Astellia

Lesezeit: 5 Minuten

Mehrspieler-Online-Rollenspiele gibt es mittlerweile wie Sand am Meer und sind aus dem Gamingbereich nicht mehr wegzudenken. Astellia ist hierbei eines der aktuelleren Themenpark-MMORPGs, welches Ende September 2019 im westlichen Raum seine Pforten öffnete. Die Entwickler von Studio8 und Publisher Barunson E&A versuchen zurück zu den Wurzeln des klassischen MMORPGs zu kehren und wollen gleichzeitig dem Ganzen das gewisse Etwas verpassen. Die Besonderheit an Astellia sind die sogenannten Astells; kleine, quietschbunte und anhängliche Wesen, die einem bei jeder Schlacht zur Seite stehen. Wer allerdings denkt, dass diese nur dekorative Zwecke erfüllen, der tappt gewaltig im Dunkeln, denn sie kämpfen mit aller Tatkraft an der Seite des Spielers, um diesem zum Sieg zu verhelfen.

 

Mit der ehrenhaften Aufgabe betreut, die Unschuldigen vor allem Bösen zu beschützen, führt es einen Astellianer durch zahlreiche Orte und Territorien von Maglev. Die Reise beginnt in dem vom Chaos verseuchten Meiville, wo die boshafte Eiskönigin Euria und ihre Handlanger ihr Unwesen treiben. Mit der Unterstützung vieler Verbündeter, u.a. der Magierin Sion, versucht der Protagonist den Widersachern Einhalt zu gebieten. Zusätzlich eilt Sella zur Hilfe, ebenfalls eine Magierin, die sich mit all ihrer Macht gegen die Kontrahenten stellt und gleichzeitig eine beschützende Aufgabe gegenüber Fey, der kleinen Schwester des Spielers, inne hat. Unglücklicherweise bekommen die Gegner Fey in ihre Finger, welche es fortan zu befreien gilt.

Wer bin ich und was mache ich eigentlich hier?

Originaltitel Astellia
Jahr 2019
Plattform PC
Genre MMORPG
Entwickler Studio8
Publisher Barunson E&A
Spieler Multiplayer
USK keine Angabe

Bevor man sich durch das sehr umfangreiche Charaktererstellungsmenü kämpfen muss, steht die große Frage im Raum, welche Klasse man denn spielen möchte. Die Auswahl steht hierbei zum aktuellen Zeitpunkt aus der Tank-Klasse “Krieger”, der Heiler-Klasse “Gelehrter” und den drei Damage Dealer-Klassen “Saggitarius”, “Assasine” und “Magier”. Bei der Wahl des Geschlechtes ist es aktuell nicht möglich, bei jeder Klasse beide Geschlechter auszuwählen. Die Anpassung einiger Klassen (Assasine und Krieger) hat diesbezüglich bereits stattgefunden, andere sollen in der Zukunft noch folgen. Hat man seinen Avatar nun fertig erstellt und eine Weile durch die Welt gesteuert, sodass Stufe 50 erreicht wurde, erhält man eine erneute Wahlmöglichkeit. Jede Klasse bekommt hierbei drei spezielle Unterklassen, die mit Hilfe des Sternenrang-Systems jede für sich exklusive Fähigkeiten erhalten können.

Die obligatorische heilige Dreifaltigkeit

Was ist neben ausgebauten Fähigkeiten, einer soliden Waffe und einer schadensabschirmenden Rüstung das wohl wichtigste Element, um schnellstmöglich an den Sieg zu gelangen? Richtig: Mitstreiter im Kampf! Astellia setzt hierbei auf die klassische Umsetzung des Tanks (eine Klasse, die anderen Mitspielern die Gegner vom Leib hält), des Heilers (der dazu beiträgt, dass die Gruppe am Leben gehalten wird) und natürlich des sogenannten Damage Dealers (welcher versucht den Gegnern mit ihren Fähigkeiten zeitnah das Licht auszuknipsen). Ein Gruppenaufstellung ist in Astellia im Dungeon-Bereich recht flexibel koordinierbar, allerdings ist es empfehlenswert, ein ausgewogenes Verhältnis von Tank, Heiler und Damage Dealern anzustreben.

Es ist mir nach gelaufen, darf ich es behalten?

Was in anderen MMORPGs nichts weiter als niedliche Wegbegleiter sind, sind in Astellia die Astells. Mitstreiter, die uns auf dem Weg zum Sieg unterstützen. Eingeteilt werden alle Astells in die drei Hauptgruppen Diener, Wächter und Retter – diese unterscheiden sich in ihren Fähigkeiten und ihren Beschwörungskosten. Auch wird jedes Astell einer Klasse zugeordnet: Ritter, Krieger, Assasine, Saggitarius, Magier, Gelehrter und Muse. Sie sind in der Lage Schaden auszuteilen, unsere Wunden zu heilen, uns stärkende Buffs zukommen zu lassen und Gegner von uns fernzuhalten. Auch den treuen Begleitern ist es vergönnt zu wachsen, denn diese erhalten genau wie unser Avatar Erfahrungspunkte. Mit steigendem Level ist es somit möglich, den Sternenrang zu verbessern und infolgedessen Statuswerte zu erhöhen, Skills aufzuwerten und mit Deckeffekten mehrerer Astells sogar neue Fertigkeiten zu erlernen. Die sogenannten Deckeffekte haben z.B. Einfluss auf das Crafting, erhöhen die Drop Chance und reduzieren Abklingzeiten von Skills.

