One-Punch Man

Lesezeit: 4 Minuten

Saitama ist ein Hobbyheld mit zwei Problemen: Ein fast leeres Bankkonto und viel zu viel Kraft, mit der er jedem Gegner mit nur einem Schlag den Garaus macht, sodass er sich zu Tode langweilt. Ob und wie unser Held mit Glatze und Cape seine Probleme in den Griff bekommt, kann jeder in One-Punch Man aus der Feder von ONE (Mob Psycho 100) nachlesen und sich damit ein Bild machen, was hinter dem Hype um den etwas anderen Superhelden steckt. Dank Kazé Manga wird die Reihe seit 2016 in Deutschland veröffentlicht.  

  

Drei Jahre lang hat der ehemalige Arbeitslose Saitama sich mit Sit-ups, Liegestütze und Kniebeuge abgerackert, sodass ihm zum einen alle Haare auf dem Kopf ausgefallen sind und er zum anderen jeden Gegner mit nur einen Schlag zur Strecke bringt. Es ist ihm unter diesen Umständen sicherlich nicht zu verübeln, dass der Spaß am Kämpfen komplett auf der Strecke bleibt. Doch Saitama gibt nicht auf! Er sucht unentwegt nach neuen Herausforderungen, wenn er nicht gerade damit beschäftigt ist, die Schnäppchen im Supermarkt zu erwischen oder auf andere Weise seinen normalen Alltag zu bewältigen. Immerhin ist einer auf seine Fähigkeiten aufmerksam geworden: Der junge Cyborg Genos sieht mit eigenen Augen, welch ungeheure Kraft in dem Hobbyhelden steckt und beschließt fortan, dessen Schüler zu sein.

Der etwas andere Held!

Originaltitel One Punch-Man
Jahr 2012
Bände 1 / ?
Genre Action, Comedy
Autor ONE (Story), Yusuke Murate (Zeichnungen)
Verlag Kazé Manga (2016)

One-Punch Man ist eine gekonnte Parodie auf das Superheldengenre. Das sieht man allein schon an der Gestaltung des Hauptcharakters Saitama, der mit wehendem Cape und Heldenoutfit daherkommt, dabei aber oft so schlaksig wie eine geschälte Spargelstange aussieht. Es wirkt daher sehr abstrus, wie sein Aussehen im starken Kontrast zu seiner Kampfkraft steht. Der Unglaube seiner Mitmenschen und seiner Gegner, dass sich hinter diesem Kerlchen ein echter Held verbirgt, zieht sich wie eine Dauerpointe durch die Bände. Doch nicht nur äußerliche Merkmale sorgen dafür, dass der Leser viel zu lachen hat: Ob es nun am Verhalten des Hobbyhelden selbst liegt — der zum Beispiel beim Anblick eines hochhausgroßen Schneeungeheuers nur deswegen geschockt ist, weil er vergessen hat, den Müll rauzustellen — oder an den Marotten und Macken seiner Mithelden und Gegenspieler. Selbst Cyborg Genos wirkt wie einer dieser typischen coolen Charaktere, schafft es aber durch sein total ernstes Verhalten, seinen Meister immer wieder falsch zu verstehen und zu interpretieren, was dann in wirklich amüsanten Dialogen und Handlungsabfolgen endet. Mangaka ONE hat sich hier einiges einfallen lassen, um das Thema humorvoll anzugehen. Doch bei all der Komik hat er die Dinge, die eine Heldengeschichte ausmachen, nicht vergessen. So hat Saitama schon vor seinem Training das Herz am rechten Fleck und versucht den Leuten zu helfen, was ihn neben all seiner Macken zu einem sympathischen Charakter macht.

Nicht immer nur mit einem Schlag erledigt

Ein anderer Fokus der Bände liegt in den spektakulär in Szene gesetzten Kämpfen. Keine Sorge – auch wenn der Titelheld seine Gegner mit einem Schlag besiegt, gibt es trotzdem viele längere Actionsequenzen. Das liegt vor allem daran, dass die anderen Charaktere, die nach und nach eingeführt werden, es nicht so leicht haben mit ihren Gegnern. Yusuke Murate, der für die Zeichnungen zuständig ist, hat sich hier voll ausleben können. Dass er Erfahrung besitzt, unter anderem durch seinen 37-bändigen Shonen Jump-Titel Eyeshield 21, sieht der Zuschauer an den in oft großen Panels zelebrierten ausführlichen Kampfszenen. Selbst Mangaka ONE freut es, seinen etwas anderen Helden so zu sehen. 2009 startete er mit der Geschichte von Saitama als Web-Manga, welchen er damals noch selbst zeichnete. Es verwundert daher nicht, dass die ersten Abenteuer von Saitama sehr episodenhaften sind, da nicht geplant war, wie lang die Reihe laufen würde. Nachdem Yusuke Murate ihn anschrieb und darum bat, den Manga neu zeichnen zu dürfen, erscheint seit 2012 das Remake digital im Online-Magazin Young Jump Web Comics und auch als Printausgabe. Diese Ausgabe ist es, die von Studio Madhouse 2015 in einen Anime umgesetzt wurde, der weltweit einen Hype um den Hobbyhelden auslöste. Es war daher nur eine Frage der Zeit, bis sich ein deutscher Verlag die Rechte sichern würde. Und so sollte es dann auch sein, denn im Oktober 2016 — passend zur Frankfurter Buchmesse — brachte Kazé Manga Saitama und Co. nach Deutschland.

Erster Eindruck:

Ich bin über den Anime zum Manga gekommen, wie wohl viele andere auch; daher wusste ich, vorauf ich mich hier einlassen würde. Denn die ersten Kapitel sind nicht so ganz nach meinem Geschmack, weswegen es gut war, dass ich wusste, was später noch kommen würde. Immerhin ab der Mitte vom ersten Band kommt Genos dazu, der dafür sorgt, dass es für mich mehr zu lachen gibt. Er und Saitama geben ein unterhaltsames Duo ab, dem ich gerne dabei zuschaue, wie es seine Heldentaten begeht. Was mir persönlich am Anfang noch fehlt, ist ein stärker ausgebauter roter Faden. Die einzelnen ersten Abenteuer sind okay, verlaufen aber sehr vorhersehbar und daher wenig spannend. Als Actionfan schlägt mein Herz natürlich sehr hoch bei den toll in Szene gesetzten Kampfszenen. Doch das Manko ist, dass es wenig Text gibt und ich durch die großen Bilder schnell durch einen Band rase. Allen in allem ist One-Punch Man unterhaltsam, reiht sich aber nicht zwischen meine Lieblingstitel ein.

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Aki

Aki verdient ihre Brötchen mit dem Buchverleihen und Wiedereintreiben und geht nie aus dem Haus ohne eine Kopfbedeckung. Wurde von ihren Eltern von klein auf zu einem Filmjunkie erzogen, liebt mittlerweile aber viele Formen des Geschichtenerzählens. Zu ihren anderen Hobbies gehören die Fotografie und das Zeichnen, egal ob auf Papier oder Leinwand. Sie besitzt eine ansehnliche Sammlung an Fuchsmerchandise und hat ihr Herz seit dem Lesen des Mangas "Kenshin" an Samurais verloren.

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Iruka
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Iruka

Für mich ist der Manga eine nette Leseeinheit für zwischendurch.