Hum Dil De Chuke Sanam – Ich gab Dir mein Herz, Geliebter

Wenn der Name des Regisseurs Sanjay Leela Bhansali fällt, dann denken die Fans sicherlich zuerst an opulente Verfilmungen wie DevdasBajirao & Mastani und Padmaavat. Jedoch gelang Bhansali schon mit seiner zweiten Regiearbeit im Jahr 1999 ein großer Erfolg, denn der Film Hum Dil De Chuke Sanam – Ich gab Dir mein Herz, Geliebter überzeugte das Publikum nicht nur an den Kinokassen, sondern gewann auch viele Auszeichnungen. Die Geschichte dreht sich dabei um die Protagonistin Nandini, dich sich mit ihrem Ehemann Vanraj nach Italien begibt, um dort ihre erste große Liebe Sameer zu suchen.

 

Der Halbinder Sameer Rafilini (Salman Khan) reist von Italien nach Gujarat, um dort beim berühmten Sänger Pundit Darbar (Vikram Gokhale) eine Ausbildung zu absolvieren. Darbars schöne Tochter Nandini (Aishwarya Rai) ist jedoch wenig erfreut über den Gast, denn sie muss für ihn ihr Zimmer räumen. Doch mit der Zeit verdreht ihr Sameer den Kopf. Jedoch schafft es Nandini nicht rechtzeitig mit ihren Eltern darüber zu sprechen. Als ihr Vater von ihrer Liebe erfährt, wirft er Sameer aus dem Haus und Nandini wird mit Vanraj (Ajay Devgan) verheiratet, der aus gutem Hause stammt. Vanraj muss feststellen, dass Nandini sich charakterlich verändert hat und nicht mehr die fröhliche Person ist, die er zuvor kennengelernt hat …

Die erste Liebe kann so schön sein

Originaltitel Hum Dil De Chuke Sanam
Jahr 1999
Land Indien
Genre Romanze, Drama, Komödie
Regie Sanjay Leela Bhansali
Cast Nandini: Aishwarya Rai
Sameer Rafilini: Salman Khan
Vanraj: Ajay Devgan
Amrita: Smita Jaykar
Pundit Darbar: Vikram Gokhale
Laufzeit 188 Minuten
FSK
Im Handel erhältlich

Die Zuschauer lernen Sameer Rafilini kennen, der die Angewohnheit hat, mit seinem verstorbenen Vater zu reden, indem er öfters zum Himmel spricht. Denn so hat er das Gefühl, dass sein Vater immer bei ihm ist. Als er in das Haus von Pundit Darbar kommt, zeigt sich schnell, dass er Humor besitzt, denn er ist sich für keine Albernheit zu schade. Der ernste und strenge Darbar findet nicht unbedingt Gefallen an seinem Benehmen, aber er erkennt an, dass Sameer ein hervorragender Sänger ist. Nandini ärgert Sameer des Öfteren und zeigt ihren Unmut darüber, dass dieser ihr Zimmer erhalten hat. Dabei gibt sich Sameer kindisch und es kommt wiederholt zu Neckereien zwischen den beiden. Mit der Zeit entwickelt sich eine Liebe daraus, wodurch es zu heimlichen Treffen kommt. Allerdings bemängelt Nandini bei Sameer die fehlende Ernsthaftigkeit, wodurch Konflikte die Folge sind. Bei einem Fest wird Nandini von Vanraj als Braut auserwählt, ohne dies selbst zu wissen. Pundit Darbar kommt hinter Nandinis Geheimnis und als Bezahlung für das musikalische Wissen, welches er Sameer vermittelt hat, soll Sameer seine Tochter nie wiedersehen. Während Sameer nach Italien zu seiner Mutter zurückkehrt, bleibt Nandini voller Kummer zurück.

Eine Entscheidung zwischen zwei Männern

Die Verfilmung greift die Thematik der arrangierten Heirat etwas intensiver auf, die in Indien üblich ist. Denn bis heute werden etwa 90% aller Ehen durch die Verwandten arrangiert. Pundit Darbar, der großen Wert auf den Ruf der Familie legt, verheiratet seine Tochter Nandini mit dem ruhigen, etwas schüchternen Vanraj. Nandini hat jedoch nur Sameer im Kopf und reagiert öfters gereizt, was Vanraj verunsichert, da sich ihre Persönlichkeit plötzlich zum Negativen verändert hat. Jedoch zwingt Vanraj sie zu nichts und stellt sie aufgrund ihres Verhaltens zur Rede. Es offenbart sich, dass Vanraj einen verständnisvollen und liebenswürdigen Charakter besitzt. Er entscheidet mit Nandini nach Italien zu fahren, um sich auf die Suche nach Sameer zu begeben. Die Spannung der Geschichte wird dadurch aufrechterhalten, dass unklar ist, ob sie Sameer tatsächlich finden oder wie sich Nandini am Ende entscheiden wird.

Ab dem Mittelteil steigert sich die Handlung

Im Gegensatz zu vielen anderen Bollywood-Filmen aus den 90ern wechselt der Film den Schauplatz nicht in die Schweiz, sondern nach Italien. Zumindest ein Pseudo-Italien, denn in Wirklichkeit werden die Szenen des Films in Budapest (Ungarn) abgedreht. Sogar ein ungarischer Volkstanz wird hierin aufgeführt, aber der Unterschied wird sicherlich nur Zuschauern auffallen, die stärker auf diese Details achten. Durch den Wechsel des Schauplatzes nimmt die Handlung nochmal an Fahrt auf. Zudem wird die Geschichte emotionaler, denn Nandini sucht mit Vanraj verzweifelt nach Sameer. Das Ganze wird aber mit einigen lustigen Erlebnissen aufgeheitert. Zudem kann Vanraj viele Sympathiepunkte sammeln, wodurch es sicher auch dem Publikum zunehmend schwerer fallen wird, sich zwischen Sameer und Vanraj für eine Seite zu entscheiden.

