She-Ra und die Rebellen-Prinzessinnen (Staffel 4)

Fans der Netflix-Serie She-Ra und die Rebellen-Prinzessinnen sind kurze Wartezeiten gewöhnt und so ging es schon im November 2019 mit Staffel 4 weiter. Gerade einmal drei Monate nach der verkürzten dritten Staffel im August. Diese sorgte für einen dramatischen Unterbau, der Staffel 4 nun in bislang ungewohnte Höhen emporhebt. Die einzelnen Charaktere sind eigenständiger denn je, die klassischen Grenzen von Gut und Böse aufgebrochen und “die Rebellen-Prinzessinnen” aus dem Titel der Serie erhalten zusätzliche Gewichtung. Denn Überraschung: Bislang sind gar nicht alle Prinzessinnen als solche erwacht und da hat das Drehbuch von Noelle Stevenson eine faustdicke Überraschung in der Hinterhand …

Glimmer soll endlich zur Königin von Bright Moon gekrönt werden. Doch der Tag wird von Trauer überschattet und sie macht sich gemeinsam mit Adora und Bow auf, die Kammer der Königinnen zu finden. Unterdessen macht Hordak Catra Vorwürfe, da sie es nicht geschafft hat, die Runensteine der Prinzessinnen an sich zu reißen.

Eine Freundschaft am Scheideweg

Originaltitel She-Ra and the Princesses of Power
Jahr 2019
Episoden 13 in Staffel 4
Genre Fantasy, Science-Fiction
Cast Adora / She-Ra: Aimee Carrero 
Glimmer: Karen Fukuhara 
Catra: AJ Michalka 
Bow: Marcus Scribner 
Hordak: Keston John 
Shadow Weaver: Lorraine Toussaint 
Angella: Reshma Shetty 
Sea Hawk: Jordan Fisher

Staffel 4 hat zwar weiterhin Adora im Fokus, doch auch Glimmer ist deutlich gereift. An ihrem Amt als Königin Bright Moons (und mit neuer Frisur) wird deutlich, dass sie von Staffel 1 bis hierhin einen echten Reifeprozess durchlaufen hat und sich inzwischen auf Augenhöhe mit Adora befindet. Für Adora tun sich vor allem neue Offenbarungen auf, die ihre Identität als She-Ra betreffen. Im Verlauf der Staffel kommen Glimmer und Adora immer wieder an Punkte, in denen ihre Freundschaft auf die Probe gestellt wird. Keine Kleinigkeiten, sondern grundliegende Dinge, welche schließlich dazu führen, dass Glimmer im Finale der Staffel eine folgenschwere Entscheidung trifft. Denn der Verlust ihrer Mutter und die Verantwortung für Bright Moon haben dafür gesorgt, dass Glimmer längst Adoras Schatten verlassen hat. Noelle Stevenson kündigte auf der New Yorker Comic Con an, dass Staffel 4 Glimmers Staffel sei. Und das ist wahr.

Unterdessen auf der dunklen Seite der Macht …

Gleich drei spannende Entwicklungen nehmen in Staffel 4 ihren Lauf. Catra, die bereits zu Beginn der Serie die ambivalenteste aller Figuren ist, nutzt Hordak für ihre eigenen Pläne aus. Sie manipuliert, wo sie nur kann, und belügt auch Scorpia in Hinblick auf Entrapta. Mit der Ankunft des neuen Charakteres Double Trouble bekommt Catras Agenda weitere Verstärkung.
Entrapta, einstige Verbündete She-Ras, sitzt weiterhin auf Beast Island fest und pflegt eine innige Beziehung zu ihrem Roboter Emily. Sie bringt einen sehr erfrischenden Blickwinkel mit. Denn in ihrem ganz persönlichen Fokus stehen Technik und Wissenschaft, alles andere wird da zweitrangig. Ebenfalls wird Scorpias Sicht auf die Dinge zunehmend differenziert, denn sie wendet sich immer stärker von Catra ab, der sie vor allem zu Beginn noch sehr hörig war. Ihre Figur entwickelt einen ganz neuen Drive und durchläuft eine Entwicklung, die sie zum heimlichen Star der Staffel macht. Erstmals lernt sie nämlich eine Bindung aufzubauen, die nicht einseitig geprägt ist.

Zeit für (fast) alle Charaktere

Etwas, das She-Ra und die Rebellen-Prinzessinnen anderen Serien voraus ist, ist der Umgang mit Nebenfiguren. Hier bleibt Platz für jeden und so ist auch die vierte Staffel voll mit Momenten, in denen abwechselnd andere Prinzessinnen zum Zuge kommen. So kämpft She-Ra in dieser Staffel auch mal gemeinsam mit Netossa und Spinnerella (ein lesbisches Paar, um das mal kein Aufriss gemacht wird), Mermista erhält zwischendurch das Spotlight und ebenso sind auch Perfuma und Frosta am Zug. Nur Bow steht hinter den Prinzessinnen ein wenig zurück und kann auch nach vier Staffeln keine nennenswerte Entwicklung vorweisen. Seine Auftritte definieren sich entweder über Adora oder über Glimmer, mehr Präsenz stand ihm bislang nicht zu.

Fazit

Nachdem die dritte Staffel bereits andeutete, welches Drama-Potenzial in der Serie steckt, kann She-Ra und die Rebellen-Prinzessinnen mit der vierten Staffel aus den Vollen schöpfen. Nie war die Handlung so gut wie bis zu diesem Punkt und die individuellen Entwicklungen der einzelnen Persönlichkeiten kommen noch stärker zur Geltung. Trotz der dramatischen Verstrickungen lässt sich die Serie auch augenzwinkernde Kommentare nicht nehmen und liefert weiterhin Momente zum Schmunzeln ab, etwa wenn die (sich ohnehin schon in der Unterzahl befindlichen) Herren Sea Hawk und Bow ausgerechnet mit Swift Wind einen Jungsabend ausrichten. Alles in allem hat die Serie nach vier Staffeln einen eindrucksvollen Weg hinter sich und es bleibt umso spannender, wohin dieser noch führen mag.

© Netflix

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Ayres

Ayres ist seit 2002 im Community Management tätig, seit einer Weile sogar beruflich. Er ist ein richtiger Horror- & Mystery-Junkie, liebt gute Point’n’Click-Adventures und ist Fighting Games nie abgeneigt. Besonders spannend findet er Psychologie, deshalb werden in seinem Wohnzimmer regelmäßig "Die Werwölfe von Düsterwald"-Abende veranstaltet. Sein teuerstes Hobby ist das Sammeln von Steelbooks. In seinem Besitz befinden sich mehr als 100 Blu-Ray Steelbooks aus aller Welt.

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