The Good Place (Staffel 3)

Lesezeit: 4 Minuten

„Bing!“ The Good Place: Die Serie für Komödienfans und Hobby-Philosophen, die Kant, Plato, Kierkegaard und Co. auf Verständlich übersetzt haben wollen, beendete im Januar 2019 ihre nunmehr dritte Staffel. Neben einer wachsenden Fangemeinde erfreuen sich auch Kritiker mehr und mehr an der Serie über das Leben nach dem Tod. Den ersten Nominierungen für den Emmy im Vorjahr folgten 2019, welche für die Golden Globes, unter anderem als beste Comedy-Serie. Die Gelegenheit auf noch mehr Anerkennung wird sich auch weiterhin bieten, denn eine vierte Staffel ist bereits angekündigt – doch zuerst rückblickend zur dritten.

Nachdem sich Eleanor und ihre Mitverdammten im Guten Ort wähnten und diesen als Schlechten enttarnten, schlossen sie mit ihrem Tormentor Michael ein Zweckbündnis, das in Freundschaft und dem gemeinsamen Bestreben, Asyl im echten Guten Ort zu suchen, mündete. Die Richterin davon zu überzeugen, dass sie alle Guter Ort-Material sind, hat zwar nicht funktioniert, doch konnte Michael sie stattdessen zu etwas anderem überreden: einem Experiment.
Durch eine Intervention von Michael vor dem Tod gerettet, finden sich Eleanor, Chidi, Tahani und Jason lebendig auf der Erde wieder, als wäre ihr Leben nach dem Tod nie geschehen. Um eine Nahtoderfahrung reicher scheinen die vier tatsächlich Michaels These zu stützen und ihre zweite Chance zu nutzen, um bessere Menschen zu werden. Eleanor engagiert sich für die Umwelt, Chidi scheint seine krankhafte Unentschiedenheit zu überwinden und sucht praktische Anwendungen für seine moralische Philosophie, Tahani entsagt dem Materialismus und Jason der Verbrecherlaufbahn, um eine Tanzgruppe zu gründen. Doch die guten Vorsätze geraten schnell ins Wanken und da die vier wieder in ihre alten Verhaltensmuster verfallen, sehen sich Michael und Janet zu ein paar weiteren klitzekleinen Intervention genötigt, um die vier auch auf Erden zusammenzubringen. Nur gemeinsam haben sie es im Schlechten Ort geschafft, zu wachsen und bessere Menschen zu werden. Das Problem ist bloß, dass die Richterin eigentlich jegliche weitere Einmischung streng untersagt hat.

Jedes Drücken des Reset-Knopfes ist ein kleiner Mord

Originaltitel The Good Place
Jahr 2018
Land USA
Episoden 12 in Staffel 3
Genre Comedy, Fantasy
Cast Eleanor Shellstrop: Kristen Bell
Chidi Anagonye: William Jackson Harper
Tahani Al-Jamil: Jameela Jamil
Jason Mendoza: Manny Jacinto
Janet: D’Arcy Carden
Michael: Ted Danson
Shawn: Marc Evan Jackson

Es ist irgendwie tragisch, aber wie schon in Staffel 1 werden auch die Versionen von Eleanor, Chidi, Tahani und Jason, die wir in Staffel 2 kennengelernt haben, einfach wieder gelöscht und alle auf den Zeitpunkt ihres Todes zurückgesetzt. Dies birgt immerhin die Gelegenheit, dass sie sich erneut kennenlernen und da dies unter gänzlich neuen Umständen geschieht, wird es auch nicht langweilig. Neben philosophischen Fragen über Moral und aufkeimenden Romanzen stehen in Staffel 3 auch die weltlichen Leben und familiären Hintergründe des Quartetts im Vordergrund. So trifft Tahani auf ihre verhasste Künstler-Schwester, Jason auf seinen unväterlichen Vater und Eleanor muss feststellen, dass ihre Rabenmutter nicht so tot ist, wie sie dachte.

Kann es sein? Böse Dämonen, die mogeln?

Weiterhin ganz oben auf der Shit-Liste von Shawn und den restlichen Schlechter Ort-Dämonen bleibt es jedoch nicht bei dem Aufenthalt auf der Erde. Besonders in der zweiten Hälfte der Staffel jagen die vier Menschen, der Dämon und die Gute Janet durch andere bereits erwähnte Orte aus dem Nachleben, wie die Buchhaltung, Janets Nichts, das Interdimensionale Loch der Pfannkuchen und immerhin die Poststelle des Guten Orts. Was sie neben den dämonischen Verfolgern dabei antreibt, ist ein schlimmer Verdacht: Jemand könnte das Punktevergabesystem manipulieren, das regelt, wer in den Guten und wer in den Schlechten Ort kommt.

Go Team!

Auch wenn Kristen Bell (Die Eiskönigin: Völlig unverfroren) und Ted Danson (CSI: Vegas) die namhaften Stars der Serie sind, muss hervorgehoben werden, wie sehr The Good Place durch die Stärke des gesamten Casts mit jeder Staffel von neuem aufblüht. So bleibt es wahrscheinlich persönlichen Präferenzen geschuldet, wenn William Jackson Harper (Paterson) und seine Darstellung als Nervenbündel Chidi an dieser Stelle gesondert erwähnt wird, insbesondere dessen mit einer nihilistischen Chili-Kochaktionen verbundenen Nervenzusammenbruch in Staffel drei. Aber ohne Eleanors Asozialität, Tahanis Selbstzentriertheit, Jasons nervenaufreibende Begriffsstutzigkeit, Michaels schrullige Fürsorge und Janets selbstironische Allmacht würde immer ein wichtiges Stück fehlen, das die Serie so besonders macht. Schaffen es die Figuren in der Serie immer wieder sich gegenseitig zu helfen und besser zu werden, so schaffen es die Besetzung und das gesamte Produktionsteam dahinter genauso.

Fazit

The Good Place ist eine meiner absoluten Lieblingsserien. Auch wenn in dieser Staffel Comedyserien-übliche (und irgendwie ermüdende) Beziehungsgeschichten eine bedeutend stärkere Rolle spielen als zuvor, bleibt The Good Place erfrischend unvorhersehbar und positiv überraschend, sodass auch die Romanzenelemente in einem kreativen Rahmen stattfinden. Mal albern und absurd, mal komplett surreal durchgeknallt, der Humor der Serie verpackt die Behandlung der essenziellen Frage darüber, was es bedeutet ein guter Mensch zu sein, in ein unterhaltsames Gewand, regt dabei aber auch immer wieder zum Nachdenken an.

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Lyxa

Lyxa studiert aktuell das Fach Und-was-macht-man-damit in Mainz, liest viel, schreibt gerne und schaut sich viel und gerne allerlei Serien und Filme an, am liebsten Science-Fiction. Lyxa ist dabei besonders der Dunklen Seite der Macht verfallen, weil es dort die cooleren Outfits gibt.

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