Star Trek: Picard (Folge 2×03)

Wie reist man in die Vergangenheit? Also ohne Zeitmaschine oder magisches Portal? Ganz einfach: ein Schleudermanöver bei Warp-Geschwindigkeit und im Gravitationsfeld eines Sterns. Star Trek-Fans der ersten Stunde wissen das. Das funktioniert allerdings nur, wenn man Mr. Spock dabei hat, der dabei einst die hochkomplizierten Berechnungen anstellte. Star Trek: Picard Staffel 2 reißt in Folge 3 ein weiteres altbekanntes Motiv an, um es unerwartet weiterzuentwickeln. Denn wer an Bord hat wohl die überragenden Fähigkeiten eines Mr. Spock? Die Lösung bringt so einige Komplikationen mit sich.

Inhaltsangabe

Picard und Crew hatten sich in letzter Sekunde von der Erde auf Rios’ Raumschiff gebeamt. Dummerweise hat sich der Diktatorinnen-Ehemann mit ein paar Schergen hinterher gebeamt. Raffi ballert ihn zwar weg, aber bei dem Scharmützel wird Elnor schwer verletzt. Und das Raumschiff ist unter Beschuss. Deshalb müssen sie das riskante Zeitsprung-Manöver aus den Tiefen des Star Trek-Kanons sofort ausführen, mit der Borg-Königin als Ersatz für Mr. Spock. Denn nur sie kann dafür sorgen, dass sie auch wirklich in der richtigen Zeit landen. Das Manöver gelingt, allerdings ist die Energieversorgung des Schiffes beeinträchtigt, die Borg-Königin ist komatös und auf der Krankenstation fallen die Geräte aus, die Elnor am Leben erhalten. Picard entscheidet sich, die minimalen Energiereserven für die Erweckung der Borg-Königin zu nutzen, was Elnor das Leben kostet. Raffi macht Picard bittere Vorwürfe. Aber da die Mission “Finde den Wächter, mache Qs Manipulation der Vergangenheit rückgängig” die vage Hoffnung birgt, mit der Zukunft auch Elnor zu retten, konzentriert sie sich auf die anstehenden Aufgaben. Mit Rios und Seven beamt sie sich auf die Erde, ins Los Angeles von 2024. Während Raffi und Seven zielstrebig und erfolgreich nach dem höchsten Punkt der Stadt suchen, um so ein Signal des mysteriösen Wächters ausfindig zu machen, purzelt Rios von einem Problem ins nächste und landet schließlich in Untersuchungshaft. Währenddessen überlegen Picard und Agnes, wie man die Borg-Königin wieder zu Bewusstsein bringen kann. Agnes schlägt eine psychische Verbindung vor, was Picard erst vehement ablehnt. Doch die Verbindung von Agnes’ Bewusstsein mit dem der Borg-Königin ist ein voller Erfolg: Agnes entgeht der drohenden Assimilation und kann der Borg-Königin, die entscheidenden Informationen stehlen, mit denen die Königin eigentlich Picard erpressen wollte: Wo findet man den Wächter? Und wann genau hat Q an der Vergangenheit herumgeschraubt?

I'd be safe and warm if I was in L.A

California Dreamin’? Ja, Pustekuchen. Natürlich wird dieser Sixties-Heuler angespielt, wenn Picards Crew im Los Angeles von 2024 landet. Aus der Zukunft betrachtet sieht L.A. wenig traumhaft aus. Neben dem Staunen der Zeitreisenden, dass hier noch so etwas wie “Geld” und “Fotos” gibt, stehen auch so einige bittere Bemerkungen von Raffi über das Ozonloch, die Umweltverschmutzung, die Widersprüche der Gesellschaft mit ihrem krassen Unterschieden zwischen arm und reich. Und Rios, der nicht auf, sondern neben einer Feuerleiter landet, macht die Erfahrung, wie es ist, wenn man ohne Geld und Papiere ärztliche Versorgung braucht und dabei nicht die Aufmerksamkeit von Behörden auf sich ziehen möchte. Da geht es dem Zeitreisenden aus der Zukunft nicht anders als irgendeinem anderen Einwanderer. Zumal wenn sowohl der Raumschiffpilot aus der Zukunft als auch die Menschen ohne Aufenthaltsgenehmigung spanisch sprechen. Und so rutscht die Mission “Finde den Wächter, rette die Zukunft” plötzlich ganz weit in den Hintergrund, wenn es darum geht, lädierte Finger behandeln zu lassen, das beim Arzt weggeräumte Kommunikationsabzeichen zurückzubekommen und nicht im Knast zu landen.

Krass! Ich habe die Borg-Königin beklaut!

Die Borg waren in früheren Staffeln die ganz große Bedrohung. Wer in die Fänge dieser alles assimilierenden Kollektiv-Spezies geriet, kam nur mit schweren Traumata davon wieder los. So etwa Jean Luc Picard und Seven of Nine, die immer noch an ihren Erlebnissen zu knabbern haben. Nun ausgerechnet die (beinah) entmachtete Borg-Königin als unkalkulierbare Verbündete mit eigener Agenda an Bord zu haben ist für Star Trek schon eine heikle Situation allererster Kajüte. Aber je öfter das Monster auftritt, desdo unbedrohlicher wirkt es. Die jüngere Generation sieht das alles offenbar nicht mehr so verbissen. Ausgerechnet Agnes Jurati, unsicher, exzentrisch und liebenswert verpeilt, will es mit der Borg-Königin aufnehmen, wo Picard als gebranntes Kind zurückschreckt. “Assimilation” heißt die Folge und das ist eigentlich das, was Zuschauer mit Vorwissen erwarten würden, wenn ein vorwitziger Mensch mit dem Bewusstsein der Borg-Königin herumspielt. Aber Agnes lässt sich nicht ins Kollektiv-Bewusstsein saugen, sondern meistert souverän die Lage. Das ganze in einer zuckersüßen Szene, in der man jede Menge Einblicke in ihr Seelenleben bekommt. Wer Agnes schon in der ersten Staffel ins Herz geschlossen hat, kommt hier voll auf seine Kosten. 

Fazit

Eine Folge, in der viel passiert und sich die Handlung in gleich drei Stränge aufteilt. Schön, dass jeder davon auf seine Weise spannend ist: Der kleine Triumph von Seven und Raffi als verliebtem Paar. Rios’ Missgeschicke auf der Schmuddelseite des heutigen L.A. im Comedy-Modus. Aber Star der Folge ist eindeutig Agnes Jurati, die sich gegen die legendäre Superschurkin aus den Tiefen des Star Trek-Kanons bravourös behauptet. Eine Folge, die rundum Spaß macht. 

© Amazon Prime Video

wasabi

wasabi wohnt in einer Tube im Kühlschrank und kommt selten heraus.

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