenklo-Modus ist aber sicher hilfreich, um sich mit den Mechanismen von Catlateral Damage Remeowstered vertraut zu machen.

Re-meow-stered?

So manches Remaster gilt als überflüssig. Man betrachte allein die vielen Versionen, die mittlerweile von Skyrim existieren. Entsprechend unbeliebt sind solche Neuauflagen oft. Catlateral Damage Remeowstared ist hier anders. Zwar baut es auf dem ursprünglichen Catlateral Damage auf, spielt sich aber vollkommen anders. Statt eines herunterzählenden Timers bestimmt die Energie der Katze das Ende des Levels. Mittels Nickerchen und Snacks lässt sich die Länge eines Levels somit strategisch verlängern. Außerdem entscheidet nicht mehr die pure Anzahl von umgestoßenen Gegenständen über Erfolg oder Misserfolg. Die Aufgaben sind in der Neuauflage spezifischer und erinnern an die alte Variante des Supermarkatz. Dieser verliert dadurch in Remeowstered seinen Reiz, da nun das gesamte Spiel auf diese Weise funktioniert. Neben einer festen Anzahl und einem bestimmten Gesamtwert umgeworfener Gegenstände (beides verlangt unterschiedliche Herangehensweisen) gibt es zahlreiche weitere Aufgaben wie das Fangen von Mäusen, das Fahren auf dem Saugroboter oder das Finden oder Benutzen von Katzenspielzeug. Skill-Upgrades bleiben erhalten, während sie im Originalspiel zu Beginn jeder Runde resettet werden. Von Catlateral Damage bleiben die spielbaren Katzen (in der Neuauflage mit unterschiedlichen Grundwerten) sowie der grundsätzliche, eher minimalistisch gehaltene Look. Es wäre durchaus legitim, das Spiel “Catlateral Damage 2” zu nennen, Manekoware hat sich aber für das Wortspiel “Remeowstered” entschieden.

Fazit

Ich kenne und schätze Catlateral Damage schon sehr lange. Catlateral Damage Remeowstered erweitert dieses tolle Spiel und macht es sogar noch besser. Durch die genaueren Aufgaben ist viel mehr Abwechslung geboten und die Katzensimulation als solche wirkt um einiges runder mit den zusätzlichen Aktivitäten wie Nickerchen halten oder Vorhänge zerkratzen. Gerade der Prozeduralmodus eignet sich wunderbar für einige Runden zum zwischendurch spielen. Die Bonuslevel (allen voran hier der Supermarkatz) sind im neuen System nichts Besonderes mehr, da sie sich kaum anders als der Rest spielen. Sie punkten eher mit Abwechslung in der Kulisse. Catlateral Damage Remeowstered ist also kein Remaster, der lediglich die Grafik ein wenig aufhübscht. Wer Spaß mit dem Ursprungsspiel hatte, macht auch hiermit nichts falsch.

© Manekoware

Drottning Katt

Als Studentin der Linguistik hat Drottning Katt ein Faible für Sprachen aller Art – reale oder fiktive. Sie ist ein großer Fantasy-Fan und kann in diesem Bereich immer mit detaillierten Worldbuilding, einem durchdachten Magiesystem oder vielschichtigen Charas geködert werden. Dabei ist es nebensächlich, in welcher Form die Geschichte erzählt wird, Hauptsache interessant. Zudem gehören zu ihren Hobbies das Schreiben eigener Geschichten, zeichnen und an eigenen fiktiven Sprachen basteln.

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