Das Buch von Boba Fett (Folge 1×07)

Es ist soweit: Das Buch von Boba Fett erreicht mit Folge 7, »Für die Ehre«, sein Finale und beschließt die Geschichte von Boba mit der Gewissheit, dass es für die Serie kein nennenswertes Konzept gibt. Eine Finalfolge, die sicherlich gemischte Reaktionen hervorrufen wird.

Inhaltsangabe

Die Episode beginnt in Mos Espa. Boba und Fennec stehen in den Ruinen der zerbombten Cantina. Die Mods und Mando gesellen sich dazu und Mando teilt Boba mit, dass Cobb Vanth und seine Leute von Freetown im Kampf gegen die Pykes helfen werden. Ursprünglich wollte Boba die Stellung vom Palast aus halten. Da sich die Mods aber weigern, die Stadt zu verlassen, verbarrikadieren sich die Gruppe stattdessen in der Cantina. 

Währenddessen stattet Cad Bane dem Hauptsitz der Pykes in Mos Eisley einen Besuch ab. Er teilt mit, dass die Leute von Freetown ausgeschaltet seien und Boba nicht zur Hilfe kämen. Auch Bürgermeister Mok Shaiz ist anwesend und äußert sich besorgt über das mögliche Auftreten der Tusken, doch der Pyke-Boss versichert, dass auch diese alle tot seien – denn die Pykes sind die wahren Mörder von Bobas einstigem Tusken-Clan.
In Peli Mottos Hangar landet unterdessen völlig überraschend ein X-Flügler, gesteuert von R2. An Bord befindet sich außerdem Grogu. R2 fragt, wo Mando sei. Nicht hier, antwortet Peli und nimmt Grogu erst einmal bei sich auf.

In der Cantina weist Fennec Boba, Mando und den Majordomus, der ebenso anwesend ist, gerade in die aktuelle Lage ein, als draußen auf den Straßen Cad Bane auftaucht und im Namen der Pykes verhandeln will. Boba lehnt die Forderungen allesamt ab, selbst als Cad offenbart, dass er Cobb Vanth ausgeschaltet habe. Cad teilt Boba außerdem mit, dass es die Pykes gewesen seien, die die Tusken töteten. Nur die besonnene Fennec kann Boba davon abhalten, den ersten unbesonnenen Schuss abzugeben.

Nachdem Cad unverrichteter Dinge gegangen ist, meldet sich Drash, das Mädchen unter den Mods, über Comm. Die Einheimischen, allen voran die drei Verbrecherfamilien, haben ihr Versprechen, Boba gegenüber neutral zu bleiben, gebrochen und greifen an. Die Mods werden von den Aqualishanern beharkt, Krrsantan muss sich den Trandoshanern entgegen stellen und Bobas gamorreanische Wachen werden von den Klatooinianern in eine Schlucht geworfen. Es sieht schlecht aus für Boba. Er beauftragt Fennec, sich nach Mos Eisley zu begeben, um den Pyke-Boss zu konfrontieren. Währenddessen wird die Cantina vom pyke’schen Syndikat umzingelt. Nachdem der Majordomus vorgeschickt wird, um mit diplomatisch ausufernden Monologen Zeit zu schinden, eröffnen Boba und Mando mit ihren Jetpacks das Schlachtfeld.

Die Pykes sind zahlenmäßig überlegen, doch unverhofft kommt Hilfe in Form der Bürger von Freetown. Mithilfe von Krrsantan und den Überlebenden der Mods, gelingt es die Pykes zurückzudrängen. Doch schon kommt die nächste Herausforderung: zwei riesige Scorpenek-Annihilatordroiden mit Schutzschilden. Schon bald muss sich Bobas Truppe zurückziehen. Nachdem Boba Mando beauftragt hat, die anderen zu schützen, fliegt dieser von Dannen, um Verstärkung zu holen. Mando gibt unterdessen das Bauernopfer und versucht gerade, die Droiden abzulenken, als Peli Motto mit einer droidengesteuerten Rikscha vorbei schneit und ihm den Hintern rettet.

