Sturmhöhe – Wuthering Heights

Die Schriftstellerin Emily Brontë schrieb zwar nur ein Buch, aber dieser bleibt seit seiner Veröffentlichung im Jahr 1847 unvergessen. Es geht hierbei natürlich um den Roman Sturmhöhe. Dessen Liebesgeschichte erfreut sich enormer Beliebtheit, sodass sich immer wieder Filme- und Serienmacher an dem Stoff versuchen. Meistens wird nur ein Bruchteil der Geschichte umgesetzt, wie auch in dem italienischen TV-Zweiteiler Sturmhöhe – Wuthering Heights aus dem Jahr 2004. Unter der Regie von Fabrizio Costa (Tristan und Isolde – Ein Leben für die Ewigkeit) schlüpften die Darsteller Anita Caprioli (Heavenly Body) und Alessio Boni (Die besten Jahre) in die populären Rollen von Catherine und Heathcliff.

 

Die Geschichte spielt sich auf dem Landgut ”Wuthering Heights” ab, auf dem der Herr Earnshaw mit seinen Kindern Catherine und Ivory lebt. Eines Tages wird Earnshaw auf einer Reise nach Liverpool überfallen und von einem Zigeunerjungen gerettet. Earnshaw entscheidet das Findelkind bei sich aufzunehmen, denn es rettete sein Leben. Zudem nennt er den Jungen fortan Heathcliff, wie seinen zweiten verstorbenen Sohn. Es entsteht mit der Zeit ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen den beiden. Doch auch Catherine findet Gefallen an ihrem neuen Bruder. Aus der kindlichen Freundschaft entwickelt sich durch die Jahre eine tiefe Liebe. Dies entgeht Ivory nicht, der schon von Anfang an Neid und Hass gegenüber Heathcliff verspürt. Immer mehr zerstört er das Glück der Liebenden, nicht ohne Folgen …

Eine nie endende Liebe

Originaltitel Cime Tempestose
Jahr 2004
Land Italien
Episoden 2
Genre Drama, Romanze
Cast Heathcliff: Alessio Boni
Catherine: Anita Caprioli
Ivory: Franco Castellano
Edgar Linton: Juraj Rasla
Isabella: Winter Ave Zoli
Veröffentlichung: 15. Mai 2017

Die Handlung beginnt zunächst in der Gegenwart, denn ein Mann namens Lockwood verirrt sich im Moor. Auf der Suche nach einer Bleibe, landet er auf ”Wuthering Heights”, wo er die Haushälterin Hellen und den Herrn des Hauses Heathcliff antrifft. Doch schnell muss Lockwood feststellen, dass in dem Haus eine seltsame Atmosphäre herrscht. Zudem passiert ihm noch etwas viel Merkwürdigeres, denn er sieht den Geist von Catherine. Des Weiteren scheint Heathcliff dem Wahnsinn verfallen zu sein, denn er hat Catherines Tod nie überwunden. Seine Liebe zu ihr geht über den Tod hinaus, denn seit zehn Jahren weilt sie nicht mehr unter den Lebenden. Trotzdem sucht Heathcliff immer wieder nach seiner Liebsten. Lockwood lässt sich daraufhin von Hellen die tragische Liebesgeschichte von Catherine und Heathcliff erzählen, wodurch die Handlung dann größtenteils durch Rückblicke erzählt wird. So springt die Geschichte in die Vergangenheit vor mehr als 30 Jahren, als Catherine und Heathcliff noch Kinder waren.

Anfang einer brennenden Leidenschaft

Catherine und Heathcliff verbindet augenscheinlich eine Art Seelenverwandtschaft und beide leiden wenn sie voneinander getrennt sind. Wann immer es möglich ist, verbringen sie Zeit miteinander. Die Atmosphäre ändert sich jedoch schlagartig mit dem Tod des alten Earnshaw, denn dann erhält Ivory die Kontrolle über das Landgut. Ab diesem Zeitpunkt wird Catherine von ihrem Bruder herumkommandiert und Heathcliff wird zum Diener, der viele Demütigungen über sich ergehen lassen muss. Da Heathcliff aus der Armut stammt, kann er Catherine weder ein Haus noch sonst etwas Nennenswertes bieten. Im Testament des verstorbenen Earnshaw wurde er zwar bedacht, aber Ivory ließ das Schriftstück verschwinden. Catherine, die sich seit Kindertagen ein schönes Haus und Luxus wünscht, kann sich den Traum durch eine Heirat erfüllen, indem sie den wohlhabenden Mann Edgar Linton ehelicht. Dies kränkt Heathcliff noch mehr und er beschließt fortzugehen, um sich dann eines Tages seine Catherine zurückzuholen.

Rache stürzt alle ins Unglück

Heathcliff, der in der Vergangenheit unter Gewalt und zahlreichen Demütigungen zu leiden hatte, kehrt überraschend als reicher Mann zurück. Ein Wiedersehen mit Catherine steht da an oberster Stelle und die alte Liebe flammt erneut auf. Obwohl Catherine mit Edgar verheiratet ist, kann sie Heathcliff nicht vergessen. Nebenbei bekommt Ivory den Hass Heathcliffs zu spüren, denn dieser kennt seine Schwachstellen und nutzt diese voll und ganz für seine Rache aus. Auch Edgars Schwester Isabella wird in den ganzen Hass hineingezogen. So ist sie naiv und merkt nicht, dass Heathcliff sie nur für seine Rache benutzt. Die Eifersucht treibt Heathcliff zu immer mehr bösartigen Taten, was durchaus noch verständlich sein kann, da er nichts anderes im Leben hat, außer seiner Liebe zu Catherine. Die starken Empfindungen der zwei Liebenden spielen in diesem Werk eine wesentliche Rolle.

