Halo (Folge 1×03)

In Folge 3 von Halo, »Entstehung«, betritt endlich Master Chiefs bessere Hälfte (und gleichzeitig die zweitwichtigste Säule des gesamten Franchises) die Bühne: die K. I. Cortana. Außerdem schreitet die Demaskierung des Master Chiefs unablässig voran. Helm ab war gestern. Dieses Mal gilt: Hose runter.

 

Inhaltsangabe

Folge 3 beginnt auf dem Planeten Oban, einem dunklen Industrieplaneten, der buchstäblich als Müllkippe des Universums dient. Hier werden Müllberger von autoritären Aufpassern zur Arbeit gezwungen. Ein Junge und ein Mädchen, welche ein Buch lesen und von anderen Welten träumen, werden beim Nichtarbeiten erwischt. Der Junge wird daraufhin totgeprügelt, das Mädchen überlebt – gerettet von zwei Allianz-Eliten, die auf ihrer Suche nach einem nicht näher erläutertem »Ding« feststellen, dass gerade dieses Mädchen das Ziel ihrer Suche ist. Das Mädchen schnappt sich das Buch und nickt den Eliten zu. Sprung in die Gegenwart. Wir erfahren, dass wir just die Vergangenheit der Gesegneten (genannt Makee) erlebt haben. Nun wissen wir, wie sie Teil der außerirdischen Allianz wurde. Sie gelobt ihren Rettern, das Artefakt zu bergen und ihnen den Kopf des Dämons (Master Chief) zu bringen.

Auf Reach beginnt Halsey mit dem Cortana-Projekt. Sie erweckt ihren Klon zum Leben und bereitet ihn darauf vor, digitalisiert als »Cortana« in den Master Chief gespeist zu werden – was für den Klon den Tod bedeutet. Ezwischen den beiden Frauen entwickelt sich ein interessantes Gespräch, da ihr jeweiliger Wissensstand mehrere Jahre auseinander liegt. John sieht keinen Grund darin, einen Babysitter zu bekommen, lässt die Prozedur aber über sich ergehen.

Im Rubble gerät Kwan immer häufiger mit ihrem Aufpasser Soren aneinander, da sie unbedingt zurück nach Madrigal will, um den Widerstand zu unterstützen. Soren verweigert ihr das, da er John versprach, auf Kwan Acht zu geben. Am Ende der Folge wird Soren allerdings nachgeben, da Kwan ihm Deuterium als Belohnung verspricht, und Soren immer noch ein gieriger Piratenkönig ist.

Unterdessen entdeckt ein UNSC-Schiff ein Notrufsignal, das von einem im All treibenden Allianz-Schiff gesendet wird. Eine junge Frau vom Planeten Circumstance bittet um Hilfe. Sie sei eine Gefangene der Allianz und nun ganz allein auf diesem verlassenen Schiff. Das UNSC bringt sie an Bord. Schlechte Entscheidung, denn bei der vermeintlichen Gefangenen handelt es sich um Makee, die auch direkt eine ganze Ladung wurmartiger Lekgolo auf die Besatzung loslässt. Die Besatzung hat keine Chance. Makee versucht in den Computern den Standort des Artefakts oder des Chiefs herauszufinde, jedoch ohne Erfolg. Also geht es für sie weiter nach Madrigal.

Auf Reach versucht der Chief unterdessen mit Cortana, seiner neuen körperinternen Mitbewohnerin, klarzukommen. Es gelingt ihm kaum bis gar nicht und auch das Silver Team reagiert irritiert auf ihre Anwesenheit. Beeinflusst von seinen Flashbacks und auf der Suche nach deren Ursprung, entscheidet sich der Chief, seine Hormonkugel im Rückgrat zu entfernen. Cortana unterstützt ihn dabei auf Anraten von Halsey: Es sei wichtig, dass der Chief Cortana als Komplizin betrachte und nicht als Spionin. In seiner neu gewonnenen Freiheit erkundet der Chief Reach und nimmt die Dinge das erste Mal richtig wahr.

