The Dark – Angst in deine einzige Hoffnung

Lesezeit: 3 Minuten

Selten erleben wir, dass Untote eine Persönlichkeit besitzen. Je nach Ausrichtung torkeln oder flitzen sie meist über den Bildschirm, ohne dass wir ihre Vorgeschichte oder gar ihren Namen kennen. Etwas anders ist das in der österreichischen Produktion The Dark – Angst ist deine einzige Hoffnung von Justin P. Lange. In dem in Kanada gedrehten Film geht es um ein Mädchen, das von den Untoten zurückgekehrt ist und eine ganz besondere Freundschaft zu einem blinden Jungen entwickelt, der gar nicht weiß, wen oder was er da genau vor sich hat. Seit dem 27. September 2019 ist der Film auch in Deutschland erhältlich.

Der Wald in Devil’s Den ist bekannt dafür, dass immer wieder Menschen darin verschwinden. Schuld daran trägt Mina (Nadia Alexander), eine Untote. Und da auch Untote überleben wollen (paradox!), frisst Mina Menschenfleisch. So auch an diesem Tag, als Mina auf Josef (Karl Markovics) trifft. Josef, ein Mann auf der Flucht. Doch so richtig abgefahren wird es, als Mina in Josefs Auto einen Jungen (Toby Nichols) vorfindet. Alex, einen blinden Jungen. Wie sich herausstellt, handelt es sich bei ihm um ein Entführungsopfer …

Es findet zusammen, was (nicht) zusammengehört

Originaltitel The Dark
Jahr 2018
Land Österreich
Genre Horror, Drama
Regisseur Justin P. Lange
Cast Mina: Nadia Alexander
Alex: Toby Nichols
Josef: Karl Markovics
Laufzeit 95 Minuten
FSK

In The Dark treffen allerlei Komponenten zusammen, die man in dieser Konstellation auch noch nicht gesehen hat. In erster Linie die Freundschaft zwischen einer Untoten und einem Blinden. Bei beiden handelt es sich um Außenseiter mit einem ungewöhnlichen Lebensverlauf. Es scheint genau das zu sein, was Mina in Alex erkennt: Gleichsein durch Andersartigkeit. Und das muss wohl auch der Grund sein, weshalb sie ihn verschont. Einander geben sie sich die Sicherheit und Nähe, welche die Welt außerhalb des Waldes für sie nicht bereithält. Die Freundschaft zwischen Mensch und Monster mag ein häufig genutztes Motiv sein, doch eine Beziehung wie die zwischen Mina und Alex bleibt für sich stehend.

Ergründung einer Seelenwelt

Es drängt sich inhaltlich der Vergleich zu dem Film Let the Right One in von 2008 auf. Allerdings weiß The Dark mit seinem Szenario recht wenig anzufangen. Die Welt, durch die sich die beiden Teenager bewegen, ist statisch. Räumlich endet sie mit dem Wald, emotional mit dem Abstand zu den Erwachsenen. Überschaubare Grenzen, innerhalb deren Freiraum nicht viel passiert. Hier befindet sich eine sichere Zone für Mina und Alex, deren Schicksale in Rückblenden aufgearbeitet werden. Doch sind diese erst einmal erzählt, verpasst der Film es, einen eigenen Weg einzuschlagen. Die Inszenierung gibt sich minimalistisch, was unter anderem daran zu erkennen ist, dass überwiegend im Wald gedreht wurde. Trotz überzeugender Darsteller und einem Drehbuch voller Gespür für Zwischenmenschliches will sich der Erzählfluss nicht so recht ergeben. Das vergleichbare Wildling behandelt eine ähnliche Thematik, zeigt aber, dass auch aus Coming of Age-Momenten mehr herauszuholen ist.

Fazit

Obwohl The Dark – Angst ist deine einzige Hoffnung erst einmal eindeutig als Horror-Titel gelabelt zu sein scheint, entpuppt sich der Film im Grunde als ein Drama über Nähe und Geborgenheit. Der deutsche Zusatztitel ist leider (wieder einmal) völlig in die Irre führend und so beliebig, dass man ihn an nahezu jeden anderen Genre-Titel anheften könnte. Möchte man es ganz konkret machen, handelt es sich um ein Dark Fantasy Drama. Schade, dass die Handlung nicht viel her gibt, denn der Plot beinhaltet bereits alle spannenden Merkmale. Der Erzählverlauf zeigt sich zäh, obwohl in der einen oder anderen ruhigen Szene erstaunlich viel Kraft steckt. Für einen Geheimtipp reicht es nicht, dafür bleibt das Resultat zu trivial.

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Ayres

Ayres ist seit 2002 im Community Management tätig, seit einer Weile sogar beruflich. Er ist ein richtiger Horror- & Mystery-Junkie, liebt gute Point’n’Click-Adventures und ist Fighting Games nie abgeneigt. Besonders spannend findet er Psychologie, deshalb werden in seinem Wohnzimmer regelmäßig "Die Werwölfe von Düsterwald"-Abende veranstaltet. Sein teuerstes Hobby ist das Sammeln von Steelbooks. In seinem Besitz befinden sich mehr als 100 Blu-Ray Steelbooks aus aller Welt.

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