Cells at Work!

Lesezeit: 4 Minuten

Es gibt ziemlich viele Möglichkeiten, den Löffel abzugeben. Dass wir das an den meisten Tagen nicht tun, verdanken wir den fleißigen Zellen in unserem Körper. Und genau diesen Kerlchen widmet sich Akane Shimizu in ihrem Erstlingswerk Cells at Work!. Bekannt durch den Anime von Studio David Production (JoJo’s Bizarre Adventure) aus dem Jahr 2018, arbeiten die Abwehrkräfte seit März 2019 nun dank MangaCult auch auf Deutsch in Papierform. Wer schon immer einmal wissen wollte, was bei einer Allergie passiert oder auch bei einem popeligen Kratzer, der kann hier noch etwas dazulernen. Aber Vorsicht, es geht ordentlich blutig zur Sache und das nicht nur wegen der roten Blutkörperchen!

Leben ist wahre Schwerstarbeit! Vor allem, wenn wir einen genauen Blick in den Körper werfen und uns anschauen, was die Zellen jeden Tag so alles leisten. Die roten Blutkörperchen transportieren Sauerstoff, Kohlendioxid und Nährstoffe durch den Körper. Gestört werden sie dabei von Angriffen durch Bakterien und Viren. Doch zum Glück gibt es die Abwehrkräfte in Form der weißen Blutzellen, der Makrophagen und T-Killerzellen. Für die noch neu im Geschäft arbeitende rote AE 3803 ist der Körper ein wahrer Irrgarten. Bei einem Versuch, die Lunge zu finden, wird sie von einem Bakterium angegriffen. Zum Glück schreitet die weiße Blutzelle U-1146 rechtzeitig ein, doch es gibt ständig neue Probleme und so treffen sich die beiden immer wieder.

Willkommen im Körper

Originaltitel Hataraku Saibou
Jahr 2015
Bände 1 / ?
Genre Comedy
Autor Akane Shimizu
Verlag MangaCult (2019)

Die anthropomorphen Zellen erleben schon im ersten Band von Cells at Work! so einiges. Mittendrin finden wir immer wieder unsere sympathische, leicht verpeilte AE 3803, die trotzdem nie aufgibt. Gerade dieser Wesenszug sorgt dafür, dass wir sie mit allem was wir haben anfeuern. Schließlich darf sie nicht immer den falschen Weg zur Lunge nehmen und fast im Urin landen! Neben ihr treffen wir auch regelmäßig auf U-1146, denn leider dringen Bakterien oder Viren in den Körper ein. Doch nicht nur diese beiden lernen wir kennen, sondern auch jede Menge andere Zellen. Besonders niedlich sind die Blutplättchen, die wegen ihrer geringen Größe hier als Kinder dargestellt werden. Allgemein geht es bei diesem Manga wirklich sehr kreativ zur Sache. So rennen die Saubermacher Makrophagen im passenden Maid-Kostüm herum und die T-Killerzellen wie eine Militäreinheit, vor der selbst rote Blutkörperchen das Weite suchen. Auch das Innere des Körpers ist passend verbildlicht. So stehen lauter Turbinen in der Lunge und Blutbahnen sind Straßen und Wege. Ältere Semester werden bei dieser Beschreibung an die Trickserie Es war einmal… das Leben denken.

Wer sagt, Lernen sei anstrengend?

Neben den spannenden Abenteuern können wir Leser noch einiges dazulernen. So erfahren wir von den jeweiligen Aufgaben der Zellen und welche Besonderheiten sie haben. Wie zum Beispiel, dass weiße Blutzellen durch Zellwände hindurchschlüpfen können. Wobei da auch einmal der eine oder andere Schuh verloren geht. Bei den Infos werden unsere grauen Gehirnzellen ordentlich gefüttert und das auf eine Art, die es uns leicht macht, sich alles zu merken. Gerade die einzelnen Abläufe bei einer bestimmten Erkrankung werden sehr gut bildlich dargestellt. Da wollen wir uns am Ende des ersten Bandes nie wieder auch nur eine Schramme zuziehen, wenn wir sehen, was die schon für Auswirkungen auf das Innere hat. Die eine oder andere Information müsste aber nicht immer wiederholt werden, wie zum Beispiel die Aufgaben der roten Blutkörperchen. Bei den medizinischen Fakten bekommt die Autorin Beratungshilfe durch Tomoyuki Harada und dass ihr Werk selbst Ärzte überzeugt, finde man schnell im Internet heraus.