Später verschafft er sich mit Hilfe von Cortana Zugang zum Artefakt, um mit seiner neuen Wahrnehmung noch einmal die Flashbacks zu erleben. Er schafft es, ihren Ursprung zu lokalisieren: den Planeten Eridanus. Offenbar gibt es dort ein zweites Artefakt. Chief bereitet sich vor, nach Eridanus zu fliegen. Halsey gestattet es und begleitet ihn. Halseys Asssistent zeigt sich unterdessen besorgt. Wenn Eridanus noch mehr Erinnerungen in John wecke, wäre das ihr Untergang. »Genau dafür ist Cortana da«, erwidert Halsey.

Auftritt Cortana

Wie bereits Folge 2 verbringt auch Folge 3 viel Zeit damit, die neuen Regeln im Serien-Universum von Halo zu erläutern sowie die Plot-Beats der Figuren zu setzen, die späterhin sicherlich in einer Reihe von Konflikten enden werden: 1.) Kwan und Soren, die als Spezis wider Willen nach Madrigal fliegen und dort ungeplant auf die Allianz treffen werden, 2.) Kai, die Spartanerin, die Chief bei der Entfernung der Hormonkugel beobachtet und auch sonst immer höchst besorgt und ominös aus der Wäsche guckt, 3.) Miranda Keyes, die während Halseys Abwesenheit ihr eigenes Forschungsding am Artefakt drehen wird und natürlich 4.) die neu geborene Cortana, die bereits jetzt schon mit der ihr zugedachten Rolle hadert. Cortanas Anwesenheit versetzt der Serie eine zusätzliche Drehung und verspricht mit dieser gärenden Spion-Dynamik zwischen ihr, Halsey und Chief ziemlich spannend zu werden. Cortanas CGI-Design ist ungewohnt, aber durchaus sehenswert. Auch blitzen innerhalb der gehorsamen Programmierung bereits ihre ersten sarkastischen Wesenszüge auf, für die sie in den Games wohlbekannt ist. Die Action fehlt weiterhin, dafür bleibt die Folge durch Cronenberg’schen Body-Horror wie den nervenaufreibenden Fokus auf einen Nadelstich durchs Auge oder tödliche Würmer, die Menschen umschlingen und zermalmen, in Erinnerung.

Das Silver Team

Das Silver Team dagegen bekommt immer noch recht wenig Screen Time. In dieser Folge sehen wir, wie sie in ihrer Freizeit mit intensivem Gehirnjogging und 4D-Space-Schach relaxen. Manche Fans mögen entrüstet sein, dass die Serienmacher:innen sich gegen das bekannte Blue Team (Chiefs Haus- und Hof-Team) entschieden und stattdessen das völlig unbekannte, extra für die Serie geschaffene Silver Team eingeführt haben. Aber stellen wir uns mal kurz vor, dass Staffel 1 von Halo mit dem Fall von Reach enden wird, dann würde man das bestimmt auch mit einem emotionalen Impact verbinden wollen. Und genau dafür könnte das Silver Team ins Rennen geschickt worden sein – damit es am Ende ratzeputze ausradiert und das Kernpublikum nicht mit einem toten Blue Team konfrontiert wird (Gott bewahre …). Allerdings bedarf es wie gesagt noch mehr Screen Time für das Silver Team, wenn der Impact auch für uns, das Publikum, spürbar werden soll.

Fazit

Hmmm~ … eine weitere Folge für die Feinschmecker unter uns. Letztes Mal gab es die Boobies und Arschbacken von Makee zu sehen und dieses Mal sind’s die Boobies und Arschbacken des Master Chiefs. Die Serie arbeitet hart daran, den Chief als den gewohnt schroffen Videospiel-Avatar zu entkleiden und ich muss zugeben, dass ich immer noch voll d’accord damit gehe. Die Szenen, in denen er leicht unbeholfen den Marines beim Space-Boccia zusieht, das erste Mal mit der Bahn durch den Amusement-Kiez tuckert oder halt seinen Hintern zeigt, gefallen mir ziemlich gut. Dazu kommt nun noch die neue Dynamik zwischen ihm und Cortana und ich bin mehr als gespannt darauf, was die Serie, die ohnehin ständig neue Ideen erforscht, aus dieser Beziehung herausholen wird.

© Paramount+ 

Totman Gehend

Totman ist Musiker, zockt in der Freizeit bevorzugt Indie-Games, Taktik-Shooter oder ganz was anderes und sammelt schöne Bücher. Größtes Laster: Red Bull. Lieblingsplatz im Netz: der 24/7 Music-Stream von Cryo Chamber auf YouTube.

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