Zu Mandos Überraschung hat sie Grogu dabei: Mando und sein Knirps sind also wieder vereint. Doch die Wiedersehensfreude muss warten, denn die Droiden machen Stress. Bevor es allerdings zum Schlimmsten kommt, betritt Boba auf dem Rücken seiner Verstärkung, dem Rancor, das Feld. Gemeinsam – vor allem aber mithilfe Grogus neu entwickelter Jedi-Kräfte – können sie die Droiden niederstrecken. Doch dann tritt Cad Bane auf und versetzt den Rancor mit einem Flammenwerfer in Panik, der daraufhin Boba abwirft und brüllend davonstürzt. Es kommt zu einem nostalgischen Showdown zwischen den zwei Kopfgeldjägern, bei dem Boba beinahe den Kürzeren zieht. Doch Boba schafft es schließlich, Cad mit seinem Gaffi-Stab zu töten.
Der Rancor zieht unterdessen unkontrolliert und zerstörerisch durch die Stadt. Mando schafft es als Mandalorianer nicht, ihn zu zähmen, doch Grogu springt ein und versetzt den Rancor mit Jedi-Technik in einen tiefen Schlaf. Unterdessen ist Fennec in Mos Eisley angekommen und schaltet den Pyke-Boss und Mok Shaiz endgültig aus.
Ende gut, alles gut.

Später schlendern Fennec und Boba durch ein befreites Mos Espa. Das Volk ist dabei, die Schäden an den Häusern zu reparieren. Einige verbeugen sich vor Boba oder schenken ihm zum Dank Früchte. Krrsantan und die Mods stoßen zu ihnen und die Kamera lässt sie quatschend und lachend zurück.
Mando verlässt unterdessen mit seinem N1-Sternenjäger den Planeten. Im leeren Slot für den Astromech-Droiden hat es sich Grogu bequem gemacht.
Zuletzt sieht man, wie Cobb Vanth in Bobas Bacta-Tank liegt und der Modder, der zuvor in Folge 4 Fennecs Leben gerettet hat, seine Geräte vorbereitet.

Rodriguez kann's einfach

Für das Grande Finale von Das Buch von Boba Fett entschied man sich, niemand geringeres als Robert Rodriguez auf den Regiestuhl zu setzen – jenen Typen, der sich auch für die bislang schlechteste Folge der Serie verantwortlich zeigt (Folge 3, zur Erinnerung). Was folgt, ist eine Mischung aus Unlust und heterogenem Chaos. Erst einmal hat man sich mit den zwei Scorpenek-Droiden für die langweiligsten Finalgegner überhaupt entschieden. Droiden sind – wenn es sich nicht gerade um K-2SO oder IG-11 handelt – eher weniger für ihre spannende Präsenz bekannt. Dann die Action-Sequenzen, die nicht selten ziemlich absurd sind, gerade dann, wenn die Modder völlig unnötige Action-Drehungen à la Jason Bourne vollführen. Mando und Boba lässt man gute 30 Mal auf einen vom Dach fallenden Pyke schießen – und das nur der Desperado-Referenz wegen. Und auch wenn Boba mehr als einmal deklariert, dass man die Stadt unbedingt schützen müsse, so kommt er letzten Endes doch auf einem Rancor herein gepoltert, der sämtliche Gebäude niederreißt (freilich drückt man diesem dann noch eine King Kong-Referenz aufs Auge). Und mitten darin hat Regisseur Rodriguez die Kunst der Überblendung für sich entdeckt und probiert sich daran so dermaßen dilettantisch aus, dass die Schwarte kracht. Unerreicht bleibt aber der gemütlich ausleitende Kameraschwenk in die Ferne, während Verbrecherkönig Boba lachend mit seiner Gang in den Straßen abhängt – ein Ausklang wie bei einer ollen Sitcom. Fehlt nur noch die »Everywhere You Look«-Mucke aus Full House.

Auf der Suche nach interessanten Charakteren

Die Figur des Boba Fett bleibt ein eher enttäuschender Charakter, der herumirrt und stolpert und komplett unter dem Radar fliegt. Dass er mit seiner »Respekt«-Marotte überhaupt etwas gewuppt kriegt, hat er einzig und allein seiner rechten Hand Fennec zu verdanken, die sich nicht zu fein ist, den Bürgermeister aufzuhängen – natürlich respektvoll. Der Hauptcharakter weiß also nicht zu begeistern und schafft es nicht, das Publikum auf seine Seite zu ziehen, was das größte Problem darstellt. Das ist nicht einmal Temuera Morrisons Schuld, sondern liegt allein an der wirklich schlecht geschriebenen Rolle. Die ebenso uninteressanten Nebencharaktere sind da fast schon Nebensache – natürlicherweise – aber zusammen genommen bilden diese zwei Faktoren den Todesstoß für eine Serie. Wer zum Beispiel ist dieser Cad Bane, der Boba offenbar so gut kennt? Die Serie hält sich doch sonst nicht mit Rückblenden zurück, warum hat man also hier keine eingestreut? So aber bleibt Cad Bane für das Casual-Publikum einfach schrecklich irrelevant. Aber gut, offenbar ging es bei Das Buch von Boba Fett nie um Boba Fett oder Cad Bane, sondern einzig allein um die Reunion von Mando und Grogu. Okay.

