Weltenwanderer-Trilogie: Die Beschwörung des Lichts

Lesezeit: 5 Minuten

Am 25. April 2018 erschien nach Vier Farben der Magie und Die Verzauberung der Schatten mit Die Beschwörung des Lichts der dritte und letzte Band der Weltenwanderer-Trilogie von V.E. Schwab im Fischer-Tor-Verlag. Dieser führt Kell und Lila in ihr bisher gefährlichstes Abenteuer. Gemeinsam mit Alucard und Holland müssen sie das Rote London vor dem Untergang bewahren. Zusammen begeben sie sich auf eine abenteuerliche Reise, um ein seltenes Artefakt zu finden, das in ihnen in ihrem Kampf gegen Osaron, einen selbsternannten Gott, helfen soll.

Während sich der erste Band noch in sich geschlossen lesen lässt, knüpft der dritte Teil nahtlos an den zweiten an und setzt bei Kells “Entführung” in das Weiße London, unmittelbar nach dem “Essen Tasch”, ein. Nach seiner Ankunft im Weißen London erkennt Kell jedoch schnell, dass er mal wieder in eine Falle getappt ist. Er trifft auf den totgeglaubten Rivalen Holland, der jedoch nicht mehr er selbst ist: Osaron, ein Oshoc – Magie, die Form angenommen hat – bewohnt seinen Körper und begehrt nun Einlass in Kells Körper. Kell, seiner Magie beraubt, ist dieser Situation hilflos ausgeliefert. Mit ihm auch sein Bruder Rhy, der zwar eigentlich sicher im Roten London ist, jedoch dieselben Schmerzen erleidet und auf der Schwelle zum Tode steht, da sein Leben mit dem Kells verbunden ist.

Romanzen und Piratenschätze

Originaltitel A Conjuring of Light
Ursprungsland USA
Jahr 2018
Typ Roman 
Bände 3 / 3
Genre Fantasy
Autor V.E. Schwab
Verlag Fischer-Tor

Doch diese bereits heikle Situation steigert sich noch, als es Lila zwar gelingt Kell zu retten (und damit auch Rhy), gleichzeitig aber auch Osaron die Chance ergreift in Hollands Körper in das Rote London einzudringen. Er entledigt sich Hollands und befällt die Stadt wie eine Seuche. Er unterwirft sämtliche Magier seinem Willen und benutzt sie als seine Marionetten. Nur wenigen gelingt es sich zu wehren und diesen Befall zu überleben, ohne Osarons Sklave zu werden. Das Einzige, das Osaron noch fehlt, ist ein richtiger Körper, der stark genug ist seiner Magie standzuhalten: einen Antari. In ihrer Verzweiflung schmieden Kell, Lila und Alucard einen Plan. Für die Umsetzung benötigen sie ein seltenes Artefakt mit dessen Hilfe es gelingen könnte, Osaron aufzuhalten. Auf ihre Suche nach dem “Ferase Stras”, einem Schwarzmarkt für Piraten, nehmen sie widerwillig auch Holland mit an Bord. Kein Antari darf in der Stadt bleiben und Osaron die Möglichkeit bieten, sein Ziel zu erreichen. Eine sehr ungleiche Rettungsmannschaft sticht in See. Die Fahrt fördert nicht nur seltene Schätze, Verräter und Piraten ans Licht, sondern auch die längst offensichtlichen Gefühle zwischen Kell und Lila.

Die Vergangenheit ist steter Begleiter

Auf ihrer Reise müssen sich die beiden aber nicht nur sich gegenseitig stellen, sondern auch ihrer jeweiligen Vergangenheit und sich fragen, ob sie wirklich alles darüber wissen wollen. Nebenbei werden auch die Geheimnisse um Hollands Vergangenheit gelüftet. Bisher trat der weiße Antari mehr als Mysterium und kalter Gegenentwurf zu Kell auf, ohne dass jemand gewusst hätte, wie es dazu kam, dass er den Dane-Zwillingen diente. Alucard Emerys Vergangenheit wurde teilweise schon während des letzten Bandes näher beleuchtet; in diesem nun noch weiter vertieft. Doch auch Rhy, der im Roten London die Stellung hält und sich der bisher größten Herausforderung als zukünftiger König stellen muss, erfährt unweigerlich mehr über das Leben seiner Eltern. Er entdeckt im Angesicht der Gefahr völlig neue Seiten an seiner Mutter und sein Vater, der König, schmiedet seinen ganz eigenen Plan, um seine Stadt zu beschützen.

Die Weltenwanderer erreichen ihren Hafen

Es scheint eine gefühlte Ewigkeit her zu sein, seit sich Kell Maresh und Delilah Bard das erste Mal begegnet sind. Sie eine begabte Diebin, er der Ziehsohn eines Königs. Nach ihrem gemeinsamen Kampf gegen die Dane-Zwillinge und ihrem neuerlichen Aufeinandertreffen auf dem “Essen Tasch”, dem magischen Turnier, mündet ihrer beider Abenteuer nun im großen Finale: Dem Kampf gegen die pure Magie, die sie nur mithilfe ihrer neuen Weggefährten bezwingen können. Die gesponnenen Fäden der vorangegangen Bände, werden in diesem letzten Band mehr oder weniger geschickt miteinander verbunden. Es funktioniert, aber hätte deutlich besser gelöst werden können. Das Nebeneinander des Kampfes gegen Osaron und der Politik des Reiches, wirkt nicht vollkommen stimmig und es gelingt der Autorin nicht vollständig, die Handlungsstränge so miteinander zu verknüpfen, dass es wirklich rund wird. Am Ende erhält man aber ein durchaus zufriedenstellendes Ergebnis und kann die Weltenwanderer getrost ihrer Wege ziehen lassen.

