Sherlock Holmes’ größter Fall

Einer der wohl berühmtesten Detektive der Literatur- und Filmgeschichte ist ohne Frage Sherlock Holmes. Die von Arthur Conan Doyle geschaffene Figur verkörpert seit dem späten 19. Jahrhundert erfolgreich das Image des Meisterdetektiven. Mit mittlerweile über 50 Kurzgeschichten, vier Romanen und zahlreichen Filmadaptionen ist Sherlock Holmes aus dem Krimi-Genre nicht mehr wegzudenken. Stetig an seiner Seite ist dabei sein getreuer Begleiter Dr. Watson, mit dem er zusammen auch die dunkelsten Geheimnisse ans Tageslicht bringt. In dem aus dem Jahre 1965 stammenden Filmklassiker Sherlock Holmes’ größter Fall trifft der berühmte Detektiv auf die historische Kriminallegende Jack the Ripper.

Die Geschichte spielt im nebelverseuchten London des 19. Jahrhunderts und verzeichnet den grausamen Mord an fünf Prostituierten. Besonders hieran ist nicht nur, dass der Täter in einer sehr präzisen Weise seine Opfer aus dem Weg räumt, sondern zusätzlich bei der Londoner Polizei Scottland Yard weitere Morde spöttisch ankündigt. Im Verlauf der zahlreichen Morde erhält Sherlock Holmes (John Neville, Das Fünfte Element) von einer unbekannten Person ein Kästchen mit chirurgischen Instrumenten, bei dem ein großes Messer fehlt. Neugierig, was hinter der Sache steckt, machen sich Holmes und Watson (Donald Houston, Kampf der Titanen) auf die Spur von Jack the Ripper und geraten im Zuge ihrer Beweisführung in eine dramatische Familientragödie.

Originaltitel A Study in Terror
Jahr 1965
Land Großbritannien
Genre Mystery, Crime
Regie James Hill
Cast Sherlock Holmes: John Neville
Dr. Watson: Donald Houston
Edward Osborne / Lord Carfax: John Fraser
Doctor Murray: Anthony Quayle
Angela Osborne: Adrienne Corri
Inspector Lestrade: Frank Finlay
Sally Young: Judi Dench
Max Steiner: Peter Carsten
Laufzeit 95 Minuten
FSK

Das Phänomen Holmes

Betrachtet man den Werdegang des gewieften Detektiven, dann liegt bereits eine ganze Ära an literarischen und filmischen Werken hinter ihm. Begonnen hat alles 1886, als die fiktive Romanfigur erschaffen wurde. Im Jahr darauf wurde dann auch bereits das erste Werk über Sherlock Holmes mit dem Namen Eine Studie in Scharlachrot veröffentlicht. Die erste Verfilmung erfolgte dagegen erst 1903 und war ein 35-sekündiger Kurzfilm, der in Filmtheatern gespielt wurde, die spezielle Programme aus mehreren Kurzfilmen zeigten. Mit der Zeit nahmen die Darstellungen dann auch Farbe an und wurden zeitgemäßer. So kam es auch dazu, dass Sherlock Holmes den Guinness-Buch-Eintrag für die am häufigsten verkörperte Romanfigur auf der Leinwand hält.

…und Action!

Die Filme der 60er Jahre sind schon eine Klasse für sich. Dies zeigt sich auch an den darstellerischen Fähigkeiten der Schauspieler und der Atmosphäre des Films. Der Hauptdarsteller John Neville ist die Rolle des Sherlock Holmes vielleicht nicht auf den ersten Blick auf den Leib geschnitten, überzeugt aber dennoch mit Charme, einer Prise Hochmut und hohem physischen Einsatz, wie er bei Verfolgungsjagden oder Schlägereien zu beobachten ist. Natürlich ist alles immer eine Frage des Geschmacks, allerdings wirkt Donald Houston als Dr. Watson im Vergleich zur Hauptfigur um einiges farbloser und weniger präsent, bedenkt man, dass er eigentlich die rechte Hand der Superspürnase sein sollte. Nichtsdestotrotz ist das Zusammenspiel der Hauptdarsteller sowie des restlichen Casts im Gesamten sehr stimmig. Hinsichtlich des Spannungsbogens ist merklich ein stetiger Anstieg zu verzeichnen, denn ganz in Holmes- und Watson-Manie kommt immer wieder ein Teil des Puzzles zum Vorschein, welches dabei hilft, den Täter zu identifizieren. Es gibt eigentlich keinen Moment, in dem man das Gefühl bekommt, den Anschluss verloren zu haben, denn alles wirkt zusammenhängend und glaubwürdig, sodass die Geschichte um den Fall Jack the Ripper bestens mit dem Universum des Sherlock Holmes verknüpft wurde.

