Pokémon: Let’s Go, Pikachu / Evoli!

Lesezeit: 6 Minuten

Dass das Pokémon-Franchise einen solch internationalen Erfolg erlangen würde, hätte sich Satoshi Tajiri – der Erfinder von Pokémon und Leiter der japanischen Spielesoftware Firma GAME FREAK Inc. – sicher nicht träumen lassen. Mit Pokémon: Let’s Go, Pikachu! und Pokémon: Let’s Go, Evoli! wird 22 Jahre nach dem Erfolg des 1996 erstmals veröffentlichten Spieles der Reihe ein neues Kapitel aufgeschlagen. Nintendo präsentiert uns damit das Erstlingswerk der Pokémon-Welt auf der Nintendo Switch, welches als Remake der Gelben Edition alte und neue Pokémon-Anhänger in seinen Bann ziehen soll.

Wie können wir die Zeit bis zur Veröffentlichung der achten Generation 2019 überbrücken? So oder so ähnlich war bestimmt der Gedankengang von GAME FREAK Inc., als sich die Idee zu Pokémon: Let’s Go, Pikachu! und Pokémon: Let’s Go, Evoli! im Entstehungsprozess befand. Dass die Reihe so viele kontroverse Meinungen von Spielern der ersten Stunde zutage bringen würde, war den Entwicklern sicherlich nicht bewusst. Dennoch war der Erfolg des Vorläufers Pokémon GO so riesig, dass unbedingt eine Verbindung zu den herkömmlichen Spielen geschaffen werden musste. Gesagt, getan: Im Mai 2018 wurden erste Einblicke in das künftige Projekt veröffentlicht. Im Netz schlugen Fans unterdessen Alarm und schmissen mit Kritik nur so um sich. Viele Spieler sahen in der Neuveröffentlichung einen regelrechten Verrat an der Hauptreihe, andere hingegen eine gute Möglichkeit, das Spiel auf eine andere Weise kennenzulernen und sogar Neuspieler zu gewinnen.

Das ABC eines Pokémon-Abenteurers

Der von uns gewählte Protagonist startet seine Reise natürlich im uns vertrauten Alabastia, wo er recht schnell auserkoren wird, Professor Eich zu unterstützen und den Pokédex emsig mit Informationen zu füllen. Nebenbei soll er sich noch in den Arenen der Kanto-Region beweisen, um dann anschließend Champion der Pokémon Liga zu werden. All das kann sehr anstrengend sein, deswegen bekommen wir zu Beginn von unserem Professor einen charmanten Gefährten an die Seite gestellt. Je nach gewählter Edition begleitet uns entweder Pikachu oder Evoli als Unterstützung für unser Abenteuer. Während sich unser Starter nicht wie gewöhnlich in seinem Pokéball aufhält, verbringt er die gemeinsame Zeit lieber auf der Schulter oder dem Kopf unseres Avatars. Interaktionen wie z.B. das Streicheln und das Füttern mit Beeren sind hierbei eine nette Option um unseren kleinen Mitstreiter bei Laune zu halten. Des Weiteren wurden die geheimen Techniken eingeführt, welche die bekannten VM Attacken wie Zerschneider, Surfer oder Fliegen ersetzen. Dabei wird im Verlaufe des Spieles die tatkräftige Hilfe unseres Starterpokémon genutzt. Hierfür wird es unter anderem auf ein Surfbrett gestellt oder in ein Ballongestell gesetzt.

