Die Legende von Korra: Die Ruinen des Imperiums (Band 1)

Lesezeit: 4 Minuten

Die Legende von Korra geht weiter, im Comic-Format. Nach Revierkämpfe startet mit Die Ruinen des Imperiums nun die zweite Reihe und legt ihren Fokus auf das Erdreich und deren Ex-Diktatorin Kuvira. Seit Mai 2019 von Dark Horse Books veröffentlicht, folgt die deutschsprachige Fassung Die Ruinen des Imperiums vom Cross Cult Verlag am 17. Juli 2019. Band 2 soll laut Ankündigung von Dark Horse dann am 29. Oktober 2019 folgen.

Republika spürt weiterhin die Nachwirkungen des Angriffs von Kuvira und ihrer Imperiumsarmee. Während der aufkeimende Konflikt um das durch den Kampf neu entstandene Geisterportal von Team Avatar beigelegt werden konnte, wird nun – drei Monate später – Kuvira selbst der Prozess gemacht. Diese hat sich zwar letztlich Avatar Korra ergeben und ihr erobertes Reich aufgegeben, zeigt sich bezüglich ihrer Kriegsverbrechen jedoch uneinsichtig und plädiert auf nicht-schuldig. Erdkönig Wu arbeitet indes daran, seine Monarchie wie geplant in eine Demokratie zu überführen. Ein innerhalb des Reichs nach wie vor umstrittenes Vorhaben, für das die ersten anstehenden Wahlen im Staat Gaoling der Prüfstein sein werden. Gerade dort hält sich jedoch mit Kommandant Guan und seinen Truppen ein letzter Teil des Erd-Imperiums auf, der sich nie offiziell ergeben hat. Da Wu befürchtet, dass Guan die Wahlen und damit auch den wackeligen Frieden im Erdkönigreich stören könnte, bittet er den Avatar um Hilfe. Diese sucht wiederum Rat bei Kuvira, um mehr über Guan zu erfahren und erhält von ihrer ehemaligen Gegnerin überraschend das Angebot, persönlich zu helfen und Guan zum Einlenken zu bewegen. Ein verlockendes Angebot, da sich so der Konflikt so womöglich friedlich lösen ließe.

Kuvira Origins

Originaltitel The Legend of Korra: Ruins of the Empire (Part One)
Jahr 2019
Land USA
Genre Fantasy, Steampunk
Autor Michael Dante DiMartino
Zeichner Michelle Wong
Verlag Cross Cult (2019)

Während Tokuga in Revierkämpfe als Bösewicht eher eindimensional dem Muster böser Typ mit bösem Aussehen folgt, kehrt mit Kuvira die letzte charismatische Antagonistin aus der TV-Serie zurück, hier jedoch (wieder) als Verbündete des Avatar. Die Ambivalenz der Figur von eigentlich guten Intentionen umgesetzt mit skrupellosen Mitteln führt sich fort und wird durch einige wenige Rückblicke in Kuviras Vergangenheit erweitert. Hier bleibt es noch bei kurzen Ansätzen, die sich im Laufe der Reihe hoffentlich zu einem tieferen Einblick in die Motivation von Kuvira verdichten. Der inhaltliche interessante Fokus auf Kuvira und das Erdreich hat jedoch auch seine Nachteile. So bleiben besonders Figuren aus der Sphäre der Windnation nur eine flüchtige Randerscheinung.

Less Bending more Talking

Es geht in dem Band um, na ja, Demokratie und Diplomatie und wenn man vernünftigerweise um die friedliche Lösung eines Konfliktes bemüht ist, fliegen den Akteuren auch nicht konstant die gebändigten Elemente um die Ohren. Tatsächlich ist der Actionanteil mit gerade einmal einem sehr kurzen Kampf in dem Band verschwindend gering. Insbesondere das martialische Cover mag etwas andere Erwartungen wecken als die inhaltlich tatsächlich gebotenen ausführlichen Besprechungen, unter anderem bei einem Saunabesuch. Da das Elementarbändigen der Comicstandbilder dem animierten Gegenpart nur bedingt gerecht wird, ist das aber vielleicht auch gar nicht schlecht. So bleibt neben handlungstragenden Szenen auch Platz für etwas Comic Relief mit König Wu, ein längst überfälliges Gespräch von Mako mit Bolin über dessen häufige Karrierewechsel (neuerdings ist er Assistent von Neu-Präsidentin Zhu Li Moon) oder für Asami, die ihre Vorbehalte über die Zusammenarbeit mit Kuvira thematisieren kann, welche ja immerhin Asamis Vater auf dem Gewissen hat.

Neuer Stil

Während Serienschöpfer Michael Dante DiMartino wieder das Skript liefert (diesmal in Beratung mit Co-Schöpfer Bryan Konietzko) und Killian Ng weiterhin für die Kolorierung zuständig ist, gab es am Zeichenstift einen Wechsel und Michelle Wong hat die bisherige Zeichnerin Irene Koh abgelöst. Das macht sich im Stil besonders in einer sehr viel klareren und festen Linienführung bemerkbar. Wirkten die flüssigeren Zeichnungen von Koh mit dem Fortlaufen der Serie teilweise abstrakt unförmig und irgendwie überhastet, erinnern die beständigeren Zeichnungen Wongs dagegen wieder mehr an den Stil der Animationsserie und überzeugen auch mit detailreichen Hintergründen.

Fazit

Besonders nach dem spektakulären Finale von Revierkämpfe wirkt der erste Band von Die Ruinen des Imperiums fast schon etwas zu ruhig. Das wird zwar durch mehr Zeit mit den Figuren wiedergutgemacht, jedoch bleibt der Band dadurch etwas unausgewogen. Auch ist es etwas seltsam, dass nach den Republika-Präsidentschaftswahlen in Revierkämpfe wieder eine demokratische Wahl die Handlung bestimmt, aber die Pflichten eines Avatars müssen da wohl mit der Zeit gehen. Was das Ende betrifft: Der Twist, dass Guan gar nicht mit Waffengewalt an die Macht will, sondern sich zur Wahl stellt, ist nicht schlecht. Militärs, die sich auf demokratischen Weg an die Spitze putschen wollen, sollte einem ja leider aus der deutschen Geschichte bekannt vorkommen, wobei Guan hier die Gehirnwäsche der Massen nicht nur rhetorisch betreibt. Interessant sollte dann wirklich Korras Idee werden, Toph als Gegenkandidaten aufzustellen. Sie a) davon zu überzeugen und sie b) im Wahlkampf zu sehen, dürfte sehr unterhaltsam werden.

© Cross Cult

Sharing is caring / Artikel teilen:
  •  
  •  
  •  

Lyxa

Lyxa studiert aktuell das Fach Und-was-macht-man-damit in Mainz, liest viel, schreibt gerne und schaut sich viel und gerne allerlei Serien und Filme an, am liebsten Science-Fiction. Lyxa ist dabei besonders der Dunklen Seite der Macht verfallen, weil es dort die cooleren Outfits gibt.

avatar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  Subscribe  
Benachrichtige mich zu: