13 Geister

Lesezeit: 4 Minuten

Steve Becks 13 Geister avancierte Anfang der 2000er zum Kulthorrorfilm. Pünktlich zum Halloweenfest 2001 kam die Neuverfilumg des ursprünglich 1960 erschienenen Das unheimliche Erbe in die deutschen Kinos. Filmkritiker fanden wenig Freude an der Geisterbahn, doch für die damalige Zeit waren die Trickeffekte durch und durch ein Hingucker. Der Film besteht im Endeffekt aus den klassischen Zutaten: Eine Familie, ein neues bzw. geerbtes Haus und eine aufgebrachte Geistersippe, die wenig Lust auf Menschen hat.

    

Der Geisterspezialist Cyrus Kriticos (F. Murray Abraham, Amadeus) hinterlässt seinem mittellosen Neffen Arthur (Tony Shalhoub, Men in Black II) nach seinem Tod ein Haus, welches dieser mit seiner Familie mitsamt Kindermädchen bezieht. Dieses Haus hat es in sich: Es wird von Geistern bewohnt, die Cyrus zu Lebzeiten einfangen konnte. Nicht nur, dass die High-Tech-Immobilie von Geistern bewohnt wird – auch ein Schatz scheint irgendwo versteckt zu sein. Durch eine Unachtsamkeit gerät kurz nach Einzug der Familie das Räderwerk der Architektur, die das neue Domizil zusammenhält, in Bewegung. Auf einmal verschieben sich Wände, Durchgänge öffnen sich und die neuen Besitzer werden immer tiefer in das mechanische Labyrinth geführt, wo sie bereits erwartet werden…

Effektvolles Geisterspektakel

Originaltitel Thirteen Ghosts
Jahr 2001
Land USA
Genre Horror
Regisseur Steve Beck
Cast Arthur Kriticos: Tony Shalhoub
Kalina Oretzia: Embeth Davidtz
Dennis Rafkin: Matthew Lillard
Kathy Kriticos: Shannon Elizabeth
Robert „Bobby“ Kriticos: Alec Roberts
Benjamin Moss: JR Bourne
Maggie Bess: Rah Digga
Cyrus Kriticos: F. Murray Abraham
Laufzeit 87 Minuten
FSK

Man sieht 13 Geister auf den ersten Blick an, dass der Film mit seinen Special Effects glänzt. Kein Wunder, immerhin verdiente der Regisseur Steve Beck seine Brötchen mit Effekten. Mit diesem Hintergrundwissen verwundert es kaum, dass sich die Geister auch Jahre später noch sehen lassen können. Nicht nur visuell, sondern auch hinsichtlich ihrer individuellen Details, denn die Geister sind nicht einfach nur Geister, sondern erwecken den Eindruck, in der Tat eine eigene Persönlichkeit zu besitzen. Von dieser sowie ihrer (Leidens-)Geschichte zeigen sie zwar nichts, dafür umso mehr von der blutrünstigen Seite und wenn der wildgewordene Schakal erst einmal auf seine Opfer losprescht, muss man schlucken.

Ungenutztes Potenzial

Abgesehen von seinen optischen Reizen schwächelt 13 Geister allerdings in so mancher Hinsicht. Die Hatz durch das Haus wird künstlich durch einige Nebenfiguren aufgefüllt, denen bereits “Bauernopfer” auf die Stirn geschrieben zu sein scheint. Somit lässt sich schnell ausmachen, wer das Finale des Films erreicht und wer nur existiert, um von wildgewordenen Geistern umgenietet zu werden. Hier kommt noch ein besonderer Clou ins Spiel: Die Figuren erkennen die Wesen nur mittels Spezialbrille. Jene Brille sorgt für die eine oder andere Szene, in der die Spielerei zu tragen kommt, doch das Potenzial dahinter bleibt weitgehend ungenutzt. Somit bleibt eine Hatz durch eine ungewöhnliche Kulisse, welche zwar stylisch ist, aber nicht unbedingt viel Komfort für ein Zuhause verspricht. Doch solange sich die Wände regelmäßig verschieben, soll dieser Umstand nicht weiter stören.

Bekannter, doch austauschbarer Cast

Der Rest der Geschichte ist vorhersehbar: Die Familie wird getrennt und findet während ihres Überlebenskampfes zwischen den Glaswänden wieder zusammen und die wandelnden Freaks geben alles, um sich von ihrer bizarrsten Seite zu zeigen. Dabei geht es brutaler zu, als es auf den ersten Blick erscheinen mag und so mancher Moment in bester Cube-Manier ist auch enthalten. Schauspielerisch ist der Film ohnehin unauffällig: Auch das Scary Movie-Häschen Shannon Elizabeth und das Scream-Urgestein Matthew Lillard haben nur wenige Szenen, die ihnen wirklich Schauspielkunst abfordern, wobei Matthew Lillard immerhin noch zwischen gewieftem Mehrwisser und durchgeknalltem Chaoten hin und her springen darf. Auch bei der Rapperin Rah Digga wirkten ihre Auftritte leider auch nur noch nachträglich in die Handlung geschrieben, um den Coolnessfaktor zu erhöhen.

Der Geisterknast ist für sich stehend eine tolle Idee und der Überlebenskampf innerhalb eines Glaspalastes wäre auch ohne die Geister bereits aufregend. Insofern ist es nur ärgerlich, dass aus dem Gimmick der Spezialbrillen nur wenig herausgeholt wird, um den Film eben noch einzigartiger zu gestalten. Wer allerdings Lust auf Geister mit ein wenig mehr (optischem) Profil hat, findet hier bestens aufgelegte Gruselgestalten. Der Rest ist pure Geschmackssache, doch als kurzweiliger Spaß funktioniert 13 Geister ohne Frage.

 

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Ayres

Ayres ist seit 2002 im Community Management tätig, seit einer Weile sogar beruflich. Er ist ein richtiger Horror- & Mystery-Junkie, liebt gute Point’n’Click-Adventures und ist Fighting Games nie abgeneigt. Besonders spannend findet er Psychologie, deshalb werden in seinem Wohnzimmer regelmäßig "Die Werwölfe von Düsterwald"-Abende veranstaltet. Sein teuerstes Hobby ist das Sammeln von Steelbooks. In seinem Besitz befinden sich mehr als 100 Blu-Ray Steelbooks aus aller Welt.

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