Darf es auch ein Hut für sie sein?

Akane Shimizu scheut sich nicht davor, es in ihren Bildern wuselig werden zu lassen. So dürfen ganze Zombie-Horden aus Influenzaviren durchs Bild laufen, die von unseren Helfern aufgehalten werden, was dann in einem Wimmelbild endet. Da ist es gut, dass die Bände von MangaCult größer sind und wir so größere Chancen haben, alles genau zu erkennen. Die einzelnen Zellen sind liebevoll gestaltet. Jede hat ihre eigenen besonderen Merkmale, wodurch sie einfach zu erkennen sind. Schauen wir uns zum Beispiel den Hut der roten Zellen genauer von oben an, erkennen wir ein rotes Blutkörperchen. Noch viele weitere solcher kleinen Fakten zeigen, mit wieviel Liebe zum Detail die Autorin bei der Sache ist und wie aufmerksam wir hinschauen sollten. Wer sich übrigens die Frage stellt, was wohl in einem ungesunden Körper vor sich geht, der bekommt im Spin-off Cells at Work! BLACK Antworten. Für diese Reihe gibt es allerdings noch keine deutsche Veröffentlichung. Doch was nicht ist, kann ja noch werden.

Erster Eindruck

In den Anime habe ich mich gleich verliebt und daher freut es mich, dass ich nun Besitzerin des Mangas bin. Die lustigen, spannenden Abenteuer unserer kleinen Helfer sind einfach Unterhaltung pur. Denn so genau ist mir oft gar nicht klar, was bei einigen Aktionen im Körper los ist. Ich werde mich nun zum Beispiel viel mehr vorsehen, mir ja keinen Kratzer einzufangen. Schließlich möchte ich meine Zellfreunde nicht verlieren! Neben all dem Spaß lerne ich also noch einiges dazu. Mal sehen was für Aufgaben sich unsere Zellen noch stellen müssen. Immerhin muss AE 3803 dringend lernen, sich alleine zurechtzufinden, denn noch verläuft sie sich ständig im menschlichen Körper. Wobei das bei all den Wegen kein Wunder ist. Zeichnerisch bin ich begeistert, wie detailliert es bei Cells at Work! zur Sache geht. Viele Panels laden dazu ein, länger drauf zuschauen, um alles wahrzunehmen. Von dem schicken bis niedlichen Design der Figuren ganz zu schwiegen. Von mir gibt es daher eine klare, breite Empfehlung an alle, denn dieser Manga ist für jeden etwas.

 

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Aki

Aki verdient ihre Brötchen mit dem Buchverleihen und Wiedereintreiben und geht nie aus dem Haus ohne eine Kopfbedeckung. Wurde von ihren Eltern von klein auf zu einem Filmjunkie erzogen, liebt mittlerweile aber viele Formen des Geschichtenerzählens. Zu ihren anderen Hobbies gehören die Fotografie und das Zeichnen, egal ob auf Papier oder Leinwand. Sie besitzt eine ansehnliche Sammlung an Fuchsmerchandise und hat ihr Herz seit dem Lesen des Mangas "Kenshin" an Samurais verloren.

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Iruka
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Iruka

Ich war schon von dem Anime begeistert und der Manga steht dem in nichts nach. Es macht viel Spaß, unsere rote Blutzelle zu begleiten und mitzufiebern. Da flogen die Seiten nur so dahin und plötzlich war er schon fertig gelesen. Hoffentlich sind die Abstände zwischen den jeweiligen Ausgaben nicht zu lang. Ich möchte bald wieder in das Innere des Körpers. 🙂