Fangen, Wachsen und Gedeihen

Originaltitel Pokémon: Let’s Go, Pikachu / Evee!
Jahr 2018
Plattform Nintendo Switch
Genre Rollenspiel
Entwickler Game Freak
Publisher Nintendo
Spieler 1 – 2

Auf der Suche nach Ruhm und Anerkennung bereisen wir derweilen allerhand Routen, Städte und sonstige Orte. Hierbei begegnen wir vielfältigen Arten von verschiedensten Pokémon die wir zu fangen beabsichtigen. Im Koop-Modus besteht die Möglichkeit, dass uns ein Freund auf unserem Abenteuer begleiten kann, was sich im Laufe des Spieles durchaus als nützlich erweist. Der Fangmodus ist der bereits bekannten Mechanik aus Pokémon GO ähnlich. Das zu fangende Pokémon ist von einem farbigen Ring umrandet, welcher anzeigt, wie hoch die Chance ist, dass dieses im Ball bleibt. Es besteht weiterhin die Möglichkeit, dass die Pokémon den Wurf abblocken oder ausweichen. Unterstützend können Beeren oder stärkere Bälle genutzt werden, um den Fangversuch zum positiven Ergebnis zu begünstigen. Sind unsere Objekte der Begierde dann endlich eingefangen, haben wir die Möglichkeit, dass uns eines von ihnen zusätzlich zu unserem Starter außerhalb des Pokéballs begleiten kann. Es ist sogar möglich, auf einigen zu reiten oder zu fliegen. Das Fangen ist eine sehr elementare Aktivität um stärker zu werden, denn obgleich die bekannten Trainerkämpfe geblieben sind, wurde das Besiegen wilder Pokémon komplett herausgenommen. Nach jedem Fangen eines Pokémon erhalten wir Erfahrungspunkte, die sich je nach Erfolg multiplizieren. Die Perfektion des Wurfes oder die Steigerung einer gewissen Fangserie sind hier relevante Faktoren. Zusätzlich erhalten wir danach Werte verbessernde Bonbons die unsere Pokémon in ihrer Entwicklung ebenfalls fördern. Diese erhalten wir auch, indem wir bereits gefangene Pokémon über das Lagersystem an unseren Professor verschicken. Dies lässt sich über das Inventar-System steuern und ersetzt die bisherigen PC-Boxen gänzlich.

Rivalen über Rivalen

Der Schwierigkeitsanspruch in Pokémon: Let’s Go, Pikachu! und Pokémon: Let’s Go, Evoli! ist sehr ambivalent. Um sich in den acht Arenen der Region beweisen zu können, müssen gewisse Voraussetzungen erfüllt werden. Diese beruhen etwa auf dem Erreichen eines bestimmten Levels oder dem Vorweisen bestimmter Pokémon innerhalb des eigenen Teams. Im Verlaufe unserer Reise treffen wir dann auch am Ende jeglicher Routen, Höhlen oder Wälder auf einen etwas stärken Trainer, der als Belohnung für den Sieg Items wie z. B. TMs hinterlässt. Nach dem Sieg über die Pokémon-Liga und infolgedessen der Hauptstory tauchen in der ganzen Region sogenannte Meistertrainer auf. Diese sind auf das Trainieren einer bestimmten Pokémon-Art spezialisiert und genau mit dieser wird im 1-vs-1 gekämpft. Die Schwierigkeit diesbezüglich liegt darin, dass kein Item Einsatz möglich ist und das Pokémon des Meistertrainers oft besondere Attacken beherrscht die gegenüber der gewählten Spezies sehr wirksam sind. Für eingefleischte Spieler ist hierbei das Besiegen aller Meistertrainer die wohl höchste strategische Herausforderung.

