JoJo’s Bizarre Adventure: Stardust Crusaders

Lesezeit: 7 Minuten

Die Familie Joestar kommt einfach nicht zur Ruhe, denn ein totgeglaubter Feind ist im wörtlichen Sinne wieder aufgetaucht. JoJo’s Bizarre Adventure: Stardust Crusaders ist der inhaltlich dritte Teil der Saga von Hirohiko Araki und die Fortsetzung von JoJo’s Bizarre Adventure aus 2012. Bereits 1992 wurd eine 13-teilige OVA veröffentlicht, deren erste sechs Episoden von 1993 bis 1994 und die restlichen sieben Folgen zwischen 2000 und 2002 veröffentlicht wurden. Doch die TV-Serie von 2014 setzt den Inhalt des Mangas originalgetreuer um als die frühere Adaption.

    

1983 wird eine vermeintliche Schatzkiste aus dem Meer geborgen, die ungefähr 100 Jahre zuvor dort versunken war. Die Schatzsucher ahnen also nichts Böses, als sie diese zu öffnen versuchen. Doch die Truhe ist von innen verriegelt und auf dem Schloss steht das Wort “DIO”. Da es bald dunkel wird, haben die Männer es besonders eilig. Einige Zeit später wird das Schiff gefunden, allerdings ist von den drei Schatzsuchern und dem Inhalt der Truhe keine Spur mehr vorhanden. Das Ereignis ist schnell vergessen, doch der inzwischen 65-jährige Joseph Joestar hat ein ungutes Gefühl bei der Sache. Vier Jahre später wird er Gewissheit haben, dass er damit richtig gelegen hat.

Dio ist zurück

Joseph Joestar macht sich auf den Weg nach Japan zu seiner Tochter Holy, da sein 17-jähriger Enkel Jotaro Kujoh ihr Probleme bereitet. Dieser meint von einem Geist besessen zu sein, weshalb er sich in eine Gefängniszelle gesperrt hat und sich weigert herauszukommen. Doch Joseph und sein Freund Mohammed Avdol machen dem jungen Mann klar, dass es sich hierbei um einen Stand (englische Aussprache) handelt. Diese besondere psychische Fähigkeit ist eine Manifestation des Kampfwillens seines Besitzers. Joseph macht mit seinem Stand Hermit Purple ein spirituelles Foto, welches Dio, dessen Kopf auf dem Körper von Jonathan sitzt, zeigt. Dies erzürnt Joseph, aber Jotaro beeindruckt das eher nicht. Dieser ist erst an Bord, nachdem ihn Noriaki Kakyoin, der von Dio kontrolliert wird, angreift, und seine Mutter Holy ebenso einen Stand entwickelt hat, der sie allerdings langsam umbringt. Dadurch motiviert, findet er mithilfe seines Stands Star Platinum und Avdol heraus, dass sich Dio aktuell in Ägypten aufhält.

Auf nach Ägypten

Originaltitel JoJo no Kimyo na Boken: Stardust Crusaders
Jahr 2014
Episoden 48 (in 2 Staffeln)
Genre Action, Abenteuer, Horror
Regisseur Naokatsu Tsuda, Toshiyuki Kato
Studio David Production

Da die Gruppe nun einen Anhaltspunkt hat, wo sich Dio aufhält, zögert sie keine Sekunde, sich in den nächstbesten Flieger zu setzen und auf den Weg zu machen. Was kann schon schief gehen, wenn man ein Zeitfenster von 50 Tagen hat bis Holy stirbt? Sehr viel, wenn ein feindlicher Standnutzer im selben Flugzeug ist. Denn auch Dio verfügt über die Fähigkeit von Hermit Purple und weiß daher, dass sich seine Gegner auf den Weg zu ihm machen wollen. Letztendlich muss das Flugzeug bei Hong Kong notlanden und die Gruppe beschließt, stattdessen den Seeweg zu nehmen. Vorher treffen sie auf den Franzosen Jean Pierre Polnareff, der sich zuerst als einfacher Tourist ausgibt, doch er gehört dank Fleischknospe zu Dio. Nach einem kurzen Kampf kann Jotaro diese aber wie bei Kakyoin entfernen. Nun steht ihnen ein weiterer Verbündeter bei, denn er vermutet unter Dios Leuten den Mörder seiner kleinen Schwester. Allerdings müssen sie sich erst durch das große Arkana der Standnutzer kämpfen.

