Arte

Wer kennt nicht die großen italienischen Meister der Renaissance? Da gibt es Leonardo da Vinci oder Michelangelo und noch weitere Kunstschulen. Alle wetteifern, um neue Aufträge und auch die junge Arte möchte als Lehrling ihren Traum wahr werden lassen und Malerin werden. Doch das ist nicht so leicht, wie sie sich vorgestellt hat. Sie muss gegen viele Vorurteile kämpfen, um ihr Ziel zu erreichen. Ihre Geschichte wird in dem Manga Arte von Kei Ohkubo erzählt. Die Abenteuer von Arte kann man seit Mai 2020 erwerben.

 

Florenz, Anfang des 16. Jahrhunderts. Die Stadt ist voll von Kunsthandwerksstätten und die Kultur befindet sich auf ihren Weg zum Höhepunkt. Es ist die Zeit der Renaissance. Die junge Adlige Arte Spaletti wächst behütet in ihrer Familie auf und dank ihres Vaters bekommt sie auch Zeichenunterricht. Die junge Frau liebt nichts mehr als zu zeichnen und zu malen, doch nach dem Tod des Vaters übernimmt ihre Mutter die Erziehung und diese ist von Artes Leidenschaft gar nicht begeistert. Statt zu zeichnen soll Arte nun endlich verheiratet werden und mit ihren Flausen aufhören. Doch Arte lässt sich nicht unterkriegen. Für ihren Traum als Malerin in einer Kunsthandwerksstatt zu arbeiten, verlässt sie ihre Mutter und beginnt mit der Suche nach einem Meister, der sie als Lehrling aufnimmt. Doch die Suche gestaltet sich nicht leicht, denn Frauen haben zu dieser Zeit kein Recht einem Handwerk nachzugehen und Arte wird nur abgelehnt. Doch sie lässt sich nicht unterkriegen und findet schließlich einen Meister, der sie aufnimmt. Damit kann ihre Ausbildung beginnen.

Als Frau ist es nicht leicht

Originaltitel Arte
Jahr 2013
Band 1 / ?
Genre Historie
Mangaka Kei Ohkubo
Verlag Carlsen Manga
Veröffentlichung: 26. Mai 2020

Kei Ohkubo nimmt den Lesenden mit auf Artes schweren Weg nach Anerkennung und Gleichberechtigung. Schon von Anfang an hat es die junge Frau nicht leicht. Für ihre Mutter ist eine Hochzeit das Höchste, was eine Frau erreichen kann. Deshalb wird Arte schon von Anfang an in den scheinbar wichtigsten Fähigkeiten einer Frau unterrichtet. Dazu gehören natürlich nähen, sticken und dem Ehemann zu versorgen. Doch Arte möchte nicht dieses Leben führen. Sie will lieber in Armut leben und etwas tun, was sie liebt, als die brave Ehefrau im eigenen Heim zu sein. Mit dieser modernen Einstellung wagt sie einen sehr mutigen Schritt für die damalige Zeit und sagt sich von ihrer Familie los. Sie schneidet sich sogar ihre Haare ab, um zu zeigen, dass sie sich nicht anpasst. Trotzdem hat sie immer und immer wieder mit Ablehnung zu kämpfen. Frauen dürfen nicht ein Handwerk erlernen, Frauen sollten kein Holz kaufen und sich selbst etwas zimmern.

Wut und Freude

In Artes Charakter stecken sehr viele Emotionen. Sie ist zum einen sehr fröhlich und versucht stets ihr bestes zu geben, aber es gibt auch Situationen, in welchen Artes andere Charakterseite zum Vorschein kommt. In Arte steckt sehr viel Wut. Damit wird ein Tabuthema angesprochen, denn Frauen sollten keine Wut zeigen – in der Renaissance nicht und heute auch nicht. Arte unterdrückt ihre Wut ebenso oft wie ihre Tränen, aber manchmal kommt sie doch zum Vorschein. Beispielsweise, wenn sie sich die Haare abschneidet, um zu beweisen, dass sie als Frau nicht nur auf ihr Äußerliches zu reduzieren ist. Oft wird die Wut der jungen Frau ihr Antrieb, denn nur so schafft sie die unmögliche Aufgabe, die ihr der Malermeister Leon gestellt hat, und wird somit sein Lehrling. Arte erkämpft sich ihren Platz in der Welt und macht deutlich, dass sie für sich selbst einstehen möchte und nicht mehr auf Andere angewiesen sein will. Damit eckt sie an und beeindruckt – nicht nur Meister Leon, sondern auch andere Menschen in ihrem Umfeld.

Detailliert und historisch

Besonders eindrucksvoll ist an Arte Kei Ohkubos Zeichenstil. Die Mangaka zeichnet vollkommen detailgenau die Stadt Florenz. Damit wird die Stadt nicht nur Kulisse, sondern auch Akteur des Titels. Die Stadt lebt und ist von Kunst durchzogen und das wird durch den feinen Zeichenstil nochmals deutlich. Auch hält sich Ohkubo sehr an die historischen Fakten. So gehen Arte und ihr Meister Leon während des Karnevals zu einer Obduktion, damit Arte lernt, einen Menschen genau zu zeichnen. Eben diese Situation gab es im echten Florenz des 16. Jahrhunderts auch. Auch die Maltechniken, die damals verwendet wurden, werden ebenso genau erklärt. So lernt der Lesende nebenbei auch etwas über die Renaissance in Italien – ohne dass es zu aufdringlich wird.

Erster Eindruck

Ich halte Arte für einen wunderbaren Manga-Titel. Ich liebe den Zeichenstil von Kei Ohkubo, denn ich war selbst einmal in Florenz und konnte mehrere markante Gebäude wiedererkennen. Außerdem kann ich mich gut in den schönen Zeichnungen verlieren. Auch die Geschichte rund um Arte begeistert mich. Ich mag Artes Charakter: Sie ist eine starke Frau, die unbedingt ihren eigenen Weg gehen will und das in einer Zeit, in der sie es nicht leicht hat. Das imponiert mir sehr. Auch ist Leon einer meiner Lieblingscharaktere (und ich habe das Gefühl, dass Leon vielleicht an Leonardo da Vinci angelehnt ist, was ich eine sehr interessante Idee finde).

© Carlsen Manga


Im Handel erhältlich:

 

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Ivy

Wenn Ivy nicht gerade ihre Zeit in der Hochschule verbringt, wo sie lernt sich im Informationsdschungel zurecht zu finden, verbringt sie ihre Zeit mit dem Horten von Büchern. Innerlich weiß sie, dass ihr in nächster Zeit der Platz für all ihre Neuerwerbungen ausgehen wird – trotzdem kann sie es nicht lassen, neue Funde mitzubringen. Sonst sind auch keine Mangas oder Comics vor ihr sicher, da doch alles irgendwo noch einen Platz finden wird. Sonst hat sie eine große Schwäche für gute und besondere Geschichten, Eulen und Schildkröten in jeder Form und Merchandise von "Gintama". Wenn sie mal keine Bücher kauft und liest, schreibt sie selbst.

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1 Kommentar
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Taria
2. August 2020 20:22

Arte ist wirklich ein sehr interessanter Titel, den ich schon vorher dem dt. Release kannte und eigentlich nicht damit gerechnet habe, dass ich ihn mal auf deutsch lesen können würde. Denn Geschichte und Kunst sind eher Themen, die sich auf dem Markt etwas schwer tun. Daher hoffe ich, dass die Serie gut bei der deutschen Leserschaft ankommt.