Poké-Postskriptum

Natürlich kann wie immer zwischen einem männlichen und einem weiblichen Charakter gewählt werden. Diesen kann man, ebenso wie sein StarterPokémon, individuell in seinem Look verändern. Manche Kleidungsgegenstände bekommt man geschenkt, andere kann man im Einkaufszentrum in Prismania-City erwerben. Eines der weiteren Elemente in der Let’s Go-Reihe ist das Erhalten des Schillerpins, der nach Vervollständigen des Pokédexes die Wahrscheinlichkeit schillernden Pokémon zu begegnen erhöht. Weiterhin wurde eine Wahrsagerin implementiert, mit der ihr für eine gewisse Zeit festlegen könnt, welches Wesen eure anzutreffenden Pokémon haben sollen. Dies ist besonders interessant für Competitive-Spieler, die in Online-Kämpfen ihr Können unter Beweis stellen wollen. Außerdem ist eine Verbindung mit Pokémon GO möglich, mit der ihr über den Pokémon Park, der in der früheren Safari-Zone ist, eure Taschenmonster transferieren könnt. Ein Transfer von Let’s Go zu GO ist allerdings nicht möglich. Wer im Besitz des Pokéball Joy-Controllers ist, kann diesen als Steuermöglichkeit nutzen und bekommt als kleines Präsent sogar noch einmalig das legendäre Pokémon Mew geschenkt.

Fazit

Da ich ein Pokémon-Fan der ersten Stunde bin, habe ich natürlich dem Release von Pokémon: Let’s Go, Pikachu! und Pokémon: Let’s Go, Evoli! eifrig entgegengefiebert. Natürlich war auch mir bewusst, dass die Unterbrechung der Hauptreihe sowohl positiv als auch negativ bei mir ankommen könnte. Doch wenn man ein richtiger Fan ist, gibt man dem ganzen eine Chance. Grafisch ist es sehr kindlich gehalten, fast Comic-ähnlich in Szene gesetzt was per se nichts Schlimmes ist, im Gegenteil. Ich habe mich mit der bildlichen Umsetzung während des gesamten Spieles sehr wohlgefühlt. Dies war besonders in den atmosphärisch aufgehübschten Arenen und den integrierten Cutscenes zu spüren. Man hat die Chance, noch einmal in seine früheste Kindheit zu reisen und das Abenteuer so zu erleben, wie es unser Anime Held Ash Ketchum damals wohl erleben durfte. Das ist für mich auch der positivste Punkt an der Sache. Ob man jetzt ein Freund davon ist, dass wilde Kämpfe in dieser Reihe nicht mehr existieren sei dahingestellt, allerdings ist es gerade für Anfänger eine gute Sache, um sich mit Allem vertraut zu machen. Es geht nicht darum, jede kleinste Einzelheit, Kampfstrategie und jedes Pokémon zu kennen um im Spiel vorwärtszukommen. Hoch anspruchsvoll ist die Let’s Go-Reihe für einen eingefleischten Spieler, der die Vorgänger kennt wohl nicht, jedoch bietet der Endcontent zumindest die ein oder andere knifflige Situation. Sollte man am Shiny-Hunting und am Überwinden der Meistertrainer kein großes Interesse haben, ist kein langer Spielspaß garantiert, allerdings kommt das auf das persönliche Spielverhalten an. Zusammenfassend finde ich, dass Nintendo uns eine interessante Nebenbeschäftigung bietet, um die Wartezeit auf die achte Generation der Hauptreihe zu verkürzen. Jedoch bin ich gespannt, wie es weiter geführt wird, ob es Updates geben wird oder ob in zwei Jahren dann ein Nachfolger herauskommt. Wünschenswert ist es allemal, denn jetzt möchte ich auch meine Reise in Johto auf der Switch erneut erleben dürfen.

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Tellux

Mit der Arbeit als Physiotherapeut im Krankenhaus versucht Tellux, das doch sehr sitzlastige Geek-Dasein mit viel Bewegung zu kompensieren. In seiner Freizeit verbringt er am liebsten Zeit am Computer und spielt MMORPGs oder andere Rollenspiele. Auch an Handhelds (Nintendo DS + Switch) oder Konsolen (PS4) ist er durchaus anzutreffen. Musik spielt ebenfalls eine sehr zentrale Rolle, hierbei hört er am liebsten: Pop, EDM und Alternative-Music. Ansonsten verschlingt er auch Serien zu Genüge, auf ein Genre ist er nicht festgelegt.

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