Rubinrot – Liebe geht durch alle Zeiten

Lesezeit: 6 Minuten

Menschen reisen durch die Zeit, um Edelsteine zu finden. Was sich zunächst wie ein Spiel anhört, ist in Wirklichkeit ein Jugendbuch aus der Feder der deutschen Autorin Kerstin Gier (Männer und andere Katastrophen). Rubinrot – Liebe geht durch alle Zeiten ist der Auftakt der sogenannten Edelstein-Trilogie, die 2009 ins Leben gerufen wurde. Der Leser folgt der 16-jährigen Gwendolyn Shepherd und ihrem Begleiter Gideon auf unerwartete Reisen in die Vergangenheit, die es 2013 sogar auf die Kinoleinwand geschafft haben.

    

Gwendolyn Shepherd scheint auf den ersten Blick ein ganz gewöhnliches Mädchen zu sein. Sie lebt gemeinsam mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern in London, besucht eine angesehene Schule, liebt Musik und Filme, verbringt gerne Zeit mit ihrer besten Freundin Leslie und spricht gelegentlich mit einem Geist auf dem Schulgelände. Doch es gibt ein altes Familiengeheimnis, in das als Außenstehende nur Leslie eingeweiht ist: Mitglieder aus Gwendolyns Familie tragen ein besonderes Gen in sich, das sogenannte Zeitreise-Gen. Der Geburtstag der Genträger wurde bereits vor Jahren errechnet, und somit ist es Gwennys Cousine Charlotte, die auf den Tag, an dem das Gen “erwachen“ soll, vorbereitet wird. Die ganze Familie wartet auf die ersten Anzeichen für eine Zeitreise, doch dann geschieht, womit keiner gerechnet hat: Gwendolyn springt in die Vergangenheit. Mit der Entdeckung, dass sie das Zeitreise-Gen in sich trägt und somit der letzte Edelstein, der Rubin, erwacht ist, gerät alles, was seit Jahren geplant wurde, aus den Fugen.

Die geheime Loge

Die geheime Loge des Grafen von Saint Germain ist ein wichtiger Unterschlupf, zu dem Grace Shepherd, Gwendolyns Mutter, Gwen führt. Deren Anhänger können sie vor unkontrollierten Reisen schützen, die zudem auch gefährlich werden können, wenn ein Mädchen beispielsweise in einer Jeans und mit Handy im 18. Jahrhundert landet. Gwens Eindringen in den Kreis der Menschen, die über das Zeitreisen Bescheid wissen und darüber wachen, sorgt für großes Chaos. Vor allem Misstrauen gegenüber ihr und ihrer Mutter steht im Vordergrund, der Betrug ist für sie alle das Naheliegende. In diesem Chaos lernt Gwendolyn Gideon kennen. Er reist bereits seit einiger Zeit und Charlotte sollte seine Partnerin sein. Gideon sieht auf den ersten Blick gut aus (er ist der Junge mit den grünen Augen), wirkt allerdings arrogant und lässt durchblicken, dass er Gwen nicht für geeignet hält, die Aufgaben, die sie gestellt bekommen, zu erfüllen. Charlotte wurde seit ihrer Kindheit auf die Zeitreisen vorbereitet und unterrichtet, Gwenny dagegen muss alles in kürzester Zeit erlernen. Zudem hat sie die Hälfte der Familie gegen sich, da ihre Cousine eifersüchtig ist, weil sie das alles tun wollte, und ihre Tante glaubt, dass sie betrogen wurden.

Rubin und Diamant

Gemeinsam haben Gwendolyn und Gideon, der Rubin und der Diamant, nun die Aufgabe, durch die Zeit zu reisen, um das Blut der anderen Reisenden, die alle als Edelsteine gelten, zu sammeln. Dieses soll in einen Chronografen eingelesen werden, eine Erfindung, um unkontrollierte Sprünge verhindern zu können. Wofür das Blut aller zwölf Genträger benötigt wird, ist zu Beginn eine große Frage, und wie Gwen erfährt auch der Leser keine Geheimnisse. Dazu kommt die Tatsache, dass ein Chronograf, der das Blut von fast allen Zeitreise-Edelsteinen in sich hatte, gestohlen wurde. Es ist nur bekannt, dass Gwens Cousine Lucie und Paul de Villiers etwas damit zu tun hatten, bevor sie verschwunden sind. Hinzu kommt die Frage, was es mit diesem Grafen, der die Geheimloge gründete, auf sich hat, dem Gwen einen Besuch in der Vergangenheit abstatten soll.

Das Zeitreise-Training

Originaltitel Rubinrot – Liebe geht durch alle Zeiten
Ursprungsland Deutschland
Jahr 2009
Typ Roman
Bände 1 / 3
Genre Fantasy, Romanze
Autor Kerstin Gier
Verlag Arena Verlag

