Violet Evergarden (Folge 12)

Lesezeit: 4 Minuten

“Wir wurden betrogen. Ist es so falsch, alles zerstören zu wollen?” Rebellen greifen einen Friedenskonvoi an, der den Friedenspakt offiziell unterzeichnen soll. Violet ist noch auf dem Rückflug von Ctrigall, als sie einige ihrer Manöver sichtet. Mit Folge 12 geht Violet Evergarden in seinen Finalarc und es steht nicht weniger auf dem Spiel, als der mit viel Blut erkämpfte Frieden.

Der Frieden zwischen Nord und Süd soll offiziell unterzeichnet werden. Das muss um jeden Preis gewährleistet werden. Daher wird sogar Gilberts Bruder Diethardt aus der Marine dafür einbezogen. Der hat immer noch einen Hals auf Violet, die er nur als Kriegsmaschine betrachtet. Nach der Tragödie mit Aidan ist sich Violet nicht zu schade zu kämpfen, doch kämpfen und töten sind immer noch zwei Paar Schuhe.

Finalstimmung

Diese Folge ist der Auftakt eines Zweiteilers, mit dem die japanische TV bzw. die Netflix-Ausstrahlung enden wird. (Folge 14 ist eine exklusive Home Release-Folge.) Sie dockt direkt an die letzte Folge an Ctrigall an und in ihm kulminieren all die kleineren Fäden, die während der gesamten Serie aufgebaut wurden. Die lange angedeuteten Angehörigen der Antifriedensbewegung setzen zum Terroranschlag an. Violet stellt sich Diethardt im Angesichte des Schlachtfelds und macht ihre Entwicklung vom Hund in einen lebenden Menschen deutlich. Ihre alte Kampferfahrung zeigt sich dennoch nützlich. Sie weiß direkt, welche Informationen wesentlich sind und gibt diese weiter. Die Karte kann sie ebenfalls strategisch lesen und auf plötzliche Geschehnisse schnell reagieren.

Souverän und doch nicht unbesiegbar

Violet kann sich wehren, sowohl auf dem Schlachtfeld aber auch gegen Menschen wie Diethardt und selbst gegenüber ihren CH Post-Kollegen setzt sie klar ihre Prioritäten. Doch ihre neu gefunden Schwächen sickern gleichzeitig hervor. Diethardt, der ihr die Vorwürfe macht, die sie sich schon die ganze Zeit selbst machte. Der drohende Verlust von ihrem letzten materiellem Andenken an Gilbert. Aidan, den sie sie nicht retten konnte. Seine Mörder, die sie nicht wirklich verurteilen kann, denn sie war nicht wirklich besser. Violet leidet an ihrer posttraumatischen Belastungsstörung, doch geht es den rebellischen Soldaten nicht wirklich anders. Alles Gründe, die ihre sonst schnellen Reaktionen mit Zögern versehen, für die sie auch einsteckt.

Ich glaube ich bin angetan davon, wie sie diese Staffel abschließen wollen. Folge 9 wird mit einer visuell nicht besonders subtilen, aber doch ziemlich starken Metapher abgeschlossen, bei der Violet die Bedeutung ihres Namens, ihres neuen Berufes annimmt und emotional einen klaren Schritt vorwärts nimmt. Üblicherweise wäre damit dann eine Staffel beendet worden, aber hier geht es noch ein Stück weit um das Danach, bei dem Violets Entschluss und innerer Frieden auf die Probe gestellt werden. Violets Entschluss, keine Waffe in die Hand nehmen zu wollen und dafür im Kampf ein eindeutiges Handicap zu haben, gibt der Serie auch eine schöne Konsequenz in einer Folge, die ziemlich nüchtern und geerdet daherkommt. Ganz anders als in der Vorlage, wo Violet mit einer monströsen Axt zugange zu sein scheint, wenn man den allerersten Trailer so betrachtet, der Szenen der Light Novel noch direkt adaptiert. Auch hat sie schöne kleine Details zu bieten, wie Hopkins, der an Violet denkt, während er einer Vater Kind Szene beobachtet. Oder Diethardt mit seinen Schwierigkeiten, die Vergangenheit samt seiner Vorurteile Violet gegenüber abzulegen, obwohl sie letztlich wohl gar nicht so furchtbar verschieden sind. Beide kommen aus dem Krieg und beiden hat Gilberts Ableben zugesetzt. Nach der emotional aufgeladenen Szene ist es irgendwie doch sehr schade, dass Hopkins dem Zuschauer schon gespoilert hat, dass Gilbert lebt. Schön ist ansonsten auch, das Cattleya und Benedict etwas Screentime bekommen, wo ihnen schon keine eigene Charakterepisoden zugestanden wurden. Aber vielleicht wird der Fokus auf sie noch nachgeholt. Ein dritter “Gaiden” (Zusatz) Band zur Light Novel ist diese Tage erschienen, samt einer Ankündigung, dass das nächste Violet Evergarden Anime-Projekt bereits in Arbeit sei.

Zweite Meinung:

Die Folge ist in allen Aspekten so dämlich. Aber super Witz am Anfang, Violet hat auch Schwächen sagt er – welche, frage ich mich. Sie ist eine Kampfmaschine, sie bewegt und erreicht Menschen, scheint super schnell zu lernen, ist in ihrem Job die Beste und hat einen freien Willen. Gleichzeitig Argumentiert sie damit, dass sie nicht mehr töten will, wird fast getötet und riskiert, dass alle sterben. Oder sie sagt, sie sei kein Hündchen mehr, aber starrt das Amulett an, als wäre es ein Stöckchen. Die Szene hat auf der anderen Seite etwas von Superman, denn dieser der kniet auch so am Boden, wenn man ihm das grüne Kryptonit vor die Nase hält und sein Beruf hat zufällig auch mit dem Schreiben zu tun. Wie kommt Violet eigentlich aus dem Flugzeug so schnell zum Zug? Der Pilot sagt erst noch, es ginge nicht und plötzlich ist sie da. Vermutlich einfach gesprungen und das Stück geflogen… Ob nächste Folge Lex Luthor auftaucht?

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Luna

Luna residiert auf dem Mond mit ihren beiden Kaninchen. Als solche hat sie eine Faible für flauschige Langohren und ist auch nicht um die ein ums andere Mal etwas entrückte Sicht auf die Weltordnung verlegen. Im Bestreben, sich verständigt zu bekommen, vertreibt sie gerne die Zeit mit dem Lernen und Erproben verschiedener Sprachen und derer Ausdrucksformen.

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