Endlich am Ziel angekommen

Es war ein langer und beschwerlicher Weg, gepflastert mit Gegnern, die der Gruppe das Leben stellenweise zur Hölle gemacht haben. Doch mit dem Hund Iggy, der ebenso ein Standnutzer ist, bekommt die Gruppe einen weiteren Verbündeten, der jedoch sehr eigenwillig sein kann. Sie machen sich zusammen auf nach Kairo, denn dort hält sich Dio nach neuen Informationen auf. Aber es gibt keine Entwarnung, denn es warten bereits die nächsten Feinde auf sie und diese sind nochmal ein Stück ungemütlicher als ihre Vorgänger. Die D’Arby Brüder zeigen, dass es keine Stands mit hoher Kampfkraft braucht, um andere in die Enge zu treiben. Der Falke Petshop ist ein bösartiger Zeitgenosse, der alle tötet, die Dios Anwesen zu nahe kommen. Aber vor allem Vanilla Ice (umbenannt in Cool Ice) mit seinem Stand Cream zeigt sich als besonders harter Gegner, den es zu fürchten gilt. Er ist der letzte Standnutzer vor dem Kampf mit Dio. Der Vampir wartet hingegen schon auf seinen großen Auftritt.

Neue Fähigkeit: die Stands

Die Stands sind die Neuerung gegenüber den vorherigen Teilen “Phantom Blood” und “Battle Tendency” und ermöglichen eine Vielfalt unterschiedlicher Fähigkeiten für ihre Nutzer. Sie sind für normale Menschen in der Regel unsichtbar, was nicht bedeutet, dass die Leute die Auswirkungen nicht spüren können. Ein Stand kann nur von einem anderen Stand angegriffen werden. Stirbt allerdings dessen Nutzer verschwindet er in aller Regel, auch wenn es vereinzelte Ausnahmen gibt. Es existieren zudem mehrere Arten, die sich vor allem durch ihr Aussehen und ihre Beschaffenheit unterscheiden. Es wird hier zwischen natürlichen wie künstlichen Humanoiden und Nichthumanoiden unterschieden. Aber es gibt auch Stands, die in keine dieser vier Kategorien fallen, wie Tohth und Khnum. Jeder Stand hat zudem seine Stärken und Schwächen. Hierzu gibt es sogar Diagramme, die Zerstörungskraft, Geschwindigkeit, Präzision, Reichweite, Strapazierfähigkeit und Entwicklungspotenzial bewerten.

Theorien und Ungereimtheiten

In Stardust Crusaders gibt es einige Dinge, die den Zuschauer stutzen lassen. Eines davon ist die Tatsache, dass Dio in seinem Sarg war. Aber wie er da hinein gekommen ist, wird nicht erklärt. Eigentlich benutzte Erina diesen, als das Schiff damals versank, um vor den Explosionen sicher zu sein. Entweder hatte er, warum auch immer, einen zweiten Sarg, oder Erina hat ihn aus irgendwelchen Gründen gerettet. In den Light Novels Over Heaven, die als Dios Tagebuch geschrieben sind, und Jorge Joestar gibt es zwei Möglichkeiten, wie das abgelaufen sein könnte. Außerdem irritiert es, dass Dio Hermit Purple benutzen kann und auch seine Fähigkeit mit den Fleischknospen ist neu. Ursprünglich war geplant, dass The World sämtliche Fähigkeiten des großen Arkanas hat, doch das wurde verständlicherweise verworfen. Wer hätte ihn sonst noch aufhalten können? Eine weitere Theorie, die im Hinblick späterer Teile durchaus plausibel ist, wäre nämlich, dass Dio dieselben Fähigkeiten der Stands von der Joestar-Familie besitzt. Die Frage, wie er überhaupt an seinen Stand gekommen ist, wird erst in Diamond is Unbreakable und Golden Wind beantwortet. Gegen Ende kommt ein weiterer Punkt, der merkwürdig anmutet. Denn Joseph Joestar wird wiederbelebt und das mit dem Blut aus dem Körper von Dio/Jonathan. Es ist ja nicht so als ob Joseph durch Blutverlust gestorben wäre, sondern weil ein Messer ihn tödlich getroffen hat. Daher macht es nicht soviel Sinn und wir wissen auch, was mit Vanilla Ice passiert ist. Joseph müsste also rein nach dieser Logik nach seinem Tod zu einem Vampir werden.