Charlottes ganze Freizeit war darauf ausgerichtet, Fähigkeiten zu erlernen, die ihr in der Vergangenheit helfen und sie nicht verraten. Reiten, Fechten, Tanzen und Konversation, zum Teil in anderen Sprachen. Bei Gwendolyn muss alles sehr zügig gehen, und so entstehen während der Reisen lustige Szenen, sei es was die Sprache betrifft, ihre Körperhaltung oder auch die Kleidung. Gewisse Dinge haben in der Vergangenheit nichts zu suchen, Ihr Handy zum Beispiel. Trotz allen negativen Kommentaren, die sie an den Kopf geworfen bekommt, ist Gwenny tough, sagt, was sie denkt, und lässt nicht alles mit sich machen. Durch fehlendes Training und Wissen über Zeitreisen kann es für den Quereinsteiger gefährlich werden; hier hat Gideon einen guten Auftritt um seiner Partnerin zu helfen. Romantik ist in der Geschichte ebenfalls enthalten. Gideon De Villiers sieht gut aus, hat eine wahnsinnige Ausstrahlung und gute Manieren. Gwen fühlt sich zu ihm hingezogen, obwohl „Mister Kotzbrocken“ zu seiner Partnerin nur selten höflich und charmant ist. Ob sie ihm Vertrauen kann, ist die große Frage. Die geheimnisvolle Welt, in die Gwendolyn eintaucht, bleibt für die Leser ebenfalls ein Mysterium, welches erst nach und nach gelöst wird. Überraschende Wendungen sind enthalten, allerdings auch Offensichtliches. Zum Beispiel, dass alle ihr Leben in den Dienst des Grafen stellen und eine jetzt da ist, die den wahren Grund wissen möchte, den komischerweise niemand bisher hinterfragt hat.

Offene Fragen und die Freude auf den nächsten Band

Das Ende von Rubinrot mündet am Anfang des zweiten Bandes Saphirblau. Es lohnt sich also, die Bände am Stück zu lesen. Sehr praktisch ist ein Personenregister der Familien, da es durch die verschiedenen Besitzer des Gens und der Vorfahren leicht unübersichtlich wird. Am Ende von Teil eins kommen offene Fragen und ein paar Personen, bei denen noch nicht eindeutig ist, ob sie zu den Guten oder Bösen gehören. Geschrieben ist das Buch aus der Ich-Perspektive von Gwen, so kann über ihre ironischen Gedankengänge gut gelacht werden. Bei den Reisen benutzt sie gerne ihr Wissen aus Filmen oder Büchern und nicht unbedingt aus dem Geschichtsunterricht. Eine passende Mischung aus Fantasy und Realität ist gelungen. Da die Charaktere in der Vergangenheit immer an dem Ort landen, an dem sie gestartet sind, bekommt der Leser Vergleiche, wie sich alles im Lauf der Zeit verändert hat. Passend zu einer Zeitreisegeschichte lässt sich die Zeit nicht richtig einschätzen, so zieht sich die komplette Handlung nur über drei Tage. Dies erscheint sehr kurz und auch etwas unpassend bei allem, was man gemeinsam mit Gwen erlernt und erlebt. Trotz allem eine leichte und unterhaltsame Geschichte mit Fantasy Elementen und einem Hauch Romantik, das es aber nicht zu schnulzig wirken lässt.

Die Frau hinter der Geschichte

Kerstin Gier ist bereits seit Jahren eine bekannte Schriftstellerin. Schon ihr erster Roman Männer und andere Katastrophen wurde ein Hit und sogar verfilmt. Unter Pseudonymen wie Jule Brand (Ein Single kommt selten allein) und Sophie Bérard (Lavendelnächte) ist sie in der Welt der Bücher bekannt. Mit Rubinrot: Liebe geht durch alle Zeiten wagte sie sich an ihr erstes Fantasy-Jugendbuch, mit dem sie einen großen Erfolg erlangte. Es wurde in 27 Sprachen übersetzt und war 54 Wochen lang auf der Spiegel-Bestellerliste. Der Einband ist – wie der Name bereits sagt – rot und auf dem Cover sind Scherenschnitte zu sehen. Um es zu interpretieren, könnte es die beiden Hauptcharaktere darstellen, in ihren Kostümen bei einem Besuch in der Vergangenheit. Sie streiten sich auf dem Cover, was im Laufe des ersten Bandes öfter eine Rolle spielt. 2013 wurde das Skript unter der Regie des deutschen Felix Fuchssteiner (Draußen am See) mit Schauspielern wie Maria Ehrich (Ein starkes Team – Die Frau im roten Kleid), Jannis Niewöhner (Die Wilden Hühner und die Liebe) und Veronica Ferres (Das Superweib) verfilmt.

Fazit

Ein Schuber mit den drei Büchern steht schon lange in meinem Regal und ich habe ihn immer ignoriert, bis ich dann irgendwann überlegt habe, die Bücher wegzugeben und dann doch angefangen habe zu lesen. Mein Vorteil: Da es alle Teile schon gibt. konnte ich gleich weiter lesen, was sich anbietet. da ein offenes Ende auf der letzten Seite wartet. Zu Beginn von Rubinrot habe ich ein bisschen gebraucht. um in die Geschichte einzusteigen, nach der ersten Hürde ging es allerdings und das dann flüssig bis zur letzten Seite. Was die Charaktere betrifft sind mir einige sympathisch. Nicht nur Gwendolyn sondern auch Gideon. Obwohl er zu Beginn schon etwas arrogant ist. Trotz der Tatsache, dass es eine Fantasy Geschichte ist, hat man, wenn man die Zeitreisen außen vor lässt, nicht viele Elemente gesehen. Natürlich den Geist mit dem Namen James August Peregrin Pimplebottom, mit dem ich mich allerdings ein bisschen schwer tue. Dies liegt zum Teil aber auch daran, dass es noch nicht aufgeklärt wird, warum Gwen ihn sehen kann. Nur eine von vielen offenen Fragen, die zum Weiterlesen motivieren. Die Liebe kommt natürlich, wie der Titel sagt, vor, allerdings in einem kleinen Rahmen. Für mich auf jeden Fall ein sehr spannender und auch humorvoller Jugendroman, der meiner Meinung nach auch für Erwachsene geeignet ist.

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