Star Trek: Picard (Folge 2×06)

Eine Folge, die mit einer ganz großen Gesangsnummer glänzt. Nanu, ist das etwa “Star Trek: Picard: Das Musical”? Und auch noch präsentiert von Agnes Jurati im aufregenden roten Abendkleid. Dabei ist sie doch seit anderthalb Staffeln die graue Maus schlechthin? Auch in den anderen Handlungssträngen hat Folge 6 von Star Trek: Picard Staffel 2 so einige Überraschungen zu bieten. Etwa die finsteren Geheimnisse des Dr. Soong. Die haben die Soongs wohl in jeglichem Jahrhundert.

Inhaltsangabe

Picard liegt blutend am Boden. Was ist da passiert? Eine gute halbe Stunde früher: Picard und Crew in Abendgarderobe versuchen, sich in die Party zu Ehren von Renée Picards Weltraum-Mission zu schleichen. Agnes Jurati hatte sich eigentlich richtig postiert, um die Computer zu manipulieren, die sicherstellen, dass nur geladene Gäste eingelassen werden. Doch nun ist sie immer noch in Handschellen und kommt nicht an den Schlüssel heran. Da braucht sie nun doch Hilfe von der Borg-Königin, die mittlerweile in ihrem Bewusstsein haust, ohne allerdings die Kontrolle über Agnes zu haben. Noch nicht. Picard und Crew werden eingelassen und mischen sich unter die Partygäste. Renée Picard wirkt nervös. Picard schafft es, mit ihr unter vier Augen zu sprechen und ihr Mut zu machen. Die Security wird misstrauisch, aber Agnes und die Borg-Königin retten die Lage, indem sie die Party mit einer Gesangsdarbietung von Agnes unterbrechen. Doch da ist auch Dr. Soong, der von Q den Auftrag bekommen hat, Renée Picard aufzuhalten. Als beide Picards vor dem Eingang stehen, versucht Dr. Soong, sie zu überfahren. Renée bleibt unverletzt, Jean Luc wird von dem Wagen erfasst und zu Boden geschleudert. Rios, Tallinn, Raffi und Seven bringen den Bewusstlosen zu Teresa, der Slum-Ärztin, die Rios bei seiner Ankunft kennengelernt hatte. Die Borg-Königin hat mittlerweile die volle Kontrolle über Agnes’ Bewusstsein erlangt. Anderorts stöbert Kore Soong im Computer ihres Vaters und stellt fest, dass sie wohl das Resultat der genetischen Experimente ihres Vaters ist. So wie viele kleine Mädchen mit altgriechischen Namen, die ihr aufs Haar glichen und alle im Kindesalter starben.

Tipps und Tricks: So macht man Spannung

Wieder einmal ein Auftakt, den die Zuschauer einfach nicht einordnen können, weil die entscheidenden Informationen erst einen Moment später nachgereicht werden. Ganze drei Mal wird dieser Kniff angewandt, als ob man der Folge künstlich einen Extra-Kick Spannung verabreichen müsste. Dabei passiert eine Menge und nichts davon ist langweilig. Picard glänzt mit dem, was er am besten kann, nämlich Weisheit, Wärme und Zuversicht ausstrahlen. Agnes glänzt mit einem fulminanten Show-Auftritt, die Borg-Königin glänzt mit sarkastischen Bemerkungen und Kore, bisher eine eher blasse Figur, bekommt Geheimnisse zu enthüllen. Dr. Soong glänzt eher nicht, warum Q nur einen Genetiker angeheuert hat um einen Job zu erledigen, den ein beliebiger Mann fürs Grobe viel routinierter angepackt hätte? Und warum geht jetzt wieder alles um Jean Luc Picard, wenn es doch eigentlich um Renée gehen sollte? Tja, die Kunst der Informationsvergabe. Das wird sich alles wohl noch später klären.

Surrender all your dreams to me tonight

Ob wohl die Borg-Königin den Pat Benatar-Song “Shadows of the Night” für ihren/Agnes’ großen Show-Moment ausgesucht hat? Weil dieses schlaue Wesen so viel Spaß daran hatte, wie der Text so hübsch auf Agnes’ Situation passt? Seitdem Agnes und die Borg-Königin miteinander zu tun haben, war die Dynamik zwischen den beiden ein Folgen-Highlight. Die Borg-Königin, eigentlich entmachtet und von Agnes ausgetrickst, die sich einen Schlagabtausch mit der einstigen Schreckensherrscherin durchaus zutraut. Sodass der Borg-Königin nichts weiter bleibt, als unterhaltsam-sarkastische Sprüche zu klopfen und immer wieder an Agnes’ wunden Punkten herum zu pieken. Indem sie damit lockt, was böse Mädchen den guten voraus haben: Tschüss, Schattendasein! Tschüss, kümmerliches Selbstbewusstsein! Tschüss, Einsamkeit, Schüchternheit, Selbstverhinderung! Let it go, Agnes! Und kaum lässt Agnes mal so richtig los, was man ihr von Herzen gönnt, schnappt die Falle zu. Gerettet hat Agnes bisher ihre Nervosität, die Glückshormone verschaffen der Untermieterin in ihrer Seele das Power Up um die Kontrolle an sich zu reißen. Eine sehr schön boshafte Wendung.

Fazit

Mal abgesehen von dem eher unnötigen Spannungsgenerator am Anfang liefert Star Trek: Picard Staffel 2 mit Folge 6 wieder viel Entwicklung in allen Handlungsfäden, viele hübsche Dialogszenen am Rande und einen ganzen Haufen neue Rätsel. Und das alles in nur 39 Minuten. Was Folge 6 zur kürzesten Folge bisher macht, ohne dass das im Mindesten auffällt, weil die komprimierte Fülle des Materials wirkt, als hätte man damit mühelos auch eine Stunde oder mehr füllen können.

 

© Amazon Prime Video

wasabi

wasabi wohnt in einer Tube im Kühlschrank und kommt selten heraus.

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