Und immer wieder diese Inkonsequenz

Nach dem tränenreichen Abschied in Staffel 2 von The Mandalorian werden Grogu und Mando in Staffel 3 also wieder vereint sein. Das macht dahingehend Sinn, da Grogu der Hauptmagnet für das Casual-Publikum ist und man sich so diese große Zielgruppe sichern kann. Doch narrativ regt diese Entscheidung zum Grübeln an, demontiert sie doch das gewichtige Ende von Staffel 2. Das ist eine Tendenz, die schon in Disneys Sequel-Trilogie auffällt: Entscheidungen haben keine Konsequenzen. Ben Solo stirbt? Kein Ding, Rey belebt ihn wieder. Rey stirbt? Kein Ding, Ben belebt sie wieder. C-3PO wird formatiert? Kein Ding, R2 hat ein Back-Up. Und nun hier in diesem Falle: Cobb Vanth stirbt? Kein Ding, ab in den Bacta-Tank ihm. Grogu und Mando haben sich für immer Lebewohl gesagt? Kein Ding, zwei Mal schlafen und sie sind wieder vereint. Der ganze Lebenssinn der ersten zwei Mando-Staffeln ergab sich aus der Rückführung Grogus zu den Jedi – und das also nur, damit besagter Jedi Grogu im nächstbesten Spin-off wieder ziehen lässt? Und zwar alleine in einem X-Flügler direkt in die heiße Zone von Tatooine zu einer unbekannten Ingenieurin, die Jawas bumst? Okay.

Fazit

So begeistert ich am Anfang der Serie war, so desillusioniert bin ich zum Ende. Das ist nicht das Buch, sondern die Entmystifizierung von Boba Fett. Und daneben höchstens eine kleine Seite aus dem Buch des Mandalorianers, wenn wir mal ehrlich sind. Die finale Folge präsentiert sich recht charakterlos, zelebriert zu weiten Teilen sonntagmorgendliche A-Team-Action mit leichten Sitcom-Vibes zum Schluss. Unausgegoren, stellenweise dilettantisch und sogar irgendwie lieblos – was man fast schon über die Serie als Ganzes sagen könnte. Aber bevor ich mich profimäßig an das Gesamtreview setze, schlafe ich lieber noch einmal zwei Nächte darüber. Es macht sich nicht gut, mit frischen Negativ-Emotionen ans Werk zu gehen. Was ich aber derzeit sicher sagen kann: Boba Fett hat diese Serie nicht verdient.

© Disney

Totman Gehend

Totman ist Musiker, zockt in der Freizeit bevorzugt Indie-Games, Taktik-Shooter oder ganz was anderes und sammelt schöne Bücher. Größtes Laster: Red Bull. Lieblingsplatz im Netz: der 24/7 Music-Stream von Cryo Chamber auf YouTube.

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2 Comments
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Ayla
Redakteur
14. Februar 2022 15:16

Uff, das Finale war tatsächlich vor allem chaotisch und ja, selbst nach der letzten Folge hab ich das Gefühl, ich hätte hier alles gesehen, nur keine (gute) Serie über Boba Fett >.> Aber gut, bleiben wir erstmal bei der letzten Folge.

Ich finde es ja mega schade, dass man am Cliffhanger der letzten Folge nicht angesetzt hat (Grogus Entscheidung), sondern nur sieht, wie unser Baby Yoda bei Peli Motto landet … Aber ich frage mich sowieso noch immer, warum man die Storyline von Mando und Grogu nicht in die dritte Mandalorian-Staffel gelegt hat. Oder vielleicht ein Special dafür veröffentlicht. Klar, sie sind Publikumsmagneten, aber wir reden hier von einem Franchise, das seit mehr als 40 Jahren Menschen begeistert, da werden auch so genug einschalten ^^” Ich meine ich mochte die Story um Mando und Grogu am liebsten, aber eigentlich sollte das ja eine Serie um Boba Fett sein und nicht eine Zwischenstaffel für The Mandalorian.

Ansonsten waren die Actionszenen nicht unbedingt schlecht, aber mehr Quantität als Qualität und ja, als Boba mit dem Rancor die Stadt niedergerissen hat, dachte ich mir auch nur “WTF”. Das hat ja glatt Meme-Protenzial, wenn man ankündigt, die Stadt und die Menschen schützen zu wollen und dann auf so eine Idee kommt. Na ja, in Sachen Cad Bane fühle ich mich immer noch ratlos, da wären ein paar Rückblicke hilfreich gewesen. So hatte die ganze Konfrontation einfach null Effekt. Aber gut, wenn man Cad Bane bereits kennt, funktioniert das Ganze vielleicht zumindest einen Ticken besser.