Cells at Work! BLACK

Lesezeit: 4 Minuten

Haarausfall, Überarbeitung, Rauchen, Alkohol – menschliche Körper haben ziemlich viel auszuhalten. Und wer sorgt dafür, dass trotz dieser Probleme der Körper noch funktioniert? Natürlich die Zellen. Auch im Spin-off Manga von Cells at Work! müssen die Zellen wieder viel arbeiten, doch in einem kranken Körper haben sie es nicht leicht. Akane Shimizu zeigt in Cells at Work! BLACK die dunkle Seite des menschlichen Körpers auf. Und das ist nichts für schwache Nerven. Der Manga wird von MangaCult herausgegeben und ist seit dem 7. November 2019 im Handel erhältlich.

 

Der Sauerstoff muss durch den Körper transportiert werden. Das ist die wichtigste und einzige Aufgabe der roten Blutkörperchen. Doch das ist leichter gesagt als getan, denn der Körper befindet sich im Modus „black“. Er ist instabil, Krankheiten befallen ihn leicht und weder das Rauchen noch das Trinken kann er lassen. Da wird die Arbeit für den Neuling unter den roten Blutkörperchen nicht leicht, denn an jeder Ecke warten Gefahren. Zum Glück gibt es noch das weiße Blutkörperchen, das beschützend zur Seite steht. Doch die Probleme häufen sich und bald sind auch die anderen Zellen im Körper gefragt, um diesen zu beschützen.

Dieser Körper ist „black“

Original Hataraku Saibo Black
Jahr 2018
Band 1 / ?
Genre Action, Adventure
Mangaka Akane Shimizu, Shimeitsu Harada, Issei Hatsuyoshiya
Verlag MangaCult

Schon zu Beginn wird deutlich: Dieser Körper ist heruntergekommen. Es gibt weniger Zellen, die Umgebung ist dreckig, der Ton ist rau. In dieser Welt lernt ein neues rotes Blutkörperchen seine Arbeit kennen. Es versucht Sauerstoff durch den Köper zu transportieren, doch dabei muss es sich nicht nur von den anderen Zellen Beschimpfungen anhören, weil diese nicht genug Sauerstoff bekommen, sondern es wird auf Schritt und Tritt von Bakterien und Viren angegriffen, die durch Alkoholkonsum, Rauchen und eine ungesunde Lebensweise in den Körper gelangen. Ohne das weibliche weiße Blutkörperchen wäre das rote Blutkörperchen sicher verloren, denn dieses steht ihm tatkräftig zur Seite. Auf ihren Weg durch den Körper haben sie mit Haarausfall, Überarbeitungserscheinungen und Erektionsstörungen zu kämpfen. Aber sie sind zum Glück nicht allein, denn die anderen Körperzellen stehen ihnen zur Seite.

Düster, ernst, gewalttätig – hier gibt es keinen Spaß

Die Hauptpersonen bleiben jedoch, wie in Cells at Work!, ein rotes und ein weißes Blutkörperchen. Diesmal sind die Geschlechterrollen jedoch andersherum verteilt. Und das weibliche weiße Blutkörperchen kämpft sich durch den Körper. Dabei bleibt sie die meiste Zeit tough und cool – auch wenn ihre Kleidung zerfetzt wird. Währenddessen stellt sich das rote Blutkörperchen die Frage, ob sein Job überhaupt Sinn ergibt und warum er ihn noch ausführt, wenn dieser Körper sowieso nur noch kränkelt. Insgesamt sind die Charaktere viel abgehärteter dargestellt als in Cells at Work!, denn schließlich haben sie auch mit viel mehr Schwierigkeiten zu kämpfen. Das gibt der Geschichte mehr Tiefe und den Figuren mehr Möglichkeiten sich zu entwickeln. Auch die Krankheiten sind interessant verbildlicht. So wird beispielsweise der Rauch, der sich in der Lunge vom Zigarettenrauchen absetzt, als schwarzer Dreck dargestellt, der nur mit viel Putzmittel wieder verschwindet.

Mut zu drastischen Bildern

Neben den vielen Krankheiten, gegen welche die Zellen kämpfen müssen, können die Leser einiges über die Nebenwirkungen von Rauch oder Stress lernen. Die Auswirkungen der Beeinträchtigungen für den Körper werden dabei nicht nur erklärt, sondern durch die Bilder verdeutlicht. Im Vergleich zu Cells at Work! ist hier alles grauer und der Körper sieht mitgenommen aus. Beispielsweise ist die Lunge mit schwarzem Dreck besetzt, der vom Rauchen kommt. Oder auch die Zellen sehen um einiges mitgenommener (und freizügiger) aus. Die Besonderheit bei Cells at Work! BLACK ist jedoch, dass Akane Shimizu nur die redaktionelle Leitung übernommen hat, die Geschichte stammt von Shimeitsu Harada und die Zeichnungen von Issei Hatsuyoshiya. Trotzdem bleibt der Zeichenstil unverändert und auf demselben Niveau wie bei Cells at Work!. Akane Shimizu lässt es nicht nur bei dieser einen Spin-off-Serie bewenden, denn inzwischen sind auch Cells not at Work! und Cells at Work! and friends auf dem Markt. Einen deutschen Erscheinungstermin für diese Mangas gibt es jedoch noch nicht.

Erster Eindruck

Auf jeder Seite von Cells at Work! BLACK lauern neue Krankheiten und Probleme für die Zellen. Die Darstellung der Krankheiten hat mich sofort begeistert und vor eventuellen Eskapaden abgeschreckt, denn schließlich kann ich es nicht zulassen, dass meine Zellen so hart im Körper arbeiten müssen. Auch gefällt es mir, dass sowohl die Geschichte zusammenhängender erscheint, als in Cells at Work!, auch die Figuren, wie beispielsweise das weiße Blutkörperchen, mehr Tiefe und Ernsthaftigkeit haben. Es ist aber schade, dass die kleinen Details, die den Vorgänger so liebenswert erscheinen lassen (wie beispielsweise die Namensbezeichnung der Zellen) weggelassen wurden. Das baut einen eher distanzierten Blickwinkel auf und der Charme von Cells at Work! geht ein bisschen verloren. Dies kann vielleicht daran liegen, dass Akane Shimizu nicht mehr selbst gezeichnet und die Story geschrieben hat, sondern nur die Hauptverantwortung trug. Trotzdem finde ich Cells at Work! BLACK einen gelungen Serienauftakt und ich werde mich sicher noch die weiteren Teile kaufen (allein, um zu sehen, welche Krankheiten noch beschreiben werden).

© MangaCult

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Ivy

Wenn Ivy nicht gerade ihre Zeit in der Hochschule verbringt, wo sie lernt sich im Informationsdschungel zurecht zu finden, verbringt sie ihre Zeit mit dem Horten von Büchern. Innerlich weiß sie, dass ihr in nächster Zeit der Platz für all ihre Neuerwerbungen ausgehen wird – trotzdem kann sie es nicht lassen, neue Funde mitzubringen. Sonst sind auch keine Mangas oder Comics vor ihr sicher, da doch alles irgendwo noch einen Platz finden wird. Sonst hat sie eine große Schwäche für gute und besondere Geschichten, Eulen und Schildkröten in jeder Form und Merchandise von "Gintama". Wenn sie mal keine Bücher kauft und liest, schreibt sie selbst.

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