Tristheit und eine Menge Schnee

Insgesamt betrachtet spielt die Produktion durchgehend im Winter, was einen romantischen und kühlen, wenn auch gleichzeitig unrealistischen Eindruck hinterlässt. Immerhin geht es hierbei um lange Zeiträume, wodurch es seltsam herüberkommt, immer die gleiche Jahreszeit zu sehen. Denn in fast jeder Szene, die sich draußen abspielt, sind Schneelandschaften zu sehen. Zudem kommt noch etwas Wind hinzu, was für diese stürmische Ortschaft treffend ist. Für diese Art von Darstellung wurde die Mini-Serie über drei Monate in Tschechien und Cornwall gedreht. Die Dreharbeiten fanden bei -20 Grad und Windgeschwindigkeiten von bis zu 80km/h statt. Dem Regisseur Fabrizio Costa war es wichtig, die eisige wie wilde Landschaft der Grafschaft Yorkshire im 19. Jahrhundert wirklichkeitsgetreu abzubilden.

Eine weitere Verfilmung des Romans

Der Zweiteiler Sturmhöhe – Wuthering Heights widmet sich nur teilweise dem beliebten Roman. Dies liegt daran, dass die dritte Generation der Familien Earnshaw und Linton gar nicht erst beleuchtet wird. Dies wäre bei dem langsamen Pacing in zwei Folgen auch gar nicht möglich, wodurch ein paar Figuren ausgelassen und einige Handlungsabläufe geändert wurden. Dadurch wirken die Charaktere Catherine und Heathcliff etwas anders als in der Vorlage. Insbesondere Heathcliff ist im späteren Verlauf noch um einiges bösartiger, was hierin nicht im gleichen Ausmaß dargestellt wird. Des Weiteren wurden in der Verfilmung die Namen einiger Figuren geändert. Beispielsweise wurde Hindley zu Ivory und Ellen ”Nelly” zu Hellen umbenannt, was für Kenner des Romans nicht nachvollziehbar ist. Optisch macht die Serie durchaus etwas her. Manchmal sehen die Kostüme jedoch mehr italienisch als britisch aus. Bei der Wahl der Schauspieler wurde ein gutes Händchen bewiesen. Alessio Boni mit langem lockigem Haar passt perfekt auf die Rolle des wilden und unberechenbaren Mannes. Darstellerin Anita Caprioli macht ebenfalls als Catherine eine gute Figur. Juraj Rasla (Van Helsing) als Edgar Linton und Winter Ave Zoli (Bosch) als Isabella hinterlassen auch einen zufriedenstellenden Eindruck. Nur Ivory wirkt mit Franco Castellano (Gioco perverso) fehlbesetzt, denn da gibt es schon in anderen Adaptionen passendere Schauspieler und das nicht nur optisch.

Fazit

Die italienische Verfilmung Sturmhöhe – Wuthering Heights stellt sichtlich nicht die beste Umsetzung des Romans dar, denn es wurde schon inhaltlich eine Menge aus der Buchvorlage ausgelassen. Doch wenn man die Produktion unabhängig von der Vorlage betrachtet, dann lohnt sich diese definitiv. Allein schon wegen dem fabelhaften Alessio Boni als Heathcliff, den ich bisher als die beste Besetzung dieser faszinierenden Figur erachte. Aber auch Anita Caprioli als Catherine kann überzeugen. Auf jeden Fall beweist man hierin eine deutlich bessere Wahl beim Cast, als in einigen anderen Adaptionen von Sturmhöhe. Die Faszination für die Liebesgeschichte ist bei mir vorhanden, da sie die Kehrseiten der Liebe zeigt und dass Hass alles zerstören kann. Heathcliff stellt zudem keinen typischen romantischen Helden dar, da er eine gewisse Bösartigkeit mitbringt. Letztendlich würde ich die Mini-Serie allen empfehlen, die nach etwas ungewöhnlichen Romanzen suchen, in denen Hass, Eifersucht und Rache eine große Rolle spielen. Eingefleischte Fans der Buchvorlage werden mit dieser Verfilmung eher wenig Freude haben.

©  New KSM


Veröffentlichung: 15. Mai 2017

Alva Sangai

Alva Sangai beschäftigt sich in ihrer Freizeit gerne mit Medien verschiedenster Art. Egal, ob Serien, Filme, Anime oder Manga. Dabei spielt es keine Rolle aus welchem Land die Produktionen stammen, denn Alva ist da sehr weltoffen. Des Weiteren hört sie gerne Musik, schreibt Geschichten und zeichnet ab und zu. Ein Tee oder ein Cappuccino darf dabei natürlich nicht fehlen. Nebenbei beschäftigt sich Alva mit den vielen Funktionen von Clip Studio Paint EX, denn sie möchte sich in der Zukunft an einem Web-Comic versuchen. Der Name Alva Sangai setzt sich aus dem Vornamen der Protagonistin ihrer ersten längeren Geschichte, sowie ”Sangai”, Hirschen die nur in Manipur (Indien) zu finden sind, zusammen. Sangai spielt also auf ihre Bollywood-Artikel an.

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