Gegenüber JoJo’s Bizarre Adventure: Stardust Crusaders bin ich etwas zwiegespalten. Ich mag den Teil an sich sehr gerne und er macht sehr viel Spaß. Alleine schon die Folge, in welcher Polnareff wegen dem Stand Justice das Klo mit der Zunge lecken muss und sich Joseph später darüber lustig macht, ist einfach witzig. Die zusätzlichen Szenen mit Dio, die es im Manga nicht gibt, sind ebenfalls alle gelungen. Aber zwei Dinge stören mich doch: Holys Standfieber und das Ende. Da wird die Mutter von Jotaro und die Tochter von Joseph als unglaublich schwach hingestellt. Es wirkt einfach wie ein billiger Vorwand für Jotaro. Nur weil sie nicht mit den Fäusten kämpft, bedeutet das nicht, dass sie keinerlei Kampfwillen besitzt. Gerade im Hinblick auf spätere Teile ist das schon sehr an den Haaren herbeigezogen. Das Ende hingegen wirkt so, als ob dem Mangaka eingefallen ist, dass ein Sieg gegen Dio mit Jotaros aktuellen Fähigkeiten eigentlich nicht möglich ist. Daher kann Star Platinum wie aus dem Nichts plötzlich auch die Zeit anhalten. Es gibt vorher null Indizien, dass der Stand diese Fähigkeit hat. Aber als Zuschauer wird man abgespeist, dass The World und Star Platinum derselbe Typ Stand sind.  Aber wie gesagt, an sich macht die Serie Spaß, da alleine Joseph schon für viel Humor sorgt. Zudem sind die Kämpfe durch die unterschiedlichen Arten von Stands vielseitiger geworden.

Ich finde, dass sich JoJo’s Bizarre Adventure mit dem dritten Part steigert. Die Serie wird noch spannender und lustiger, als je zuvor. Zwar empfinde ich Stardust Crusaders nicht unbedingt als den besten Abschnitt des langen Animes, aber ich habe dennoch jede Folge genossen und bei mancher auch wirklich gelacht. Von der Truppe rund um Jotaro habe ich in Kakyoin meinen Lieblingscharakter gefunden. Ich würde ihn zu den klügsten Charakteren der Truppe zählen. Er kann aber auch ein echter Fiesling sein, was man spätestens in der Storyline mit einem gewissen Baby merkt. Da Part 3 bisher mit 48 Folgen der längste Teil des Animes ist, sind auch die Charaktere besser ausgearbeitet, als noch in den ersten beiden Teilen. Dadurch sind mir diese auch mehr ans Herz gewachsen. Was mir darüber hinaus noch ziemlich gut an Stardust Crusaders gefällt, ist die Nutzung von Tarotkarten.

© David Production 

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Taria

Taria arbeitet seit einigen Jahren für einen großen Automobilzulieferer in der Produktion. Abseits von der Arbeit beschäftigt sie sich in ihrer Freizeit vor allem mit Manga, Animes und Videospielen, in diesen Bereichen hat sie genretechnisch einen sehr breiten Geschmack bewiesen. Weiterhin sammelt sie gerne Figuren und anderes Merchandise von den Serien Gintama und JoJo's Bizarre Adventures.

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