Von Höhlen, Wäldern und anderen Schlachtfeldern

Dungeons sind ein ziemlich elementarer Bestandteil von Spielen wie Astellia. Sobald man sich durch die verschiedensten Inhalte gekämpft, Gegner zerlegt und schlussendlich auch den Endboss niedergestreckt hat, erwarten den Helden zahlreiche Belohnungen. Unter anderem sind dort Ausrüstung und Waffen, Astells oder Astellzufallskarten zu finden. Ebenso verfügbar sind Abzeichen, die man gegen Gegenstände eintauschen kann. Es ist möglich, Dungeons sowohl als Solo- als auch als Gruppeninhalt zu spielen. Das heißt, man ist nicht zwingend auf eine Gruppe angewiesen, sondern kann diese auch nur mit seinen Astells bestreiten. Für die PvP-Spieler besteht ein 300 versus 300 versus 300 Massenschlachtfeld, auf dem man sich in verschieden Fraktionen gegenüber den anderen beiden Herausforderer-Gruppen beweisen muss. Zusätzlich existiert ein Arena-Bereich, in dem man Punkte sammeln kann, um in seinem Rang zu aufzusteigen. Auch hier locken rangspezifische Belohnungen.

Die To-Do-Liste eines zukünftigen Helden

Im Questsystem von Astellia erwarten Spieler die klassischen Aufgaben, die man aus jedem gut laufenden MMORPG kennt: Laufe dorthin, spreche mit einem bestimmten NPC, sammle dieses und jenes Material oder töte eine gewisse Anzahl an Gegnern. Wer glaubt, dass hier das Rad nicht neu erfunden wird, hat nur zum Teil Recht. Astellia bietet neben dem Standard-Questsystem nämlich das “Stars Tale”, ein Abenteuertagebuch, in dem man durch Erledigung diverser Aufgaben Belohnungen erhalten kann. Jene sind zum Teil sehr simpel, wie etwa das Besiegen eines Miniboss-Mobs. Sie können sich aber auch als sehr verzwickt erweisen, wie das Aufspüren versteckter Schatztruhen. Zudem gibt es zusätzlich noch ein gesondertes Achievement-System, in welchem man auch durch das Abschließen von Spielinhalten Belohnungen erhält. Zu erwähnen sind noch die Seitenstrang-Quests, die es neben der Hauptgeschichte zur Verfügung stehen, denn hierbei kann man diverse Astells freischalten.

Fazit

Zugegebenermaßen habe ich mir mit Zeit gelassen, um zu sehen, was der erste Patch von Astellia mit sich bringt. Im Grunde genommen sollte man zu Beginn eines jeden Spiels, gerade im MMO-Bereich, nicht zu viel erwarten, da durch zu hohen Ansturm oder diverser Bugs innerhalb des Spiels alles noch nicht so rund läuft wie man es gern hätte. Hier und da bin ich noch etwas stutzig, was die Performance des Spiels angeht, da besonders häufig in hoch besiedelten Regionen immer noch Lags auftreten. Nichtsdestotrotz darf man nicht vergessen, dass das Spiel noch in den Kinderschuhen steckt und die Entwickler auch erst einmal auf auftretende Fehler reagieren müssen. Das Konzept finde ich im Gesamten allerdings sehr überzeugend. Natürlich bleiben hier und da immer Sachen, die man bemängeln könnte oder die einem sehr umständlich vorkommen. Allerdings wurde Rom ja bekanntlich auch nicht an einem Tag erbaut. Für die Zukunft würde ich mir von den Entwicklern wünschen, noch mehr auf die Community einzugehen und eine breitere Auswahl an Spielinhalten zur Verfügung zu stellen. Abschließend ist zu nennen, dass die Möglichkeit besteht, ein nach einem Monat auslaufendes Testabo für knapp 10 Euro zu erwerben, um sich mit der Materie erst einmal vertraut zu machen. Dieses Format finde ich besonders attraktiv für diejenigen, die dem Ganzen etwas skeptisch gegenüber stehen. Astellia bietet für jeden Spieler eine durchaus reizvolle Variante, wenn man nicht davon abgeschreckt ist, dass das Spiel noch mit einigen fehlerhaften Komponenten behaftet ist.

© Barunson E&A

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Tellux

Mit der Arbeit als Physiotherapeut im Krankenhaus versucht Tellux, das doch sehr sitzlastige Geek-Dasein mit viel Bewegung zu kompensieren. In seiner Freizeit verbringt er am liebsten Zeit am Computer und spielt MMORPGs oder andere Rollenspiele. Auch an Handhelds (Nintendo DS + Switch) oder Konsolen (PS4) ist er durchaus anzutreffen. Musik spielt ebenfalls eine sehr zentrale Rolle, hierbei hört er am liebsten: Pop, EDM und Alternative-Music. Ansonsten verschlingt er auch Serien zu Genüge, auf ein Genre ist er nicht festgelegt.

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