Blutige Angelegenheiten

Wer in Sherlock Holmes’ größter Fall Massen an blutigen Szenen oder wilde Verfolgungsjagden voller panischer Angstschreie erwartet, wird zwar auch davon etwas finden, allerdings in einem Rahmen, der heute sicherlich nicht mehr zeitgemäß und ausreichend ist. Auch mit dem Wandel der technischen Möglichkeiten kommen einem die implementierten Effekte doch eher karg vor. Im Hinterkopf sollte man aber ebenso beachten, dass die Möglichkeiten, eine schaurig-gruselige Atmosphäre zu schaffen, in früheren Zeiten eher begrenzt waren. Dennoch bringen etwa das nebeldurchflutete London und die schauspielerischen Fähigkeiten der Darsteller doch eine gewisse Grundstimmung hinein.

Jack the Ripper

Auch die Figur des Jack the Ripper fand in der Filmwelt seinen Platz. Seiner Zeit und auch noch bis heute gilt er als einer der verschwörungsreichsten Fälle in der Kriminalgeschichte. Da bot es sich doch an, diese beiden Größen auf rein fiktiver Ebene aufeinandertreffen zu lassen. Neben der Verfilmung von Sherlock Holmes größer Fall machen die zwei ebenso Bekanntschaft in dem Film Mord an der Themse, bei dem Holmes ebenso die Morde Jack the Rippers aufzuklären versucht. Die Geschichte um Jack the Ripper wurde dann noch in zahlreichen weiteren Medien wie z. B. Serien und Spiel thematisiert.

Fazit

Als großer Fan der Kunstfigur Sherlock Holmes verfolge ich natürlich mit Argusaugen, welche Adaptationen auf den Markt gebracht werden. Nicht mit allen bin ich zufrieden, aber man kann sagen, dass die größte Spürnase der Literatur in jedem Format eine gute Figur macht, egal ob Film, Serie oder Spielvariationen. Im Endeffekt ist es zu einem regelrechten Franchise geworden, welches man bis ins Allerletzte ausschlachten kann. Persönlich hängt mein Herz aber an den Verfilmungen der 60er Jahre, wie der benannte größte Fall von Sherlock Holmes gegen Jack the Ripper. Sherlock Holmes’ größter Fall ist düster-minimalistisch und doch gleichzeitig so wirkungsvoll und spannend. Filmliebhaber mit für ältere Filme, die sich nicht daran stören, dass alles nicht mit High-Class-Effekten übersät ist, wird sicherlich auf seine Kosten kommen.

© Koch Media

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Tellux

Mit der Arbeit als Physiotherapeut im Krankenhaus versucht Tellux, das doch sehr sitzlastige Geek-Dasein mit viel Bewegung zu kompensieren. In seiner Freizeit verbringt er am liebsten Zeit am Computer und spielt MMORPGs oder andere Rollenspiele. Auch an Handhelds (Nintendo DS + Switch) oder Konsolen (PS4) ist er durchaus anzutreffen. Musik spielt ebenfalls eine sehr zentrale Rolle, hierbei hört er am liebsten: Pop, EDM und Alternative-Music. Ansonsten verschlingt er auch Serien zu Genüge, auf ein Genre ist er nicht festgelegt.

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