Typische Elemente des Bhansali-Films

Zwar ist Hum Dil De Chuke Sanam – Ich gab Dir mein Herz, Geliebter nicht ganz so stark pompös, wie die später erschienen Werke, an denen Bhansali arbeitete, aber es sind viele Elemente vorhanden, die seine Filme ausmachen. Insbesondere sind die Szenenbilder und Tänze wiederholt eine Wucht. Für die Hauptfiguren nahm Bhansali gleich drei Superstars ins Boot, dessen Namen jedem Bollywood-Fan geläufig sein werden. Salman Khan (Chori Chori Chupke Chupke) gehört inzwischen zum Bollywood-Kino wie das Oktoberfest zu Bayern. Zwischen ihm und Schauspielkollegin Aishwarya Rai (Dil Ka Rishta – Nur dein Herz kennt die Wahrheit) sprühten am Set die Funken, denn es entwickelte sich eine private Liebesbeziehung aus dem Leinwandpaar, die allerdings nach drei Jahren wieder ihr Ende fand. Die Rolle von Salman Khan als Sameer fällt manchmal etwas albern aus, aber dafür bietet diese einen guten Kontrast zu Vanraj. Bei Sameer hat Bhansali eine eigene Angewohnheit aus der Kindheit hinzugefügt, denn er sprach als Kind auf die gleiche Weise zu seinem verstorbenen Vater. Ajay Devgan (Omkara) spielt Khan jedoch mit der Zeit an die Wand, denn sein Charakter stellt sich als überaus sympathisch heraus. Aishwarya Rai kann als Nandini ebenfalls überzeugen, denn sie meistert nicht nur die fröhlich verspielten Szenen, sondern auch die Emotionalen. Zudem zeigt sie immer wieder, dass sie eine extrem talentierte Tänzerin ist.

Wieder reichlich Musik und Tanz dabei

Die Produktion besitzt wieder einige Lieder, die von romantischen, festlichen bis zu emotionalen Ereignissen heranreichen. Positiv stechen die gefühlvollen Gesangsstücke ”Tadap Tadap Ke’‘ und “Hum Dil De Chuke Sanam” hervor. Die Mimik der Figuren im Zusammenspiel der Musik, kann die Emotionen tadellos an die Zuschauer übermitteln. Des Weiteren sind fröhliche Tanznummern wie unter anderem “Nimbooda” und “Dholi Taro Dhol Baje” im Repertoire vorzufinden, die definitiv im Gedächtnis verbleiben. Bei den beiden genannten, kann Aishwarya Rai nochmal tänzerisch glänzen. Vor allem in “Nimbooda”, denn dort sind die Scheinwerfer in besonderem Maße auf ihre Tanzkünste fokussiert. Zudem trägt sie in der Inszenierung ein prunkvolles himmelblaues Lehenga und ihr Look ist dabei so ikonisch, dass er gerne von weiblichen Fans kopiert wird.

Fazit

Hum Dil De Chuke Sanam – Ich gab Dir mein Herz, Geliebter gehört eindeutig zu den besseren Filmen von Sanjay Leela Bhansali, denn der Titel macht wirklich Spaß und besitzt zudem alle Zutaten, die eine indische Romanze haben sollte. Die wahre Stärke der Geschichte liegt jedoch besonders in der zweiten Hälfte, die sich in Italien abspielt. Denn es wird etwas abenteuerlicher, spannender und auch emotionaler. Doch was noch wichtiger ist, gerade im späteren Verlauf können sich die Hauptfiguren richtig entfalten. Vor allem Vanraj, der einem zunehmend sympathischer wird und dem man wirklich nur Gutes wünscht. Was ich dem Film hoch anrechne, dass es bis zum Ende unvorhersehbar ist, wie die Geschichte ausgeht. Wer die Romanze noch nicht gesehen hat, sollte sich diese definitiv nicht entgehen lassen. Sie gehört immerhin zu den Klassikern der 90er, die man einfach als Bollywood-Fan kennen sollte. Zudem baut Bhansali in seinen späteren Verfilmungen gerne Referenzen zu seinen früheren Werken ein, wodurch es vom Vorteil sein kann, diese zu kennen.

© Rapid Eye Movies


Im Handel erhältlich:

 

Alva Sangai

Alva Sangai beschäftigt sich in ihrer Freizeit gerne mit Medien verschiedenster Art. Egal, ob Serien, Filme, Anime oder Manga. Dabei spielt es keine Rolle aus welchem Land die Produktionen stammen, denn Alva ist da sehr weltoffen. Des Weiteren hört sie gerne Musik, schreibt Geschichten und zeichnet ab und zu. Ein Tee oder ein Cappuccino darf dabei natürlich nicht fehlen. Nebenbei beschäftigt sich Alva mit den vielen Funktionen von Clip Studio Paint EX, denn sie möchte sich in der Zukunft an einem Web-Comic versuchen. Der Name Alva Sangai setzt sich aus dem Vornamen der Protagonistin ihrer ersten längeren Geschichte, sowie ”Sangai”, Hirschen die nur in Manipur (Indien) zu finden sind, zusammen. Sangai spielt also auf ihre Bollywood-Artikel an.

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