MPD-Psycho

Lesezeit: 4 Minuten

Die meisten Menschen wissen, wer sie sind. Doch ist das immer der Fall? Im umstrittenen Manga MPD-Psycho von Eiji Otsuka und Sho-u Tajima glaubten der Polizeibeamte Yosuke Kobayashi und seine Mitmenschen zu wissen, wer er ist. Aber nach einem Vorfall sind bei ihm mehrere Persönlichkeiten zum Vorschein gekommen, darunter auch der psychopathische Shinji Nishizono. Der US-Verlag Dark Horse begann den Titel ab 2007 zu veröffentlichen, trotz der grotesk und zugleich kunstvoll anmutenden Gewaltdarstellung, die einen anderen Verlag zum Rückzug zwang. Seit 2014 pausiert der Manga allerdings, bei unseren französischen und italienischen Nachbarn erschien er hingegen komplett.

 

Der Polizeibeamte Yosuke Kobayashi hat beunruhigende Träume, die ihn als Mörder zeigten oder zumindest jemanden, der so aussieht wie er. Seine Freundin Chizuko schiebt diese auf seinen aktuellen Fall, da ständig neue verstümmelte Leichen auftauchen. Deshalb muss er auch seine Verabredung mit ihr abbrechen, da es eine weitere Tote gibt. Am Fundort angekommen, findet Yosuke den Kopf der armen Frau im Baum hängen, während ihr Körper nackt und ohne Arme direkt darunter liegt und sie ihn quasi anstarrt. Währenddessen freut sich der Täter über jede Aufmerksamkeit, die seinen Morden geschenkt wird. Weshalb er gezielt nach der Pressekonferenz der Polizei Ausschau hält, in der er ebenso Yosuke erspäht. Eine Woche später wartet der Polizist auf eine Nachricht von seiner Freundin, doch er ahnt nicht, dass diese lebend, aber ohne Arme und Beine, in einer Kühlbox an ihn geliefert wird.

Yosuke Kobayashi ist verschwunden

Originaltitel Tajuu Jinkaku Tantei Saiko
Jahr 1997 – 2016
Band 1 / 24
Genre Horror, Mystery
Autor Eiji Otsuka
Mangaka Sho-u Tajima
Verlag Dark Horse (US)

Yosuke wird vor Gericht zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt, denn er ist losgezogen und hat den Täter erschossen, zumindest scheint es so. In Wahrheit betätigte Shinji Nishizono den Abzug, während Kazuhiko Amamiya ihn aufhalten wollte. Letzterer übernimmt danach auch den Körper, nachdem Yosukes Persönlichkeit scheinbar verschwunden ist. Allerdings glaubt das natürlich niemand, außer der Kriminologin Machi Isono, die Kazuhiko sogar während seines Gefängnisaufenthaltes besucht und ihn nach seiner Meinung bei schwierigen Fällen fragt. Doch damit ist bald Schluss, er wird bald entlassen und sie hängt ihren Job an den Nagel. Allerdings gründet sie ein privates Kriminallabor und weiß, wen sie zuerst anstellen will: Kazuhiko Amamiya.

Barcode im Augapfel und der geheimnisvolle Lucy Monostone

Eines wird in MPD-Psycho klar: Psychopathen gibt es hier mehr als genug. Scheinbar haben alle einen Barcode im linken Augapfel. Eine davon ist eine junge Sekretärin, die einem sehr interessanten Ernährungsplan folgt. Sie verträgt weder Rind noch Schwein, daher greift sie zu einem eher ungewöhnlichen Ersatz. Sie tötet Menschen und schneidet die besten Stücke Fleisch heraus, um sie dann zu verzehren. Ein weiterer Kandidat züchtet Orchideen, allerdings verwendet er hierfür keine normalen Blumentöpfe. Sondern er benutzt Frauen dafür, er entfernt ihnen die Schädeldecke und pflanzt dann die Blumen ins Gehirn. Da verwundert es einen nicht, dass auch der Protagonist einen Barcode in seinem linken Auge besitzt. Ebenso wirft die Verbindung zum toten Musiker und Terroristen Lucy Monostone Fragen auf. Denn Suguru Ueno, der hinter den Blumenkindern steckt, bewundert diesen Mann, und er kennt Kiyoshi Murata, eine weitere Persönlichkeit des Protagonisten.

Erster Eindruck

MPD-Psycho ist definitiv nichts für schwache Nerven, denn die bizarren Darstellungen wie die menschlichen Blumentöpfe oder die verstümmelte Freundin des Protagonisten könnten so den einen oder anderen etwas verschrecken. Allerdings ist es genau das, was diesen Titel mit ausmacht und den Leser fasziniert oder anekelt. Ich gehöre zur ersten Kategorie, aber nicht nur die grafische Darstellung finde ich ansprechend, sondern ebenso die Geschichte. Denn diese bietet bereits im ersten Band mehr als genug Potenzial, um keine Langeweile aufkommen zu lassen. Der Zeichenstil von Sho-u Tajima gefällt mir sehr, auch wenn ich nicht genau sagen, warum das der Fall ist. Eiji Otsuka ist ein weiterer Grund für mich, warum der Manga für mich interessant ist. Denn der Autor ist ebenso für The Kurosagi Corpse Delivery Service verantwortlich und beide Werke hängen zusammen, da sie mit Tooru Sasayama einen gemeinsamen Nebencharakter haben. Weshalb es sinnvoll ist, wenn man beide Titel liest, auch wenn es kein Muss darstellt. Empfehlenswert sind sie allemal, wenn man nicht zur zartbesaiteten Sorte gehört.

© Kadokawa Shoten

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Taria

Taria arbeitet seit einigen Jahren für einen großen Automobilzulieferer in der Produktion. Abseits von der Arbeit beschäftigt sie sich in ihrer Freizeit vor allem mit Manga, Animes und Videospielen, in diesen Bereichen hat sie genretechnisch einen sehr breiten Geschmack bewiesen. Weiterhin sammelt sie gerne Figuren und anderes Merchandise von den Serien Gintama und JoJo's Bizarre Adventures.

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