Ich kann es nicht anders sagen: Ich bin froh, dass die Reihe zu Ende ist. Den dritten Band hätte man gut und gerne um 200 Seiten kürzen können. Die Handlung verstrickt sich in unnötigen Nebenschauplätzen und man vergisst fast, dass Osaron im Roten London versucht, die Macht an sich zu reißen. Das Buch strotzt vor Klischees, die ich in anderen Büchern schon besser umgesetzt, aber noch nie so geballt auf einem Haufen gesehen habe: Ein Handel, der einen Gefallen erfordert; mysteriöse Vergangenheiten; ein übermächtiger Gegner, gegen den nur ein seltenes Artefakt helfen kann; Verrat durch Verbündete; Nachbarreiche, die Krieg wollen. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, wieso überhaupt die Politik dieser Welt plötzlich eine Rolle spielt. Es wirkt deplatziert und die Geschichte liest sich wie Zwei in Einer. Holland sollte wohl in diesem Band interessant durch seine Vergangenheit werden. Mich haben die extra Kapitel, die ausschließlich dieser gewidmet werden, schlichtweg gelangweilt. Generell bleiben die Figuren auch nach drei Bänden blass und irgendwie lieblos charakterisiert. Es werden ein Haufen Nebenfiguren eingeführt, die offenbar nur als Kanonenfutter für Osaron und Piratenüberfälle dienen. Die Kombination Kell und Lila ist nervtötend. Einzig positiv war für mich das Piratenfeeling, das man durch die Artefakt-Suche bekommt sowie die Antari-Binderinge. Die Idee gefiel mir durchaus gut und das war auch das Einzige, das bei mir überhaupt eine Emotion auslösen konnte. Es klingt hart, aber ich habe das Buch zum Einschlafen gelesen. Einzig die letzten knapp 50 Seiten waren relativ spannend zu lesen. Ich denke, wenn man mit den Charakteren warm geworden ist und diese in sein Herz schließen konnte, dass man die Reihe dann durchaus mögen kann. Ich mag bis auf Alucard und Rhy, keine der Figuren. Deswegen kann ich über die in die Länge gezogene und wenig innovative Story kaum hinwegsehen. Es wollte einfach keine Spannung aufkommen. Da war das “Essen Tasch” des vorherigen Bandes noch der Höhepunkt. Keine Reihe, die ich noch einmal lesen werde.

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Prinzessin Blaubeere

Prinzessin Blaubeere studiert aktuell noch Geschichte im Hauptfach, möchte aber nach ihrem Abschluss Polizistin werden und schwitzt deshalb seit Neuestem im Fitnesstudio, in das sie ihr Einhorn Kurt (Cobain), das sie sich schon lange vor dem großen Boom angeschafft hat, leider nicht mitnehmen darf. Sie liest überwiegend Fantasy und suchtet allerhand Filme und Serien mit den unterschiedlichsten Themen - Zombies und Rosamunde-Pilcher-Kitsch dabei am unbeliebtesten. Darüber hinaus schreibt sie gerade selbst an einem Fantasyroman, in dem natürlich auch ein Einhorn vorkommt.

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MadameMelli
Redakteur

200 oder gar mehr Seiten weniger hätten dem Abschlussband definitiv gut getan. Es wurde wirklich durch die unsinnigen Nebenhandlungen künstlich in die Länge gezogen – wenn die Ideen da wenigstens spannend gewesen wären, aber du hast es schon gut formuliert: Es ist ein Haufen Klischees. Die Autorin schrieb irgendwann dieses oder letztes Jahr auf Twitter, dass sie die Geschichten schreibt, die sie lesen wollen würde, nicht die jemand von ihr erwartet. Sorry, aber da hat sie keine hohen Ansprüche an ihr Leseverhalten, wenn sie auf solche flachen Storys steht. Der Versuch, den Charakteren Tiefe zu geben, hat nur bedingt funktioniert, obwohl ich Hollands Vergangenheit einen netten Zusatz fand. Überflüssig wirkte er trotzdem, denn dafür, dass er zwischendurch immer gejammert hat, wie furchtbar sein Weg war, kam es nicht wirklich furchtbar herüber, da fehlte mal wieder das Zeigen anstatt zu Erzählen. Und boah, kein Satz hat mich je so aufgeregt wie “Stay with me” (im Deutschen dann “Bleib bei mir”?)! Ich glaub, der kam 100 Mal in diesem Handlungskaugummi vor und ich habe nach dem dritten Mal schon mit den Augen gerollt.

Spoiler
UND DANN BLEIBT AUCH NOCH JEDER DA! Ey, die Autorin hat nicht mal den Mut, wichtige Charaktere abkratzen zu lassen, wenn es für die Handlung sinnvoll wäre und da hätte es einige Situationen gegeben.

Es war einfach sterbenslangweilig, unglaublich vorhersehbar und nicht mal das Glück und Leid der Charas konnte mich überzeugen, dafür bekamen sie zu spät Tiefe, wie so ein Nachschub “Ach guckt mal, die haben auch noch ein paar Eigenschaften”. Es gab ein paar nette Szenen, die Beschreibung der Mutter, wie sie hört fand ich eigentlich ganz cool, aber ansonsten? Nach ein paar Wochen Abstand bekommt der Abschlussband nur noch 1 Stern von mir und ich bin froh, die Bücher direkt an Oxfam gespendet zu haben!