Transformers

Bekanntlich lässt sich aus allem ein Film basteln. Ob nun der Game-Klassiker Schiffe versenken (Battleship), eine Freizeitparkattraktion (Fluch der Karibik) oder wie in diesem Fall das Lieblingsspielzeug aus der Kindheit: Transformers. Wobei Action-Regisseur Michael Bay (6 Underground) anfangs nicht angetan war von der Idee, die ihm Steven Spielberg (Ready Player One) 2005 unterbreitete, aus den bekannten und beliebten Spielfiguren von Hasbro einen Film zu drehen. Doch er änderte seine Meinung nach einem Besuch bei dem Hersteller. Gleichzeitig wollte er aber eine Geschichte für ein älteres Publikum drehen. Keine schlechte Idee. Schließlich waren viele der Kinder, die unter anderem mit den Transformers-TV-Serien aufwuchsen, mittlerweile Erwachsene. Wie sich der erste Teil der mittlerweile sechsteiligen (Nummer 7 befindet sich zum Zeitpunkt des Artikels in Produktion) Transformers-Filmreihe schlägt, oder ob die sich in Fahrzeuge verwandelnden Aliens lieber in die Schrottpresse sollten, verraten wir in unserer Inspektion.

 

Auf dem Planeten Cybertron gedieh dank des Energiewürfels Allsparks eine weiterentwickelte Zivilisation hochintelligenter Maschinenwesen. Doch es kam irgendwann zum Krieg, als der Anführer der Decepticons, Megatron, anfing, um die alleinige Macht zu kämpfen, was Optimus Prime nicht zulassen konnte. Der darauf folgende langjährige Konflikt zerstörte den Planeten und schleuderte den Energiekern ins Weltall. Seitdem suchen beide Parteien wie verrückt nach diesem.

Sam Witwicky (Shia LaBeouf, Herz aus Stahl) hat einen Traum. Ein eigenes Auto, mit dem er seiner Herzensdame Mikaela (Megan Fox, Teenage Mutant Ninja Turtles) endlich näher kommen kann. Seine Rechnung macht der 17-jährige jedoch ohne seinen geizigen Vater. Allerdings findet der Junge auf dem Parkplatz des Gebrauchtwagenhändlers einen schicken, alten Chevrolet Camaro, den er daraufhin sein Eigen nennen darf. Nicht ahnend, dass er sich damit ein Alien in den Garten stellt. Das ist kein Zufall. Sein neuer Freund Bumblebee hat es nämlich auf einen Gegenstand abgesehen, den Sam von seinem Urgroßvater vererbt bekam. Eine Brille, die den Aufenthaltsort des Allsparks verrät. Etwas, das auch die Gegenseite dank mehreren Angriffen auf das nationale Sicherheitssystem herausfand. Ein Wettlauf gegen die Zeit und um den Fortbestand der Menschheit entbrennt.

Bombastisches CGI-Actionspektakel …

Originaltitel Transformers
Jahr 2007
Land USA
Genre Action, Abenteuer, Science-Fiction
Regie Michael Bay
Cast Sam Witwicky: Shia LaBeouf
Mikaela Banes: Megan Fox
Captain William Lennox: Josh Duhamel
Sergeant Robert Epps: Tyrese Gibson
Maggie Madsen : Rachael Taylor
Glen Whitman: Anthony Anderson
John Keller: Jon Voight
Agent Seymour Simmons: John Turturro
Laufzeit 143 Minuten
FSK

Schon die Eröffnungsszene auf der US-Basis in Katar zeigt, dass Michael Bay in Transformers ein Action-Konzert erster Güte startet. Hier greift der als Helikopter getarnte Decepticons Blackout die Truppen an, um von einem Angriff auf das Sicherheitssystem abzulenken. Doch dieses kurze filmische Intermezzo ist nur der Beginn vieler weiterer Auseinandersetzungen, ob nun in Form des waffengewaltigen US-Militärs oder der wandelbaren Aliens. Dabei kommt vor allem deswegen keine Langeweile auf, weil Bay hier ein Händchen für die Länge der Konfrontationen beweist, da sich diese nicht in stundenlanges Herumplänkeln verlaufen. Außerdem spielt er geschickt mit dem, was die Transformers schon immer ausmachte: Ihre Verwandlungen. Ob Fahrzeug oder als zweibeiniger Kampfroboter — die Verwandlungen von einem ins andere sind das Highlight jedes Kampfes. Nicht nur fing das Kamerateam diese bildgewaltig ein, sondern sprühen sie vor Kreativität. Die CGI-Abteilung lässt sich hier schlicht nur ein Lob einschenken. Ebenso für Steve Jablonskys (Spenser Confidential) heroischen Soundtrack.

… im patriotischen Gewand

Doch wie bei jedem seiner Filme geizt Bay auch nicht mit dem amerikanischen Patriotismus. So fühlt sich der Film streckenweise wie ein überlanger Werbespot für die Kampfstreitmächte an, die hier mit allem um sich schießen dürfen, was sie auf Lager haben. Immerhin fügt sich das Story-Element Militär hier passend in die Geschichte ein, da der Feind auf der Suche nach Informationen das Geheimnetzwerk anzapft und das natürlich nicht unentdeckt bleibt. Mehrere Analyseteams werden daraufhin beauftragt herauszufinden, wer dahintersteckt und zum Glück benutzen einige hier ihren Verstand. Maggie Madsen (Rachael Taylor, ARQ) ist eine von ihnen, die Mut beweist, sich zum Beispiel dem Verteidigungsminister (Jon Voight, 24) zu stellen. Doch auch in Sachen Aliens gibt es Pluspunkte zu verteilen. Als Wesen auf einem fremden Planeten stellt sich natürlich zu Recht die Frage, warum sie die Menschen beschützen sollten, schließlich bekämpfen wir selbst bereits uns gegenseitig. Eine angemessene und unerwartet philosophische Frage.

Ein Loser und sein Auto

Zu den Story-Fäden Katar und Pentagon wickelt sich im Laufe einer mit Sam und seinem Auto hinzu. Insgesamt bietet Transformers also einiges und alles fügt sich auch harmonisch zusammen. Jedoch sollte niemand hier eine tiefgreifende, verzwickte oder gar überraschende Handlung erwarten. Schon bei den Figuren bleibt alles eher einfach. Sam ist der sympathische Loser, den die Mädchen links liegen lassen, der allerdings nicht auf den Mund gefallen ist. Einige seiner Kommentare sind sehr amüsant und auch seine Angebetete Mikaela ist mehr als nur eine sexy Augenweide, da sie praktischerweise viel von Autos versteht. Mit der sich aufbauenden Freundschaft von Sam und Bumblebee fügt sich sogar etwas sehr Herzliches in die sonst eher actionreiche Geschichte ein. Unglücklicherweise tauchen immer wieder dafür andere Charaktere auf, die eher in die Sparte Comic-Relief fallen. Fremdschämen ist bei diesen vorprogrammiert.

Vom Käfer zum Camaro — alte Bekannte im neuen Gewand

Wer mit den Transformers aufwuchs, wird natürlich feststellen, dass Bay und sein Team einiges an den Außerirdischen umänderten. Zum Leidwesen wurde so zum Beispiel aus dem gelben Käfer Bumblebee ein Chevrolet Camaro. Der Regisseur wollte damit vermeiden, dass Zuschauer Sams Beschützer mit Disneys Herbie verwechseln. Daher auch die Anspielung, als Bumblebee auf dem Parkplatz des Gebrauchtwagenhändlers neben seinem bekannteren Design steht. Bei anderen Figuren ist es hingegen nicht so schlimm, wenn sie in anderer Form auftauchen. So bei Starscream, der von einem F-15-Eagle zu einem F-22 Raptor wurde. Die Entscheidung, Megatron sich in einen futuristischen Jet verwandeln zu lassen, fügt sich storybedingt perfekt ein und natürlich verstecken sich auch einige Anspielungen auf die Zeichentrickserie in der Handlung. An die Fans wurde also gedacht! Schade nur, dass einige Beziehungen der Figuren aufgrund der Laufzeit nur angeschnitten werden, etwa das angespannte Verhältnis von Megatron und seiner rechten Hand Starscream, der selbst gerne Anführer wäre.

Fazit

Der erste Teil der Transformers-Filmreihe überzeugt in vielen Punkten. Mit Sam findet sich eine liebenswerte Figur, die in ein unglaubliches Abenteuer gerät und das nur, weil sein Großvater in der Arktis eine besondere Entdeckung machte. Zum Glück findet der Junge in Bumblebee einen Beschützer, der speziell mein Herz höher schlagen lässt. Als Kind war der gelbe Käfer meine Lieblingsfigur, daher bekomme ich immer etwas Gänsehaut, wenn sich dieser Sam das erste Mal in zweibeiniger Form vorstellt. Die Idee, dass der getarnte Camaro nur über das Radio sprechen kann, gefällt mir sehr. Und auch sonst baut sich eine schöne emotionale Bindung zwischen den beiden auf. Herzstück des Films sind natürlich die Kampfhandlungen. Ob nun Verfolgungsjagd, Schusswechsel oder der Kampf gegen einen Panzer — es wird nicht langweilig und das Schöne ist: es steigert sich alles im gesundem Maß bis zum beeindruckenden Finale in Mission City. Neben den gelungenen visuellen Eindrücken sagt mir der Soundtrack auch zu. Neben den packenden, emotionalen Instrumentalstücken fügen sich die Lieder bekannter Rockbands mit ein und sorgen für Abwechslung für die Ohren. Visuell beeindrucken vor allem die spektakulären Verwandlungen der Transformers. Das tröstet über die eher einfache Handlung hinweg. Nur bei dem einen oder anderen Charakter stört die Simplizität allerdings. Stichwort: Sector 7. Trotzdem besitzt Transformers insgesamt einen hohen Unterhaltungswert und eignet sich für einen Blockbuster-Abend zu Hause.

© Universal Pictures, Hasbro


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Aki

Aki verdient ihre Brötchen mit dem Buchverleihen und Wiedereintreiben und geht nie aus dem Haus ohne eine Kopfbedeckung. Wurde von ihren Eltern von klein auf zu einem Filmjunkie erzogen, liebt mittlerweile aber viele Formen des Geschichtenerzählens. Zu ihren anderen Hobbies gehören die Fotografie und das Zeichnen, egal ob auf Papier oder Leinwand. Sie besitzt eine ansehnliche Sammlung an Fuchsmerchandise und hat ihr Herz seit dem Lesen des Mangas "Kenshin" an Samurais verloren.

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